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Arden, Katherine – Winternacht 01 – Der Bär und die Nachtigall

Wirst du es ihr sagen?, fragte die Stute.
»Alles? Über Bären und Hexenmeister, in Saphire gewobene Zauber und eine Hexe, die ihre Tochter verlor? Natürlich nicht. Ich werde ihr so wenig erzählen wie möglich. Und hoffen, dass das genügt.«

Arden, Katherine – Winternacht 01 – Der Bär und die Nachtigall

Autor: Arden, Katherine
Titel: Der Bär und die Nachtigall
Verlag: Heyne Verlag
Übersetzung: Michael Pfingstl
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2019
Seitenanzahl Printbuch: 356 Seiten
Genre: Fantasy, Historisch
Zeitraum: 06.02.21-16.02.21
Band einer Reihe: Winternacht – Triologie
ASIN: B07QN4VWT4
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Klappentext

Hüte dich vor dem, was in den Wäldern haust …

In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt …

Meine Meinung

Ein ganz tolles Debut. Ich war begeistert. Ich bin eh ein Fan dieser geheimnisvollen dunklen Geschichten. Wasja hat es nicht leicht. Ihre Mutter ist kurz nach ihrer Geburt gestorben. Sie war ein absolutes Wunschkind. Marina (die Mutter) wusste, dass ihre Tochter was besonderes sein würde. Wasja ist ein Wildfang. Sie treibt ihren Vater und ihr Kindermädchen zur Verzweiflung. Ihr Vater sieht sich gezwungen wieder zu heiraten um Wasja etwas zu zügeln. Die Stiefmutter, Anna, ist schwierig und sehr gottesfürchtig und nicht sehr sympathisch. Aber schlimmer noch ist der neue Priester. Er macht seiner Glaubensgemeinde Angst. Diese Angst ist verheerend, zerstörerisch. Aber mehr will ich gar nicht schreiben – ihr müsst es lesen. Das Buch ist eher historisch als fantastisch. Die Fantasy-Elemente sind immer dabei aber nehmen nicht unbedingt die Hauptstellung in der Geschichte ein. Sie sind wie ein Wegbegleiter – immer in der Nähe, aber nicht im Weg. Ich finde diese Fantasy-Elemente sehr filigran eingeflochten. Um dann am Ende zu explodieren. Es ist wirklich sehr fesselnd. Schon alleine wie in diesen kalten Wintern gelebt wird. Hausgeister, die ihre Bewohner schützen. Und dann natürlich der super Showdown. Eine Geschichte die sich langsam aber sehr intensiv aufbaut.

Schreibstil: Ich konnte mich gut einfinden und flüssig lesen. Es war ein sehr angenehmer Schreibstil.

Figuren: Da sich die Geschichte so langsam aufbaute konnte man sich gut in die Charaktere einfinden. Die Namen sind manchmal etwas schwierig zuzuordnen. Aber man kommt recht schnell zu Rande, da die Autorin keine ähnlichen Namen verwendet hat. Interessant finde ich, dass die Charaktere sich immer mit vollem Namen angesprochen haben. Das macht aber auch das Kennenlernen intensiver.

Atmosphäre und Spannung: Es ist eine sehr ruhige Atmosphäre. Düster und Kalt. Man leidet mit den frierenden und hungernden und die Angst der vielen Geschichten gegenüber ist immer greifbar. Die Spannung baut sich langsam aber stetig auf.

Originalität: Ich finde diese Geschichte und ihre Aufmachung sehr originell. Vorallem gefällt mir, dass es keine Romantasy ist. Das würde die Geschichte ruinieren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich in den Folgebänden etwas entwickelt, da Wasja ja schon erwachsen sein wird. Schön finde ich auch, dass es keinen Cliffhanger gibt. Die Geschichte vom Bär und der Nachtigall ist hier beendet. Allerdings finde ich den Titel nicht so ganz passend. Aber da will ich nicht spoilern.

Fazit

Ein tolles Debut. Ein Roman, der einen in das dunkle Russland mitnimmt. Mit all seinen Zähnen und Klauen. Kälte und Geschichten. Wir lernen viel vom Leben der Bevölkerung und viel der Mythen wie Hausgeister und ähnlichen Helfern. Es ist einfach fesselnd. Ein historischer Fantasyroman, in dem der Fantasyteil eher nebenher läuft um einen dann richtig einzusaugen in die Spannung. Der Teil endet ohne Cliffhanger. Ich freue mich trotzdem auf ein Wiedersehen mit Wasja und einem neuen Abenteuer.