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Aerts, Mariëtte – Hexenheide

Autor: Aerts, Mariëtte
Titel: Hexenheide
Verlag: Bastei Entertainment
Übersetzung: Gerold Anrich 
Erscheinungsdatum: 27. November 2010
Seitenanzahl Printbuch: 321 Seiten
Genre: Fantasy, Jugend
Gelesen als: Ebook
Zeitraum 02.07.18-06.07.18
Band einer Reihe: Nein
ASIN: B004ROTAMY

Klappentext

Karim und Lenne wissen genau, dass sie nicht über die Heide gehen sollen, wenn sie von der Schule kommen, auch wenn der Weg viel kürzer ist. Denn auf der Hexenheide, irgendwo zwischen den Mooren, lauert ein dunkles Geheimnis. Aber Karim und Lenne haben Fragen. Was ist mit dem Mädchen Rinnie passiert, die im letzten Sommer plötzlich verschwunden ist? Was ist wahr an der Geschichte von der weißen Hexe? Welches Geheimnis umgibt die alte Wassermühle? Und überhaupt: wer ist die Frau mit den langen weißen Haaren und den merkwürdigen Augen, die ihnen begegnet? Eines Tages erscheint ein unheimliches Gesicht im Wasser, und nachts wandern Lichter über die Heide. Ein Spuk? Karim und Lenne erhalten mehr Antworten, als ihnen lieb ist.

Meine Zusammenfassung

Das Buch beginnt mit einem Gespräch Dreier Frauen, die sich über ihre Zukunft unterhalten. Dieses Gespräch findet sechs Monate vor der kommenden Geschichte statt.

Karim und Lenne sind beste Freunde. Sie wohnen in der selben Strasse, etwas weiter entfernt von der Schule. Seit dem Verschwinden von Rinnie, dürfen Kinder nicht mehr über die Heide laufen, dabei ist der Weg nach Hause so viel Kürzer. Lenne überredet Karim das Verbot zu umgehen und über die Heide zu laufen. Karim ist das nicht so geheuer, schliesslich ist es ja nicht umsonst verboten. Auf der Heide passiert dann schon das erste Unheimliche. Der Startpunkt. Bei einem Besuch einer alten Wassermühle, treffen Karim und Lenne auf eine alterslose Frau mit weißen langen Haaren und einer hässlichen Narbe über dem Auge. Sie steht nur da und beobachtet. Allerdings hört Lenne einen Ruf, während Karim eher einen kalten Blick der Frau erntet. Lenne ist gefesselt und wäre fast mit ihr gegangen wenn Karim sie nicht zurück gehalten hätte. Mit diesem aufeinander Treffen beginnen mehrere merkwürdige Dinge. Eine hübsche rothaarige warnt sie über die Heide zu gehen. Ein Gesicht im Wasser erschreckt Lenne und eine sonderbare Glasmurmel auf Lennes Fensterbank übt eine ungewöhnliche Ausstrahlung auf sie aus. Eine Zeitlang wird es kompliziert zwischen den beiden Freunden, aber Karim gibt seine Versuchungen nicht auf, Lenne zu schützen. Ein erneutes Treffen auf die Rothaarige bringt Licht in die ganze Sache und noch mehr Angst. Es ist jetzt sehr wichtig, das Karim seine Freundin beschützt. Oder ist es doch eher Karim der Schutz benötigt?

Meine Meinung:

Das Buch ist schon länger ein Bewohner meines SuBs. Ich hatte irgendwie Lust auf etwas seichteres und habe mich hier von dem Cover und dem Klappentext überreden lassen. Wo wir gleich mal zum Cover kommen: Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut – aber es passt überhaupt nicht zum Inhalt. Denn es vermittelt mir – dass es ein typisches Romantasy-Buch ist. Und es vermittelte mir, dass die Zielgruppe Mädchen sind. Darauf habe ich auch – wiederstrebend – gewartet. Ich war sehr überrascht, dass sich hinter diesem Cover was anderes verbirgt. Denn hier geht es um wahre Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Warum ich denke, dass man hiermit auch Jungs begeistern kann? Karim ist hier der Hauptakteur. Er ist mutig und ängstlich. Selbst wenn es um Hexen geht, kann man vielleicht einen Jungen auch begeistern. Man weiß nicht wie alt die beiden sind. Aber während des Lesens kommt man dann auf ein Alter um etwa 10-12 – noch vor der Pubertät, sonst wären die beiden nicht so unbelastet miteinander umgegangen. Etwa in der Hälfte erscheint dann mal das Alter – die beiden sind elf. Auch wunderte ich mich über die fehlende moderne Kommunikation. Aber das Buch ist 2010 heraus gekommen – vor etwa acht Jahren war das noch nicht so ausgeprägt. Auch sehr erfrischend ein etwas anderes Szenario zu finden. Mir hat das Buch tatsächlich sehr gut gefallen. Es ist spannend und auch eine leichte Brise Humor ist enthalten. Auch werden manche Dinge schön leicht verständlich erklärt. Ich habe mich also nicht zu alt gefühlt, für dieses Buch. Es ist sehr spannend und macht wirklich Spass. Es ist auch nicht zu jugendlich.

Schreibstil

Der Schreibstil ist anfangs etwas holprig – vielleicht liegt es auch an der Übersetzung. Das fand ich am Anfang etwas störend, aber etwa nach der Hälfte ändert sich das, oder man hat sich einfach dran gewöhnt.

Charaktere:

Lenne und Karim sind hier die Hauptprotagonisten. Wobei der Hauptakteur Karim ist. Er ist so gut geschrieben, dass man ihn einfach mögen muss. Lenne ist ein kleiner Wildfang und oft etwas ungestüm. Richtig warm bin ich nicht geworden mit ihr. Die Hexen sind recht gut dargestellt. Die nette, die Zurückhaltend-Misstrauische und die Böse. So empfindet man sie und so entwickeln sich auch die Sympathien, oder Abneigungen. Gerade Karim sammelt Sympathiepunkte, da er einerseits so mutig war und Lenne unbedingt zu schützen, aber dann doch so ängstlich, dass er sich nicht traute über die Heide zu gehen. Das macht ihn zu einem wirklich süssen kleinen lebensechten Helden.

Spannung

Tatsächlich war die Geschichte wirklich spannend. Es gab kaum Längen. Sollte sich mal eine abgezeichnet haben, dann war schon die nächste Spannende Szene da. Es hat mich wirklich fesseln können.

Originalität:

Da ich nicht wirklich viel Romane mit Hexen gelesen habe, fand ich diesen hier wirklich  originell. Die Geschichte fand ich ansprechend und die Auflösung sehr diplomatisch.

Fazit

Trotzdem es ein Jugendbuch ist, kann ich es auch Erwachsenen Lesern ans Herz legen. Es hat wirklich Spass gemacht und war richtig spannend. Eine Leseempfehlung für zwischendurch. Ich denke, dass es auch für Jungs geeignet ist, da der Hauptakteuer ein mutiger Junge ist.

Charaktere

Alba – eine der Hexen – sie hat weisse Haare und eine hässliche Narbe über ihr Auge. Sie wurde damals als vermeintliche Hexe von den Dorfbewohnern vertrieben und von Vita gerettet. Sie ist diejenige, die Lenne gerufen hat.

Vita – sie ist die mächtigste der drei Hexen und böse. Sie würde gerne als Königin über die Hexen regieren. Sie hat ein auffälliges Tattoo über ihren Kopf, der kahl ist. Vor ihr muss Karim sich hüten.

Erin – sie ist die dritte Hexe und hat wunderschöne rote Locken. Sie ist die offenste der drei und hilft den Kindern wo sie nur kann. Auch ist sie offen für neue Ideen.

Karim – er ist elf und fühlt sich als Beschützer von Lenne, die seine beste Freundin ist. Dafür nimmt er auch einige gefährliche Situationen in Kauf. Er ist eher zurückhaltend und verlässlich.

Lenne – sie wird von Alba gerufen. Sie ist stark und geeignet eine Hexe zu werden. Auch sie ist elf – fast zwölf. Sie ist eher ein Wildfang und etwas ungestüm.

Rinnie – sie ist eine Schulkameradin von Karim und Lenne. Sie verschwand eines Tages, als sie über die Heide ging. Keiner weiß was aus ihr geworden ist.

 

 

Veröffentlicht in Geschichtszauberei, Story Samstag

[Story-Samstag] Erbe [Das Erbe der Hexen]

storysamstagErbe

Habt ihr schon einmal geerbt? Wenn ja, was? Eine alte Taschenuhr vielleicht? Man sagt ja immer so leichthin „Die Augen habe ich von meinem Vater geerbt“. Igitt. Was für ein blöder Zungenschlag. Ich stelle mir doch alles immer so bildlich vor.  Vielleicht sind ja Hobby-Biologen unter euch und erzählen uns was über Mendelsche Vererbung? Oder mag mir vielleicht jemand eine Horrorstory über ein vererbtes Geisterhaus erzählen?

Was ist der Story-Samstag? storysamstagDer Story-Samstag hat nur zwei einfache Regeln: Tante Tex gibt alle 2 Wochen ein kleines Thema vor. Und du hast die Möglichkeit ganz kreativ darauf mit einem geschriebenen Beitrag – egal ob als Gedicht, Abhandlung, Erzählung, Witz oder sonstiger literarischer Art – zu reagieren.

 

 

Die schönste Zeit des Jahres bricht an. Halloween. Der einzige Tag an dem ich sein kann wer ich wirklich bin. Ich bin eine Hexe. Mein Name ist Alina und ich wurde im dunkelsten Zeitalter Europas geboren. Also dunkelste für uns Frauen. Nicht nur für Hexen, denn wegen der vielen abgewiesenen Männer und neidischen Frauen wurden leider viele unschuldige Frauen getötet. Aber mein Clan hatte Glück. Wir haben uns immer zurück gehalten.

Geboren wurde ich 1523 an Halloween. Tja – das ist ein sehr beliebtes Geburtsdatum in unseren Kreisen. Meine Mutter hat das bisschen mit Kräutern beeinflusst. Sie wollte vor ihren Hexenschwestern angeben mit einem Halloweenkind. So in etwa wie bei den Menschen ein Sonntagskind, oder noch besser – ein Jesuskindchen. Tja.

Da ich Euch heute berichten kann, merkt ihr ja auch, dass wir Hexen sehr alt werden können. Aber da gibt es auch kein Muster. Wie bei Euch. Manche sterben jung. So mit 100 und manche leben gefühlt ewig. In der Regel leben wir so lange, das man das Gefühl hat schon immer, für immer da zu sein. Und irgendwann sind wir weg. Wir ziehen uns in die Wälder zurück und sterben. In etwa wie die Tiere, die sich zum sterben zurückziehen. Wir sind auch sehr naturverbunden. Gut, das weiss man ja auch schon aus den Büchern. Nicht umsonst wurden auch die armen Hebammen und Kräuterweiber damals hingerichtet. Tse.

Wir kennen natürlich zu jedem Zauber und Fluch die perfekte Mischung. Und wir haben eine starke Affinität zu Tieren. Aber leider nur zu Tieren, die immer mit schwarzen Künsten in Verbindung gebracht werden. Also Raben, schwarze Katzen, Wölfe. Aber das macht nichts. Wir lieben sie, sie lieben uns. Wir sind so mächtig, dass wir uns unter Euch aufhalten können, ohne dass wir auffallen. Und unsere Tier können wir natürlich auch tarnen. Ihr würdet schon bisschen stutzen – vermute ich mal – wenn Euer Nachbar einen Wolf an der Leine hätte oder einen Raben auf der Schulter. Nur die Katzenbesitzer, die brauchen das natürlich nicht.

Es gab mal so eine blöde Wichtigtuerin unter uns. Sie meinte irgendwann sie müsse mal paar unserer Macken verraten. Zum Glück denken heute alle es wären Klischees. Aber damals war es als Frau nicht gerade ungefährlich mit einer schwarzen Katze auf dem Buckel erwischt zu werden.

Heute zu leben ist für uns einfach perfekt. Die Menschen tolerieren mittlerweile alles. Denn zu Halloween können wir uns nicht tarnen. Da erscheinen wir immer in unsere wahren Gestalt. Und das war damals sogar zu Halloween nicht möglich. Die Leute waren viel zu abergläubig und ängstlich. Ach…Ach…da gibt es Geschichten…

Die Dämonen sind die eindeutigen Gewinner dieser Epoche. Sie profitieren von dem extremen Tätowierkult. Früher konnten sie wegen ihrer Zeichen in den Gesichtern nicht an die Öffentlichkeit. Sie waren gezwungen unter sich zu bleiben. Da es nicht mehr verpönt ist auch im Gesicht tätowiert zu sein, und noch besser diese Gesichtsmodifikationen. Da können die gehörnten Dämonen auch endlich raus. Viele sind sogar sehr begabte Tätowierer. Viele mögen es aber trotzdem nicht und schämen sich. Da kommt ihnen der Schönheitswahn sehr zu gute. Denn sie schminken sich dann so stark, dass die Leute einfach nur denken eine Schönheits-OP wäre schief gegangen oder es wäre eine verkorkste Botoxbehandlung.

Also ihr seht. Eure Spleens kommen uns allen wirklich sehr gelegen. Da ihr quasi vor nichts mehr Angst habt, können wir uns endlich öffentlich an Euch bereichern. Äh…mit Euch zeigen und Freundschaften knüpfen. Freundschaften mit Extras. Heisst das nicht heute so.

Ach ihr seid so modern. Ihr wärt damals alle verbrannt worden. Diese Hexenjäger müssen sich doch im Grabe umdrehen…Ein Spass…Ihre unruhigen Geister bekommen alles mit…und können nichts machen…Ach wie wir sie immer aufziehen und foppen. Das ist ein Highlight.

Am schlimmsten geht es den Zombies. Sie werden mittlerweile ja fast verehrt. Aber wehe sie zeigen sich ausserhalb. Was nicht das Problem wäre – aber ihr Hunger auf Hirn – das ist das Problem. Also sie sind unter Verschluss. Ganz sicher – da braucht ihr keine Angst zu haben…wir können sie noch nicht los lassen. Äh…wir wollen ja ein friedliches Leben mit Euch in Koexistenz.

Am besten ihr erfahrt noch nichts von uns. Menschen neigen immer dazu über zu reagieren. Wenn ihr Euch bedroht fühlt, dann müsst ihr gleich rum laufen und versuchen alles was ihr nicht versteht zu töten. Da kennen wir ja. Hexenverbrennung, Vampirjäger und Werwolfjagden….Tja, wir wurden fast ausgerottet.

Wir zogen uns zurück. Die Hexenclans verbargen ihre Magie in dem sie, sie in einen Gegenstand verwoben. Also natürlich nicht die gesamte Magie, nur die schwarze gefährliche. Die harmlose, die uns das Leben angenehm machte die behielten wir. Es gibt wirklich keine Spezies, die so geduldig war wie wir. Wir im Schatten lebenden. In Eurem Schatten lebend. Wir warteten. Und wir warteten Lange. Jahrhunderte sind ins Land gezogen. Aber jetzt – jetzt ist es so weit.

Die Auserwählte soll geboren werden. In ein Zeitalter so dunkel wie die Jahrhunderte der Hexenverfolgung. Aber nicht Dunkel gegenüber unserer Spezies. Sondern Dunkel geben über der Menschen. Ihr habt Euch von allem abgewandt, was Euch stark gemacht hat. Ihr seid schwach. Und wir sind bereit. Nicht mehr lange und unsere neue Königin wird geboren werden. Sie wird ihr Erbe annehmen. Sie wird die Magie in dem Teppich befreien. Sie wird uns alle einen. Und wir werden die Herrscher sein. Das Zeitalter der Menschen als Krönung der Schöpfung ist vorbei. Das Erbe der Hexen, unser Zeitalter hat begonnen. Hütet euch zu falschen Zeit Türen und Fenster zu öffnen.

Ich spüre die neue Herrin unter meinem Herzen, sie weiss, dass bald ihre Zeit kommt. Nur noch wenige Tage und sie ist Euer Schicksal.