#Ideenbild – Februar 2017 – Die Geister der Ahnen

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Das Projekt #Ideenbild wird von Lexy durchgeführt. Hier wird monatlich ein Bild gezeigt und damit die Kreativität angekurbelt. Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Mitmachen wenn was einfällt. Das Logo stammt auch von ihr.

 

 

Mildred saß auf ihrer Veranda. Sie liebte den Ausblick. Sie hatte schwer gekämpft für diese Farm. Als ihr Mann, Alfred, auf den Bievers Rock kletterte und verschwand, war sie mit den Hypotheken die auf dieser Farm lasteten alleine gestellt. Sie hatten keine Kinder. Keine anderen Familienmitglieder. Waren eingewanderte in diese Dorfgemeinde und nicht sehr willkommen. Der Nachbar – Walker – wollte dieses Stück Land kaufen um dann sein Imperium auszubauen. Aber die Stadt wollte diese Dominanz nicht. Das kannte man schon aus den Geschichtsbüchern. Also wurde das Grundstück mit der Farm Mildred und Alfred zugesprochen. Sie wollten eine ökologische Farm aufbauen. Aber sie hatten schon oft ungewöhnliche Geschichten gehört, über diesen Ort. Sie hatten oft Besuch von Indianern aus dem benachbarten Reservat. Diese erzählten ihnen, dass Bievers Rock eine heilige Indianerstätte sei.

Hier wurde schon seit Generationen die Geister der Ahnen angerufen. Die rachsüchtigen Geister.  Sie hatten die Weißen, die ihnen ihr Land gestohlen hatte und sie in Reservaten eingepfercht hatten verflucht. Die Farm war vorher schon lange verwaist. Es gab immer wieder enthusiastische Besitzer, die hier große Pläne hatten. Da aber der Bievers Rock mitten auf dem Grundstück lag, nahm er eine große Fläche des Landes ein. Deswegen wollten es viele der Besitzer abtragen lassen. Diese Menschen verschwanden meist über Nacht. Nie wieder hatte jemand was von ihnen gehört. Meist dachten die Bewohner des Tals, dass sie die Kostenvoranschläge für die Abtragung vertrieben habe.

Mildred und Alfred hatten nie irgendwelche Probleme. Aber sie liebten den Rock. Sie hielten sich Tiere und versuchten die Farm ökologisch zu bewirtschaften. Sie wollten keinen Gewinn machen. Sie wollten nur ein ruhiges und entspanntes Leben führen. Sie waren gerade dabei einen Gnadenhof einzurichten, als Alfred unbedingt das Gefühl hatte er müsse den Rock besteigen. Es war eine Unruhe in ihm, die ihn nicht mehr schlafen lies. Er wurde unruhiger und unruhiger. Er aß nicht mehr und hatte keinen Spaß mehr an der Farmarbeit. Irgendwann meinte Mildred

„Alfred, mein Lieber. Du machst mir echt Sorgen. Ich verstehe nicht, warum du nicht auf den Rock steigst. Es scheint dich doch so fertig zu machen. Nimm dir den Hund mit und pack dir einen kleinen Rucksack. Ich verstehe deine Zurückhaltung nicht.“

„Ich bin wirklich total ausgelaugt. Aber ich warte auf das richtige Zeichen. Ich träume von dem Rock. Und es soll ein Zeichen für  mich geben, dass mir erlaubt ihn zu besteigen. Solange muss ich warten, und leiden. Ich verstehe es wirklich auch  nicht. Aber ich kann nicht jetzt schon gehen. Das wäre fatal. Ich habe das Gefühl, es könnte mein Leben kosten, wenn ich zu früh gehe. Hab einfach bisschen Verständnis für mich. Ich versuche mich etwas zusammen zu reißen, damit du dir nicht so viel Sorgen machen musst. „

„Ok. Ich werde mich bemühen. Du wirst schon wissen, was du zu tun hast. Ich habe von den Indianern schon so viel gehört über den Rock. Er soll verflucht sein. Beziehungsweise. Er soll uns Weiße verflucht haben. Weil wir sein Land geschändet haben. Das soll er uns nicht verzeihen. Du weißt, ich glaube schon so ein bisschen an diesen mystischen Kram. Deswegen habe ich gemischte Gefühle deinem Wunsch gegenüber. Aber ich vertraue dir und deinem Gefühl.“

Das war jetzt drei Monate her. Eine Woche nach ihrem Gespräch meinte Alfred, es wäre so weit. Er packte einen kleinen Rucksack und nahm Duke  – ihren Mischlingshund mit. Er küsste sie und nahm sie fest in die Arme.

„Schatz. Ich weiß nicht was mich da erwartet. Ich hoffe ich komme wieder. Meine Gefühle sind sehr verwirrend. Ich freue mich und ich habe wahnsinnige Angst. Aber ich habe auch Vertrauen in diese Träume. Ich fühle keine Gefahr von ihnen.“

„Ach Liebster. Ich habe Angst, dass ich dich nie wieder sehe. Gut. Geh besser bevor ich dich irgendwo einsperre und fessle. Dann wirst du  nur noch flüssig ernährt und wirst mich nie verlassen. „Lachte Mildred mit Tränen im Augenwinkel.

Als sie auf der Veranda saß und an ihren Abschied dachte, kamen ihr die Tränen. Drei Monate. Maggie, ihr anderer Mischling kam angerannt und schmiegte sich an sein Frauchen.

Sie ging mit dem Hund Richtung Rock und als sie ankam, schien die Kulisse zu schimmern. Sie rieb sich die Augen und sie fröstelte.  Es fühlte sich an wie eine Barriere. Sie wollte ihre Hand ausstrecken, aber sie fühlte, es wäre nicht richtig. Sie hatte nicht das Recht einzudringen. Sie seufzte. Drehte sich um und ging mit dem Hund zurück zur Farm. Es gab immer viel zu tun.

Mildred war in Gedanken. Sie jätete gerade in ihrem kleinen Gemüsegarten, als sie das Gefühl hatte beobachtet zu werden. Sie drehte sich um und sah eine befreundete Indianerin aus dem Reservat.

„Little Flower. Ach wie schön, dass du mich besuchst . Möchtest du einen Kaffee oder Tee. Ich habe auch noch Gebäck. „

„Das ist doch der Grund warum ich überhaupt komme. Dein Kaffee schmeckt mit immer am besten. Klar will ich einen Kaffee  – und natürlich gehört da auch Gebäck dazu.“ Zwinkerte sie.

„Komm lass uns auf die Veranda gehen. Die Sonne geht gleich unter, da haben wir einen ganz besonders schönen Ausblick auf den  Rock. Setz dich schon mal, ich hole den Kaffee und das Gebäck“

„Erzähl, was gibt es neues bei euch. Ich bin schlimm, ich wollte die ganze Zeit mal bei euch vorbei  schauen. Aber ich habe es immer aufgeschoben. Echt blöd manchmal. Dabei genieße ich eure Gemeinschaft so. Ach ich freu  mich wirklich, dass du  mich besuchst.“

Little Flower trank von ihrem Kaffee und schloss genießerisch die Augen.“ Ich bin nicht nur einfach so da, meine Liebe. Alfred ist jetzt drei Monate weg. Es wird Zeit, dich darauf vorzubereiten.“

„Vorzubereiten, was meinst du. Kommt Alfred endlich wieder? Kannst du mir mehr erzählen? Was war los und wo war er? Ich dachte mir schon, dass ihr mehr wisst. Aber ich hatte doch Angst, dass es was Schlimmes ist, was ihn und mich erwartet. Wir hörten genügend über die Gegend um den Rock.“

„Hör mir zu, Mildred. Der Rock ist sehr, sehr heilig und gefährlich. Der Platz der Ahnen. Hier kommen unsere jungen Männer her um ihren Geist und ihren neuen Namen zu erhalten. Eine sehr persönliche Sache für unsere Männer. Aber sie konnten es schon lange nicht mehr machen, da die Weißen immer für Unruhe sorgten und die Geister der Ahnen einfach nicht mehr erschienen. Die jungen Männer mussten zu den anderen Gebieten wandern um ihre Bestimmung zu erhalten. Das ist heute nicht mehr so schlimm, da es ja keine gegnerischen Stämme mehr gibt, die Krieg führen, aber es stört den reibungslosen Fluss der Energie. Aber seit ihr beide, du und Alfred, hier leben merkte unser Geisterseher, dass sich hier wieder Ahnen einfinden. Es  gibt also die Möglichkeit, dass unser Volk wieder hier in Ruhe seine Bestimmungen entgegen nehmen können. Das haben sie nur euch zu verdanken. Ihr seid immer hilfsbereit und achtet auf die Natur. Ihr treibt kein Raub an Mutter Erde und achtet auch die Tiere. Deswegen ist Alfred für eine hohe Stellung in unserem Volk auserkoren worden. Die Geister der Ahnen haben ihn gerufen. Und sie haben ihn zum Bewacher des Rocks ernannt. Er soll in Zukunft für die Sicherheit und Ruhe hier sorgen.“

„Was bedeutet das? Was bedeutet das für  mich? Werde ich Alfred wieder sehen? Kann er denn jetzt überhaupt zu mir zurückkommen?“ Schluchzte Mildred.

„Meine Liebe – das Universum ist ständig im Fluss. Natürlich wirst du Alfred wieder sehen. Sehr bald, denn ihr beide gehört zusammen. Ihr seid ein Team und werdet auch beide die Hüter dieses Heiligen Geländes werden. Aber Alfred hat besondere Fähigkeiten, die noch ein bisschen Feinschliff benötigen. Aber es dauert nicht mehr lange. Also  mach dir keine Sorgen mehr. Es geht ihm gut.“

Etwa einen Monat nach dem Besuch von Little Flower war Mildred gerade damit beschäftigt die Schafe in ihr neues Gehege um zu siedeln. Es war sehr heiß und die Sonne brannte ohne Erbarmen auf sie nieder. Die Erde flimmerte und etwas ließ sie aufschauen. Ihr Blick wurde Richtung Bievers Rock gelenkt und sie konnte nur dieses Flimmern sehen. Aber etwas bewegte sich. Eine Gestalt kam aus diesem flimmernden Schatten auf sie zu. Und sie erkannte die Bewegungen. Es war Alfred.

Endlich – Alfred. Endlich kam er Heim. Sie verließ das Gehege und ging langsam in seine Richtung. Er strahlte eine Aura ab, die eine neue Kraft erahnen ließ. Sie konnte seine Macht bis zu sich spüren. Ihr  Mann war ein Hüter geworden. Das spürte sie. Etwas magisches haftete ihm an. Und als sie endlich zusammentrafen wurde sie unweigerlich in seinen Bann gesogen. Es schien, als würde die Erde aufhören sich zu drehen. Sie hatte das Gefühl zu schweben und sie drehte sich in der Luft mit Alfred in den Armen. Sie spürte eine Welle der Macht, die sich auf sie übertrug. Und in ihrem Kopf formte sich eine Stimme, die sich anhörte wie das Mächtigste, das ihr je zu Ohren kam.

Ihr zwei, seid auserkoren, die Hüter des Bievers Rock zu sein. Diese Aufgabe ist eine Aufgabe, des Lebens. Ihr werdet unsterblich aber nicht immer hier leben. Irgendwann ist eure Aufgabe erfüllt und die Ahnen werden einen neuen Hüter erwählen. Und ihr steigt auf in die Reihe der Geister. Aber so lange seid ihr beide als Einheit, die Bewahrer des Wissens um diese Gegend. Ihr werdet sie vor allen Gefahren beschützen und alle vernichten, die ihn zerstören wollen.

Damit verstummte die Stimme, sie landeten wieder auf dem Boden. Alfred schloss sie fest in die Arme.

„Meine liebste Mildred. Die Zeit war so lange ohne dich. Aber meine Sehnsucht nach dir hat mich aufrecht alles überstehen lassen. Alle Prüfungen und Entbehrungen konnte ich so ertragen. Bis wir jetzt wieder zusammen sind und zusammen dieses Stück Erde bewachen können. Gibt es eine schönere Aufgabe für Mutter Erde zu arbeiten und sie zu schützen?“

„Alfred“ schluchzte Mildred. „Endlich bist du wieder da. Ich kann es kaum abwarten alles zu erfahren, was du erlebt hast und was wir noch erleben werden. Schnell lass uns rein gehen.“

Damit fassten sich die beiden an den Händen, die Sonne ging unter und der Rock lag hinter ihnen. Er strahlte eine Zuversicht und Sicherheit aus. Die Geister der Ahnen hatten gut gewählt.

ENDE

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#Ideenbild im Januar 2017 – Die Rückkehr der entrückten Seele 2 von 2

Hallo – Schön dass ihr wieder da seid und mir meiner Reise nach Afrika folgt. Lest was für mich vorgesehen ist.

Wenn ihr jetzt erst einsteigt, könnt ihr hier noch mal den Start nach lesen. Viel Spass bei der Reise

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Als wir im Naturschutzgebiet Ngorongoro ankamen spürte ich etwas. Es schien, als würde die Erde mit mir reden. Es fühlte sich an wie Schwingungen. Ich war wie elektrisiert. Ich konnte es nicht abwarten zu den Einheimischen zu kommen. Und kaum war ich dort fingen die Frauen an mich mit grossen Augen anzusehen. Sie tuschelten, aber ich wollte erst im Dunkeln noch mal kommen. Es waren  mir zuviel Touristen dort. Aber ich spürte, dass sich hier etwas anbahnte. Ich konnte nur noch nicht erfassen was.

Als es dann dunkel wurde ging ich wieder zu den Einheimischen. Es brannte ein Feuer in der Mitte ihres Dorfplatzes und die Reihen lichteten sich für mich. Ich wurde durch einen Gang von Leibern in die Mitte geleitet. Und kaum war ich da sah ich den Häuptling und die Medizinfrau. Um mich herum fingen die Menschen an zu summen. Ganz leise und es klang wie ein Raunen, das durch die Äste der Bäume fegte. Der Häuptling kam zu mir und lief um  mich herum. Dann fing er an meine Haar an zu fassen, in meinem Gesicht herum zu stochern und mich wie ein Stück Vieh zu begaffen. Die Medizinfrau kam zu mir. Sie pustete mir etwas ins Gesicht. Ich atmete es ein. Das Pulver schmeckte etwas wie Mehl mit Vanillearoma aber auch etwas scharf, als wäre noch eine starke Prise Chillipulver darin. Es hinterließ einen schmierigen Film auf meiner Zunge als ich den Mund zum Atmen öffnete. Mir wurde schwindelig. Die Gesichter verschwammen und ich fiel in Ohnmacht.

Als ich wieder erwachte war ich stark verwirrt. Ich versuchte aufzustehen. Aber ich fühlte mich wie betrunken. Ich hatte keine Gewalt über meinen Körper und sackte wieder zurück. Dann spürte ich Hände. Sie versuchten mich zu stützen. Ich bekam Kissen in den Rücken gelegt und konnte  mich aufrichten. Ich sah viele freundliche Gesichter. Alle lachten mich an und ich war mehr als irritiert. Ich blickte mich um und sah einen weitern Körper in der Nähe von mir liegen. Ich konnte aber noch nichts erkennen. Dann öffnete sich das Tuch vor dem Eingang. Der Häuptling und die Medizinfrau kamen hinein. Sie lachten und klopften sich auf die Schulter. Dann kniete sich die Medizinfrau hinunter und sprach mit mir.

„Hallo, wie geht es dir? Alles in Ordnung, kannst du mich sehen, alles hören und verstehen?“

Wieso sollte ich nicht alles verstehen? „Ja, ich bin aber sehr schwach, was habt ihr mit mir gemacht?“ Sie lächelte freundlich

„Wie soll ich dir das erklären? Die Geister haben zu uns gesprochen und uns gesagt es wird eine junge Frau kommen, die Afrika im Blut hat. Sie ist eine Entrückte.“

„Entrückte?“

„Ja“ meint sie: „Entrückte sind Seelen oder Geister, deren Körper zu früh gestorben sind und dann fortgerissen wurden. Sie wurden ihrem Leben, Land und Lieben entrissen, vor ihrer Zeit. Meist durch böse Zauber. Diese werden von dunklen Magiern durchgeführt, die meist eine Rechnung offen haben, weil ihnen entweder etwas verwehrt wurde oder sie verbannt wurden wegen ihrer dunklen Machenschaften. So war das auch bei uns.“ Sie drehte sich zum Häuptling um und er nickte.

„Die Tante des heutigen Häuptlings wurde eingefordert von einem bösen Mann. Er wollte sie unbedingt haben. Sie war eine solche Schönheit und sehr begehrt. Ausserdem von Adel. Sie war die Tochter eines Häuptlings. Er hätte durch die Ehe anrecht auf die Stellung gehabt, da es keinen männlichen Nachkommen gab. Also warb er um sie, aber sie hatte angst vor ihm und wollte nicht. Ihr Vater war unschlüssig, denn er konnte nicht erkennen, dass es sich um eine dunkle Seele handelte. Seine Tochter war feinfühlig. Sie hätte unsere geistige Führerin werden können. Unsere Sprecherin der  Geister. Eine sehr seltene Gabe. Deswegen spürte sie auch diese dunkle Macht. Sei weigerte sich. Und ihr Vater – er gab ihr nach. Der Magier war sehr, sehr böse und versuchte das Dorf zu vernichten. Aber Samarar war im Weg. Ihre Macht war stark. Aber ihr Körper nicht. Bei der Verteidigung versagte ihr Körper und ihr Geist wurde entrissen. Ziellos verschwand er und suchte sich ein neues Gefäss. Weit von uns – denn für Entrückte gibt es keine Grenzen. Unsere Seherin hat und dann angekündigt, das Samaras Seele sich auf den Weg nach Afrika befinden soll.“

„Eine schöne Geschichte, aber ich verstehe trotzdem nicht, was hat das mit mir zu tun. Ich war noch nie hier und bin auch nur durch Zufall hier.“

„Zufälle, meine Liebe gibt es nicht. Du bist heim gekehrt. Der böse Magier hat schon lange keine Macht mehr. Es gab viele Kämpfe. Aber wir haben ihn besiegt und gebannt. Er kann nichts mehr anrichten. Das scheint auch der Grund zu sein, warum Samaras Seele den Ruf der Heimat vernahm. Und du kamst zu uns. Wir haben die Seele sofort erkannt. Dein Neffe – der heutige Häuptling – hat sofort die familiäre Verbindung gespürt. Nur – wir mussten den Körper tauschen. Es ginge nicht in deinem alten Körper. Dort hin haben wir eine unserer kranken sterbenden Seelen geschickt. Wir haben sie gefragt, ob sie sich für dich opfern  möchte. Es ist eine ehre eine Entrückte Seele in sich aufzunehmen. Dein alter Körper wird zu Hause sterben. Verabschiede dich von deinem alten Leben.“

Mit diesen Worten hob sie die Decke von dem Körper neben mir und ich verstand nichts. Da lag ich. Ich lag dort und röchelte. Ich sah genauso aus wie ich mich das letzte mal im Spiegel gesehen hatte. Aber doch anders. Der Körper drehte den Kopf und ich konnte in die Augen sehen. Meine Augenfarbe hatte sich geändert. Von Grün in Braun. Und sie sahen krank aus. Ich war blass und fiebrig.

„Was ist mit mir? Ich verstehe das nicht, was wollt ihr von mir? Lasst mich gehen. Ich habe Angst“ Und da traf mich wieder ein Pulver und es fühlte sich so ähnlich an wie beim letzten  mal ohne diesen schleimigen Film und ich fiel in erholsamen, beruhigenden Schlaf.

Ich träumte. Ich träumte ein anderes Leben. Ich war jung, hübsch, hatte eine dunkle Hautfarbe und war glücklich. Ich fühlte mich geliebt. Aber dann zogen dunkle Wolken auf. Meine Gefühle änderten sich. Ich war ängstlich, fühlte mich bedroht und war unglücklich. Ich kämpfte gegen etwas böses und mein Körper verlor. Ich wurde entwurzelt. Meine Seele – Mein Geist fühlte sich zerissen an und ich war eine Suchende. Lange suchte ich, dann fand ich einen Körper. Er war noch im Mutterleib. Ich zog ein und fühlte mich wieder sicher. Ich wurde wieder geliebt, war glücklich und sicher, aber unvollständig. Eine tiefe Sehnsucht lag immer in mir verborgen. Ich erwachte und erinnerte mich. Ich erinnerte mich an meine Vergangenheit. Und ich lebte.  Ich verstand alles was mir die Medizinfrau erklärt hatte.

Ich war endlich zu Hause. Ich war wieder in meinem Land und bei meiner Familie. Ich war wieder vollkommen. Meine Seele würde ihre komplette Struktur und Macht wieder aufnehmen. Und mein altes Leben wäre Vergangenheit. Eine Erinnerung.

Ich war kräftig genug um aufzustehen. Ich ging zu meinem alten Körper, umarmte ihn und bedankte mich bei der Seele, die dort eingezogen ist. Sie verbeugte sich und verliess die Hütte. Sie würde in mein altes Leben zurückgehen und sich für mich von meinem alten Leben verabschieden. Ich dagegen, würde jetzt für immer hier in Afrika bleiben. In dem Land meiner Vorfahren. Und ich würde meinen rechtmässigen Platz in diesem Volk einnehmen. Als Geistersprecherin.

#Ideenbild im Januar 2017 – Die Rückkehr der entrückten Seele 1 von 2

Das Projekt #Ideenbild wird von Lexy durchgeführt. Hier wird monatlich ein Bild gezeigt und damit die Kreativität angekurbelt. Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Mitmachen wenn was einfällt.  Das Bild wurde uns von Reisen-Fotografie.de zur Verfügung gestellt….Danke schön

Waaaa……..ich war so aufgeregt. Hatte ich doch eine Reise gewonnen.! Ich konnte es nicht fassen. Ich hatte noch nie was gewonnen. Doch ich hatte mal bei einer Tombola ein Radio gewonnen. Das habe ich auch gehütet wie meinen Augapfel. Weil ich so stolz war, dass ich mal was gewann. Und Rubbellose um noch mehr zu Rubbeln. Mehr war es nicht. Und jetzt eine Reise. Ich sollte nach Afrika fliegen. Vierzehn Tage Safari und Strand. Ich wusste nicht wie ich mich beruhigen sollte. Also ging ich online und fing an mich ganz rational über Afrika und Impfungen zu informieren. So langweiliges Zeug würde mich schon wieder auf den Boden bringen. Ha….aber das war natürlich nicht so. Die Recherchen zu den Impfungen machten mir etwas Angst. Aber die Recherchen zu dem Land, wiegten das mehrfach auf. Also fing ich an Onlinshopping zu begehen. Ich brauchte schliesslich auch eine neue – Safari taugliche Kleidung – Kreditkarte – du wirst geplündert.

Stunden später war mein virtueller Koffer gepackt und ich war glücklich. Termine für die Impfungen und Visa waren getätigt. Jetzt musste ich  nur noch warten. In zwei Monaten sollte es dann los gehen. Ach ich war so aufgeregt.

Am nächsten Tag ging ich dann wie üblich arbeiten. Ich wusste nicht ob ich es jemanden erzählen sollte. Die Leute mochten mich, aber man weiss ja wie es ist wenn jemandem was gutes widerfährt.  Viele sind neidisch und genervt wenn man dann etwas erzählt. Ich entschied mich dagegen. Es war zwar traurig, dass ich es niemanden erzählen wollte, aber ich hatte nicht vor mir meine Vorfreude nehmen zu lassen, von neidischen Kollegen. Nein. Das ist mein Traum. Ich wollte schon immer mal nach Afrika.

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fusse der Ngong-Berge “ Ich liebe den Film, Jenseits von Afrika. Und natürlich ging bei mir nur noch alles darum wie ich mich am besten vorbereite. Ich las Bücher, sah Filme, sah Dokus und ging auf Dia-Shows. Ich war wie besessen. Ich war ein Stalker. Wenn man ein Land Stalken konnte, ich tat es. Und dann war es endlich soweit. Der Tag war da. Ich fuhr früh zum Flughafen. Kontrollierte unzählige Male, dass mein Ticket auch da war und mein Pass. Ich war so nervös. Es wäre das erste mal, dass ich alleine fliegen würde. Ganz alleine in Urlaub gehen würde. Und dann noch in so ein exotisch, fernes Land. Aber es war ja eine Reisegruppe. Ich wäre also nicht ganz alleine.

Die Zeit ging schnell um und wir landeten am Flughafen Kilimanscharo. Und als wir den Terminal verließen war ich schon gebannt. Ein süsser kleiner Flughafen mit Blick auf den Berg. Ach wie traumhaft. Ich schaute auf meinen Tourenplan, da wurde schon mein Name aufgerufen. Ich folgte den Anweisungen und kam am Transferbus für unser Hotel. Als wir ankamen wurden wir mit Cocktails empfangen und auf unsere Zimmer verteilt. Morgen würde die Safari beginnen. Ich freute mich noch etwas Zeit für mich zu haben. Unsere Tour beinhaltete Serengeti Nationalpark, Naturschutzgebiet Ngorongoro, Ngorongoro-Krater, die Massai und Übernachtungen im Zelt mit Komfort. Das war alles sehr touristisch, ich selbst hätte mit etwas mehr Freestyle erwünscht, aber da es ja eine gewonnene Tour war. Und ich könnte ja immer wieder kommen. Zum ersten Eindruck reichte es. Der dunkle Kontinent. Ich würde sehen, was mich da dunkles erwarten würde.

Am nächsten Tag startete die Safari. Es war wunderbar. Die Wildnis, die Leute, die Gegend, die Tiere. Ich verliebte mich immer mehr in die Gegend und ich wusste nicht, wie ich zu Hause das erlebte verarbeiten sollte. Afrika hatte seinen Samen in mir gepflanzt und es gedieh. Wer hätte gedacht, dass es eine solche Wendung geben würde.

to be continued…..

Was ist das nur für ein Gefühl, dass sich bei mir breit macht. Ich fühle mich geborgen und zerissen. Ich verstehe einfach die Welt nicht mehr. Ich werde sehen, wohin mich dieses Gefühl noch bringen wird. Ich fühle, dass irgendetwas passieren wird. Ich habe etwas angst, aber ich bin auch aufgeregt.

Begleitet mich und seht was meine Bestimmung ist.

(Damit es nicht zu lange wird, teile ich die Geschichte auf. Morgen könnt ihr dann dir Fortsetzung lesen, wenn ihr mögt)

Fortsetzung