[Rezension] Curran, Tim – Skin Medicine – Die letzte Grenze: Horror – Western

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  • Autor: Tim Curran
  • Titel: Skin Medicine – Die letzte Grenze
  • Verlag: Luzifer-Verlag
  • Erscheinungsdatum: 21. August 2016
  • Seitenanzahl Printbuch: 450 Seiten
  • Genre: Thriller, Horror
  • Gelesen als: Ebook
  • Zeitraum 10.10.16-19.10.16
  • Band einer Reihe:  Nein
  • Challenge: Find The Cover 2016, Halloweenwochen 2016

 

  • Worum es geht1882

Es gibt hier zwei Fälle, die aufgegriffen werden. Ein Serienkiller treibt sich durch die Minenstädte und verstümmelt Prostituierte. Es verschwinden Menschen oder werden Leichen gefunden, die aussehen, als wären wilde Tiere über sie hergefallen

  • Wann: 1882
  • Wo: Whisper Lake – eine Minenstadt in USA

Klappentext

Etwas unaussprechlich Böses wandelt durch die Utah-Territorien im Jahre 1882. Bürgerkriegsveteran und Kopfgeldjäger Tyler Cabe, der seinen Lebensunterhalt mit der gnadenlosen Verfolgung von Straftätern bestreitet, muss nun etwas jagen, das die Vorstellungskraft eines lebendigen Menschen bei Weitem übersteigt.

**

Die Handlung (kann Spoiler enthalten) ist teilweise etwas wirr. Tyler ist ein Draufgänger und ruhelos. Somit ist der Job als Kopfgeldjäger genau das Richtige für ihn. Er ist immer unterwegs. Dieses Mal ist er hinter einem grossen Fisch her. Jemand reist durch die Minenstädte und tötet Prostituierte. Dabei tötet er sie nicht nur – er nimmt sie richtig gehend aus und verteilt sie. Als zweiter Strang ist Jackson Dirker – der Sheriff aus Whisper Lake und dem Gebiet Utah. Dort gesehen auch seltsame Morde und es verschwinden Menschen. Dann finden sich auch immer wieder getötete, die aussehen, als wären wilde Tiere über sie hergefallen. Zusätzlich muss er sich noch mit der Bürgerwehr abmühen, die für alles die Mormonen in den benachbarten Städten leben. Das ist ein bisschen viel für ein 450 Seiten Buch. Er hat es zwar ganz gut eingebaut aber die Serienmörder Schiene so im letzten drittel fallen lassen  – er suggeriert einem hier Jack the Ripper ein…Andeutungen lassen einen das erkennen. Das Hauptaugenmerk sind die mysteriösen Morde. Sie scheinen übernatürlich zu sein. Man erfährt auch ein bisschen über den Bürgerkrieg, da sich Cabe und Dirker dort schon in verfeindeten Situationen begegnet sind. Auch über den mexikanischen Krieg erfährt man hier. Ich weiss nicht ob die Fakten hier stimmen. Denn soviel Details hätte ich auch gar nicht erwartet. Ein wichtiger Abschnitt, dem der Autor auch ein Kapitel gönnt ist die Geschichte von James Lee Cobb. Auf ihn hätte der Autor sein gesamtes Werk richten müssen, da wäre mehr heraus zu holen gewesen. Denn er ist der Hauptbösewicht mit der besessenen Seele und den bösen Morden. Das Kapitel über ihn war sehr umfangreich und informativ. Der Autor lies uns den Sozialen Verfall mit erleben. Von einem Kleinkind zu einem Soziopathen – schon vor der Bessessenheit. Denn er wurde mit einem Makel geboren. Einem Makel auf seiner Seele an der er „unschuldig“ ist. Von was er bessessen war ist irgendwie nicht richtig raus gekommen – es muss irgendwas sehr altes, den Indianern schon gut bekanntes aus den Tiefen des Bodens sein.

Der Schreibstil war ziemlich fesselnd. Vor allem am Anfang war ich begeistert, von der Ausdrucksweise. Er wirft mit Metaphern gerade so um sich. Bis mir das irgendwann zu viel wurden. Bis zu Hälfte etwa hatte ich da die Schnauze voll. Und dann kamen ein paar Kapitel, da dachte ich ein anderer Autor wäre da eingesprungen. Der Stil hat so gar nicht zu dem davor gepasst. Die Metaphern vielen weg und das flüssige auch. Dann war es wieder da – nur nicht mehr so extrem.

Die Atmosphäre fand ich der Gegend und dem Zeitalter angepasst. Spätestens seit Deadwood, weiss man, dass die Sprache im Wilden Westen nicht der entspricht, die wir aus den Hollywood Western kennen. Sondern derb, verdorben, ungebildet, hart. Und auch die Handlungen der Protagonisten – ich nenne sie mal – nicht Ladylike.

Spannung gab es eher wenig, da der Autor oft in den geschichtlichen Rückblicken versank. Man konnte merken, dass ihm diese Zeit wohl sehr gefällt. Am Ende – beim Showdown wurde es dann spannend.

Die Originalität fand ich jetzt gar nicht so schlecht. Ich schaue gerne Western, aber habe noch keinen gelesen – das assoziere ich immer mit meinem Vater, der die Heftchen früher gerne gelesen hat. Mein Lieblingsgenre mit einem eher missachteten zu kreuzen fand ich ganz ok. Mir hat die Darstellung gefallen.

Fazit

Mein letztes Curran Buch war schon ein Hardcore Horror, das mich teilweise schon etwas abstieß. Deswegen war ich hier etwas skeptisch und erwartete ähnliches. Aber das ist hier nicht gegeben. Es gibt zwar blutige Beschreibungen, der Taten, aber nicht vergleichbar mit „Zerfleischt“.  Mir wurde hier etwas zuviel Wert auf das drum herum gelegt. Man hat viel von der damaligen Zeit mit bekommen und auch etwas über die Kriege erfahren, aber dabei ist die eigentliche Situation der Morde etwas untergegangen. Es war gut zu lesen, aber hat leider nicht das wieder gegeben, was ich mir erwartet habe. Also eher für Fans von Western mit Extras als Fans von Horror…

3,5 von 5

 

Charaktere

Hiram Callister – ein perverser Bestatter, der sich gerne an toten Prostituierten verging. Er hat eigentlich nur eine Nebenrolle aber ausschlaggebend, da er Blutopfer wurde.

Caleb Callister – der Bruder und ebenfalls Bestatter – Er war eher der Taugenichts der das Geld herauspulverte – und er zettele den Anschlag an die Mormonen an.

James Lee Cobb – Ein Mann vor dem sogar der Teufel Respekt haben dürfte. Seine Mutter wurde von einer Hexe verflucht die dann mit ihm schwanger wurde. Er war von klein auf schon als Sonderling bekannt und entwickelte sich zu einem Soziopathen, dem das Morden mehr als nur Spass machte.

Tyler Cabe – Ein Kopfgeldjäger, der auf der Jagd nach einem Serienmörder ist. Er hat eine unschöne Vergangenheit mit Sheriff Dirker, dem er die Narben im Gesicht verdankt

Jackson Dirker – War früher eine Art Schlächter im Krieg. Er hatte einen üblen Ruf. Nach dem Krieg wurde er Sheriff Beaver County Utah. Es war kein ruhiges Leben in einer Minenstadt. Am Ende haben die beiden sich zusammengerauft und gegen einen gemeinsamen Gegner gekämpft. Es war fast eine Freundschaft

Orville DuChien – Ein Hillbilly der gerne zu tief ins Glas blickte. Aber er hat seherische Fähigkeiten, die so einiges ausplaudern, das wichtig sein könnte

Janice Dirker – die Ehefrau von Jackson Dirker – sie leitet das Hotel und es funkt zwischen ihr und Tyler. Ansonsten hat sie eher eine Nebenrolle

Graybrow – Ein alter, dem Alkohol verfallener, Indianer. Meiner Meinung der beste Charakter…immer für einen guten Spruch zu haben. Er ist ja nur eine Rothaut ;-)

„Ich bin eben nur ein ignoranter Wilder, was weiss ich von euren Gebräuchen?“

Sonstige Info

Deliverence – ein verfluchter Ort. Ehemalige Minenstadt, die von den Mormonen aufgebaut werden sollte. Aber dort hat sich das Böse angesiedelt in Form von James Lee Cobb

Skin Medicine – Auf der Haut tätowierte Symbole wie Schlangen, Symbolen von Hexenzeichen – Eine Art Beschwörung und magische Formeln. Man sagt sich, dass die Schamanen mit der Skin Medicine die Geister der Toten kontrollierten und sich jederzeit in menschenfressende Tiere verwandeln konnten, wenn sie Hunger bekamen.

 

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Heute lese ich …Skin Medicine – Die letzte Grenze

heute-lese-ichHeute lese ich … Eine Montags-Aktion von . Hier stellen wir nur kurz unser aktuelles Buch vor. Keine Rezi sondern ein erster Eindruck.

Ich lese jetzt schon seit einer Woche an Tim Curran – Skin Medicine – Die letzte Grenze

Ich hatte ja auch schon einige Aktionen, bei denen das Buch auftauchte. Jetzt will ich Euch mal einen Zwischenbericht bringen.

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Tim Curran hat eine ziemlich bildliche Ausdrucksweise. Sie beeindruckt mich ziemlich. Jemand der Szenen so gekonnt mit Metaphern umschreibt finde ich einfach toll. Aber meine Anfängliche Begeisterung wich dann doch etwas. Denn irgendwann hat er mich mit diesen Beschreibungen zugeschmissen. Da war in jedem Absatz eine. Die Metaphern sind immer noch toll. Aber zu viel. Ich habe jetzt etwas mehr als die Hälfte. Die Szene hat gewechselt. Er stellt den Bösewicht vor. Das ist im Prinzip nicht schlecht, aber er verliert sich etwas in zuviel geschichtliche Fakten. Die Metaphern sind jetzt weniger geworden. Das ist viel angenehmer. Jetzt könnte nur auch noch  mal was passieren. Das ist mir für ein Horrorbuch etwas wenig. Sein Schreibstil ist allerdings sehr angenehm und flüssig. Es ist jetzt nicht langweilig, aber es zieht sich zwischenzeitlich  mal, da nicht viel passiert. Wenn etwas passiert ist es auch sehr blutig. Aber das kenne ich von seinem letzten Buch das ich gelesen habe…war spannend aber sehr sehr eklig. (Zerfleischt). So schlimm ist es hier nicht. Die Szenen sind dem Genre angemessen.