Tagebuch – Herausgepickt.

Hallo ihr Lieben.

Beim Stöbern bei Pinterest (da kann man echt versinken) bin ich über einen interessanten Writing Prompt gestolpert. Das hat mich angesprochen und ich werde das immer mal ausprobieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das finde ich mal eine richtig gute Idee. Also habe ich das auf meinem Schreibblog schon mal probiert. Wenn ihr auf meinen ersten Beitrag Lust habt – schaut doch mal HIER vorbei.

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WERBUNG – Schreibaktionen

Quelle

Hallo

Wie ist das so bei euch? Ihr wollt gerne schreiben, aber es fehlt euch bisschen die Inspiration? Oder es geht euch wie mir – ihr wisst nicht wie und traut euch nicht so?Deswegen dachte ich, ich stelle euch mal paar Aktionen vor, bei denen ich regelmässig mit schreibe. Gerne könnt ihr euch dazu mal durch meinen Schreibblog klicken.


ABC-Etüden

Eine Schreibaktion, die ich sehr gerne mitmache. Sie brilliert durch ihre besondere Vorgabe. 3 Worte in maximal 10 Sätzen verpacken. Die ABC-Etüden von Christiane kitzeln mein Gehirn. Wenn man mal mit Worten richtig spielen will und auch gut zu entspannen. Untermalt wird diese Aktion durch Illustrationen, die liebevoll vom Vater der Etüden gestaltet werden  Ludwig Zeidler – Website: ludwigzeidler.de

Projekt*txt

Das war meine aller erste Aktion bei der ich mit geschrieben habe. Hatte sie dann lange aus den Augen verloren und dann wieder gefunden. Hier gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat ein neues Wort. Projekt*txt wird von Dominik Leitner und Katharina Peham betreut. Es gibt keinen Druck, etwas zu schreiben, kein Datum, bis wann die Texte da sein müssen … es soll also in erster Linie Spaß machen!

Schreib mit mir

Hier findet ihr bei Jette einige tolle Szenen mit spannenden Eckpunkten aus denen ihr tolle Geschichten zaubern könnt. Sie sind zeitlich unbegrenzt und man kann sich richtig ausprobieren. Einfach toll. Schreib mit mir hat zwar zur Zeit eine Pause, aber es gibt wirklich soviel Vorlagen – da kann man sich noch richtig entfalten.

Schreibkicks

Schreibkicks. Hier wird von Sabi immer zum 1. des Monats ein neues Thema bekannt gegeben, dass dann am folgenden 1. des kommenden Monats auf seinem Blog gepostet wird. Man hat einen Monat Zeit eine Geschichte zu schreiben. Die Themen sind auch hier immer toll und man kann sich hier auch ganz toll ausprobieren.

#Writing Friday

#Writing Friday ist eine noch ganz neue Aktion von elizzy91. Hier werden für jeden Monat verschiedene Themen vorgegeben und jeden Freitag kann man dazu einen Text veröffentlichen. Das kann eine wahre Begebenheit oder auch was frei erfundenes sein. Diese Aktion dient dazu sein Schreiben zu verbessern. Einfach bisschen probieren und auch mal in sich gehen.

Mach was mit..

Das Gemeinschaftsprojekt von Herba und Poe – Mach was mit ..ist eine ganz besonders kreative Aufgabe. Hier kann man sich komplett kreativ entfalten. Basteln, backen, fotografieren, schreiben. Da ich meist zu den Themen schreibe, führe ich es auch hier auf. Aber wenn ihr mal anderweitig kreativ werden wollt, seid ihr hier bestens aufgehoben.

Writing Prompts

Auf Der kreative Stift habe ich noch tolle Anregungen gefunden. Hier kann man sich neben Schreibideen auch noch paar Tipps abholen. Ich selbst habe noch nicht mitgeschrieben, aber schon einige Vorgaben durchgelesen und muss sagen – es sind auch hier tolle Ideen dabei.

Zu Writing Prompts habe ich auch noch viele Ideen bei Pinterest gefunden. Da gibt es verschiedene Textvorgaben oder auch Bilder, die einen inspirieren können.


So – das war ein kleiner Einblick. Vielleicht wollt ihr euch noch bisschen austoben und entfalten. Bisschen üben und eure Fantasy befreien. Dann schaut doch bei der ein oder anderen Aktion vorbei und legt einfach los.

 

Das Haus der Seelen – Alternatives Ende

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Alternatives Ende für die Romantiker unter Euch.

Wir gehen paar Kapitel zurück

Wanda ist in der Zwickmühle. Sie ist alleine mit Manfred Jakobs Geist. Was soll sie denn nun machen?


Oh nein. Er hat mich eingesperrt. Ich bin alleine mit ihm. Was soll ich machen. Wie soll ich ihn schlagen? Oh  nein. „MOE, PAUL, MADAME. Helft mir. Öffnet die Tür. Lasst mich raus hier.“ Wanda schluchzte. Sie trommelte an die Tür. Dann drehte sie sich um und blickte direkt in Manfred Jakobs verzerrte Visage. Einer der zwei Männer mussten ihre Taschenlampe verloren haben. Sie warf einen geisterhaften Schatten an die Wand. Aber dieser Schatten bewegte sich. Bewegte sich auf sie zu. Wanda wusste nicht ob sie zittern, schreien, weinen, betteln oder sofort umfallen sollte. Was mach ich jetzt nur. Ich hätte vielleicht bei Madame Morell zuhören sollen um mir einige ihrer gemurmelten Sprüche anzueignen.  Sie fing an zu zittern. Dann spürte sie seine eisigen Hände an ihrer Schulter. Es schien, als wollte Jakob´s Geist sie an sich ran ziehen. Sie fing an sich zu wehren.  Und sofort spürte sie einen Schlag im Gesicht. Der Kopf ruckte nach rechts. Die Wange schmerzte. Aber sie konnte ihren Gegner nicht sehen. Ihre Hoffnung lag jetzt in den Händen der drei Menschen ausserhalb dieses Raumes.

Moe klopfte verzweifelt und wütend von aussen an die Tür. Er suchte sie ab. Vielleicht war ein Spalt zwischen Tür und Wand in dem er etwas zum Aufhebeln ein zu stecken. Nichts! War denn da überhaupt eine Tür? Hatten sie sich geirrt. Nein! Wanda war darin. Sie war alleine mit diesem Monster.  Paul und Madame Morell kamen hinzu. Madame holte eine Flasche mit Weihwasser heraus und beträufelte die Tür. Sie erzitterte. Es schien als würde sie sich öffnen. Sie zitterte und wackelte. Es schien als würde sie gleich zerbersten. Und das war es. Mehr geschah nicht. Sie hörten Wanda rufen. Moe drehte fasst durch. Er hatte wahnsinnige Angst um Wanda.

*

In der Zwischenzeit bewegte sich Wanda im Inneren von der Tür weg. Sie suchte mit den Augen die Wände ab, ob sie einen Schlupfwinkel finden würde. Sie spürte ihn. Er stand hinter ihr und es fühlte sich an als würde er ihr in den  Nacken pusten. Dann hatte sie das Gefühl eine Stimme in ihrem Kopf zu hören. „Amelia – meine liebste Tochter. Du bist mir einmal entkommen, dieses Mal wirst du bei mir bleiben. Du gehörst mir. Meine Tochter, meine Geliebte.“ Wanda atmete tief ein und ein Bild erschien vor ihrem inneren Auge. Sie sah Amelia im Garten auf der Schaukel sitzen. Ihr Vater kam von hinten und stiess sie an. Sie war noch jung. Sie trug ein leichtes Sommerkleid, das beim Schaukeln immer nach oben rutschte. Wanda konnte den gierigen Blick sehen, den Manfred seiner Tochter zu warf. Anscheinend sah auch Amelia diesen Blick. Sie erstarrte und versuchte von der Schaukel herunter zu kommen. Manfred stoppte die Schaukel und kam näher an Amelia. Sie wollte schnell weg rennen, aber er hielt sie fest. Er zog sie an sich und versuchte sie zu küssen. „Vater! Was machst du. Lass mich los. Du bist mein Vater, lass mich los. Au. Du tust mir weh.“ Amelia strampelte sich frei. Sie trat ihm auf den Fuss, drehte sich um und stiess ihn von sich. Manfred strauchelte und dies nutzte Amelia um zu flüchten.

Wanda schüttelte es. Manfred hatte versucht sich an Amelia zu vergehen. Jetzt wurde ihr einiges klar. Manfred war eifersüchtig. Er wollte seine Tochter als Frau. Oh mein Gott.  Wanda wurde schwindelig. Sie hatte ein eigenartiges Gefühl. Sie versuchte Manfred von sich zu stossen. Aber sie griff durch ihn hindurch.  Wieder hatte sie einen Flashback. Sie sah Moritz wie er Amelia abfing. Sie war in Tränen aufgelöst. Moritz sah Manfred aus dem Schatten des Baumes treten, betrachtete die ängstlich aufgerissenen Augen von Amelia und legte seinen Arm besitzergreifend und sichernd um sie und zog sie mit sich fort.

Wanda kam wieder zu sich und spürte Manfreds Hände um ihren Hals gelegt. Er drückte – immer fester. Wanda wurde schwindelig. Sie versuchte ihre Finger zwischen ihren Hals und seine Hände zu zwängen, aber seine Hände waren wie Schraubstöcke. Sie war kurz davor ihr Bewusstsein zu verlieren. Sie bekam keine Luft mehr. Sie wurde Ohnmächtig.

Sie wurde wieder wach. Lag am Boden. Der Boden war verschmutzt. Der Staub wirbelte um sie herum. Sie musste husten. Auf einmal spürte sie wieder die Hände um ihren Hals. Sie wurde erhoben und schwebte in der Luft. Wieder röchelte sie. Er folterte sie in dem er den Druck von ihrem Hals löste und wieder fester drückte. Sie befand sich mittlerweile im ständigen Zustand der Ohnmacht. Ihre Kraft schwand und ihre Lebensenergie wurde ihr von  Jakobs Geist entzogen.

So hier ändert sich die Story

Wanda spürte wie sie immer schwächer wurde. Ihr Leben wich aus ihr heraus. In dem Moment wurde die Tür aufgestossen. Madame Morell, Paul und Moe stürzten hinein, erfassten die Situation und fingen sofort an die Eisen-Salz-Pfeile auf Manfred zu schiessen. Er schrie auf und lockerte den Griff um Wandas Hals. Sie holte hektisch Luft, aber sie hatte keine Kraft sich von Manfred zu lösen. Ihre ganze Hoffnung lag bei ihren Freunden. Und die drei kämpften mit allem was sie hatten gegen Manfred. Madame Morell schoss weiter auf ihn. Verstreute Salz und murmelte seltsame Worte. Paul und Moe versuchten Wanda wieder nach unten auf den Boden zu ziehen. Dies gelang ihnen sogar. Sie schafften es beide nach unten zu ziehen. Paul holte schnell seinen Salzbeutel aus der Tasche und fing an das Salz auf Manfred zu werfen. Endlich liess er Wanda los. Sie fiel – Moe versuchte ihren Sturz aufzufangen. „Sie atmet kaum. Paul, schirm mich ab. Ich muss sie wieder beleben.“ Paul stellte sich schützend vor sie und Moe begann mit der Wiederbelebung.

In der Zwischenzeit hatte Madame Morell ein Pentagramm auf den Boden gemalt. Kristalle lagen an den Ecken des Sterns und Salz war darum verstreut. Eine kleine Lücke in dem verstreuten Salzkreis sollte dafür sorgen, dass Manfreds Geist hinein kam. Sie trieb ihn mit den Kräutern in den Stern und in dem Moment als Manfred sich darin befand stellte sie schnell den fehlenden Kristall in den offenen Zacken und verschloss den Salzkreis. Manfred Jakob war gefangen. Jetzt endlich bemerkte er seinen Fehler. Er fing an zu toben.

Wanda kam langsam zu sich. Moe drückte sie an sich und liess mehrere Küsse über ihr Gesicht wandern. „Moe – ich brauche Luft zum Atmen. Bitte, lass mich kurz los“. „Entschuldige – ich dachte ich hätte dich verloren. Komm setz dich auf.“ Wanda nahm seine Hand und versuchte aufzustehen. Aber sie war noch zu schwach. Dann sah sie sich um und entdeckte Manfred gefangen in einer Art elektrischen Käfig. „Was ist das?“ Fragte sie und schaute zu Madame Morell auf. „Eine Art Geisterfalle. Das Salz verhindert, dass er ausbrechen kann und die Kristalle halten ihn ebenfalls gefangen. So schnell wird er hier nicht mehr raus kommen. Er ist zu stark um ihn zu vernichten, aber wir können ihn wenigstens gefangen halten. Ich versiegele diesen Raum magisch um ihn zu  verbergen. Vielleicht kommt mal irgendwann jemand, der stark genug ist um Manfred Jakob zu vernichten. Solang wird er sein Geisterleben hier fristen.“

„Neiiiiin! Das dürft ihr mir nicht antuen. Ich will nicht hier gefangen sein. Bitte lasst mich wieder frei. Ich verschwinde.“ Aber ein Blick in seine geisterhaften Augen strafte ihn Lügen. Der Hass glomm heraus. Fast schimmerten sie rot.

„Deine Zeit ist um. Du wirst keinen mehr töten und terrorisieren. Dein Geist ist hier auf immer gefangen. Wenn du Glück hast wird ein Auserwählter dich irgendwann mal befreien. Aber so lange bist du hier gefangen.“ Wanda stand auf und nahm Moe bei der Hand. Die andere steckte sie Paul entgegen. Die drei verliessen den Raum. Madame Morell kam hinter ihnen her. Sicherheitshalber hatte sie noch einen zweiten Salzkreis gestreut. Dann versiegelte und verbarg sie den Raum.

Sie drehe sich zu den dreien um. „Irgendwann, wenn etwas Zeit vergangen ist, kommt ihr zu mir und wir besprechen das erlebte. Und Wanda. Ich würde mich freuen, wenn ich dich ausbilden dürfte. Du hast eine Gabe, die nicht verkümmern sollte. Überlege es dir.“ Sie nahm die drei in die Arme und besonders Wanda drückte sie ganz fest.  Dann verliess sie den Raum. In der grossen Halle blieb sie stehen. Sie lehnte sich erschöpft an die Wand und betete. Es war so knapp gewesen. Fast hätten sie Wanda verloren. Sie schluckte. Dann rappelte sie sich auf und verliess das Haus.

Paul ging schon vor. Er wollte Moe und Wanda einen kleinen Augenblick für sich lassen.

„Wanda – meine Güte. Ich hätte dich fast verloren. Ich hätte nicht gewusst, was ich ohne dich hätte machen sollen. Wir haben so viel Chancen verpasst zusammen zu sein, das darf nicht wieder passieren.“ Und in dem Moment nahm er sie in den Arm und küsste sie, als wäre es das letzte Mal auf dieser Welt. Wanda schmolz dahin. Endlich – endlich würde sie mit Moe zusammen sein. Sie hatten einen schweren Kampf überlebt. Sie würden alles miteinander schaffen.

ENDE

So ihr Lieben Leser. Ich danke allen, die bis hier her durch gehalten haben. Es war ein interessantes Erlebnis für mich eine solche Geschichte zu schreiben. 

Was habe ich für mich dabei mitnehmen können? 

Es ist wahnsinnig schwierig solche Bloggeschichten live zu veröffentlichen. Denn, wenn man etwas ändern möchte, an dem vorhergehenden Text, weil es doch irgendwie nicht mehr passt, ist das echt blöd, denn er wurde schon gelesen. Seit dieser Erfahrung schreibe ich meine Texte immer erst fertig bevor ich sie veröffentliche – nicht dass da nicht auch manchmal Logikfehler enthalten sind. 

Das Haus der Seelen Teil 23

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Manfred´s Geist ist gefangen. Aber zu welchem Preis? Wanda hat ihr Leben gelassen. Und Moe seine Liebe verloren. Wir wird es jetzt weiter gehen?


„Amelia – meine liebe Tochter. Ich habe solange gewartet, dass du endlich wieder zu  mir kommst. So lang hast du mich warten lassen. Du hast mich töten lassen. Du Miststück. Ich habe dich so geliebt. Aber du konntest es nie verstehen. Und jetzt. Auch jetzt stösst du mich von dir. Lass mich raus, wir können vernünftig reden. Und wir können in Frieden die Ewigkeit verbringen. So lange haben wir uns bekämpft. Ich wollte doch nur das Beste für dich. Ich habe dich so geliebt.“

„Mein Lieber Manfred. Ich habe genug gesehen, wie du Amelia geliebt hast. Das ist keine Vaterliebe gewesen. Und wenn du nicht Rose getötet hättest, wäre es vielleicht ewig so geblieben. Nur um sie zu schützen, hätte ich mir alles gefallen lassen. Deine Gier war dein Untergang. Du wolltest nicht nur Amelia, sondern auch Rose. Aber die kleine Rose, sie konnte es nicht schaffen. Du hast sie getötet. Du Monster. Mir blieb nichts anderes übrig, als dein Ende zu beschleunigen. Aber du konntest ja nicht ruhe geben. Du hast mich auch im Tod weiter verfolgt. Meinen geliebten Moritz hast du getötet. Meinen besten Freund Peter. Du hast mich vertrieben aus  meinem  zu Hause. Ich floh  nach Amerika um, in Frieden leben zu können. Die Harpers haben mich als ihre Schwiegertochter mit offenen Armen empfangen. Aber ich habe immer gespürt, dass kein Ende vorhanden war. Und deswegen bin ich auch wieder gekommen. Endlich solltest du gestoppt werden. Dein Hass hat dich

stark werden lassen. Ich kann dich nicht vernichten, aber du wirst ewig in diesem Gefängnis verbleiben. Dafür werde ich sorgen. Denn ich werde deine Wächterin werden.“

„Neiiiiiin! Ihr könnt mich doch nicht hier festhalten. Ich halte es nicht aus für immer hier gefangen zu sein. Bitte lasst mich raus. Bitte, bitte. Ich werde auch gehen, wenn ihr mich raus lasst.“ Wanda war kurz am überlegen. Aber da sah sie etwas in seinem Blick. Ein rötliches Schimmern, das ihn als Lügner da stehen liess. „Vergiss es. Mein lieber Vater, oder was auch immer du jetzt für mich bist – wir werden eine lange Zeit hier verbringen. Also du hier in deinem Kerker, in diesem hübschen verstecktem Räumchen und ich – na ja ich in dem restlichen Haus. Du hast mich verdammt. Aber wenn ich dich dafür bewachen und bestrafen kann, werde ich diese Bürde auf  mich nehmen.“

Wanda drehte sich zu ihren Freunden um. „Ich danke euch. Ihr wart bei dieser ganzen Aktion immer bei mir. Es war wohl nicht anders zu lösen. Manfred Jakob ist einfach zu stark für uns. Ich muss hier bei ihm bleiben und ihn bewachen. Ihr seht. Er hat im Endeffekt doch gewonnen. Ich wurde meiner Zukunft beraubt und bin nun doch an seiner Seite. Selbst wenn er mich nicht mehr zu sehen bekommt. Ich werde mein Dasein hier fristen.“ Traurig schaute sie zu Moe. „Ihr solltet das Haus jetzt verlassen. Ihr könnt hier nichts mehr machen.“

Madame Morell schaute traurig zu Wanda. „Ach  meine Liebe. Ich habe ein anderes Ende erhofft, aber er ist wirklich schon sehr stark geworden. Es tut mir so leid, dass ich nicht helfen konnte.“

„Natürlich hast du geholfen. Ohne dich, hätte ich mich nie getraut so weit zu gehen. Ich konnte diesem Schicksal nicht ausweichen. Als Amelia bin ich da schon einmal drum herum gekommen, aber die Zeit und die Verpflichtung hat mich eingeholt.“

Moe zitterte: „Das kann ich nicht akzeptieren. Hol mich zu dir, ich will mit dir in der Ewigkeit hier leben. Ich will nicht ohne dich sein.“

„Ach Moe. Mein Herz zerbricht. Vor allem bei deinen Worten. Nein mein Liebster – irgendwann, in einem anderen Leben werden wir uns treffen. Wir haben uns hier auch wieder getroffen. Es wird ein mächtiger Gegner kommen, der uns Manfred vom Hals schaffen wird. Seht nur, dass ihr alles dokumentiert, damit die Welt hiervon erfährt und ein Auserwählter mich von dem Fluch befreien kann. Dann werden wir uns wieder treffen und dann werden wir endlich glücklich werden. Solange wird mich das hier aufrechterhalten. Aber du – du musst dein Leben leben. Für mich. Eine Familie gründen.  Lebe bitte und trauere nicht. Unserer Zeit wird kommen und dann für immer.“ Sie beugte sich nach vorne und hauchte einen geisterhaften Kuss auf Moes Lippen.

Madame Morell verschloss die Tür der Geheimkammer. Sie zeichnete Runen an den Rahmen und andere Schutzzauber, um dieses Zimmer sicher zu verbergen.

Sie packte traurig ihre Tasche. Trat an Paul heran und nahm ihn in den Arm. „Paul mein lieber, mach dir keine Vorwürfe, wir haben getan, was wir konnten. Du  musst jetzt für Moe da sein. Er muss weiter leben. Er muss es für unseren Kampf und für Wanda. Sei ein Freund. Es wird hart werden, aber er wird es dir irgendwann danken.“ Sie drückte ihn noch mal und verließ das Zimmer. Als sie in der grossen Halle stand, stützte sie sich an der Wand ab. Sie hatte einen kleinen Teilsieg errungen. Aber Wanda dafür verloren. Die Gefahr, dass dies geschieht, war von Anfang an gegeben, aber sie hatte auf ein anderes Ende gehofft. Ganz wichtig war es jetzt, dass sie die Geschichte von Wanda und ihrem Kampf notierte. Es würde einen oder eine Auserwählte geben, die Wanda irgendwann befreien würde. Und dafür musste es ein Zeugnis geben.

Wanda begleitete Paul und Moe zum Ausgang. „Paul – mein bester Freund, mein Bruder. Ich werde dich vermissen. Moe – unsere Zeit wird kommen. Glaube mir.“ Sie küsste ihn noch einmal und betrat das Haus.

Sie war  gestorben und somit ein Teil des Hauses geworden ist. Sie ging zum Fenster und schaute sehnsüchtig hinaus. Moe und Paul verließen erschöpft das Grundstück und blickten zurück. Die Jahre besuchten sie immer wieder das Grundstück, aber Wanda hielt sich immer versteckt. Die Trauer um ihr verpasstes Leben war zu gross. Und sie wollte einfach, dass ihre Liebsten ihr Leben leben. Sie musste einfach nur ausharren. Ihre Zeit würde irgendwann kommen.

 

ENDE (oder doch nicht?)

Wer noch wach ist kann es ab Mitternacht erfahren. Für alle anderen – einfach später 😉

 

Das Haus der Seelen Teil 21

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Wanda ist in der Zwickmühle. Sie ist alleine mit Manfred Jakobs Geist. Was soll sie denn nun machen?


Oh nein. Er hat mich eingesperrt. Ich bin alleine mit ihm. Was soll ich machen. Wie soll ich ihn schlagen? Oh  nein. „MOE, PAUL, MADAME. Helft mir. Öffnet die Tür. Lasst mich raus hier.“ Wanda schluchzte. Sie trommelte an die Tür. Dann drehte sie sich um und blickte direkt in Manfred Jakobs verzerrte Visage. Einer der zwei Männer mussten seine Taschenlampe verloren haben. Sie warf einen geisterhaften Schatten an die Wand. Aber dieser Schatten bewegte sich. Bewegte sich auf sie zu. Wanda wusste nicht ob sie zittern, schreien, weinen, betteln oder sofort umfallen sollte. Was mach ich jetzt nur. Ich hätte vielleicht bei Madame Morell zuhören sollen um mir einige ihrer gemurmelten Sprüche anzueignen.  Sie fing an zu zittern. Dann spürte sie seine eisigen Hände an ihrer Schulter. Es schien, als wollte Jakob´s Geist sie an sich ran ziehen. Sie fing an sich zu wehren.  Und sofort spürte sie einen Schlag im Gesicht. Der Kopf ruckte nach rechts. Die Wange schmerzte. Aber sie konnte ihren Gegner nicht sehen. Ihre Hoffnung lag jetzt in den Händen der drei Menschen ausserhalb dieses Raumes.

Moe klopfte verzweifelt und wütend von aussen an die Tür. Er suchte sie ab. Vielleicht war ein Spalt zwischen Tür und Wand in dem er etwas zum Aufhebeln ein zu stecken. Nichts! War denn da überhaupt eine Tür? Hatten sie sich geirrt. Nein! Wanda war darin. Sie war alleine mit diesem Monster.  Paul und Madame Morell kamen hinzu. Madame holte eine Flasche mit Weihwasser heraus und beträufelte die Tür. Sie erzitterte. Es schien als würde sie sich öffnen. Sie zitterte und wackelte. Es schien als würde sie gleich zerbersten. Und das war es. Mehr geschah nicht. Sie hörten Wanda rufen. Moe drehte fasst durch. Er hatte wahnsinnige Angst um Wanda.

In der Zwischenzeit bewegte sich Wanda im Inneren von der Tür weg. Sie suchte mit den Augen die Wände ab, ob sie einen Schlupfwinkel finden würde. Sie spürte ihn. Er stand hinter ihr und es fühlte sich an als würde er ihr in den  Nacken pusten. Dann hatte sie das Gefühl eine Stimme in ihrem Kopf zu hören. „Amelia – meine liebste Tochter. Du bist mir einmal entkommen, dieses Mal wirst du bei mir bleiben. Du gehörst mir. Meine Tochter, meine Geliebte.“ Wanda atmete tief ein und ein Bild erschien vor ihrem inneren Auge. Sie sah Amelia im Garten auf der Schaukel sitzen. Ihr Vater kam von hinten und stiess sie an. Sie war noch jung. Sie trug ein leichtes Sommerkleid, das beim Schaukeln immer nach oben rutschte. Wanda konnte den gierigen Blick sehen, den Manfred seiner Tochter zu warf. Anscheinend sah auch Amelia diesen Blick. Sie erstarrte und versuchte von der Schaukel herunter zu kommen. Manfred stoppte die Schaukel und kam näher an Amelia. Sie wollte schnell weg rennen, aber er hielt sie fest. Er zog sie an sich und versuchte sie zu küssen. „Vater! Was machst du. Lass mich los. Du bist mein Vater, lass mich los. Au. Du tust mir weh.“ Amelia strampelte sich frei. Sie trat ihm auf den Fuss, drehte sich um und stiess ihn von sich. Manfred strauchelte und dies nutzte Amelia um zu flüchten.

Fortsetzung folgt

Das Haus der Seelen Teil 18

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten Mal geschah

Wanda ist immer noch als Amelia unterwegs. Es kommt zu einem Treffen zwischen Manfred Jakob und Moritz. Der Plan einen Auftragskiller zu engagieren wächst. Sie wollen jetzt endlich Manfred Jakob an den Kragen. Sie begeben sich mit dem Auto in Richtung Villa – eine besondere Autorfahrt wartet auf sie. 


Moe war in Gedanken als er in eine dunkle Gasse abbog. Er merkte gar nicht, dass es ein unbekannter Weg war. Immer noch in Gedanken fuhr er weiter bis auf einmal eine Gestalt vor dem Fahrzeug auftauchte. Er erschrak und riss das Steuer rum. Er zerkratzte sich die Fahrerseite aber fing das Auto noch auf, bevor er einen Unfall baute. Er trat auf die Bremse und schaute sich um. Die Gestalt war weg. Hatte er geträumt? Er muss unbedingt aufmerksam fahren. Das war zu gefährlich seine Gedanken schweifen zu lassen. Er wollte gerade wieder starten, als er die Gestalt wieder vor dem Auto stehen sah. Er griff nach Madame Morells Hand und drückte sie. Sie wurde aufmerksam und sah, was er sah. Eine Gestalt. In einem Trenchcoat mit Hut gekleidet. Er war nur ein Schatten. Um ihn herum waberte die Luft.  Madame Morell öffnete ihre Tasche. Sie holte einen Ring heraus. Er war aus Eisen und um ihn herum waren Kräuter gebunden. Sie holt noch drei weitere davon und gab sie jedem. „Hier. Geister hassen Eisen. Und die Kräuter – der Geruch irritiert sie. Ich werde jetzt aussteigen und versuchen mit dem Geist zu reden. Ich denke es wird wohl Jakob sein oder ein Abgesandter. Starke Geister können andere dominieren und für paar kleine Drecksarbeiten heranziehen. Ich bin mir nicht sicher was wir da vor uns haben. Deswegen werde ich es mal abklären. Bleibt hier, ich werde sicherheitshalber noch Salz um das Auto streuen. Dann seid ihr hier sicher. Also steigt nicht aus, egal was ihr seht. Ich schaffe das.“

Die drei nickten ängstlich und zogen sich schnell die Amulette um.

Madame Morell stieg aus, lief mit dem Salzbeutel um das Auto herum und ging dann auf die Gestalt zu. Auf dem Weg dorthin bekreuzigte sie sich dreimal. Dann stand sie vor dem Schatten.

„Was willst du. Kann ich dir helfen. Bist du Manfred Jakob oder hat er dich geschickt? Ich kann dir helfen. Sprich mit mir. Ich kann dich befreien.“  Der Schatten blieb regungslos. Sie bekreuzigte sich erneut dreimal. Dann sprach sie weiter. „Sie her. Wenn du etwas brauchst was ich für dich erledigen soll, dann sag es mir oder zeig es mir, damit kann ich dich befreien.“ Die Gestalt hob die Hand und zeigte auf das Auto. „Du bist geschickt um ihnen etwas anzutun? Das kann ich nicht zulassen. Ich gebe dir noch einmal die Chance es zum positiven für dich enden zu lassen. Aber wenn du meine Hilfe nicht annimmst. Dann war es das.“ Die Gestalt stand immer noch  mit ausgestrecktem Arm da. Madame Morell ging auf ihn zu. Nahm einen kleinen Pfeil aus der Tasche und eine Art Blasrohr. Sie steckte den Pfeil hinein und blickte bedauernd auf den Schatten. Dann pustete sie. Der Pfeil glitt durch den Schatten durch. Ein Schrei ertönte und der Schatten zerbarst. Es sah aus, als wären überall nur noch kleine Rauchfahnen.

Sie packte das Blasrohr wieder weg, drehte sich um und ging zurück zum Wagen. „Sehr schade, Jakob ist sehr einflussreich. Ich hätte den Geist gerne befreit. So musste ich ihn zerstören. Er wird so wahrscheinlich nie ins Licht gehen können. Dafür ist er nicht stark genug. Aber er kann sich auch nicht mehr zeigen. Er ist jetzt nur noch ein Lichtspiel. Sehr schade.“

„Was war das, was du da auf ihn geschossen hast?“ Fragte Wanda

„Das war ein Eisenpfeil mit Salzeinschlüssen. Den habe ich selbst hergestellt. Ist nicht schwer und passt in jede Handtasche.“ Schmunzelte sie.

Die drei blickten sich verwirrt an. Sie wunderten sich, dass Madame Morell noch Witze machen konnte. Wobei dieser Vorfall ja schon recht harmlos war, oder?

„Was wollte diese Gestalt?“

„Ich denke, dich!“ meinte Madame Morell. „Sie wurde von Jakob geschickt. Er scheint so dominant zu sein, dass diese Gestalt nicht mal von mir gerettet werde wollte. Er flösst sogar den Geistern angst ein.“

„Was wird er von mir wollen?“

„Das kann man nicht so genau sagen. Entweder nur deinen Tod, oder schlimmer, deine Seele. Du beziehungsweise, Amelia, Moritz und wahrscheinlich auch Peter haben es geschafft Jakob zu töten. Aber sein rachsüchtiger Geist, der ist noch nicht befriedigt. Er will mehr. Er will Rache oder Gerechtigkeit. Wir werden sehen.“

„Wäre es nicht einfacher ich würde mich ihm stellen und sehen was er von mir will?“

„Auf keinen Fall. Das wird niemals gut für dich ausgehen.“

Wanda verfiel ins Grübeln. Wir werden sehen, was besser sein wird, dachte sie. Sie beschlich ein seltsames Gefühl. In ihr kamen Zweifel hoch, dass dieses Erlebnis gut ausgehen würde.

Endlich kamen sie an dem Haus an. Madame Morell stieg als erste aus und wanderte schnurstracks zum Tor, der das Grundstück vor unbefugtem Betreten sichern sollte. Natürlich hing das Tor nur noch in seinen Angeln. Es hatte nie die Chance gehabt den Naturgewalten und Vandalen trotzen zu können. Es sah fast bemitleidenswert aus, wie es da so hing.

Die anderen folgten ihr. Es schien, dass Madame Morell es auf einmal sehr eilig hatte.

„Madame – wieso rennen sie denn so?“ fragte Moe.

Sie wurde langsamer. „Ach entschuldigt, das ist eine Macke von mir.“ Lächelte sie „Schnell rein, schnell raus. Aber in diesem Fall ist das wohl nicht machbar. Also – Langsam.“

„Welche Vorbereitungen sind denn eigentlich geplant.“ Wollte Paul wissen.

„Nun – die üblichen. Wir müssen erst mal unseren Geist versuchen frei zu machen. Dann werde ich etwas Salbei verbrennen. Eure Medaillons habt ihr noch um und das hier –„ Sie gab jedem einen Satz ihrer selbst hergestellten Eisen-Salz-Pfeile mit kleinem Blasrohr.“ Für  den Fall, dass ihr gegen die kleinen Helfer ankommen müsst. Bei Jakob wird das nicht helfen. Da brauchen wir härtere Geschütze. Das wird ein ziemlicher Brocken.“ Sie seufzte.

Oh je dachte Wanda – das wird schwieriger als ich dachte. Sie standen noch vor dem Grundstück.

Die vier standen sich im Kreis gegenüber und hielten ihre Hände. In die Mitte hatte Madame Morell eine Schale gestellt in der sie Salbei entzündet hatte. Sie hielten ihre Hände drüber und erinnerten sich was sie bei Norma gelernt hatten. Sie entspannten sich und ließen ihre Gedanken fließen. Sie spürten fast wie die negativen Gefühle und Gedanken aus ihnen heraus flossen und in der Schale landeten. Es war faszinierend, das zu spüren. Etwa eine halbe Stunde später hoben sie die Meditation auf und waren bereit das Haus zu betreten.

Madame Morell ging voraus. Sie öffnete die Tür, die ihr schon bekanntes Stöhnen von sich gab. Sofort hatte Wanda wieder die Gestalt vor Augen die am Fuss der Treppe stand. Sie erschauderte.

„Zeigt mir wo der Ballsaal ist“.

Sie gingen Richtung des Ballsaals als Wanda stehen blieb. Sie drehte sich um zu Treppe. Da sah sie es. Sie sah Peter am oberen Ende der Treppe. Er wirkte müde. Gerade als er hinunter gehen wollte, sah sie, wie sich etwas hinter ihm manifestierte. Sie konnte genau beobachten, wie ein Mann hinter ihm erschien und eine Hand ausstreckte. Er stiess zu und Peter stürzte die lange Treppe hinunter. Der Sturz sah böse aus. Als er unten ankam war er stark verrenkt. Wanda rannte zu ihm und wollte nach ihm schauen. Aber als sie ihn anfassen wollte löste sich die Vision auf.

„Wanda? Was ist los“ fragte Moe.

„Ich habe es gesehen. Der Geist von Jakob hat sich hinter Peter manifestiert und ihn kräftig gestossen. Der Sturz war wirklich übel und Peter hat ihn nicht überlebt. So wie es in der Zeitung stand und wie wir uns das gedacht hatten.“ Sie schluchzte.

Madame Morell schloss sie in die Arme und streichelte ihr tröstend über den Rücken. „Ja, das war es was wir uns dachten. Der arme Peter. Er wollte nur helfen. Kommt, wir müssen weiter.“

Fortsetzung 

Das Haus der Seelen Teil 16

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten  mal geschah:

Wanda ist in der Zeit zurück gewandert. Sie ist wieder Amelia. Rose ist verschwunden. Sie hat eine furchtbare Ahnung und Moritz unterstütz sie bei der Suche. Sie machen eine grausame Entdeckung.

Es war schwierig an den Pavillon zu gelangen. Die Gärtner hatten wohl die Anweisung hier nicht für die Pflanzen zu sorgen. Das sprach natürlich umso mehr für ihre Theorie, dass die Leichen hier vergraben waren.  Natürlich hatten sie keine geeigneten Werkzeuge dabei um ein Grab auszuheben. Aber es würde erst mal reichen überhaupt etwas in dieser Richtung zu finden. Sie kamen an dem Pavillon an.

„Schau – ist er nicht wunder schön. Er ist zwar schon ziemlich herunter gekommen, aber er wirkt immer noch so romantisch.“ Sie schaute zu Moritz und wurde rot. Es löste immer ein wohliges Gefühl in der Magengegend aus wenn sie ihn betrachtete. Ob er auch so für sie empfand? Sie würde es sich so wünschen. Dann könnte er sie endlich aus den Klauen ihres Vaters befreien. Sie wünschte Rose würde noch leben, dann hätte sie sie auf jeden Fall mitgenommen. Aber sie war sich ziemlich sicher, hier ihre Leiche zu finden.

Sie standen sehr nah beieinander. Sie konnte seine Wärme spüren. Würde er sie in den Arm nehmen? Und plötzlich war der Zauber vorüber.

„Schauen sie, Fräulein Jakob. Da ist ein frischer Erdhaufen. Das könnte ein Grab sein. Kommen sie. Wir sehen uns das an.“

Sie erwachte aus ihrem kleinen Traum und musste sich erst wieder orientieren und sah dann den Hügel, den er meinte. Sie gingen hin. Er kniete sich nieder und war sich nicht zu fein um in der Erde zu wühlen. Er grub tiefer und tiefer. Endlich konnte man etwas erkennen. Da lag etwas. Und in diesem Moment brach Amelia zusammen. Es war das Kleid das Rose an dem Tag anhatte. Sie fiel auf die Knie und grub. Sie war wie besessen. „Rose, Rose. Rose!“ Sie schluchzte und konnte nichts mehr erkennen, da ihre Augen von den Tränen blind waren. „Oh nein, Moritz. Es ist meine kleine Rose. Er hat sie getötet. Dieser Teufel. Er hat sie getötet.“ Ihre Stimme versagte. Er nahm sie in den Arm und wiegte sie hin und her. Langsam beruhigte sie sich. „Was sollen wir machen?“ fragte sie. „Ich weiss nicht. Vielleicht die Polizei rufen?“ „Er wird es leugnen. Schliesslich hat er sie als Vermisst gemeldet. Er wird es auf einen Rumtreiber oder einen Angestellten schieben. Ich muss was unternehmen. Er muss verschwinden.“ Moritz sah sie an. Was er sah war eine entschlossene Frau. Sie würde etwas unternehmen und er würde sie dabei unterstützen.

Sie waren gerade dabei das Gelände wieder zu verlassen, als sie einen Schatten sahen. Er kam direkt auf sie zu. Schnell zog Amelia Moritz hinter den Pavillon. Aber sie konnten nicht verhindern, dass das offene Grab zu sehen war. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass jemand kommen würde und dementsprechend auch das Grab nicht wieder hergerichtet.

Der Schatten blieb an dem offenen Grab stehen. Er drehte sich und blickte sich um. Er schaute auf den Boden. Dieser war voller Fussabdrücke, aber man konnte nicht mehr erkennen, in welche Richtung sie sich bewegt hatten. Dafür war alles zu verwischt. Aber Amelia konnte, dank dem Vollmond, genau erkennen wer da an dem kleinen Grab stand. Es war ihr Vater. Und er sah aus wie der Leibhaftige. Gewaltig, schwarz, beängstigend. Fast meinte sie, dass ihm Dampf aus der Nase austrat, so wütend war er. Schnell schaufelte er das Grab wieder zu, blickte sich noch mal um und entfernte sich schnell wieder. Amelia wollte ihr Versteck verlassen, aber Moritz hielt sie zurück. „Warte noch, nicht dass er uns eine Falle stellt“ flüsterte er. Sein Mund so nah an ihrem Ohr ließ sie erschaudern. Sie war froh, nicht alleine zu sein.

Nach einigen Minuten spürte Amelia ihre Beine nicht mehr. Sie richtete sich auf und schaute sich um. Jakob schien nicht mehr da zu sein. Die beiden schlichen sich wieder zurück in das Haus. Sie gingen wieder in die Bibliothek um sich zu beraten.

Fortsetzung 

Das Haus der Seelen Teil 15

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten mal geschah:

Wanda hat sich in die Vergangenheit zurück führen lassen. Es ging darum zu klären, ob sie eine Nachfahrin oder dir Reinkarnation von Amelia ist. Bei Recherchen haben sie auch endlich ein wenig über den mysteriösen Amerikaner in Erfahrung bringen können. 

Amelia stand in der Küche – Ihr Vater sah es nicht gerne, wenn sie sich mit dem Personal „abgab“. Aber sie war gerne dort. Die Köchin hatte immer leckere Sachen zum Naschen und tolle Geschichten. Auf einmal hörte sie ihre Mutter schreien. Schnell rannte sie in das Obergeschoss. In das Zimmer von Rosemarie. Es war leer.

„Mama, was ist denn los?“

„Sie ist weg. Ich habe schon das ganze Haus abgesucht, aber sie ist weg. Mein Baby ist weg. Wo ist sie hin. Was hat er mit ihr gemacht. Wo hat er sie hingebracht?“

„Von wem redest du?“

„Von deinem verfluchten Vater. Er hat sie mir weggenommen. Er hat, er hat, er hat ihr bestimmt etwas angetan. Er ist ein Dämon.“  Sie schluchzte und zitterte. Schnell rief sie nach der Zofe ihrer Mutter. „Bringen sie sie bitte in ihr Zimmer und geben sie ihre etwas zur Beruhigung. Haben sie meinen Vater gesehen? „ Die Zofe schüttelte den Kopf. „Nein Fräulein Jakob“.

Amelia lief durch das Haus auf der Suche nach ihrer Schwester und ihrem Vater. Sie fragte jeden der Angestellten die ihr entgegenkamen, aber keiner hatte sie gesehen. Sie wurde immer unruhiger. Es war nicht Rosemaries Art einfach zu verschwinden, dafür war sie zu ängstlich. Sie blieb immer in ihrem Zimmer oder in Mutters Nähe. Sie fürchtete sich sehr vor Vater.

Als Amelia ins Gartenzimmer kam, stockte sie. Dort lag Rosemaries Puppe. Ohne sie war sie eigentlich nie anzutreffen. Es wirkte immer, als dächte sie, diese Puppe würde die Schläge und Schimpfe für sie annehmen. Das gab es nicht, dass die Puppe ohne Rosemarie wäre und auch nicht so lieblos hingeworfen.

„Rosemarie? Rosemarie? Kleines wo bist du? Ich habe deine Puppe hier. Sie ist alleine und hat Angst. Komm doch um sie zu holen.“ Aber Rosemarie blieb weg. Keine Spur von ihr. Das einzige was sie fand, war ein Glas Whiskey auf dem Tisch und eine qualmende Zigarre im Aschenbescher – ihr Vater war hier gewesen. Mit Rosemarie – Alleine.  Rosemarie ist nie wieder aufgetaucht.

Wanda kam aus der Trance zurück. Ihre Wangen waren nass von den Tränen, die sie wegen Rosemaries verschwinden vergossen hatte. Sie ahnte, dass Manfred Jakob etwas mit dem Verschwinden zu tun hatte. Aber wenigstens schien Rose ihren Frieden gefunden zu haben, da ihr Geist nirgends aufgetaucht war.

„Madame Morell, Moe, Paul – ich weiss nicht genau was mit Rose passiert ist. Allerdings bin ich mir mehr als sicher, dass Jakob etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hatte.“

„Hast du was über Peters und Moritz Tod gesehen? Und diesem Walt – hast du über ihn noch was entdecken können?“ Fragte Moe etwas zu impulsiv.

„Nein, dafür müsste ich noch mal gehen. Aber ich weiss nicht ob das noch klappt. Aber warum sollte es nicht klappen?“

„Wir können es noch mal versuchen, aber es gibt bei den beiden kein Geheimnis. Sie sind beide ums Leben gekommen. Wir können ziemlich sicher sein, dass auch da Jakob seine Finger im Spiel hatte. Allerdings schon als Geist. Da er ja zu dem Zeitpunkt selbst schon verschwunden war. Das wäre eher eine Reise die wir nochmal machen sollten. Was ist mit Manfred Jakob geschehen? Wenn ich seine Gebeine finden würde, könnte ich den Geist austreiben. Vielleicht würde es klappen. Wie sieht es aus Wanda? Willst du schauen, was mit Jakob geschah?“

„Wäre wahrscheinlich das Beste. Lass mich noch mal rein. Ich schaue ob ich was über sein Verschwinden erfahren kann. Vielleicht sehe ich auch euer Schicksal.“

„Gut. Dann entspanne dich.“ Madame Morell führte Wanda erneut in ihre Vergangenheit. Speziell zu dem Datum an dem Manfred Jakob verschwand. 25. Januar 1789 wurde er das letzte Mal gesehen. Wanda öffnete die Tür. Sie stand im Arbeitszimmer ihres Vaters. Sie schaute an sich hinunter – Sie war wieder Amelia. „Vater – hast du etwas über Rosemarie herausfinden können?“

„Mein Gott, Amelia. Du nervst mich jetzt schon seit Tagen deswegen. Sie ist bestimmt weg gelaufen. Sie ist in der Pubertät und da sind alle irgendwie komisch. Die Polizei weiss Bescheid und mehr mach ich auch nicht. Ihr zwei seid viel zu verwöhnt. Paar Tage unter einer Brücke wird sie schon wieder zur Vernunft bringen. Dann kommt sie wieder nach Hause gekrochen. Ich werde sie schon gebührend empfangen.“

„Bist du sicher, nicht zu wissen, was aus ihr geworden ist. Du bist der letzte der sie gesehen hat. Hast du was mit ihrem Verschwinden zu tun. Ich traue dir nicht. So oft wie du uns schon geschlagen und beschimpft hast. Was hast du mit ihr gemacht? Wo hast du sie hingebracht? Sei einmal im Leben ehrlich und sag mir wo du meine kleine Schwester vergraben hast.“

„So – du glaubst mich durchschaut zu haben. Besser wäre es, du wärst nicht so neugierig. Denn da wo Rose ist, ist noch genügend Platz für dich. Keiner wird sich wundern, wenn ich ihnen sage, dass wir Rose gefunden haben und du mit ihr zur Genesung das Land verlassen hast. Nach Übersee. Ich schicke euch einfach mit den Harpers nach Amerika. Nie wird jemand nach euch suchen. „

„Du Monster. Was hast du  mit ihr gemacht. Sie war doch noch ein kleines Kind, das du mich misshandelst und unterdrückst ist schon schlimm genug, aber ich bin alt genug damit fertig zu werden, aber die kleine Rose. Was hast du ihr angetan.“ Sie war an ihn heran getreten und schlug auf seine Brust ein. Jakob wurde immer wütender. Er holte aus und schlug zu. Er traf sie so fest im Gesicht, dass sie Nasenbluten bekam und auf dem Boden landete. Sie schaute ihn entsetzt an. „ Da ist er ja wieder, der Schläger. Du hast sie getötet. Sag! Du hast sie getötet.“ Amelia fing an zu schluchzen. Dann rappelte sie sich auf und verliess schnell das Zimmer, bevor er wieder Hand anlegen konnte.

Sie rannte in die Halle und wollte gerade das Haus verlassen, als Moritz an der Eingangstür erschien. Sie lief geradewegs in ihn hinein. Er wäre fast rückwärts die Stufen hinunter gefallen und fing sie noch auf bevor sie über ihn stolperte.“

„Fräulein Jakob. Was ist los, was ist mit ihrem Gesicht. War das ihr Herr Vater?“

Amelia schaute ihn verwundert an. Woher wusste er das?

„Jeder weiss es. Die Angestellten reden. Solch ein Familiengeheimnis bleibt kein Geheimnis, wenn man Angestellte hat.“

„Ja natürlich. Ich bin mir sowieso sicher, dass er auch an manchem sonderbaren Verschwinden der Angestellten schuld ist. Wenn wir nur die Stelle finden würden wo er sich ihrer entledigt.“

„Lassen sie uns in die Bibliothek gehen. Da finden wir doch bestimmt ein Grundriss des Grundstücks.  Vielleicht finden wir einen etwas abgelegenen Ort, wo er sie vergraben hat.“

Sie gingen beide wieder rein und schlossen die Tür der Bibliothek hinter sich.

„Sehen sie. Hier hinten, in der Ecke, da steht ein Pavillon. Ich wusste gar nicht, dass dort so etwas steht.“

„Oh – der ist schon verfallen. Ich habe als kleines Mädchen da immer gespielt. Aber er hat es mir verboten, da es zu gefährlich wäre. Seit dem bin ich nie wieder dort gewesen. Das wäre ein ziemlich idealer Platz. Lassen sie uns dorthin gehen“

Schnell nahmen die beiden ihre Warmen Umhänge und Moritz war noch so besonnen eine Laterne mit zu nehmen, denn es würde nicht mehr lange bis zur Dämmerung brauchen.

Fortsetzung

Das Haus der Seelen Teil 14

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Es wird Zeit, das ganze voran zu treiben. Ich mag meine Leute und trenne mich schwer.

Für das richtige Feeling empfehle ich nochmal  hier hinein zu hören…

Was ist das letzte mal geschehen?

Madame Morell hat einen alten Freund kontaktet. Da sich Jakobs Geist physisch materialisieren kann muss man auf alles vorbereitet sein. Aber erst müssen wir noch bisschen mehr aus der Vergangenheit erfahren. Folgt Wanda in die Vergangenheit. Es wird spannend.

**

„Ok Wanda. Bist du soweit?“ Wanda nickte. Moe und Paul hatten sich in die hinterste Ecke gesetzt um nicht zu stören. Moe wirkte sehr angespannt. Irgendwas beunruhigte ihn.

„Bleib ganz locker und entspann dich. Schliesse die Augen und atme tief in den Bauch ein und tief wieder aus. Tief ein, tief aus. Tief ein, tief aus. Lass dich fallen. Bleib ganz locker. Deine Arme und Beine werden warm und weich. Du hast kein Gefühl mehr und kannst dich nicht bewegen. Aber du hast keine Angst, du fühlst dich sicher und entspannt. Du bekommst alles um dich herum mit. Solltest du Angst bekommen und dich unwohl fühlen, kannst du jederzeit abbrechen. „ Wanda nickte.

„Du befindest dich in einem Raum mit vielen Türen. Gehe zu der Tür direkt vor dir und öffne sie. Wo bist du?“

„Ich bin in der grossen Halle. Alles ist schön geschmückt. Es ist Weihnachten. Der Baum in der Halle ist toll. Mein Vater lässt da nichts auf sich kommen. Alles soll perfekt sein. Wenigstens nach aussen.“

„Dreh dich um, siehst du den Spiegel an der Wand? Schau hinein und sag mir wer du bist.“

„Ich sehe ihn. Natürlich. Ich bin Amelia Jakob. Ich sehe gut aus. Ich bin in grün und rot gekleidet und meine Haare fallen in schönen leichten Locken. Das hat die Zofe gut gemacht. Vielleicht wird es ein schönes Weihnachtsfest. Ich hoffe es. Es werden noch Nachbarn kommen. Die Familie Schwindt und die Familie Kurt. Ich mag den Sohn der Schwindts. Ich glaub er mag mich auch. Er macht mir immer schöne Augen. Er flirtet. Moritz. Ich mag Moritz. Und Peter. Er ist der Sohn der Kurts. Er ist wie ein Bruder für mich. Wir haben immer als Kinder zusammen gespielt. Das war ein Spass. Papa hat das gar nicht gemocht. Er wollte immer, dass ich bei ihm im Zimmer sitze. Oder in meinem und da Handarbeiten erledige. Ich durfte nie Spass haben. Das war unziemlich. Meine Knöchel waren zu sehen beim rumtollen. Einmal hat er mich erwischt, wie ich auf einen Baum kletterte. Ich konnte eine Woche nicht sitzen, so sehr hat er mich betraft. Ich hasse ihn. Aber Moritz wird mich bestimmt heiraten, dann kann ich hier endlich weg. Ich hoffe Moritz wird es machen. Ich hoffe es so sehr.“

„Amelia? Geh zurück in den Raum mit den Türen, öffne eine andere und lass uns sehen was es dahinter gibt. Was siehst du dort Liebes?“

„Papa ist wieder wütend. Ich komme in das Zimmer. Der Salon. Er hat Mama geschlagen, sie liegt blutend auf dem Boden. Ich renne zu ihr und werfe mich über sie um sie zu schützen. Er merkt es nicht gleich in seiner Wut und trifft mich. Dann erst stoppt er und es ist als würde er wach werden. Er zieht mich an den Haaren hoch und dann schüttelt er mich. Er schimpft und schüttelt. Ich bekomme Kopfschmerzen davon. Hör auf, hör auf Papa. Du tust mir weh.“

„Ich halte das nicht aus.“ Flüsterte Moe und Paul hielt ihn zurück. „Lass es Moe. Wanda schafft das. Sie muss sich von diesem Geist befreien. Was soll sonst aus ihr werden? Was soll aus euch werden?“

„Amelia? Geh doch bitte wieder zurück und öffne die Tür links von dir. Sie wird uns zeigen was mit dir passiert ist.“

„Gut, ich öffne die Tür. Ich kann sie nicht öffnen, sie ist verschlossen. Ich bin nicht stark genug. Jemand zieht von der anderen Seite. Ich kann nicht.“ Die Stimme wurde panisch.“ Ich kann sie nicht öffnen. Helft mir sie zu öffnen. Warum bekomme ich sie nicht auf. Wer zieht an der andern Seite. Lass los, lass mich rein.“ In dem Moment schlug Wanda die Augen auf. „Was war das?“

„Das weiss ich nicht so genau. Entweder ist es deine Erinnerung gewesen, die das Öffnen blockierte, oder der Geist Jakobs hat es irgendwie verhindert. Wir können es nachher noch mal versuchen. Aber unsere primäre Frage wurde beantwortet. Du bis Amelia. Was wiederum erklärt warum du keine Unterlagen von ihr aus Amerika finden konntest. Sie hat das Land nie lebend verlassen.“

„Bist du dir sicher?“ Fragte Wanda Madame Morell. „Kann es nicht sein, dass Amelia ihm entkommen ist und er deswegen so auf mich fixiert ist?“

„Diese Idee klingt nicht schlecht, aber wieso gibt es dann keine Unterlagen zu ihrem neuen Leben?“

„Ich weiss nicht. Es ist Übersee. Vielleicht ist über diese lange Zeit einfach etwas verloren gegangen.“

„Hm. Vielleicht erfahren wir bei einem erneuten Versuch mehr?“ Meinte Madame Morell.

„Meinen sie ich werde die Tür öffnen können. Ich will unbedingt wissen was passiert ist. Es ist beängstigend aber auch so spannend. Was ist mit meinem Ich geschehen. Lassen sie es uns noch mal versuchen. Ich bin bereit.“

„Warte noch bisschen. Ich bestelle uns was zu Essen. Lasst uns das Internet noch bisschen durchforsten. Lasst uns bisschen Ahnenforschung betreiben. Vielleicht finden wir noch was. Nur einen Namen eines Amerikaners unter den Gästen der Jakobs. Irgendein Krümel.“

Während sie sich um das Essen kümmerten klappte Paul sein Laptop auf und Wanda fing erneut  an zu suchen. Sie gab alles Mögliche ein. Gästelisten zu Partys und Galas und sonstige wozu die Jakobs geladen haben. Bilder und Berichte in den Klatschzeitungen. Der Drucker lief fast heiss, als Wanda stutzte. „Schaut hier. Ich glaube ich habe was. Ich habe was gefunden.“ Sie legte das Pizzastück zurück und ging schnell zum Drucker. „Guckt hier. Da steht was. Ein Besuch aus Amerika – Hier steht es. Die Familie Jakob lädt zu einer grossen Spendengala für Kinderheime auf. Das erste Mal wird ein hoher Besuch aus Amerika auf einer dieser Galen erscheinen. Eine einflussreiche Familie aus Amerika wird uns die Ehre erweisen und nicht nur als Gast erscheinen sondern auch als großzügiger Spender auftreten. Die Familie Harper. Sie besitzen eine grosse Reederei, die Handelsschiffe führt und haben gerade ihre Flotte aufgestockt und sich ihr  erstes Passagierschiff angeschafft, das zwischen Deutschland und Amerika fahren wird.  An dem Fest werden teilnehmen Winston Harper und seine Frau Emily und deren erwachsener Sohn Walter Harper. Der im heiratsfähigen Alter ist. Das wird einige wohlhabende Familien auf das Programm bringen und deren Töchter werden für die Gala herausgeputzt werden. Kaufhäuser und Modeexperten, wetzt die Scheren. Es wird bald einiges an Tüll benötigt werden.

 

„Da haben wir wohl unseren Amerikaner.“ Meinte Paul etwas sauertöpfisch.

„Ob Amelia Walter geheiratet hat? Was ist mit Moritz. In ihn war sie auf jeden Fall verliebt, das habe ich bei der Rückführung gesehen. Was ist da nur schief gelaufen? Ich muss das Chronologisch noch mal sortieren.

1789 verschwindet Manfred Jakob ohne eine Spur zu hinterlassen. Wann ist seine Frau und Rosemarie verschwunden, da habe ich noch gar nicht nach geschaut. Lasst uns schnell das Internet zu Hilfe nehmen. So Rosemarie verschwand ebenfalls 1789 aber paar Wochen früher. Seine Frau – Ah hier – sie wurde in ein Sanatorium eingewiesen, auch vor seinem Verschwinden. Gut – Amelia verlass das Land erst 10 Jahre später. Wieso? Und was ist mit Peter und Moritz? Wie waren ihre Nachnamen?

Hier steht es Peter Kaufmann und Moritz Nadler. Peter Kaufmann verstarb 1791 als er zu Besuch in dem Haus der Jakobs war. Er stürzte die Lange Treppe in der Halle hinunter. Und hier – Moritz verstarb 1795 ebenfalls in dem Haus. Er stürzte von dem Turm. Oh mein Gott. Da hat Jakobs Geist schon gemordet. Aber warum nie Amelia? Ich brauche noch eine Rückführung. Sofort. Madame Morell?“ rief Wanda. „Ich  muss noch mal zurück. Ich muss sehen ob ich da bisschen Licht ins Dunkel bringe.“

„Bist du dir sicher?“

„Ja ich  muss es versuchen.“ Meinte Wanda bestimmt.

„Okay. Dann lass uns loslegen.“  Sie leitete die Rückführung erneut ein und lotste Wanda wieder in den Raum mit den Türen. Wanda entschied sich zu versuchen die Zeit zu bestimmen, die sie sich anschauen wollte. Sie versuchte in Trance an das Todesdatum von Rosemarie zu denken. 17. Januar 1789.

Fortsetzung 

Das Haus der Seelen Teil 13

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

 

Was im letzten Teil geschah

Wanda wurde auf der Strasse von einem Schatten angegriffen. Er hat ihr Energie entzogen. Dadurch kann er sich physisch materialisieren. Heute werden wir lesen, was besser zu töten sein soll. Und wir bereiten uns darauf vor in die Vergangenheit zu „reisen“.

**

Madame Morell suchte in ihrem Telefonregister nach der Nummer eines befreundeten Mediums. Er war eine Koryphäe in Sachen physischer Materialisierung von Geistern. Er hatte schon einige Abhandlungen dazu geschrieben. Sie selbst hatte dieses Phänomen noch nie gesehen. Einerseits wünschte sie es sich sehr – aber sie wusste auch um die Gefahr. Denn ein physischer Geist konnte anders Töten. Ein Geist selbst kann eher mental angreifen. Man läuft Gefahr seinen Verstand zu  verlieren. Aber auch hier gibt es geschickte Geister, die in ihrer astral Form töten können. In der Geisterwelt ist fast alles möglich. Was es immer auch aufregend und spannend für Madame Morell macht.

„Fritz? Hallo ich brauche dringend deine Hilfe.“

„Auch  schön mal wieder von dir zu hören Amanda. Wie geht es dir? Danke mir geht es sehr gut?“

„Ohwa. Mensch Fritz. Entschuldige. Ich bin etwas in Eile. Wie wär es, ich lad dich zum Kaffee ein, wenn ich hier fertig bin, dann kann ich mich richtig entschuldigen.“ Es war ein leicht anzüglicher Unterton bei dieser Bemerkung herauszuhören.

„Keine schlechte Idee. Also was gibt es. „

Madame Morell berichtete und Fritz hörte schweigend zu.

„Hör zu. Ich habe leider selbst gerade einen Fall, sonst würde ich dir persönlich helfen. Aber du schaffst das auch so gut. Es ist eigentlich gar nicht das schlechteste, wenn er sich physisch materialisiert. Man kann ihn dann töten wie einen Menschen. Aber ich bevorzuge immer die astral Version, denn einen Menschen töten, das bedarf einige Überwindung. Selbst wenn er böse ist, sollte man sich das nicht so leicht vorstellen. Also versucht ihn als Geist zu töten. Ich kann es für das Seelenheil empfehlen. Ansonsten, wenn er schon zu viel Energie gesaugt hat und lange physisch da ist, dann bleibt euch nichts übrig. Denn er ist in dieser Form sehr aggressiv. Wesentlich schlimmer als der Geist. Und eurer klingt schon sehr übel.“

„Danke dir Fritz. Ich werde mich sicherheitshalber für einen physischen Gegner wappnen. Obwohl ich es nicht möchte – gibt unschöne Fragen bei den Behörden. Ich werde versuchen ihn zu stoppen. Hast du einen Tipp, wie man es verhindern kann, dass er sich die Energie holt?“

„Nein – nur die üblichen Abwehrmechanismen. Salz ist hier am besten. Entweder als Schutzkreis, oder, womit ich auch schon erfolge hatte, als Spray. Hoch konzentriertes Salzwasser.“

Als Madame Morell zurück kam zu den dreien waren diese gerade in einem intensiven Gespräch über Wandas Erlebnis. Mademe Morell blieb an der Schwelle stehen und horchte.

„Wanda  – wir müssen aufhören. Es ist zu gefährlich. Er kommt dir immer näher. Lass uns einfach hier wegziehen. Wir fangen neu an und lassen diesen Geistermist hinter uns.“ Meinte Paul.

„Paul, sei realistisch. Vielleicht klappt das bei dir und Moe. Aber nicht bei mir. Der Geist will mich. Aus einem bestimmten Grund, den ich zwar erahne, aber noch nicht beweisen kann.“

„Was meinst du damit?“ Fragte Moe.

„Ich glaube, dass ich irgendwas mit Amelia zu tun habe, entweder als Wiedergeburt, oder als direkte Nachfahrin, aber ich konnte ja keine Details in Amerika über sie finden. Ich bin mir nicht mal sicher, dass sie tatsächlich das Land verlassen hat. Ich weiss nicht wie wir hinter dieses Geheimnis kommen sollen.“ Seufzte sie.

„Aber ich weiss es.“ Meinte Madame Morell. „Ich werde dich einfach zurückführen. Schon mal gehört davon? Man kann jemanden in seine vorherigen Leben zurückführen, dann werden wir wissen, ob du eine Wiedergeburt oder eine Nachfahrin bist. Ich tippe auf Wiedergeburt. Das erklärt diese starke Bindung. Am besten machen wir gleich um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.“

„Was – das kommt gar nicht in Frage.“ Rief Moe. „Ich bin dagegen. Davon halte ich nichts. Ist das nicht gefährlich?“

„Komm runter, Alter.“ Meinte Paul. „Warum soll das denn gefährlich sein? Sie wird doch nur gedanklich zurückgeführt. Ihr Körper bleibt doch hier. Und es ist doch nur wie eine Erinnerung.“

Moe atmete schwer. Er hatte wahnsinnige Angst um Wanda.“ Ich weiss nicht, sollten wir dann nicht alle zurückgeführt werden, wir scheinen uns ja damals gekannt zu haben?“

„Das halte ich nicht für nötig, denn Wandas Erinnerungen werden euch beinhalten. Und wenn sie einen von euch geheiratet hat, dann sowieso. Also wie sieht es aus. Bist du soweit?“

„Ja – ich will endlich Klarheit, wer ich bin und was passiert ist.“

„Es kann sein, dass wir mehrere Sitzungen brauchen. Je nachdem wie traumatisch deine Erinnerungen sind. Aber wir haben den ganzen Tag Zeit.“

„Gut, dann lasst uns anfangen.“

Fortsetzung folgt