Yarbro, Chelsea Quinn – Hotel Transylvania

Yarbro, Chelsea Quinn – Hotel Transylvania

Autor: Yarbro, Chelsea Quinn
Titel: Hotel Transylvania
Verlag: Festa Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 2003
Seitenanzahl Printbuch: 352 Seiten
Genre: Horror, Vampire
Gelesen als: Taschenbuch
Zeitraum 27.07.17-10.08.17
Band einer Reihe: Ja – Saint Germain Reihe – im englischen gibt es ziemlich viel Bände mit Kurzgeschichten – im deutschen leider nur noch den 2.Teil Palast der Vampire

Challenge: Find the Cover Challenge, BuchWeltreise Challenge

Wann: 1743
Wo: Paris – Frankreich

Klappentext

Im Paris des Jahres 1743 gerät der Vampir Saint-Germain in eine Verschwörung mörderischer Satanisten. Obwohl es für Seinesgleichen gesünder ist, einer Entdeckung tunlichst aus dem Weg zu gehen, entspinnt sich zwischen dem Vampir, seinen skurrilen Verbündeten und den Teufelsanbetern ein mörderischer Kampf, den kaum jemand überleben wird… – Unterhaltsame Mischung aus Historien- und Horrorroman, erster Band einer inzwischen lang laufenden Serie; recht akkurat in, aber nicht besessen von der Darstellung des Zeitgenössischen, das Schwergewicht auf das Katz-und-Maus-Spiel lebendig und gestalteter Figuren legend, zurückhaltend im Schrecken, aber ohne Furcht vor drastischen Szenen.

Zum Inhalt: (Spoiler)Da ich vorher ein etwas moderneres Buch in der Wortwahl las, hatte ich erst etwas Schwierigkeiten mit der Umstellung. Aber das kam dann. Die Geschichte spielt im 18. Jhd. und dementsprechend hat die Autorin auch die Ausdrucksweise übernommen. Dieses überhöfliche und schleimende gesäusel der Etikette aus hohen Kreisen. Es war amüsant zu lesen und man hat über die kriecherische Art oft schmunzeln können.

Mit hat das Buch richtig gut gefallen. Was man hier aber nicht erwarten darf und kann – Vampirismus. Der Vampirfaktor in dieser Geschichte bewegt sich vielleicht bei 2-3%. Das Hauptaugenmerk wird auf den satanischen Zirkel geworfen. Die Mitglieder dort opfern Jungfrauen um in der Macht zu steigen. Dabei werden die Jungfrauen bis zum Verlust des Verstandes geschändet und gefoltert. Madeleine ist ein besonderes Opfer – schon vor ihrer Geburt dem Zirkel versprochen, muss sie bis zum Mittsonnenwende geopfert werden.

Madeleine ist ein bezauberndes Geschöpf. Im Kloster von Nonnen erzogen zu einer perfekten jungen Frau. Sie wird von ihrem Vater zur Einführung in die Gesellschaft und Verehelichung nach Paris, zu ihrer Tante geschickt. Aber die jungen Männer, die um sie Buhlen sprechen sie nicht an.

Saint Germain ist ein faszinierender Mann. Es ranken einige Gerüchte um ihn, aber nie ein Skandal. Er ist hier etwa Mitte 40 und sehr bewandert. Er spricht mehrere Sprachen, musiziert und schreibt auch Musikstücke wie kleine Opern. Madeleine ist fasziniert und auch schnell entflammt. Ach Saint Germain ist nicht abgeneigt. Und es kommt wie es kommen muss. Sie verbinden sich.

Hier haben wir aber einen typischen Vampir. Er hat mit dem Ableben die Fähigkeit des Beischlafes verloren. Er weckt die Leidenschaft durch den Akt des Bluttrinkens. Allerdings kann er bei Tage sich bewegen und hat auch keine Angst vor heiligem Boden oder Insignien. In seinen Stiefeln befindet sich Muttererde, die ihn auch  fliessendes Wasser überqueren lassen kann. Ein Spiegelbild hat er nicht. Er fasziniert die Frauenwelt durch seine perfekten Manieren und Ratschläge. Sein bevorzugter Kleidungsstil entspricht nicht der albernen farbigen Mode seines Geschlechtes. Er bevorzugt Schwarz und Weiss.

Als Madeleine dann entführt und gefangen gehalten wird, will er sie retten. Keine seiner Handlungen bedarfen allerdings irgendwie vampirische Fähigkeiten. Das einzige, das ihm zu nutzen ist, ist sein immenses Wissen durch die Jahre die er schon lebt. 1000-4000 Jahre – so genau geht das nicht hervor. Aber wenigstens 1000 Jahre.

Er kennt sich in Alchemie aus und ist in der Lage Diamanten herzustellen. Dafür hat er Zauberer engagiert.

Schafft er es Madeleine vor den Satanisten zu retten? Und wie gefährlich wird es für ihn?

Handlung: Was mich etwas unschlüssig zurück lies, waren einige Teile, die für den Verlauf dieser Geschichte unnötig waren. Die erwähnten Zauberer – das ganze um diese Zauberer hatte absolut keinen Sinn in dieser Geschichte. Sie haben sie nicht direkt betroffen. Da es sich aber um eine Reihe mit schon richtig vielen Bänden hat – könnte es natürlich sein, dass die Zauberer in späteren Bänden noch Bewandtnis haben. Hier jeden falls nicht. Auch dass Saint Germain ein Vampir ist – hatte wenig Einfluss auf die Story. Nur in den Fähigkeiten die er besass, was Sprache und Musik anging. Madeleine war nicht abgestossen über das Geheimnis – im Gegenteil. Sie ist eine sehr weltoffene und neugierige junge Frau. Ebenfalls hat die Autorin, für mich zuviel auf die Garderobe oder Ausstattung der Kutschen wert gelegt. Es war zu dieser Epoche in den hohen Kreisen der Pariser üblich wie ein Pfau ausgestattet zu sein. Das es Erwähnung findet ist ok. Aber die Details interessierten mich eher nicht.

Ansonsten fand ich die Handlung sehr faszinierend. Die Ausdrucksweise erinnert an Bücher der Brontes und Austen. Ich fühlte mich immer wie ein Beobachter, der die Szenen in den Salons und Hotels (so wurden die Stadtpalais damals genannt) Es war wie einen historischen Film zu sehen.

Was mir wirklich Probleme machte waren die Namen. Diese französischen Adelstitel – da steckte der wahre Horror dahinter.

Madelaine Roxanne Bertrande de Montalia.

Claudia de Montalia Comtesse d’Argenlac

Robert Marcel Yves Etienne Pascal Marquis de Montalia

Samson Guilbert Ègide Nicole Herriot Yves Marquis Chenu-Tourelle

Pierre Rene Maxime Ignace Ferrand Vivien Laurent Montlutin le Duc de la Mer-Herbeux

Schreibstil: Der Schreibstil ist dem Jahrhundert angepasst. Er lässt sich aber sehr gut lesen. Es wechselt immer zwischen Erzähler und Briefen hin und her. Was Anfangs etwas nervig war, dann aber die Spannung steigerte, da in den Briefen ja immer intensiver den Gefühlen ausdruck verliehen wird.

Atmosphäre: Es wurde geschickt mit Spannungselementen gearbeitet. Da gab es eine Verfolgung bei einem Reitausflug, an dem Madeleine teilnahm. Dann umgab Saint Germain immer etwas geheimnisvolles. Auch der Zirkel hat immer mit der Spannung gespielt. Saint Sebastien – der Vorstand des Zirkels war Abschaum im höchsten Maße. Aber er war für die Stimmung einfach nötig um die Spannung aufzubauen und zu erhalten.

Fazit:

Mich hat das Buch gefesselt und es hat Spass gemacht es zu lesen. Man taucht hier in die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts ein. Alles wird nach aussen hin schön gehalten, aber hinten rum weiss sowieso jeder über die Skandale bescheid. Das war immer das amüsante. Wer hier einen Vampirroman erwartet, der wird leider enttäuscht – Vampire und alles was man so von klassischen Vampiren erwartet, spielen eine absolut untergeordnete Rolle. Es handelt sich eher um einen historischen Roman. Hier werden die Abartigkeiten der elitären Gesellschaft aufgezeigt. Ein bisschen Romantik und Liebe ist vorhanden, aber auch nicht dominierend, sondern als Nebensache. +

Wer also auf historische Romane steht, mit geschickt gestalteten Spannungselementen, kann hier auf jeden Fall zugreifen. Nur bitte keine Vampirstory erwarten – da wird man enttäuscht.

Zitate

Madelaine sagte: »Wenn Ihr bereits Mut benötigt, um mich anzusprechen, dann möge der Himmel Frankreich auf dem Schlachtfeld beistehen.«

Ob wir im Wohlstand schwelgen oder in Fluten ertrinken, der Fluss ist immer der gleiche. So verhält es sich auch mit dieser Macht. Und wenn sie uns erhebt und uns die Augen öffnet für Güte und Wunder, so dass wir geadelt sind und zu Freundlichkeit und Erhabenheit angeregt werden, so nennen wir sie Gott. Aber wenn wir sie für Schmerzen und Leiden und Erniedrigungen verwenden, nennen wir sie Satan. Die Macht ist beides. Die Art, wie wir sie anwenden, entscheidet allein, ob sie das eine oder das andere ist.«

Text zweier Briefe des Comte de Saint-Germain an seinen Leibdiener Roger und seinen Majordomus Hercule, gleichzeitig mit der rechten und der linken Hand geschrieben und auf den 25. Oktober 1743 datiert:

Saint Sebastien! Das Grauen ließ ihr die Knie weich werden, und sie merkte, wie sie gegen die Schulter ihres Jagdhengstes taumelte. Sie erkannte, dass sie fliehen musste. Sie durfte von diesen gottverlassenen Männern nicht gefasst werden.

Ich weiß, dass es die Pflicht der Gattin ist, das Urteil des Ehemannes anzuerkennen und sich demütig seinen Anordnungen unterzuordnen.

Als ich zu einem Vampir wurde, büßte ich gewisse Fähigkeiten der Lebenden ein. Die meiste Zeit erachte ich das nicht als Widrigkeit. Doch um deinetwillen könnte ich mir wünschen, ein Mann zu sein und dich mit aller leiblichen Lust zu lieben.«

»Ihr solltet euch nur sehen in euren feinen Roben, aus denen eure Männlichkeiten, wenn man sie so nennen will, wie kleine Vögel in die Welt starren.«

Ich werde nie wieder die Kürze der Stunden fürchten müssen, ich werde Zeit haben zum Lernen, zum Studieren, zum Erkennen, zum Sehen all dessen, was es zu sehen gibt.

Charaktere

Le Comte de Saint-Germain (Prinz Ragoczy aus Transsilvanien) – Was mich noch mehr faszinierte ist, dass es ihn tatsächlich gab und auch die Geheimnisse um ihn. Seine Beidhändigkeit, die Musikgabe und das Sprechen mehrerer Sprachen. Auch soll er behauptet haben 3-4000 Jahre alt zu sein. Das hat die Autorin alles sehr geschickt in ihren Roman einfliessen lassen.

Beverly Sattin – ein Zauberer aus der Gilde, die bei Saint-Germain unterschlupf bekommen um die Diamanten herzustellen

Baron Beauvrai – einer der Jünger von Saint Sebastien

Saint Sebastien – Der Vorstand des satanischen Zirkels. Er ist ein wahrer menschlicher Abschaum, der viel Spass hat anderer Leben zu zerstören. Seine Macht ist die Angst, die er unter seinen Ergebenen erzeugt. Durch die Opferung von Jungfrauen will er Macht und ewiges Leben erlangen

Madelaine Montalia – Die junge Frau wurde behütet auf dem Land erzogen, ist aber schon vor ihrer Geburt dem Zirkel versprochen worden. Ihr Leid und Tod wird die ultimative Macht freisetzen. Sie ist sehr sympathisch, etwas vorlaut und bevorzugt die Nähe von Saint Germain

Roger – die rechte Hand Saint-Germains. Er ist sein Vertreter und engster Verbündeter. Er wurde einst von Saint-Germain gerettet und aufgenommen.

Hercule – ehemaliger Kutscher von Saint Sebastien. Er wurde von ihm brutal verstümmelt in dem er ihm die Kniescheiben zertrümmerte. Saint-Germain nimmt ihn bei sich auf und er wird ein enger Vertrauter

de Vandonne, Châteaurose, Jueneport, de la Sept-Nuit, Achille Cressie – Alles Jünger des Zirkels, die abartige sexuelle Anwandlungen haben.

Le Grâce – ein abtrünniger Zauberer, der das Geheimnis der Diamantherstellung verraten will.

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