Writing Friday – die Geschichte

Heute gibt es mal wieder einen kleinen, bisschen gruseligen Text von mir. Es ist Writing Friday.

Du findest auf dem Dachboden eine alte Schreibmaschine, darin stecken noch beschriebene Blätter des Besitzers. Welche Geschichte verbirgt sich darauf? Berichte davon.

Ich stand vor meinem neuen, oder eher uralten Haus. Aber es war meins. Ich bin irgendwann mal beim Spazieren gehen vom meiner gewohnten Route abgewichen und auf einer verlassenen Seitenstraße auf dieses uralte Haus gestoßen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Die blinden Scheiben und schiefen Rollläden – sie wirkten so traurig. Ich musste es einfach wieder herrichten. Es war wirklich klein. Aber ich war alleine und wie viel Platz braucht ein Mensch denn? In wieviel Räumen halte ich mich denn auf? Genau.

Ich rief also den Makler an, und keine zwei Wochen später gehörte dieses kleine, verkannte Schmuckstück mir. Als ich den alten Schlüssel in das Schloss steckte und die Tür mit der Schulter aufstieß kam mir ein Stöhnen entgegen. Ein gequältes, oder ein aufatmendes? Das konnte ich nicht unterscheiden. Ich hatte eigentlich schon immer eine Lebhafte Fantasie. Deswegen konnte ich in diesem alten Gemäuer, das frühere Leben direkt vor mir sehen. Eine kleine, arme Familie, die sich um den Tisch versammelte um gemeinsam über ihren Tag zu sprechen und zu essen.

Das war aber schon lange Zeit her. Drinnen sah es schon ziemlich herunter gekommen aus. Aber die Bausubstanz war in Ordnung. Es waren wirklich nur Schönheitsreparaturen. Und ich würde gleich mal anfangen. Ich schnappte mir aus dem Auto den Besen und fegte erst einmal. Es gab hier nur einen Dachboden und das Erdgeschoss. Im Erdgeschoss befand sich die Küche. Eine sehr schön große Küche, die ein tolles Fenster zum Garten hatte. Die restlichen Räume waren ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin, ein kleines ausreichendes Bad und ein Schlafzimmer. Perfekt. Ich war fleißig dabei zu kehren, als sich seltsame Kratzgeräusche aus der Wand bemerkbar machten.

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Ergebnis zum gestrigen prokrastinieren.

Nach dem ihr meine Prokrastination mit mir gestern Teilen durftet, will ich euch auch das Ergebnis präsentieren….

Ich muss wieder mal eine obligatorische Warnung vorweg schicken…es kann ein bisschen eklig werden.


Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Luis konnte nicht aufhören und musste wieder…” beginnt

und

Schreibe das Ende einer Geschichte, dabei lautet der letzte Satz; Doch damit war es noch lange nicht beendet.

 

Luis konnte nicht aufhören und musste wieder aus dem Fenster starren. Er konnte nichts sehen. Sein Atem setzte immer wieder aus, er musste sich ständig daran erinnern, die Luft in seine Lungen einzuziehen. Er konnte nicht mehr anders. Er ging an die Tür. „Nein. Stopp, wenn du die Tür öffnest sind wir tot.“ Die Stimme kam aus der anderen Ecke des Zimmers. Eva saß dort im Dunkeln. Ihr Pullover war ihr zwei Nummern zu groß. Sie sah so verloren darin aus. „Aber wir müssen doch was machen.“ „Was willst du machen? Alle da draußen sind verloren. Nur die, die sich Unterschlupf suchen konnten, haben eine Chance zu überleben.“ Luis stampfte wie ein kleines Kind auf, das nicht bekam was es wollte und fing wieder an hin und her zu laufen. Keiner hielt ihn auf. Sie waren zu viert in dem Haus. Mit ihm und Eva befanden sich noch Chris und Cathy bei ihnen. Die beiden waren Kalkweiß im Gesicht und wippten ständig vor und zurück. Von ihnen war keine Hilfe zu erwarten. Luis stand wieder vor der Tür, aber er hielt seine Hände unten. Eva hatte Recht. Öffnete er die Tür, würden sie alle sterben.

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Writing Friday – Rosi und Rolas (Eine Leseprobe)

Inspiriert von der neuen Serie, die Wortman vorgestellt hat. Love, Death & RobotsFolge 2. Diese Folge ist total putzig. Meine Geschichte ähnelt ihr eigentlich gar nicht – ich hab mir nur die Freiheit genommen, die Roboter auf der Erde leben zu lassen.


Jacob legte sich in sein Bett – er fühlte sich nicht so gut. Wahrscheinlich bekam er eine Grippe – die ging gerade mal wieder um. Er fasste sich an den Hals und räusperte sich. „Eindeutig eine Grippe. Ich nehme gleich mal paar Medikamente und leg werde gleich schlafen. Schlaf ist die beste Medizin. Das hat Oma schon immer gesagt.“ Jacob war manchmal etwas seltsam. Er hatte nicht viele Freunde. Auf der Arbeit versteckte er sich immer hinter seinem Monitor. Er war eine graue Maus und keiner konnte so wirklich viel mit ihm anfangen. Die Leute mieden ihn. Er war ihnen manchmal sogar etwas gruselig, da er oft so seltsam schaute, als wäre er nicht anwesend.

Er löschte alle Lichter – absolute Dunkelheit war wichtig für einen erholsamen Schlaf. Sein Kreislauf spielte etwas verrückt. Deswegen sank er sofort ins Kissen um ja nicht noch zu stürzen.

Etwas hatte Jacob geweckt. Er konnte sich nicht orientieren, da es ja stockdunkel in seinem Schlafzimmer war. Irgendwas war anders. Still lag er da und versuchte zu ergründen, was ihn geweckt, und was sich verändert hatte. Sein Atem ging ganz leise und vorsichtig. Dann setzte er sich auf. Seine Uhr zeigte 08:00 am Morgen an. Schnell checkte er das Datum. Er rieb sich die Augen. Auf seinem Nachttisch stand eine digitale Uhr. Und das Datum wäre der 29.03.2819.

HIER geht es weiter in der Geschichte

Mach was…mit einer Festtags-Leckerei

Das Jahr ist fast rum und ich hab eine neue Lieblingsfamilie ins Leben gerufen. Gestartet haben sie mit der Zeitkapsel und ich bin so vernarrt in die Truppe, dass bestimmt noch einige Geschichten mit ihnen kommen werden. Kommt mit und besucht meine neuen Lieblinge:

Festtags-Leckerei

Kaum hatten wir die Aktion mit dem Rentier geregelt und es gemütlich Weihnachten verbracht, waren auch die Feiertage schon wieder vorbei. Am zweiten Weihnachtsfeiertag saßen wir alle am Tisch. Ich betrachtete die festliche Tafel. „Also ihr Lieben. Hier sieht es aus als wäre der Weihnachtsmann noch mal mit seinem Schlitten drüber gefahren. Unfassbar.“ Alle saßen gut gefüllt auf ihren Stühlen. Die einzige, die sich nicht fühlte, als wäre sie gemästet worden, war natürlich Amelia. „Das ist ganz schön unfair. Jemand sollte sich mal schlau machen, ob nicht auch Geister sich vollfressen können. Ach“ seufzte sie tief bedrückt. „Es fehlt mir ja als Geist nicht viel – nur das Essen und Trinken. Das fehlt mir wirklich. Hmmmm der Geschmack von leckerem Braten mit Klößen und Rotkraut.“ Ein tiefes gequältes Stöhnen kam von uns andern. Keiner wollte jemals wieder etwas von Essen hören. Der einzige, der noch munter weiter knabberte, war Frank. Ja, das war wohl auch kein Wunder, ein Berg von zwei Metern mit einer unmessbaren Schulterbreite, da eh keiner dran kam, der war natürlich nicht so schnell satt zu bekommen.

HIER könnt ihr weiterlesen

 

Halbzeit – Projekt TXT – Das zwölfte Wort – Weihnachten 4 von 8

Die Hälfte meiner Geschichte ist geschafft. 

Hoffen auf ein Weihnachtswunder

Während des Weihnachtsfestes kam es zum Stromausfall. Matthew musste die Vorräte aufstocken und geriet dadurch in Gefangenschaft. Dort wurde er als Sklave verkauft. Seine Frau Mina und Tochter Nadja, waren auf sich gestellt. Sie hatten ein kleines Haus entdeckt, dass sie sich zurecht machen wollten – aber bis dahin, hatten sie noch einen harten Weg. Auch sie wurden nämlich gefangen genommen. Und Mina ist eine Frau.

Hier kommt ihr zu Part 4

 

#WritingFriday Special im Dezember! Adventskalender

Schon das ganze Jahr durften wir uns Freitags bei Elizzy´s Writing Friday austoben. Viele spannende Geschichten durften wir dort lesen und auch schreiben. Ich freue mich, dass wir im nächsten Jahr weiter die Möglichkeit dazu bekommen.

Zu Weihnachten hat Elizzy sich was besonderes einfallen lassen. Einen besonderen Adventskalender. 24 Blogger/innen haben sich bereit erklärt uns mit ihren Geschichten zu verwöhnen. Jeden Tag können wir eine schöne Winter/Weihnachtsgeschichte lesen. Damit ihr den Faden nicht verliert und auch keine Geschichte verpasst bekommt ihr noch den Link vor und nach meiner Geschichte. Also schaut bei Buchperlenblog für gestern und morgen bei Bücherfieber vorbei.


Edgar war sechs Jahre alt. Seit Wochen war er schon aufgeregt. Weihnachten steht vor der Tür, sagte seine Mutter immer und wirkte leicht gehetzt. Er konnte es sehen. Auf dem Kalender war es schon markiert. Der 24. Dezember. Er war dieses Jahr sehr brav gewesen. Hat sein Zimmer fast immer aufgeräumt und seinem Vater dabei geholfen, das Laub zu harken. Seiner Mutter hatte er beim Spülen geholfen. Dieses Jahr war er in die Schule gekommen. Das war sehr aufregend. Er hatte viele neue Freunde kennen gelernt. Aber am liebsten war er mit Willi zusammen. Sein bester Freund. Sie hatten dieses Jahr viele Abenteuer erlebt.

Willi lebte auf der anderen Seite der Bahnschiene. Sein Vater sagte immer, das sei das Armenviertel. Damit konnte Eddie nicht viel anfangen. Willie hatte Eddie allerdings noch nie zu sich nach Hause mitgenommen. Seine Eltern seien immer viel zu beschäftigt. Es sei nicht aufgeräumt, oder seine kleine Schwester sei krank. Er hatte immer eine Ausrede, aber das sah Eddie nicht so eng. Sie waren sowieso immer draußen. Egal bei welchem Wetter. Nichts konnte sie stoppen.

Die Nachbarn verdrehten schon die Augen, wenn die beiden Jungs an ihren Häusern vorbei rannten. Sie hatten Schwerter aus Ästen und kämpfen. Spielten Robin Hood und die Musketiere. Willie aß dann oft bei ihnen. Manchmal durfte er auch bei ihm schlafen. Das war dann ganz besonders aufregend. Sie erzählten sich dann immer gruselige Geschichten, oder hörten sich spannende Hörspiele an. Für Eddie fühlte es sich an, als habe er einen Bruder.

Er liebte diese Zeit einfach. Seine Mutter fing immer am ersten Advent an zu schmücken und er half immer fleißig. Dieses Jahr half auch Willie. „Mami?“ „Ja?“ „Darf Willie dieses Weihnachten bei uns bleiben?“ „Aber Eddie, Weihnachten ist das Fest der Familie. Willie will bestimmt mit seiner Familie feiern?“ „Ach bitte.“ „Wir werden sehen. Aber ich glaube eher nicht. Vielleicht willst du am ersten oder zweiten Feiertag vorbei kommen?“ Fragte sie Willie. Er zuckte nur schüchtern mit den Schultern. Seine Mutter blickte traurig in Willies Richtung. Sie ahnte wohl schon, dass bei Willie Weihnachten nicht so intensiv gefeiert werden würde.

„Wie sieht es aus ihr zwei. Wollen wir Plätzchen backen?“ „Oh jaaa.“ Riefen beide Jungs. Sie verbrachten lustige Stunden und waren nach dem Backen total müde. „Ich muss jetzt gehen. Meine kleine Schwester wartet schon auf mich.“ „Hier, nimm diese Plätzchen mit, du hast sie schließlich auch gebacken. Lasst sie euch schmecken.“ Sagte Eddies Mutter. „Danke schön Frau Winter.“

Im Flur zog Willie seine verschlissene Jacke an und seinen gestopften Schal. Die Sohle seiner Schuhe löste sich schon an einigen Stellen. „Eddie?“ „Ja Mami?“ „Sag mal. Hast du nicht paar Kleidungsstücke, die dir nicht mehr passen und die Willie vielleicht mitnehmen kann?“ Er blickte seine Mutter an. „Ja klar – komm ich zeige sie dir.“ „Aber ich muss gehen, sonst komme ich zu spät nach Hause.“ „Weißt du was Willie, Eddie packt sie dir ein und wir bringen sie dir morgen vorbei. Ist das Okay?“ „Ich weiß nicht. Vielleicht.“ „Gut, dann machen wir das. Wir kommen morgen mit den Kleidungsstücken und noch paar Plätzchen.“ „Okay?“ Sagte Willie zaghaft und stapfte in den Schnee hinaus.

„Warst du schon mal bei Willie?“ „Nein, es hat nie gepasst.“ „Hör zu, Willies Familie ist sehr arm. Also benimm dich morgen, ja?“ „Arm? Was bedeutet das?“ „Er hat nicht viel. Seine Kleider sind schon sehr kaputt und viel zu dünn für dieses Wetter. Er wird wenig Spielzeug haben, und vielleicht wird es sehr kalt bei ihm zu Hause sein. Aber bitte, sprich ihn nicht darauf an. Es wird ihm peinlich sein.“ „Okay. Ich verstehe es zwar nicht, weil er mir doch alles sagen kann. Aber wenn du das so sagst.“ „Glaub mir, das wird ihm Recht sein. Und jetzt gehe hoch und such die Kleider heraus, die du nicht mehr trägst.“ Eddie rannte schnell nach oben. Er freute sich, dass er seinem Freund helfen konnte. Selbst wenn er nicht alles verstand, was ihm seine Mutter versucht hatte zu erklären.

Am nächsten Tag, es war ein Samstag und Eddies Mutter hatte noch schnell paar Lebkuchen gebacken, machten sie sich auf den Weg zu Willies Haus. Sie hatten die Kleider verpackt und auf einen Schlitten gespannt. Dann könnten Eddie und Willie danach noch zum Schlittenfahren gehen. Gemütlich spazierten sie durch die weiße Pracht. Ab und zu blieben sie stehen um sich mit Schneebällen zu bewerfen. Lachend und außer Atem kamen sie bei Willie an. Eddie blieb erschrocken stehen. Das Haus war ziemlich heruntergekommen. Die Fassade war fast Schwarz. Überall blätterte der Putz ab. Die Rollläden hingen schief in den Angeln. Nirgendwo war nur ein bisschen weihnachtliche Dekoration zu sehen. Verunsichert blickte er zu seiner Mutter. Sie drückte ihm aufmuntern die Schulter und schob ihn voran. „Das wird schon.“

Eddie straffte die Schultern. „Willie?“ rief er. Die Tür öffnete sich und ein kleines blondes Mädchen trat heraus. Sie hatte einen verschlissenen Stoffhasen in der Hand und ein viel zu dünnes Kleidchen an. Eddies Mutter zog die Luft ein. Sie ging auf die Kleine zu. „Hallo, ich bin Evelin. Wie heißt du denn?“ Sie schaute vertrauensvoll, mit ihren glasklaren blauen Augen zu der netten Frau auf. „Mara.“ „Das ist ein schöner Name. Ist Willie da?“ Sie nickte. „Er ist in der Küche.“ „Und deine Eltern.“ Sie zuckte nur mit den Schultern. „Dürfen wir rein kommen? Wir haben Lebkuchen und ich hab warme Schokolade dabei.“ Ein strahlen huschte über ihr schmutziges Geschichtchen. Evelin schluckte schwer. Mara nickte heftig. „Oh ja, gerne.“ Dann nahm sie Evelins Hand in ihre und zog sie hinter sich her.

Auch im Inneren machte das Haus einen verstörenden Eindruck. Es war sauber, aber trist. Die Tapeten lösten sich von den Wänden, es war feucht und kalt und roch teilweise modrig. „Willie?“ rief  Eddie. „Wo bist du?“ Rechts führte eine Tür in die Küche. Mara zog immer noch an Evelins Hand. „Komm“, sagte sie. Die Küche war ganz anders, als der Rest des Hauses. Sie wirkte freundlich und hell. Sogar ein paar selbstgebastelte Sterne hingen an den Fenstern. In der Ecke lag eine Matratze. Es schien, dass die Kinder in der Küche schliefen. Evelin erinnerte sich, dass auch früher oft nur die Küchen beheizt wurden und das Familienleben dort stattfand. Das schien auch hier der Fall zu sein. Sie war erleichtert, dass die Kinder nicht in einem eiskalten Haus lebten. Aber es schien keine Erwachsenen zu geben. Sind die Kinder Waisen?  Wo waren die Behörden?

„Willie, Willie, wir haben Besuch.“ Aus einem abgelegenen Raum kam Willie heraus. „Hallo Frau Winter, Eddie. Möchten sie etwas trinken?“ „Lass nur, Willie, ich hab heiße Schokolade und Lebkuchen dabei. Bring nur paar Tassen und Teller, dann werden wir es uns gemütlich machen.“ Willie strahlte und ging schnell gefragtes holen. Eddie half ihm. „Schau mal. Ich hab paar Klamotten, die mir zu klein geworden sind. Wollen wir sie schnell reinholen? Nachher können wir vielleicht Schlitten fahren? Hast du Lust darauf?“ „Ja klar. Aber wir müssen Mara mitnehmen.“ Eddie schaute zur kleinen Schwester. „Ja klar, ich mag sie.“ Willie atmete hörbar erleichtert aus. Sie tranken ihre Schokolade und aßen die leckeren Lebkuchen. Evelin erhob sich und machte sich auf den Heimweg. „Eddie sei bitte gegen sechs zu Hause. Dein Vater kommt dann heim.“ „Ja, Mami.“ Winkte er genervt und schon stampften die drei Kinder durch den Schnee.

Der Weihnachtstag war gekommen. Wie jedes Jahr hatte Eddie es nicht geschafft den Weihnachtsmann zu überraschen. Dieses Mal hatte er sich sogar in den großen Sesseln im Wohnzimmer versteckt. Aber die wohlige Wärme hatte ihn schläfrig gemacht. Als er die Augen aufschlug, lagen viele Geschenke unter dem Baum. Und ein Fahrrad, das hatte er sich so sehr gewünscht. Schnell wickelte er sich aus der Decke heraus und wollte sich auf die Geschenke stürzen. Schon blinzelte seine Mutter um die Ecke. „ÄhÄh. Du weißt wie das läuft, mein Lieber. Such dir ein Geschenk aus, das darfst du öffnen. Dann machen wir Besuche und gehen in die Kirche. Den Rest darfst du dann heute Abend auspacken.“ Schmollend setzte er sich an den Baum und überlegte ganz genau. Dann griff er zu einem kleinen Paket. Er riss das Geschenkpapier herunter und ein Feuerwehrauto lag in seinen Händen. Er war begeistert und ließ es gleich, mit nervenaufreibenden getute, durch das Zimmer fahren.

Nach dem Frühstück packten sie sich warm ein und gingen auf die Besuchsrunde. Es wurden Freunde und Verwandte besucht. „Mami, darf ich schnell mal zu Willie gehen?“ „Ja natürlich. Sei nur später für die Kirche pünktlich.“ Und schon war er weg.

Als er bei Willi ankommt ging er durch die unverschlossene Tür. „Willie, Mara?“ Er hörte ein Schluchzen aus der Küche. Langsam bewegte er sich vorwärts. Er schaute hinein und sah Willie am Tisch sitzen und weinen. Schnell ging er auf ihn zu und fasste ihn an der Schulter. „Was ist passiert?“ „Ich verstehe es gar nicht. Der Weihnachtsmann war nicht da. Ihm müssen die Spielzeuge ausgegangen sein. Wahrscheinlich hat er nicht mehr genug in seiner Werkstatt gehabt. Deswegen ist er gar nicht erst zu uns gekommen.“ Eddie meinte sein Herz müsse brechen. Er hatte seinen Freund noch nie so verzweifelt, fast gebrochen, gesehen. Eine Idee kam ihm.

„Mensch Willie, deswegen bin ich doch hier. Der Weihnachtsmann war bei uns gewesen und hat einen Fehler gemacht. Er dachte du wärst bei uns und hat deine Geschenke bei uns hingelegt. Ich soll dich schnell holen und Mara auch. Damit ihr eure Geschenke auspacken könnt.“ Willi blickte nach oben. Ein Hoffnungsschimmer glimmte in seinen Augen auf. Er zog die Nase hoch und fragte:  „Wirklich?“ „Ja natürlich. Komm zieht euch an, wir gehen jetzt erst in die Kirche, dann gehen wir zu mir und packen die Geschenke aus.“ Willie stand auf und drückte Eddie fest. „Mara, komm wir gehen in die Kirche und dann zu Eddie. Der Weihnachtsmann hat sich in der Adresse geirrt und die Geschenke dort hingelegt.“ Mara kam um die Ecke gerannt, ihr verschlissenes Häschen fest umarmt. Sie wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln und fiel Willie in die Arme. Er streichelte ihr sanft über den Kopf. In Eddies Hals bildete sich ein Kloss, fast weinte er mit ihnen.

Als sie in der Kirche ankamen schaute er nach seinen Eltern. Als er sie sah rannte er schnell zu ihnen. „Mami, Papa. Ich hab Willie und Mara mitgebracht. Sie waren alleine und der Weihnachtsmann hat sie vergessen.“ Er schluchzte. „Glaubt ihr der Weihnachtsmann wäre sehr böse auf mich, wenn ich ihnen meine Geschenke gebe? Sie sind so traurig. Und ich habe ja das Fahrrad. Ich hab ihnen gesagt, der Weihnachtsmann hat sich in der Adresse geirrt und die Geschenke für sie bei uns gelassen.“ Evelin und Andreas blickten sich tief gerührt an. Evelin bückte sich. „Ich glaube du solltest dem Weihnachtsmann einen Brief schreiben und ihm erklären, warum du deine Geschenke weg gibst. Er wird das bestimmt verstehen.“ „Das mache ich, und ich werde ihn auch darum bitten, dass er nächstes Jahr, wenn er merkt es wird zu knapp, meinen Namen einfach ans Ende der Liste setzt damit die anderen Kinder auch die Chance haben etwas zu bekommen.“ Evelin wischte sich ihre Tränen weg und nahm Eddie fest in die Arme. „Mach das mein Schatz. Und bete nur, dann wird auch Gott glücklich sein, dass du deine Geschenke weiter gibst.“

Das grösste Geschenk würden Evelin und Andreas den Kindern beim Abendessen übergeben. Sie hatten alles in die Wege geleitet, das Willie und Mara als Pflegekinder bei ihnen leben durften.

Eddie sass auf der Kirchenbank und betete, als er der Meinung war, leises Glocken klingeln und ein tiefes HoHoHo zu hören.

ENDE


Inspiriert wurde ich zu meiner Geschichte, von einem ganz besonders zu Herzen gehenden Lied.

 

Tagebuch – Herausgepickt.

Hallo ihr Lieben.

Beim Stöbern bei Pinterest (da kann man echt versinken) bin ich über einen interessanten Writing Prompt gestolpert. Das hat mich angesprochen und ich werde das immer mal ausprobieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das finde ich mal eine richtig gute Idee. Also habe ich das auf meinem Schreibblog schon mal probiert. Wenn ihr auf meinen ersten Beitrag Lust habt – schaut doch mal HIER vorbei.