Das Haus der Seelen Teil 22

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Beim letzten Mal wurden die Freunde voneinander durch Manfred Jakob getrennt. Wanda ist ihm jetzt vollkommen alleine ausgesetzt. Wird sie es schaffen ihn zu vernichten und werden ihre Freunde ihr helfen können? 


Wanda schüttelte es. Manfred hatte versucht sich an Amelia zu vergehen. Jetzt wurde ihr einiges klar. Manfred war eifersüchtig. Er wollte seine Tochter als Frau. Oh mein Gott.  Wanda wurde schwindelig. Sie hatte ein eigenartiges Gefühl. Sie versuchte Manfred von sich zu stossen. Aber sie griff durch ihn hindurch.  Wieder hatte sie einen Flashback. Sie sah Moritz wie er Amelia abfing. Sie war in Tränen aufgelöst. Moritz sah Manfred aus dem Schatten des Baumes treten, betrachtete die ängstlich aufgerissenen Augen von Amelia und legte seinen Arm besitzergreifend und sichernd um sie und zog sie mit sich fort.

Wanda kam wieder zu sich und spürte Manfreds Hände um ihren Hals gelegt. Er drückte – immer fester. Wanda wurde schwindelig. Sie versuchte ihre Finger zwischen ihren Hals und seine Hände zu zwängen, aber seine Hände waren wie Schraubstöcke. Sie war kurz davor ihr Bewusstsein zu verlieren. Sie bekam keine Luft mehr. Sie wurde Ohnmächtig.

Sie wurde wieder wach. Lag am Boden. Der Boden war verschmutzt. Der Staub wirbelte um sie herum. Sie musste husten. Auf einmal spürte sie wieder die Hände um ihren Hals. Sie wurde erhoben und schwebte in der Luft. Wieder röchelte sie. Er folterte sie in dem er den Druck von ihrem Hals löste und wieder fester drückte. Sie befand sich mittlerweile im ständigen Zustand der Ohnmacht. Ihre Kraft schwand und ihre Lebensenergie wurde ihr von  Jakobs Geist entzogen. (Alternatives ENDE)

Sie starb.

Wandas Geist verließ ihren Körper. Sie sah ihren Körper am Boden liegen und neben ihm stand der Geist von Manfred Jakob. Er strahlte regelrecht und sah sich sofort um nach Wanda. Sie verzweifelte. Vor ihren Augen lief ein Film ab. Eine Zukunft die sie nie erleben wird. Moe, Kinder, Grillabende eine Ausbildung zum Medium.  Ihr liefen Tränen über die durchsichtige Wange. Ihre Chance zum Glück war vorüber. Aber sie würde wenigstens versuchen Jakobs Geist zu vertreiben. Es wurde Zeit, dass er in der Hölle verschwand. Sie wurde so wütend über ihr verlorenes Leben. Sie spürte wie die Wut in ihr zu einer gewaltigen Macht anwuchs. Manfred sah sie – lächelte teuflisch und wollte gerade auf sie zukommen als er heftig gegen die Wand geschleudert wurde. Im selben Moment öffnete sich die Tür. Moe und Paul stürzten hinein. Madame Morell stand im Türrahmen und verstreute das Salz.

Ihre drei Freunde stürzten in den kleinen Raum.  Moe sah Wanda auf dem Boden liegen und stürzte auf sie zu. Er fiel auf die Knie und nahm sie in den Arm. Er schüttelte sie und schrie: „Wanda, Wanda. Oh nein – mein Schatz. Ich wollte doch….und jetzt. Das kann nicht sein. Ich – „ Paul stürmte zu seinem Freund und legte tröstend den Arm um ihn. Er fasste Wanda an die Halsschlagader und schüttelte den Kopf in Richtung Madame Morell. Dann sahen sie alle nach oben. Sie sahen Jakobs Geist und den von Wanda, die sich gegenüber standen.  Die Geister schienen die Eindringlinge gar nicht zu bemerken. Moe schrumpfte zusammen. Er sah seine Liebe oben an der Decke schweben. Sie war tot. Aber nicht geschlagen. Er konnte ihren wütenden Gesichtsausdruck erkennen. Er konnte erkennen, dass sie gegen Jakob kämpfen wollte. Er wollte aufstehen. Er wollte sie rufen, in seine Arme schliessen. Er trauerte um jeden Kuss, den er ihr nicht gegeben hatte. Er sackte zurück und umschlang Wandas Körper. Er wiegte sich mit ihm hin und her und weinte.

In der Zwischenzeit baute Madame Morell einen kleinen provisorischen Altar auf. Darauf verteilte sie ihre Kräuter, Salz, Eisen. Dann fing sie an einige Beschwörungen zu murmeln. Die Luft lud sich elektrisch auf. Wanda schaute nach unten und beobachtete kurz ihre Liebsten. Dann nahm sie die Energie, die von Madame Morell entfacht wurde auf. Sie zog sie an sich – bündelte sie und warf sie aus. Sie konnte diese Energie tatsächlich als Waffe verwenden. Und sie tat es. Sie schleuderte einen Energiestoss in Richtung Manfred Jakob.

Er wurde zurück geworfen. Schnell versuchte er die Situation zu erfassen. Er versuchte die Energie sich selbst zu Nutze zu machen, aber Madame Morell verhinderte es durch ihre selbst gegossenen Eisen-Salz-Pfeile. Jedes Mal wenn sie ihn traf flackerte sein Schemen als würde er selbst Energie verlieren. Wanda sammelte auch diese Energie, bündelte sie und liess sie auf  Jakob frei. Er wurde schwächer. Dann flog sie in seine Richtung. Sie stürzte sich auf ihn. Noch immer war sie voller Energie. Sie schien magisch erfüllt zu sein. Dies bewirkten die magischen Beschwörungen, die Madame Morell wieder aufgenommen hatte.

Manfred und Wanda schwebten über den drei Sterblichen und es sah aus wie ein Tanz. Aber ein tödlicher. Wanda war entschlossen. Sie hielt ihn fest und liess die gesammelte Energie in ihn fliessen. Manfred schrie und zuckte. Aber er war stark. Sie konnte ihn nicht besiegen.

In der Zwischenzeit hatte Madame Morell ein Pentagramm auf den Boden gemalt. Kristalle lagen an den Ecken des Sterns und Salz war darum verstreut. Eine kleine Lücke in dem verstreuten konnte Wanda erkennen. Sie verstand. Schnell schleuderte sie Manfred von sich. Dann versuchte sie ihn in Richtung des Pentagramms zu treiben. Manfred hatte es noch nicht entdeckt. Er war vor Hass ganz blind und sah nicht was um ihn herum geschah. Er stürzte auf Wanda. Sie befand sich am Rand des Pentagramms und lockte ihn. Als er in dem Kreis war – schloss Madame Morell den Salzkreis und legte in die letzte Ecke des Sterns einen Kristall.

Sofort entstand ein elektrisch geladenes Gebilde. Es sah aus wie ein Käfig. Das interessanteste war, dass Jakob daraus nicht entkommen konnte. Wandas Geist stand vor dem Gefängnis und betrachtete Manfred Jakob. Dieser tobte und schäumte vor Wut. Dann sah er sie und wurde ruhig.

Fortsetzung folgt

Das Haus der Seelen Teil 17

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten Mal geschah.

Amelia und Moritz haben an einem alten Pavillon ein frisches Grab gefunden. Darin befand sich die Leiche der kleinen Rose. Es kann nur Manfred Jakob gewesen sein. Was werden sie tun? 


„Gut – was haben sie jetzt vor?“

„Erst mal brauche ich einen Drink“ meinte sie. Sie ging an den Globus. Öffnete ihn und nahm einen Bourbon und goss ihn in zwei Gläser. „Hier. Und jetzt stoßen wir erst mal auf Moritz und Amelia an. Es wird Zeit, das Fräulein ein zu motten. Ich bin Amelia und du Moritz“ sie hielt ihm ihre Hand hin und er nahm sie in seine. Länger als es schicklich war. Dabei sah er ihr tief in die Augen. Er mochte sie schon sehr lange. Länger als sie ihn. Er ahnte, dass sie Gefühle für ihn entwickelte. Und er freute sich sehr darüber. „Gut. Wie willst du das Problem mit deinem Vater lösen?“ „Ich bin mir noch nicht sicher. Vielleicht vergiften? Oder irgendwie einen Unfall.“ „Nein“ meinte Moritz. „Ich kenne jemanden aus der Bar in die ich mit Peter manchmal gehe. Eine Zwielichtige aber da kann man mal aus seiner Haut schlüpfen. Den kann ich engagieren. Der würde sich um Manfred Jakob kümmern. Diskret und ohne dass man es auf uns zurück führen kann. Den werde ich anheuern“ „Kann man ihm trauen. Es ist ein großer Auftrag und ein bekannter Mann. Nicht, dass er mich dann erpresst.“ „Auf keinen Fall. Ich traue ihm. Er hat mir schon paar Mal den Allerwertesten gerettet. Ich werde heute Abend hingehen“ „Ich komme mit“ „Auf keinen Fall. Eine Dame in der Gegen fällt auf wie ein bunter Hund und es ist nicht sicher. Zuviel betrunkene Kerle. Bleib hier – ich kümmere mich darum. Dann seid ihr endlich frei und er bekommt seine gerechte Strafe.“ Sie sammelte all ihren Mut und ging auf Moritz zu. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte ihm einen scheuen Kuss auf die Lippen und verließ den Raum.“

Moritz war perplex. Am liebsten wäre er die Stufen hinunter gesprungen. Aber er musste unauffällig das Haus verlassen. Aber dies gelang ihm nicht. Am Fuss der Treppe in der Halle stand Alfred Jakob. Er wartete auf Moritz.

„Was machen sie hier? Sie waren nicht gemeldet. Haben sie in meinem Haus und auf  meinem Grundstück geschnüffelt?“

„Guten Abend Herr Jakob. Ich traf ihre Tochter und wir haben uns unterhalten.“

„Sie halten sich fern von Amelia. Sie hat was Besseres verdient. Sie ist meine Tochter und ich untersage ihnen den Kontakt zu ihr. Haben sie verstanden?“ „Herr Jakob. Ich glaube, dass Amelia alt genug ist selber zu entscheiden ob sie mich sehen will.“ „Dafür vielleicht, aber ohne meine Erlaubnis haben sie kein Recht sich auf meinem Grundstück aufzuhalten. Und diese Erlaubnis entziehe ich ihnen in diesem Moment. Sie sind nicht Willkommen in meinem Haus, und sehe ich sie noch einmal hier, dann wird das schwerwiegende Konsequenzen nachziehen.“ „Sie drohen mir. Was wollen sie  machen?  Mich töten und am Pavillon vergraben.“ Kaum hatte er es ausgesprochen merkte Moritz, dass er einen schweren Fehler begangen hatte. Herr Jakob wurde bleich und dann rot vor Wut. Er schnappte sich seinen Stock und wollte in dem Moment auf Moritz losgehen, als Amelia in der Halle erschien. „Vater! Wage es nicht. Wir haben Rose gefunden und wir haben dich gesehen. Ich an deiner Stelle würde hier nicht Hand an Moritz legen. Das solltest du dir gut überlegen“.

Manfred Jakob hielt inne, überlegte kurz, schaute zu seiner Tochter und drehte sich wutschnaubend um. Er verließ die Halle.

Amelia atmete aus und merkte erst jetzt dass sie zitterte. Moritz war schnell an ihrer Seite, als er bemerkte, dass ihre Beine nachließen. „Du solltest jetzt gehen, bevor er es sich anders überlegt und mit seinem Gewehr wieder kommt. Schnell. Kümmere dich um deinen Kontakt. Es wird jetzt wirklich gefährlich für uns alle.“ Moritz traute sich einen Kuss auf ihre Wange zu drücken und verließ schnell das Haus.

Wanda kam zurück aus der Trance. Sie erzählte was sie erfahren hatte. Man konnte also davon ausgehen, dass Moritz einen Auftragskiller engagiert hatte. Das könnte natürlich erklären, warum Jakob einfach verschwunden war, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen.

„Was meint ihr? Soll ich noch mal zurückgehen, oder wissen wir genug?“

„Die Entscheidung liegt bei dir. Wenn du Gewissheit über das Ableben von Jakob möchtest? Aber es könnte so schon reichen. Ich bin mir sicher, dass Jakob ermordet wurde. Und da er wohl den Betrug seiner Tochter herausfand ist er dementsprechend fest hier verankert. Und seine Wut auf Amelia – also dich, Wanda – nährt das natürlich. Und als Geist hat er ja auch andere Möglichkeiten an die Wahrheit zu gelangen. Obwohl es da auch schon Fälle gab, bei denen Geister falsch interpretiert haben. Aber hier können wir davon ausgehen, dass er alles erfahren hat was er benötigt um die nötige Wut zu erlangen. Er hat erfahren, dass Moritz involviert war und da Peter sein bester Freund war, wird er gewiss mit geholfen haben. Das erklärt die seltsamen Unfälle. Wahrscheinlich ist Amelia dann mit den Harpers nach Amerika, nach dem die Mutter verstorben war. Einfach um sich in Sicherheit zu bringen. Natürlich kannst du noch mal zurückgehen um das zu bestätigen“

„Nein, ich denke du hast Recht. Wir sollten jetzt langsam mal Nägel mit Köpfen machen. Manfred Jakob muss aus  meinem Leben verschwinden. Es wird Zeit. Lasst uns einen Plan machen, und Morgen dann los legen.“

Die vier setzten sich an den Küchentisch und beratschlagten bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen packten sie ihre Taschen und noch einigen Utensilien, die Madame Morell noch zu Recht gelegt hatte.

*

„Oh  Mann, ich habe kaum geschlafen“ meinte Paul. „Wenn ich nur an den Psycho Dok denke. Ich möchte gar nicht wissen, was uns jetzt erwartet. Ich hoffe wir kommen da Lebend wieder raus.“ Pauls stimme zitterte leicht. Im steckte sein letztes Erlebnis noch tief in den Knochen.

Wanda streichelte ihm sanft über den Arm und drückte ihn. „Wir schaffen das schon. Wir sind zusammen echt schon stark. Mit Madame Morells Hilfe.“

Er nickte und ging voraus. Sie stiegen in Moes Wagen und fuhren Richtung Jakobvilla. Es herrschte eine bedrückende Stille in dem Wagen. Jeder hing seinen Gedanken nach.

 

FORTSETZUNG

Das Haus der Seelen Teil 16

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten  mal geschah:

Wanda ist in der Zeit zurück gewandert. Sie ist wieder Amelia. Rose ist verschwunden. Sie hat eine furchtbare Ahnung und Moritz unterstütz sie bei der Suche. Sie machen eine grausame Entdeckung.

Es war schwierig an den Pavillon zu gelangen. Die Gärtner hatten wohl die Anweisung hier nicht für die Pflanzen zu sorgen. Das sprach natürlich umso mehr für ihre Theorie, dass die Leichen hier vergraben waren.  Natürlich hatten sie keine geeigneten Werkzeuge dabei um ein Grab auszuheben. Aber es würde erst mal reichen überhaupt etwas in dieser Richtung zu finden. Sie kamen an dem Pavillon an.

„Schau – ist er nicht wunder schön. Er ist zwar schon ziemlich herunter gekommen, aber er wirkt immer noch so romantisch.“ Sie schaute zu Moritz und wurde rot. Es löste immer ein wohliges Gefühl in der Magengegend aus wenn sie ihn betrachtete. Ob er auch so für sie empfand? Sie würde es sich so wünschen. Dann könnte er sie endlich aus den Klauen ihres Vaters befreien. Sie wünschte Rose würde noch leben, dann hätte sie sie auf jeden Fall mitgenommen. Aber sie war sich ziemlich sicher, hier ihre Leiche zu finden.

Sie standen sehr nah beieinander. Sie konnte seine Wärme spüren. Würde er sie in den Arm nehmen? Und plötzlich war der Zauber vorüber.

„Schauen sie, Fräulein Jakob. Da ist ein frischer Erdhaufen. Das könnte ein Grab sein. Kommen sie. Wir sehen uns das an.“

Sie erwachte aus ihrem kleinen Traum und musste sich erst wieder orientieren und sah dann den Hügel, den er meinte. Sie gingen hin. Er kniete sich nieder und war sich nicht zu fein um in der Erde zu wühlen. Er grub tiefer und tiefer. Endlich konnte man etwas erkennen. Da lag etwas. Und in diesem Moment brach Amelia zusammen. Es war das Kleid das Rose an dem Tag anhatte. Sie fiel auf die Knie und grub. Sie war wie besessen. „Rose, Rose. Rose!“ Sie schluchzte und konnte nichts mehr erkennen, da ihre Augen von den Tränen blind waren. „Oh nein, Moritz. Es ist meine kleine Rose. Er hat sie getötet. Dieser Teufel. Er hat sie getötet.“ Ihre Stimme versagte. Er nahm sie in den Arm und wiegte sie hin und her. Langsam beruhigte sie sich. „Was sollen wir machen?“ fragte sie. „Ich weiss nicht. Vielleicht die Polizei rufen?“ „Er wird es leugnen. Schliesslich hat er sie als Vermisst gemeldet. Er wird es auf einen Rumtreiber oder einen Angestellten schieben. Ich muss was unternehmen. Er muss verschwinden.“ Moritz sah sie an. Was er sah war eine entschlossene Frau. Sie würde etwas unternehmen und er würde sie dabei unterstützen.

Sie waren gerade dabei das Gelände wieder zu verlassen, als sie einen Schatten sahen. Er kam direkt auf sie zu. Schnell zog Amelia Moritz hinter den Pavillon. Aber sie konnten nicht verhindern, dass das offene Grab zu sehen war. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass jemand kommen würde und dementsprechend auch das Grab nicht wieder hergerichtet.

Der Schatten blieb an dem offenen Grab stehen. Er drehte sich und blickte sich um. Er schaute auf den Boden. Dieser war voller Fussabdrücke, aber man konnte nicht mehr erkennen, in welche Richtung sie sich bewegt hatten. Dafür war alles zu verwischt. Aber Amelia konnte, dank dem Vollmond, genau erkennen wer da an dem kleinen Grab stand. Es war ihr Vater. Und er sah aus wie der Leibhaftige. Gewaltig, schwarz, beängstigend. Fast meinte sie, dass ihm Dampf aus der Nase austrat, so wütend war er. Schnell schaufelte er das Grab wieder zu, blickte sich noch mal um und entfernte sich schnell wieder. Amelia wollte ihr Versteck verlassen, aber Moritz hielt sie zurück. „Warte noch, nicht dass er uns eine Falle stellt“ flüsterte er. Sein Mund so nah an ihrem Ohr ließ sie erschaudern. Sie war froh, nicht alleine zu sein.

Nach einigen Minuten spürte Amelia ihre Beine nicht mehr. Sie richtete sich auf und schaute sich um. Jakob schien nicht mehr da zu sein. Die beiden schlichen sich wieder zurück in das Haus. Sie gingen wieder in die Bibliothek um sich zu beraten.

Fortsetzung 

Das Haus der Seelen Teil 15

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten mal geschah:

Wanda hat sich in die Vergangenheit zurück führen lassen. Es ging darum zu klären, ob sie eine Nachfahrin oder dir Reinkarnation von Amelia ist. Bei Recherchen haben sie auch endlich ein wenig über den mysteriösen Amerikaner in Erfahrung bringen können. 

Amelia stand in der Küche – Ihr Vater sah es nicht gerne, wenn sie sich mit dem Personal „abgab“. Aber sie war gerne dort. Die Köchin hatte immer leckere Sachen zum Naschen und tolle Geschichten. Auf einmal hörte sie ihre Mutter schreien. Schnell rannte sie in das Obergeschoss. In das Zimmer von Rosemarie. Es war leer.

„Mama, was ist denn los?“

„Sie ist weg. Ich habe schon das ganze Haus abgesucht, aber sie ist weg. Mein Baby ist weg. Wo ist sie hin. Was hat er mit ihr gemacht. Wo hat er sie hingebracht?“

„Von wem redest du?“

„Von deinem verfluchten Vater. Er hat sie mir weggenommen. Er hat, er hat, er hat ihr bestimmt etwas angetan. Er ist ein Dämon.“  Sie schluchzte und zitterte. Schnell rief sie nach der Zofe ihrer Mutter. „Bringen sie sie bitte in ihr Zimmer und geben sie ihre etwas zur Beruhigung. Haben sie meinen Vater gesehen? „ Die Zofe schüttelte den Kopf. „Nein Fräulein Jakob“.

Amelia lief durch das Haus auf der Suche nach ihrer Schwester und ihrem Vater. Sie fragte jeden der Angestellten die ihr entgegenkamen, aber keiner hatte sie gesehen. Sie wurde immer unruhiger. Es war nicht Rosemaries Art einfach zu verschwinden, dafür war sie zu ängstlich. Sie blieb immer in ihrem Zimmer oder in Mutters Nähe. Sie fürchtete sich sehr vor Vater.

Als Amelia ins Gartenzimmer kam, stockte sie. Dort lag Rosemaries Puppe. Ohne sie war sie eigentlich nie anzutreffen. Es wirkte immer, als dächte sie, diese Puppe würde die Schläge und Schimpfe für sie annehmen. Das gab es nicht, dass die Puppe ohne Rosemarie wäre und auch nicht so lieblos hingeworfen.

„Rosemarie? Rosemarie? Kleines wo bist du? Ich habe deine Puppe hier. Sie ist alleine und hat Angst. Komm doch um sie zu holen.“ Aber Rosemarie blieb weg. Keine Spur von ihr. Das einzige was sie fand, war ein Glas Whiskey auf dem Tisch und eine qualmende Zigarre im Aschenbescher – ihr Vater war hier gewesen. Mit Rosemarie – Alleine.  Rosemarie ist nie wieder aufgetaucht.

Wanda kam aus der Trance zurück. Ihre Wangen waren nass von den Tränen, die sie wegen Rosemaries verschwinden vergossen hatte. Sie ahnte, dass Manfred Jakob etwas mit dem Verschwinden zu tun hatte. Aber wenigstens schien Rose ihren Frieden gefunden zu haben, da ihr Geist nirgends aufgetaucht war.

„Madame Morell, Moe, Paul – ich weiss nicht genau was mit Rose passiert ist. Allerdings bin ich mir mehr als sicher, dass Jakob etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hatte.“

„Hast du was über Peters und Moritz Tod gesehen? Und diesem Walt – hast du über ihn noch was entdecken können?“ Fragte Moe etwas zu impulsiv.

„Nein, dafür müsste ich noch mal gehen. Aber ich weiss nicht ob das noch klappt. Aber warum sollte es nicht klappen?“

„Wir können es noch mal versuchen, aber es gibt bei den beiden kein Geheimnis. Sie sind beide ums Leben gekommen. Wir können ziemlich sicher sein, dass auch da Jakob seine Finger im Spiel hatte. Allerdings schon als Geist. Da er ja zu dem Zeitpunkt selbst schon verschwunden war. Das wäre eher eine Reise die wir nochmal machen sollten. Was ist mit Manfred Jakob geschehen? Wenn ich seine Gebeine finden würde, könnte ich den Geist austreiben. Vielleicht würde es klappen. Wie sieht es aus Wanda? Willst du schauen, was mit Jakob geschah?“

„Wäre wahrscheinlich das Beste. Lass mich noch mal rein. Ich schaue ob ich was über sein Verschwinden erfahren kann. Vielleicht sehe ich auch euer Schicksal.“

„Gut. Dann entspanne dich.“ Madame Morell führte Wanda erneut in ihre Vergangenheit. Speziell zu dem Datum an dem Manfred Jakob verschwand. 25. Januar 1789 wurde er das letzte Mal gesehen. Wanda öffnete die Tür. Sie stand im Arbeitszimmer ihres Vaters. Sie schaute an sich hinunter – Sie war wieder Amelia. „Vater – hast du etwas über Rosemarie herausfinden können?“

„Mein Gott, Amelia. Du nervst mich jetzt schon seit Tagen deswegen. Sie ist bestimmt weg gelaufen. Sie ist in der Pubertät und da sind alle irgendwie komisch. Die Polizei weiss Bescheid und mehr mach ich auch nicht. Ihr zwei seid viel zu verwöhnt. Paar Tage unter einer Brücke wird sie schon wieder zur Vernunft bringen. Dann kommt sie wieder nach Hause gekrochen. Ich werde sie schon gebührend empfangen.“

„Bist du sicher, nicht zu wissen, was aus ihr geworden ist. Du bist der letzte der sie gesehen hat. Hast du was mit ihrem Verschwinden zu tun. Ich traue dir nicht. So oft wie du uns schon geschlagen und beschimpft hast. Was hast du mit ihr gemacht? Wo hast du sie hingebracht? Sei einmal im Leben ehrlich und sag mir wo du meine kleine Schwester vergraben hast.“

„So – du glaubst mich durchschaut zu haben. Besser wäre es, du wärst nicht so neugierig. Denn da wo Rose ist, ist noch genügend Platz für dich. Keiner wird sich wundern, wenn ich ihnen sage, dass wir Rose gefunden haben und du mit ihr zur Genesung das Land verlassen hast. Nach Übersee. Ich schicke euch einfach mit den Harpers nach Amerika. Nie wird jemand nach euch suchen. „

„Du Monster. Was hast du  mit ihr gemacht. Sie war doch noch ein kleines Kind, das du mich misshandelst und unterdrückst ist schon schlimm genug, aber ich bin alt genug damit fertig zu werden, aber die kleine Rose. Was hast du ihr angetan.“ Sie war an ihn heran getreten und schlug auf seine Brust ein. Jakob wurde immer wütender. Er holte aus und schlug zu. Er traf sie so fest im Gesicht, dass sie Nasenbluten bekam und auf dem Boden landete. Sie schaute ihn entsetzt an. „ Da ist er ja wieder, der Schläger. Du hast sie getötet. Sag! Du hast sie getötet.“ Amelia fing an zu schluchzen. Dann rappelte sie sich auf und verliess schnell das Zimmer, bevor er wieder Hand anlegen konnte.

Sie rannte in die Halle und wollte gerade das Haus verlassen, als Moritz an der Eingangstür erschien. Sie lief geradewegs in ihn hinein. Er wäre fast rückwärts die Stufen hinunter gefallen und fing sie noch auf bevor sie über ihn stolperte.“

„Fräulein Jakob. Was ist los, was ist mit ihrem Gesicht. War das ihr Herr Vater?“

Amelia schaute ihn verwundert an. Woher wusste er das?

„Jeder weiss es. Die Angestellten reden. Solch ein Familiengeheimnis bleibt kein Geheimnis, wenn man Angestellte hat.“

„Ja natürlich. Ich bin mir sowieso sicher, dass er auch an manchem sonderbaren Verschwinden der Angestellten schuld ist. Wenn wir nur die Stelle finden würden wo er sich ihrer entledigt.“

„Lassen sie uns in die Bibliothek gehen. Da finden wir doch bestimmt ein Grundriss des Grundstücks.  Vielleicht finden wir einen etwas abgelegenen Ort, wo er sie vergraben hat.“

Sie gingen beide wieder rein und schlossen die Tür der Bibliothek hinter sich.

„Sehen sie. Hier hinten, in der Ecke, da steht ein Pavillon. Ich wusste gar nicht, dass dort so etwas steht.“

„Oh – der ist schon verfallen. Ich habe als kleines Mädchen da immer gespielt. Aber er hat es mir verboten, da es zu gefährlich wäre. Seit dem bin ich nie wieder dort gewesen. Das wäre ein ziemlich idealer Platz. Lassen sie uns dorthin gehen“

Schnell nahmen die beiden ihre Warmen Umhänge und Moritz war noch so besonnen eine Laterne mit zu nehmen, denn es würde nicht mehr lange bis zur Dämmerung brauchen.

Fortsetzung

Das Haus der Seelen Teil 14

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Es wird Zeit, das ganze voran zu treiben. Ich mag meine Leute und trenne mich schwer.

Für das richtige Feeling empfehle ich nochmal  hier hinein zu hören…

Was ist das letzte mal geschehen?

Madame Morell hat einen alten Freund kontaktet. Da sich Jakobs Geist physisch materialisieren kann muss man auf alles vorbereitet sein. Aber erst müssen wir noch bisschen mehr aus der Vergangenheit erfahren. Folgt Wanda in die Vergangenheit. Es wird spannend.

**

„Ok Wanda. Bist du soweit?“ Wanda nickte. Moe und Paul hatten sich in die hinterste Ecke gesetzt um nicht zu stören. Moe wirkte sehr angespannt. Irgendwas beunruhigte ihn.

„Bleib ganz locker und entspann dich. Schliesse die Augen und atme tief in den Bauch ein und tief wieder aus. Tief ein, tief aus. Tief ein, tief aus. Lass dich fallen. Bleib ganz locker. Deine Arme und Beine werden warm und weich. Du hast kein Gefühl mehr und kannst dich nicht bewegen. Aber du hast keine Angst, du fühlst dich sicher und entspannt. Du bekommst alles um dich herum mit. Solltest du Angst bekommen und dich unwohl fühlen, kannst du jederzeit abbrechen. „ Wanda nickte.

„Du befindest dich in einem Raum mit vielen Türen. Gehe zu der Tür direkt vor dir und öffne sie. Wo bist du?“

„Ich bin in der grossen Halle. Alles ist schön geschmückt. Es ist Weihnachten. Der Baum in der Halle ist toll. Mein Vater lässt da nichts auf sich kommen. Alles soll perfekt sein. Wenigstens nach aussen.“

„Dreh dich um, siehst du den Spiegel an der Wand? Schau hinein und sag mir wer du bist.“

„Ich sehe ihn. Natürlich. Ich bin Amelia Jakob. Ich sehe gut aus. Ich bin in grün und rot gekleidet und meine Haare fallen in schönen leichten Locken. Das hat die Zofe gut gemacht. Vielleicht wird es ein schönes Weihnachtsfest. Ich hoffe es. Es werden noch Nachbarn kommen. Die Familie Schwindt und die Familie Kurt. Ich mag den Sohn der Schwindts. Ich glaub er mag mich auch. Er macht mir immer schöne Augen. Er flirtet. Moritz. Ich mag Moritz. Und Peter. Er ist der Sohn der Kurts. Er ist wie ein Bruder für mich. Wir haben immer als Kinder zusammen gespielt. Das war ein Spass. Papa hat das gar nicht gemocht. Er wollte immer, dass ich bei ihm im Zimmer sitze. Oder in meinem und da Handarbeiten erledige. Ich durfte nie Spass haben. Das war unziemlich. Meine Knöchel waren zu sehen beim rumtollen. Einmal hat er mich erwischt, wie ich auf einen Baum kletterte. Ich konnte eine Woche nicht sitzen, so sehr hat er mich betraft. Ich hasse ihn. Aber Moritz wird mich bestimmt heiraten, dann kann ich hier endlich weg. Ich hoffe Moritz wird es machen. Ich hoffe es so sehr.“

„Amelia? Geh zurück in den Raum mit den Türen, öffne eine andere und lass uns sehen was es dahinter gibt. Was siehst du dort Liebes?“

„Papa ist wieder wütend. Ich komme in das Zimmer. Der Salon. Er hat Mama geschlagen, sie liegt blutend auf dem Boden. Ich renne zu ihr und werfe mich über sie um sie zu schützen. Er merkt es nicht gleich in seiner Wut und trifft mich. Dann erst stoppt er und es ist als würde er wach werden. Er zieht mich an den Haaren hoch und dann schüttelt er mich. Er schimpft und schüttelt. Ich bekomme Kopfschmerzen davon. Hör auf, hör auf Papa. Du tust mir weh.“

„Ich halte das nicht aus.“ Flüsterte Moe und Paul hielt ihn zurück. „Lass es Moe. Wanda schafft das. Sie muss sich von diesem Geist befreien. Was soll sonst aus ihr werden? Was soll aus euch werden?“

„Amelia? Geh doch bitte wieder zurück und öffne die Tür links von dir. Sie wird uns zeigen was mit dir passiert ist.“

„Gut, ich öffne die Tür. Ich kann sie nicht öffnen, sie ist verschlossen. Ich bin nicht stark genug. Jemand zieht von der anderen Seite. Ich kann nicht.“ Die Stimme wurde panisch.“ Ich kann sie nicht öffnen. Helft mir sie zu öffnen. Warum bekomme ich sie nicht auf. Wer zieht an der andern Seite. Lass los, lass mich rein.“ In dem Moment schlug Wanda die Augen auf. „Was war das?“

„Das weiss ich nicht so genau. Entweder ist es deine Erinnerung gewesen, die das Öffnen blockierte, oder der Geist Jakobs hat es irgendwie verhindert. Wir können es nachher noch mal versuchen. Aber unsere primäre Frage wurde beantwortet. Du bis Amelia. Was wiederum erklärt warum du keine Unterlagen von ihr aus Amerika finden konntest. Sie hat das Land nie lebend verlassen.“

„Bist du dir sicher?“ Fragte Wanda Madame Morell. „Kann es nicht sein, dass Amelia ihm entkommen ist und er deswegen so auf mich fixiert ist?“

„Diese Idee klingt nicht schlecht, aber wieso gibt es dann keine Unterlagen zu ihrem neuen Leben?“

„Ich weiss nicht. Es ist Übersee. Vielleicht ist über diese lange Zeit einfach etwas verloren gegangen.“

„Hm. Vielleicht erfahren wir bei einem erneuten Versuch mehr?“ Meinte Madame Morell.

„Meinen sie ich werde die Tür öffnen können. Ich will unbedingt wissen was passiert ist. Es ist beängstigend aber auch so spannend. Was ist mit meinem Ich geschehen. Lassen sie es uns noch mal versuchen. Ich bin bereit.“

„Warte noch bisschen. Ich bestelle uns was zu Essen. Lasst uns das Internet noch bisschen durchforsten. Lasst uns bisschen Ahnenforschung betreiben. Vielleicht finden wir noch was. Nur einen Namen eines Amerikaners unter den Gästen der Jakobs. Irgendein Krümel.“

Während sie sich um das Essen kümmerten klappte Paul sein Laptop auf und Wanda fing erneut  an zu suchen. Sie gab alles Mögliche ein. Gästelisten zu Partys und Galas und sonstige wozu die Jakobs geladen haben. Bilder und Berichte in den Klatschzeitungen. Der Drucker lief fast heiss, als Wanda stutzte. „Schaut hier. Ich glaube ich habe was. Ich habe was gefunden.“ Sie legte das Pizzastück zurück und ging schnell zum Drucker. „Guckt hier. Da steht was. Ein Besuch aus Amerika – Hier steht es. Die Familie Jakob lädt zu einer grossen Spendengala für Kinderheime auf. Das erste Mal wird ein hoher Besuch aus Amerika auf einer dieser Galen erscheinen. Eine einflussreiche Familie aus Amerika wird uns die Ehre erweisen und nicht nur als Gast erscheinen sondern auch als großzügiger Spender auftreten. Die Familie Harper. Sie besitzen eine grosse Reederei, die Handelsschiffe führt und haben gerade ihre Flotte aufgestockt und sich ihr  erstes Passagierschiff angeschafft, das zwischen Deutschland und Amerika fahren wird.  An dem Fest werden teilnehmen Winston Harper und seine Frau Emily und deren erwachsener Sohn Walter Harper. Der im heiratsfähigen Alter ist. Das wird einige wohlhabende Familien auf das Programm bringen und deren Töchter werden für die Gala herausgeputzt werden. Kaufhäuser und Modeexperten, wetzt die Scheren. Es wird bald einiges an Tüll benötigt werden.

 

„Da haben wir wohl unseren Amerikaner.“ Meinte Paul etwas sauertöpfisch.

„Ob Amelia Walter geheiratet hat? Was ist mit Moritz. In ihn war sie auf jeden Fall verliebt, das habe ich bei der Rückführung gesehen. Was ist da nur schief gelaufen? Ich muss das Chronologisch noch mal sortieren.

1789 verschwindet Manfred Jakob ohne eine Spur zu hinterlassen. Wann ist seine Frau und Rosemarie verschwunden, da habe ich noch gar nicht nach geschaut. Lasst uns schnell das Internet zu Hilfe nehmen. So Rosemarie verschwand ebenfalls 1789 aber paar Wochen früher. Seine Frau – Ah hier – sie wurde in ein Sanatorium eingewiesen, auch vor seinem Verschwinden. Gut – Amelia verlass das Land erst 10 Jahre später. Wieso? Und was ist mit Peter und Moritz? Wie waren ihre Nachnamen?

Hier steht es Peter Kaufmann und Moritz Nadler. Peter Kaufmann verstarb 1791 als er zu Besuch in dem Haus der Jakobs war. Er stürzte die Lange Treppe in der Halle hinunter. Und hier – Moritz verstarb 1795 ebenfalls in dem Haus. Er stürzte von dem Turm. Oh mein Gott. Da hat Jakobs Geist schon gemordet. Aber warum nie Amelia? Ich brauche noch eine Rückführung. Sofort. Madame Morell?“ rief Wanda. „Ich  muss noch mal zurück. Ich muss sehen ob ich da bisschen Licht ins Dunkel bringe.“

„Bist du dir sicher?“

„Ja ich  muss es versuchen.“ Meinte Wanda bestimmt.

„Okay. Dann lass uns loslegen.“  Sie leitete die Rückführung erneut ein und lotste Wanda wieder in den Raum mit den Türen. Wanda entschied sich zu versuchen die Zeit zu bestimmen, die sie sich anschauen wollte. Sie versuchte in Trance an das Todesdatum von Rosemarie zu denken. 17. Januar 1789.

Fortsetzung 

Das Haus der Seelen Teil 13

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

 

Was im letzten Teil geschah

Wanda wurde auf der Strasse von einem Schatten angegriffen. Er hat ihr Energie entzogen. Dadurch kann er sich physisch materialisieren. Heute werden wir lesen, was besser zu töten sein soll. Und wir bereiten uns darauf vor in die Vergangenheit zu „reisen“.

**

Madame Morell suchte in ihrem Telefonregister nach der Nummer eines befreundeten Mediums. Er war eine Koryphäe in Sachen physischer Materialisierung von Geistern. Er hatte schon einige Abhandlungen dazu geschrieben. Sie selbst hatte dieses Phänomen noch nie gesehen. Einerseits wünschte sie es sich sehr – aber sie wusste auch um die Gefahr. Denn ein physischer Geist konnte anders Töten. Ein Geist selbst kann eher mental angreifen. Man läuft Gefahr seinen Verstand zu  verlieren. Aber auch hier gibt es geschickte Geister, die in ihrer astral Form töten können. In der Geisterwelt ist fast alles möglich. Was es immer auch aufregend und spannend für Madame Morell macht.

„Fritz? Hallo ich brauche dringend deine Hilfe.“

„Auch  schön mal wieder von dir zu hören Amanda. Wie geht es dir? Danke mir geht es sehr gut?“

„Ohwa. Mensch Fritz. Entschuldige. Ich bin etwas in Eile. Wie wär es, ich lad dich zum Kaffee ein, wenn ich hier fertig bin, dann kann ich mich richtig entschuldigen.“ Es war ein leicht anzüglicher Unterton bei dieser Bemerkung herauszuhören.

„Keine schlechte Idee. Also was gibt es. „

Madame Morell berichtete und Fritz hörte schweigend zu.

„Hör zu. Ich habe leider selbst gerade einen Fall, sonst würde ich dir persönlich helfen. Aber du schaffst das auch so gut. Es ist eigentlich gar nicht das schlechteste, wenn er sich physisch materialisiert. Man kann ihn dann töten wie einen Menschen. Aber ich bevorzuge immer die astral Version, denn einen Menschen töten, das bedarf einige Überwindung. Selbst wenn er böse ist, sollte man sich das nicht so leicht vorstellen. Also versucht ihn als Geist zu töten. Ich kann es für das Seelenheil empfehlen. Ansonsten, wenn er schon zu viel Energie gesaugt hat und lange physisch da ist, dann bleibt euch nichts übrig. Denn er ist in dieser Form sehr aggressiv. Wesentlich schlimmer als der Geist. Und eurer klingt schon sehr übel.“

„Danke dir Fritz. Ich werde mich sicherheitshalber für einen physischen Gegner wappnen. Obwohl ich es nicht möchte – gibt unschöne Fragen bei den Behörden. Ich werde versuchen ihn zu stoppen. Hast du einen Tipp, wie man es verhindern kann, dass er sich die Energie holt?“

„Nein – nur die üblichen Abwehrmechanismen. Salz ist hier am besten. Entweder als Schutzkreis, oder, womit ich auch schon erfolge hatte, als Spray. Hoch konzentriertes Salzwasser.“

Als Madame Morell zurück kam zu den dreien waren diese gerade in einem intensiven Gespräch über Wandas Erlebnis. Mademe Morell blieb an der Schwelle stehen und horchte.

„Wanda  – wir müssen aufhören. Es ist zu gefährlich. Er kommt dir immer näher. Lass uns einfach hier wegziehen. Wir fangen neu an und lassen diesen Geistermist hinter uns.“ Meinte Paul.

„Paul, sei realistisch. Vielleicht klappt das bei dir und Moe. Aber nicht bei mir. Der Geist will mich. Aus einem bestimmten Grund, den ich zwar erahne, aber noch nicht beweisen kann.“

„Was meinst du damit?“ Fragte Moe.

„Ich glaube, dass ich irgendwas mit Amelia zu tun habe, entweder als Wiedergeburt, oder als direkte Nachfahrin, aber ich konnte ja keine Details in Amerika über sie finden. Ich bin mir nicht mal sicher, dass sie tatsächlich das Land verlassen hat. Ich weiss nicht wie wir hinter dieses Geheimnis kommen sollen.“ Seufzte sie.

„Aber ich weiss es.“ Meinte Madame Morell. „Ich werde dich einfach zurückführen. Schon mal gehört davon? Man kann jemanden in seine vorherigen Leben zurückführen, dann werden wir wissen, ob du eine Wiedergeburt oder eine Nachfahrin bist. Ich tippe auf Wiedergeburt. Das erklärt diese starke Bindung. Am besten machen wir gleich um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.“

„Was – das kommt gar nicht in Frage.“ Rief Moe. „Ich bin dagegen. Davon halte ich nichts. Ist das nicht gefährlich?“

„Komm runter, Alter.“ Meinte Paul. „Warum soll das denn gefährlich sein? Sie wird doch nur gedanklich zurückgeführt. Ihr Körper bleibt doch hier. Und es ist doch nur wie eine Erinnerung.“

Moe atmete schwer. Er hatte wahnsinnige Angst um Wanda.“ Ich weiss nicht, sollten wir dann nicht alle zurückgeführt werden, wir scheinen uns ja damals gekannt zu haben?“

„Das halte ich nicht für nötig, denn Wandas Erinnerungen werden euch beinhalten. Und wenn sie einen von euch geheiratet hat, dann sowieso. Also wie sieht es aus. Bist du soweit?“

„Ja – ich will endlich Klarheit, wer ich bin und was passiert ist.“

„Es kann sein, dass wir mehrere Sitzungen brauchen. Je nachdem wie traumatisch deine Erinnerungen sind. Aber wir haben den ganzen Tag Zeit.“

„Gut, dann lasst uns anfangen.“

Fortsetzung folgt

Das Haus der Seelen Teil 12

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Es wird mal wieder Zeit sich bisschen zu gruseln. 

Vielleicht erinnert ihr euch noch. Der Psyco-Doc wurde von seinen gepeinigten Seelen vernichtet. In dem letzten Kapitel merkt Moe, dass er langsam mehr als Freundschaft für Wanda fühlt. Lasst uns mal sehen wie es jetzt weiter geht. 

**

Moe und Wanda trafen fast gleichzeitig bei Paul ein.  Sie gingen schweigend nach oben. Keiner wusste mit der Situation zwischen ihnen umzugehen. Sie waren erleichtert, als sie bei Paul im Wohnzimmer standen.

„Hey. Konntet ihr euch bisschen erholen?“

„Körperlich ja, aber in meinem Kopf schwirrt alles noch so unglaubwürdig umher.“ Meinte Moe.

„Ja, so in etwa geht es mir auch. Kommt setzt euch. Ich habe Kaffee gekocht. Lasst uns das langsam angehen.“

Sie versuchten sich in Smalltalk, während sie Kaffee tranken und Kuchen aßen, den Wanda mitgebracht hat.

„Gut: Nägel mit Köpfen. Gehen wir ans Eingemachte. Ich habe das Material schon gesichtet und bearbeitet. Das war echt nicht leicht. Aber aufschlussreich. Ich werde nie wieder zweifeln. Kommt schaut es euch selbst an.“

Die drei setzten sich vor den Fernsehapparat und warteten auf die ersten Bilder. Paul hatte den Ton untergelegt, so dass man fast eine Dokumentation vor sich hatte. Reality TV. Es war gruselig und verstörend die Geschehnisse nochmal zu sehen. Sehr beeindruckend war, wie Madame Morell den Geist von Moe herunterzog und natürlich die Anrufung der gepeinigten Seelen sich selbst an dem Arzt zu rächen. Sie konnten genau erkennen, wie der Arzt in diesen Strudel der verschiedenen Seelen gezogen wurde. Das nahm kein gutes Ende mit ihm. Aber wenn es einer verdiente, dann er.

„Ok. Können wir schon den weiteren Verlauf planen?“ fragte Moe

„Nein, wir müssen das mit Madame Morell besprechen. Ich will auf keinen Fall alleine in das Haus. Das ist mir zu gefährlich. Der Jakob Geist kommt mir stärker vor.“ Sagte Wanda

„Bestimmt, weil er direkt auf uns bezogen ist. Da fokussiert er seinen Hass.“ Sagte Paul.

„Gut, dann werden wir warten bis Madame Morell sich meldet.“ Sagte Moe erleichtert.

**

Madame Morell wachte relativ erholt auf. Sie lag noch gemütlich in ihrem Bett während sie schon anfing ihren weiteren Schritt zu planen. Ihr war es schon bewusst, dass Herr Jakob eine schwierigere Erlösung werden würde. Er ist stark an Wanda gebunden, dachte sie. Ich hoffe, ich kann diese Bindung lösen. Leider hatte sie schon von Fällen gehört, bei denen das nicht möglich war. Sie betete zu allen Schutzheiligen für ein gutes Gelingen. Sie würde am Nachmittag die Kinder anrufen um einen Termin mit ihnen auszumachen. Es drängte langsam. Sie befürchtete, Jakobs Geist würde bald noch aggressiver werden.

Nachmittags rief sie Wanda an: “Hallo meine Liebe. Wie ist es euch ergangen?“

„Hallo Madame Morell. Schön dass sie anrufen. Wir warten schon wie es weiter gehen soll. So geht es uns ganz gut. Körperlich wenigstens. Der Geist hüpft noch kreuz und quer und paar Alpträume schleichen sich auch ein. Aber ich hatte keine Besuche.“

„Das klingt schon mal beruhigend. Das bedeutet, der Geist von Jakob war tatsächlich abgelenkt durch die neue Wohnsituation. Hahahaha. Okay. Dann wollen wir mal weiter machen. Wir müssen diesen Geist von ihnen lösen. Das wird nicht ungefährlich. Ich muss sie noch mal bitten zu mir zu kommen um einige Details zu besprechen. Haben sie morgen früh Zeit?

„Absolut. Wie gefährlich kann es denn werden? Tödlich?

„Ach Liebes, das will ich nicht so am Telefon besprechen, das ist zu – persönlich. Seid morgen gegen zehn Uhr da. Dann Frühstücken wir nett und besprechen weiteres. Bringt die Brötchen mit.“ Schmunzelte sie

„Gut, wir werden mit Brötchen da sein. Bis morgen“

**

Wanda hatte bei ihrem Lieblingsbäcker Brötchen und einige süsse Stückchen gekauft und war gerade auf dem Weg zu Madame Morell. Sie war in Gedanken und merkte nicht, dass sich die Szene um sie herum änderte. Auf einmal kam ihr die Gegend unbekannt vor. Sie stand in einer dunklen Gasse und wollte fliehen. Sie wurde verfolgt. Sie rannte und wollte schreien, aber kein Wort kam aus ihrem Mund, also würden die Töne sofort entrissen werden und vom Wind verweht werden bevor sie Worte bildeten. Wanda rannte und rannte aber sie kam nicht vorwärts. Es schien wie ein Förderband, bei dem sie auf der falschen Seite versuchte voran zu kommen. Sie drehte den Kopf und sah einen dunklen, gefährlich wirkenden Schatten auf sie zukommen. Sie versuchte schneller zu rennen – nichts. Sie kam nicht voran. Im Gegensatz zu dem Schatten, er war jetzt schon so nah, dass er nur noch die Hand nach ihr ausstrecken brauchte. Und das tat er. Er griff in ihre Haare und zog daran. Sie wurde schmerzhaft nach hinten gerissen und versuchte sich zu wehren. Aber sie konnte nicht. Sie war gefesselt. Aber womit? Sie konnte keine Fesseln ausmachen. Nichts was sie entfernen könnte, aber sie war bewegungslos ausgeliefert.

Der Schatten kam immer näher. Immer noch hielt er sie an den Haaren und zog kräftig daran. Wanda merkte, dass einige Strähnen herausgezogen wurden. Als der Schatten dann endlich bei ihr war löste er den Zug und es schien als wollte er sie umarmen – gar küssen. Sie drehte den Kopf weg und versuchte ihn von sich zu schieben. Aber er war gewaltig. Sie hatte keine Chance und sein Mund landete auf ihrem. Aber er küsste sie nicht nur – er saugte. Und Wanda spürte wie sie schwächer wurde. Sie sackte zusammen und alles wurde nur noch dunkel.

Plötzlich ging ein Ruck durch ihren Körper. Sie bekam wieder Luft und atmete tief ein. Es war hell und sie blinzelte. Sie schaute sich um und sass auf dem Boden. Die Passanten schauten sie sonderbar an. Die meisten gingen weiter, eine junge Frau kam zu ihr. „Hallo, brauchen sie Hilfe? Kommen sie, ich helfe ihnen auf. Brauchen sie einen Krankenwagen?“

„Nein danke, mir war nur schwindelig. Vielen Dank für ihre Hilfe, es geht schon. Ich bin gleich da wo ich hin wollte. Vielen Dank.“

Wanda stützte sich an der Wand ab. Sie schaute sich um. Sie musste sich orientieren. Da! Da vorne war der Hauseingang zu Madame Morell. Sie konnte gerade sehen wie Moe und Paul hineingingen. Sie versuchte, so schnell wie es ihr möglich war, zu folgen. Als sie vor der Tür stand, schaute sie sich noch mal um. Und im Winkel konnte sie eine Figur erkennen. Schnell ging sie hinein. Sie hatte wahnsinnige Angst.

Oben angekommen klopfte sie an die Tür. Madame Morell öffnete und es war, als würde sie sofort wissen, dass etwas vorgefallen war.

„Wanda. Meine Liebe, was ist mit ihnen. Wurden sie angegriffen. Ich kann die Aura von etwas Bösen an ihnen spüren. War es Jakob?“

Wanda fing an zu schluchzen.“ Ich weiss es nicht. Es war ein kräftiger Schatten. Ich konnte kein Gesicht erkennen.“

„Oh – kommen sie schnell ins Wohnzimmer. Sie müssen sich setzen und beruhigen.“

Wanda ließ sich ins Wohnzimmer führen, wo die beiden anderen schon gemütlich auf dem Sofa sassen. Moe stand sofort auf und blickte sie ängstlich an. „Wanda, was ist geschehen? Du siehst furchtbar aus.“

„Na danke auch.“ Sie versuchte zu lächeln. „Das hört man doch als Frau besonders gerne.“ Sie verzog das Gesicht.  Moe nahm sie in den Arm und sofort ging es ihr besser. Ihr Herz schien langsam mit seinem im Takt zu schlagen. Sie fühlte sich sicher.

„Ok, dann erzählen sie mal was geschehen ist.“ Und Wanda erzählte.

Als sie fertig war, hatte Madame Morell ihre Stirn in Falten gelegt. „Das klingt schon sehr ernst. Er entzieht ihre Energie. Starke Geister können sich dadurch eine gewisse Zeit materialisieren. Das könnte dann wirklich gefährlich werden. Er ist so schon nicht ungefährlich. Ich muss mich schlau machen wie man diesen Angriff abwehren kann. Bleibt noch bisschen und trinkt noch einen Kaffee. Draussen in der Küche ist auch noch Kuchen oder Plätzchen. Ich bin gleich wieder da.“

Damit verschwand sie und liess die drei mit ihren Gedanken zurück.

Fortsetzung 

[Blogprojekt] 100 Creative Challenges – Monster

Die Challenge wird von Hitodrama angeboten. Hier soll der kreative Geist herausgefordert werden. Daher habe sie sich 100 Aufgaben ausgesucht, die man 2017 machen könnte. Größtenteils sind sie aus dem „A Daily Creativity Journal“ von Noah Scalin (mit leichten Veränderungen) übernommen worden, aber auch eigene Ideen hat sie eingebaut.

28. Erfinde ein Monster, das noch nie existiert hat. Bonus: Schreib eine Hintergrundgeschichte.

Müssen Kartoffeln immer so aussehen?

Nein. Aber wie geht es einer Kartoffel, die so aussieht? 

 

Hört von Alvins Leben und wie es ihm geht als hässlicher Kartoffel in einem Sack perfekter Kollegen.

Eben noch schlummere ich in meinem Erdbett, als ich auch schon brutal geweckt und heraus gezogen werde. Ich werde in einen Hänger geworfen und liege da mit meinen Geschwistern. Hier ist alles noch in Ordnung. Wir sind ja gerade alle unsanft aus den Betten gezerrt worden. Da wir alle noch ängstlich sind und verwirrt, kuscheln wir uns eng aneinander. Aber da merke ich schon, es kehrt langsam Ruhe ein. Und in dem Moment merke ich auch schon, dass meine Geschwister sich von mir entfernen. Ich verstehe gar nicht wieso. Ich will doch noch bisschen Wärme und Geborgenheit. Also rutsche ich nach. Aber sie rutschen weg. „Hey? Was ist denn los mit euch. Warum rutscht ihr denn jetzt alle von mir weg?“

„Du bist hässlich. Ein Monster. Schau dich nur an. Hier in dem Metall des Hängers, da spiegelst du dich. Schau dich an, wer will schon eine hässliche Monsterkartoffel. Keiner wird dich kaufen. Keiner wird dich haben wollen.“ Und seine Geschwister lachten und lachten.  Ich hüpfe zu der Spiegelung. Und sehe es. Sie haben recht. Ich bin ein Monster. Ich werde nie geliebt werden. Keiner wird nach mir greifen. Alle wollen doch nur die hübschen runden Kartoffeln mit der glatten Schale. Aber doch keine die Monsteraugen hat und eine knubbelige Nase. Ich bin verzweifelt. Mir kommen die Tränen. Ich drehe mich weg und hüpfe in eine freie Ecke. Aber ich bin gar nicht alleine in der Ecke. Dort sind noch andere Kartoffeln. Sie sehen aus wie ich.

„Komm zu uns. Wir wurden auch schon ausgelacht. Aber glaube mir. Es wird jemanden geben, der uns nimmt. Es gibt immer jemanden, der nicht auf Äusserlichkeiten achtet. Lass uns nur Geduld haben. Wir werden auf jeden Fall in einem Laden landen. Und selbst wenn wir nicht zu höchst Preis verkauft werden. Werden wir handverlesen sein. Denn wir werden ein extra Regal haben. Es ist doch wichtiger anders auszusehen, als in der Masse unter zugehen. Findest du nicht. Wir gehören einfach zusammen. Hab vertrauen. Wir werden auf jeden Fall berühmt werden. Denn jemand wird eine Geschichte über uns schreiben. Und in dieser Geschichte werden wir die Helden sein, weil wir nicht verurteilen. Wir würden dich nie ausschliessen, nur weil du hässliche oder gruselige Augen hast. Sei unser Freund. Willkommen bei uns.“

„Ihr habt Recht, wer will schon mit der Masse schwimmen. Wir fallen durch das Raster. Wir sind handverlesen.“

Und so ist Alvin bei mir gelandet. In einem Kartoffelsack in dem mehrere dieser putzigen Monster gelebt haben.

Das Haus der Seelen Teil 11

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Ihr erinnert Euch?

Die vier haben in dem Geisterhaus den Psycho-Doc ausgetrieben. Sie hatten dabei Hilfe von den Opfern des Arztes. Jetzt traut sich keiner die Nacht alleine zu verbringen. Sie sind alle bei Wanda und vielleicht kann es mehr als Freundschaft zwischen Moe und Wanda werden?

 

Wanda lag in ihrem Bett und beobachtete die Lichtspiele der vorbeifahrenden Autos an der Decke. Das war ein aufregender Tag heute. Sie bewunderte wie ruhig Madame Morell bei dieser Aktion gewesen war. Obwohl sie umringt war von Geistern und der Psycho-Doc sie angreifen wollte. Sie hat sich voll auf ihren Instinkt verlassen. Ihr Wissen beeindruckte Wanda. Schon bei den Recherchen zu ihrem Problem war Wanda fasziniert von dieser Welt.

Das nächste was Wanda beschäftigte war Moe. War sie bereit für mehr als nur Freundschaft? Sie mochte Moe schon immer bisschen intensiver als Paul. Sie wurde immer etwas unruhig in seiner Nähe. Während Paul immer wie ein Bruder für sie war. Der arme Paul.  Das war ein furchtbares Erlebnis heute für ihn gewesen. Interessant war, dass sie von keinem Geist belästigt wurde. Sehr seltsam. Wenn sie dran dachte, würde sie Madame Morell danach fragen. Sie kicherte. Vielleicht hat Manfred Jakob mich ja gezeichnet. Property of Ghost Jakob. Sie wurde bisschen albern.

Nach diesem kleinen Ausbruch dauerte es nicht mehr lange und sie schlief auch endlich ein. Sie schlief sehr unruhig. Ständig träumte sie von dem Keller und den Gestalten. Aber nichts, dass sie direkt bedrohte.  So gegen vier Uhr gab sie auf. Sie verließ das Bett und wollte sich einen Kaffee kochen. Sie liebte ihre Küche. Dort hielt sie sich am liebsten auf. Sie hatte ein schönes grosses Fenster dort und vor einigen Jahren hatten ihr Paul und Moe eine Art Bank eingebaut. Sie konnte sich jetzt bequem auf die Fensterbank setzen. Sie hatte das in den amerikanischen Filmen immer bewundert. Dort kuschelte sie sich mit ihrem Kaffee in eine Decke und schaute auf die Strasse.

Sie liebte diese Ruhe um diese Nachtzeit. Es waren kaum Autos unterwegs und die Vögel erwachten langsam. Es gab im Moment nichts was sie mehr genoss, als dieses Gezwitscher.

Moe stand in der Tür und beobachtete Wanda. Sie sah so friedlich aus. In dem Moment merkte er, dass er mehr als nur Freundschaft wollte. Wenn diese ganze Sache vorbei war, würde er sie zum Essen ausführen. Das würde er. Leise verliess er sie, damit sie noch etwas die Ruhe geniessen konnte.

**

Am nächsten Morgen trafen sich alle verschlafen in der Küche.

„Was sollen wir heute machen?“ Fragte Paul

„Wie geht es euch?“ Fragte Wanda.

„Es geht“ meinte Paul. Und Moe nickte. „Ich denke ich werde erst mal heimgehen. Mich frisch machen und die Aufnahmen bearbeiten. Wollen wir uns nachher bei mir treffen? Ich glaube nicht, dass Madame Morell sich heute wegen des Jakobs – Geist meldet. Die brauch bestimmt Ruhe.“

Wanda und Moe nickten. Auch Moe wollte kurz zu Hause vorbei schauen und sich duschen. Sie verabredeten sich gegen sechzehn Uhr bei Paul.

**

Moe und Wanda trafen fast gleichzeitig bei Paul ein.  Sie gingen schweigend nach oben. Keiner wusste mit der Situation umzugehen. Sie waren erleichtert, als sie bei Paul im Wohnzimmer standen.

„Hey. Konntet ihr euch bisschen erholen?“

„Körperlich ja, aber in meinem Kopf schwirrt alles noch so unglaubwürdig umher.“ Meinte Moe.

„Ja, so in etwa geht es mir auch. Kommt setzt euch. Ich habe Kaffee gekocht. Lasst uns das langsam angehen.“

Sie versuchten sich in Smalltalk, während sie Kaffee tranken und Kuchen aßen, den Wanda mitgebracht hat.

„Gut: Nägel mit Köpfen. Gehen wir ans Eingemachte. Ich habe das Material schon gesichtet und bearbeitet. Das war echt nicht leicht. Aber aufschlussreich. Ich werde nie wieder zweifeln. Kommt schaut es euch selbst an.“

Die drei setzten sich vor den Fernsehapparat und warteten auf die ersten Bilder. Paul hatte den Ton untergelegt, so dass man fast eine Dokumentation vor sich hatte. Reality TV. Es war gruselig und verstörend die Geschehnisse nochmal zu sehen. Sehr beeindruckend war, wie Madame Morell den Geist von Moe herunterzog und natürlich die Anrufung der gepeinigten Seelen sich selbst an dem Arzt zu rächen. Sie konnten genau erkennen, wie der Arzt in diesen Strudel der verschiedenen Seelen gezogen wurde. Das nahm kein gutes Ende mit ihm. Aber wenn es einer verdiente, dann er.

„Ok. Können wir schon den weiteren Verlauf planen?“ fragte Moe

„Nein, wir müssen das mit Madame Morell besprechen. Ich will auf keinen Fall alleine in das Haus. Das ist mir zu gefährlich. Der Jakob Geist kommt mir stärker vor.“ Sagte Wanda

„Bestimmt, weil er direkt auf uns bezogen ist. Da fokussiert er seinen Hass.“ Sagte Paul.

„Gut, dann werden wir warten bis Madame Morell sich meldet.“ Sagte Moe erleichtert.

Fortsetzung

Das Haus der Seelen Teil 9

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Ich habe diese Geschichte hier angefangen und werde sie deswegen auch hier noch weiter veröffentlichen, für diejenigen, die ihr vielleicht folgen.

tumblr_mcqg42itxn1qee12to8_1280-unheimliche-haus

 

Was bisher geschah: Wanda, Moe, Paul und das Medium Madame Morell machen sich auf den Weg um den ersten Geist aus diesem Haus zu vertreiben. Es wird der Psychiater sein. Er hat eine Bindung an das Haus, im Gegensatz zu der des Jakob-Geistes, der an Wanda gebunden ist. Paul und Moe machen eine dramatische Erfahrung in den Kellerräumen. Dieses Erlebnis bring Paul an seine Grenzen. Werden sie es schaffen diesen Psychodoc. zu vertreiben? Lest hier weiter.

Neu motiviert machten sich die vier auf den Weg die Gruselkammer des Dr. Psycho zu finden. Die Lampen funktionierten, die Aufnahmegeräte zeichneten auf. Paul hätte noch am liebsten laut gepfiffen. Wenn das vorüber wäre, bräuchte er eine gute Therapie. Jemanden, der ihm erzählt, dass alles nur in seiner Einbildung geschehen war. Ihm paar Pillchen verschreibt und die Zeit, die das Tuch des Vergessens darüber breitet. Ja. Er würde das hier durchstehen.

Als sie um die nächste Ecke bogen, tauchten auf einmal unzählbar viele Schatten auf. „Ah – so viel Präsenz, wir müssen in der Nähe sein. Jetzt wird es bald spannend. Ich habe mal darüber gelesen, es aber noch nie angewandt. Mal sehen ob ich das hin bekomme. Dann sind wir hier ganz schnell weg.“ Meinte Madame Morell.

„Schnell weg klingt für mich ziemlich gut.“ Meinte Paul.

Ein kleiner Gang führte sie in einen der Anbauten. Sie befanden sich jetzt unter dem Turm. Und hier waren sie richtig. Hier standen mehrere Betten  mit Riemen und teilweise Ketten. Die obligatorischen Wannen und eigenartige Metallgehäuse, die wie Kammern aussahen.  Moe hatte so was schon einmal in einem Film gesehen. Da wurden die Menschen hineingesperrt und eine Art Laterna Magica projiziert bewegte Bilder. Ganz grausam.

„Meine Herren, meine Dame – hier sind wir richtig. Spürt ihr hier die Spannung. Es fühlt sich schon böse an. Gut, ich muss auspacken. Stellt mir den Tisch dahinten hier hin und Wanda? Bring mir bitte diesen Stuhl. Gut. Was ihr jetzt sehen werdet wird wirklich sehr herausfordernd für euren Geist. Also wappnet euch. Es wirkt gefährlich, aber es kann euch nicht verletzten. Physisch – deswegen achtet auf eure Psyche. Bleibt zusammen. Lasst euch auf keinen Fall hier raus drängen und voneinander trennen. Alles klar?“

Alle drei nickten ängstlich.  In dem Moment, als Madame Morell mit ihrer Ansprache fertig war, ging es los. Die Geister schrien.  Die Schatten flackerten unruhig hin und her. Die drei nahmen sich bei der Hand. Das tröstete sie. Und dann – als hätte die Hölle ihre Tore geöffnet – sprangen sie die Bilder an. Sie sahen ein Team um den Arzt stehen. Er hatte die Paddles des Elektroschockers in der Hand und legte sie dem armen Jungen an die Schläfen. Die Bilder kamen wie aus einem alten Filmprojektor. Unscharf, abgehackt, aber trotzdem Detailtreu. Der Arzt nahm sich die Säge, die auf dem Tray lag und fing an den Kopf des Jungen zu öffnen. Der Junge war benebelt, aber nicht betäubt. Sie konnten die Schreie hören.

In der Mitte des Raumes stand Madame Morell und murmelte wieder unverständliche Sätze. Zündete die Kerzen an und in einer Schale verbrannte sie irgendwelche Kräuter. Um sich hatte sie einen Kreis Salz gezogen. Danach hatte sie den dreien das Salz Päckchen hingeworfen und ihnen aufgetragen das ebenso zu machen. Und dann sang sie auch noch. Die Luft lud sich elektrisch auf und fast konnte man die Haare knistern hören. Es war sehr imposant. Allerdings kamen sich die drei vor, als würden sie einem Voodoo-Ritual folgen. Fehlten nur noch die Blutopfer, die hoffentlich nicht sie sein würden.

Kurz danach hörten sie Madam Morell sagen. „Ich lasse euch herein. Kommt herein, seid willkommen. Das ist eure Rache. Ihr könnt endlich frei sein. Kommt herein. Ich öffne die Tür für euch. Befreit euch von eurem Dasein und eurer Pein. Kommt herein. Kommt herein. „

Es war unbeschreiblich. Die Geisterwesen schienen sich fast zu materialisieren. Der Arzt war verblüfft. Als er bemerkte, was denn da geschah wollte er fliehen, aber der Fluchtweg war abgeschnitten. Die gepeinigten  Seelen forderten ihre Rache. Sie umringten den Arzt und dann fing die Umgebung an zu wabern. Es schien als würde sich ein Wirbel bilden. Und in diesen Wirbel wurde der Arzt gezogen. Man konnte noch seine Hände sehen, die versuchten sich heraus zu kämpfen aus diesem Strudel, der ihn verschlang. Sein Angst- und schmerzverzerrtes Gesicht wurde immer undeutlicher und löste sich dann mit dem Wirbel auf.

Als sich alles wieder beruhigte, sahen die drei die Geister in Ruhe stehen. Sie betrachteten Madame Morell und es schien als würden sie lächeln. Ein warmes Strahlen ging von ihnen aus. Sie wirkten glücklich.

„Ihr seid nun frei. Ihr könnt endlich die Erlösung erfahren. Fahrt auf in den Himmel und findet endlich eure Ruhe. Ihr seid frei.“

Ihr Gesicht war ganz grau. Die Anstrengung dieser Seance war ihr deutlich anzusehen. „So, ihr drei, es ist geschafft. Lasst uns endlich dieses Haus verlassen. Einen zweiten, noch stärkeren Geist schaffe ich heute nicht. Ich werde erst wieder etwas Energie tanken müssen. Aber das bereden wir noch. Lasst und schnell raus hier.“

„Ich sagte schon, schnell weg klingt gut.“ Meinte Paul, schnappte sich die Tasche von Madame Morell und führte die Gruppe an. Er hatte es verdammt eilig aus diesem Keller zu entkommen. Frische Luft und Mondlicht, oder war es schon hell und die Sonne schien. Sie hatten jegliches Zeitgefühl verloren. Allerdings fühlten sie etwas anderes. Frieden. Dieser Teil des Hauses strahlte in all seinem Verfall und Dreck Frieden aus.

FORTSETZUNG