[#WritingFriday] Urban Exploring – Unendlich

Hier wieder ein kleiner Auszug meiner neuesten Geschichte.

#WritingFriday an einem Samstag. Ich habe es diese Woche nicht vorher geschafft. Aber ich wollte unbedingt noch was veröffentlichen. Also hab ich gestern schon anfangen können und es jetzt noch fertig gestellt.

Kennt ihr Lost Places? Heute werdet ihr einen kennen lernen – eine verlassene Villa am Stadtrand.

Anna betritt eine alte Villa am Ende der Stadt, sie wird sie jedoch nie wieder verlassen. Erzähle was passiert ist.

 Anna stand vor der alten Villa am Ende der Stadt. Ihrer Stadt. Hier war sie aufgewachsen und ging zur Schule. Ist es nicht manchmal seltsam, dass man immer in die Ferne schweift und das war vor der Tür ist ignoriert? Seit Jahren schon zählte Anna zu einer der bekannten Urban Explorer. Ihre Twitter, Instagram, YouTube Auftritte hatten ihr einen gewissen Ruhm eingebracht. Nun stand sie also vor ihrer ersten Herausforderung. Als Mädchen stand sie manchmal lange Zeit vor dieser Villa und traute sich einfach nicht hinein.

Sie hatte schon öfter die Schwelle zum Vorgarten übertreten, aber es fühlte sich immer an, als wollte irgendwas sie daran hindern weiter zu gehen. Sie traute sich nicht einen Schritt nach dem andern zu setzen. Jetzt aber. Sie war erfahren genug und hatte keine Angst mehr. Soviel verschiedene Lost Places hatte sie schon besucht, da dürfte doch diese alte Villa kein Problem mehr darstellen.

Mark hatte sie allerdings gewarnt. „Geh nicht alleine hinein. Du weißt nicht wie marode das Gebäude ist. Hinterlasse wenigstens eine Nachricht und schalte dein GPS an.“ Anna lachte ihn aus. „Mark, Mark, Mark. Natürlich bin ich online. Meine Fans erwarten einen Livestream von meinem Spuk Haus. Ich hab es groß angekündigt. Das wird die Klicks nach oben schnellen lassen.“ „Du und deine Klicks. Viel wichtiger sollte dir deine Sicherheit sein. Warte noch paar Tage, bis ich aus Kroatien wieder da bin. Das Geisterdorf werde ich schnell abarbeiten und dann gehen wir gemeinsam.“ Mark und sie hatten schon so einige Lost Places gemeinsam besucht.

Manchmal glaubte Anna, Mark hätte mehr als nur ein Freundschaftliches Verhältnis mit ihr haben wollen. Aber sie war nur auf Abenteuer aus. Sie brauchte diesen Kick. Diesen Adrenalinstoss. Deswegen konnte sie auch nicht warten. Sie packte ihre Tasche. Taschenlampe, Stirnlampe, Ersatzbatterien, Wasser, Energieriegel, Taschenmesser, Seil. Actioncam mit Nachtsicht. Handy um den Livestream hoch zu laden. Check, check, check. Alles war bereit. Morgen wollte sie einsteigen.

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Writing Friday – die Geschichte

Heute gibt es mal wieder einen kleinen, bisschen gruseligen Text von mir. Es ist Writing Friday.

Du findest auf dem Dachboden eine alte Schreibmaschine, darin stecken noch beschriebene Blätter des Besitzers. Welche Geschichte verbirgt sich darauf? Berichte davon.

Ich stand vor meinem neuen, oder eher uralten Haus. Aber es war meins. Ich bin irgendwann mal beim Spazieren gehen vom meiner gewohnten Route abgewichen und auf einer verlassenen Seitenstraße auf dieses uralte Haus gestoßen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Die blinden Scheiben und schiefen Rollläden – sie wirkten so traurig. Ich musste es einfach wieder herrichten. Es war wirklich klein. Aber ich war alleine und wie viel Platz braucht ein Mensch denn? In wieviel Räumen halte ich mich denn auf? Genau.

Ich rief also den Makler an, und keine zwei Wochen später gehörte dieses kleine, verkannte Schmuckstück mir. Als ich den alten Schlüssel in das Schloss steckte und die Tür mit der Schulter aufstieß kam mir ein Stöhnen entgegen. Ein gequältes, oder ein aufatmendes? Das konnte ich nicht unterscheiden. Ich hatte eigentlich schon immer eine Lebhafte Fantasie. Deswegen konnte ich in diesem alten Gemäuer, das frühere Leben direkt vor mir sehen. Eine kleine, arme Familie, die sich um den Tisch versammelte um gemeinsam über ihren Tag zu sprechen und zu essen.

Das war aber schon lange Zeit her. Drinnen sah es schon ziemlich herunter gekommen aus. Aber die Bausubstanz war in Ordnung. Es waren wirklich nur Schönheitsreparaturen. Und ich würde gleich mal anfangen. Ich schnappte mir aus dem Auto den Besen und fegte erst einmal. Es gab hier nur einen Dachboden und das Erdgeschoss. Im Erdgeschoss befand sich die Küche. Eine sehr schön große Küche, die ein tolles Fenster zum Garten hatte. Die restlichen Räume waren ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin, ein kleines ausreichendes Bad und ein Schlafzimmer. Perfekt. Ich war fleißig dabei zu kehren, als sich seltsame Kratzgeräusche aus der Wand bemerkbar machten.

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Schreibkicks – Mai – Lachen heilt alle Wunden

Es ist wieder der 1. Und da ist Schreibkicks Tag. Ich habe wieder einen Beitrag zu meiner kleinen WG veröffentlicht –

Vielleicht wollt ihr sie ja mal besuchen….Ich wünsche euch allen einen entspannten Feiertag.

Das heutige Thema ist Der Clown 

“Smelly Cat, Smelly Cat,

What are they feeding you?

Smelly Cat, Smelly Cat,

It’s not your fault. Hmmmhhmhmmmmhmmmhmmmm AHHHHH. Amelia – verdammt noch mal, ich hab dir doch gesagt, du sollst das lassen. DU SOLLST NICHT IN MEIN BADEZIMMER GLITSCHEN, vor allem wenn ich gerade dusche.“ „Und komische Lieder singst?“ „Ich hab einen üblen Ohrwurm aus einer der letzten Friends-Serie – das  Lied verfolgt mich jetzt schon paar Tage. So ein Mist. Aber jetzt verschwinde.“ „Ich weiß gar nicht was du hast – wir sind doch Mädchen – ich kenn doch alles, was du so hast – und ich kann dir sagen – das sieht alles sehr gut aus bei dir.“ Ihr anerkennender Blick ließ mich erröten. Ich griff nach meinem Handtuch. „Ähm – ja danke – aber ich mag doch irgendwie meine Privatsphäre.“ Amelia seufzte: „Na gut.“

Ich rollte die Augen. Wusste ich doch, dass sie das immer wieder machen wird. Ich brauch einen Geisterabwehrzauber, oder so was. Da sollte ich mal Minerva fragen. Ich trocknete mich also ab. Der Spiegel war angelaufen. Ich wischte darüber und…“AHHH – ja verdammt – wollt ihr mich hier wirklich alle umbringen?“ „Mir ist langweilig. Komm und besuch mich. Am besten um Mitternacht, mit einer Kerze. Was meinst du? Dann können wir uns wie Freundinnen unterhalten.“ „Mary. Wie schön dich zu sehen. Und so überhaupt nicht gruselig.“ Seit neuestem wusste ich, dass Bloody Mary hier in einem Spiegel hauste. Auf dem Dachboden. Sie kann sich nun in den Spiegeln bewegen. Was wirklich sehr gruselig ist, da sie auch noch gruselig aussieht. Mit diesen langen dunklen Haaren, die immer irgendwie über ihr Gesicht hängen und den dunklen stechenden Augen. Brrrr. „Komm schon, mir ist echt langweilig.“ „Du warst so lange eingesperrt, wie kann dir jetzt langweilig sein?“ „Mir war da auch schon langweilig. Aber ich hatte niemanden dem ich es erzählen konnte. Früher, das waren noch Zeiten, da wurde ich immer mal gerufen. Mutprobe und so. Aber irgendwie – ich scheine wohl nicht mehr in Mode zu sein?“ „Ach naja – Klassiker sterben nie wirklich aus.“

Ich drehte mich um und verlies einfach mal das Badezimmer – vielleicht hatte ich in meinem Zimmer mehr Ruhe und konnte mich auch mal anziehen. So langsam fühlte ich mich bisschen schamhaft. Ich betrat mein Zimmer und war nicht so wirklich überrascht: „Minerva – na warum überrascht mich das nicht?“ „Hm? Ach du meinst diesen Überfall?“ „Du bist nicht die erste heute.“ „Soso. Nun gut. Eigentlich wollte ich dir sagen, dass ich diese Nacht nicht da sein werde. Als musst du bisschen vorsichtig sein.“ „Okay – Aber eigentlich musst du dich nicht bei mir abmelden.“ „Das weiß ich doch. Aber es ist Walpurgisnacht – und – nun, da werde ich bisschen – abgelenkt sein.“

„Walpurgisnacht. Echt. Du machst da mit? Küsst du dem Teufel dann auch den Hintern und heiratest ihn?“ „Ach, das war früher so, heute sind auch wir in der Zukunft angekommen. Natürlich nicht. Der Teufel ist ein Ar….sehr unangenehmer Zeitgenosse – und stinken tut er auch – also seinen Hintern küsse ich bestimmt nicht. Allerdings sind seit paar Jahren auch Hexer zugelassen – und – ja. Ähm ich wollte dir nur sagen. Auf dem Brocken ist so was wie ein Funkloch – ich kann also nichts wahrnehmen – was hier so geschieht.“ „Komm, erzähl schon. Ist da ein bestimmter Hexer, auf den du es abgesehen hast? Ich hab ja gehört die Walpurgisnacht ist eine große Orgie.“ „Lissi! Schäm dich. Ich wusste gar nicht, dass du so ungehörig bist.“ „Waas? Man darf doch bisschen neugierig sein?“

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Ergebnis zum gestrigen prokrastinieren.

Nach dem ihr meine Prokrastination mit mir gestern Teilen durftet, will ich euch auch das Ergebnis präsentieren….

Ich muss wieder mal eine obligatorische Warnung vorweg schicken…es kann ein bisschen eklig werden.


Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Luis konnte nicht aufhören und musste wieder…” beginnt

und

Schreibe das Ende einer Geschichte, dabei lautet der letzte Satz; Doch damit war es noch lange nicht beendet.

 

Luis konnte nicht aufhören und musste wieder aus dem Fenster starren. Er konnte nichts sehen. Sein Atem setzte immer wieder aus, er musste sich ständig daran erinnern, die Luft in seine Lungen einzuziehen. Er konnte nicht mehr anders. Er ging an die Tür. „Nein. Stopp, wenn du die Tür öffnest sind wir tot.“ Die Stimme kam aus der anderen Ecke des Zimmers. Eva saß dort im Dunkeln. Ihr Pullover war ihr zwei Nummern zu groß. Sie sah so verloren darin aus. „Aber wir müssen doch was machen.“ „Was willst du machen? Alle da draußen sind verloren. Nur die, die sich Unterschlupf suchen konnten, haben eine Chance zu überleben.“ Luis stampfte wie ein kleines Kind auf, das nicht bekam was es wollte und fing wieder an hin und her zu laufen. Keiner hielt ihn auf. Sie waren zu viert in dem Haus. Mit ihm und Eva befanden sich noch Chris und Cathy bei ihnen. Die beiden waren Kalkweiß im Gesicht und wippten ständig vor und zurück. Von ihnen war keine Hilfe zu erwarten. Luis stand wieder vor der Tür, aber er hielt seine Hände unten. Eva hatte Recht. Öffnete er die Tür, würden sie alle sterben.

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Writing Friday – Rosi und Rolas (Eine Leseprobe)

Inspiriert von der neuen Serie, die Wortman vorgestellt hat. Love, Death & RobotsFolge 2. Diese Folge ist total putzig. Meine Geschichte ähnelt ihr eigentlich gar nicht – ich hab mir nur die Freiheit genommen, die Roboter auf der Erde leben zu lassen.


Jacob legte sich in sein Bett – er fühlte sich nicht so gut. Wahrscheinlich bekam er eine Grippe – die ging gerade mal wieder um. Er fasste sich an den Hals und räusperte sich. „Eindeutig eine Grippe. Ich nehme gleich mal paar Medikamente und leg werde gleich schlafen. Schlaf ist die beste Medizin. Das hat Oma schon immer gesagt.“ Jacob war manchmal etwas seltsam. Er hatte nicht viele Freunde. Auf der Arbeit versteckte er sich immer hinter seinem Monitor. Er war eine graue Maus und keiner konnte so wirklich viel mit ihm anfangen. Die Leute mieden ihn. Er war ihnen manchmal sogar etwas gruselig, da er oft so seltsam schaute, als wäre er nicht anwesend.

Er löschte alle Lichter – absolute Dunkelheit war wichtig für einen erholsamen Schlaf. Sein Kreislauf spielte etwas verrückt. Deswegen sank er sofort ins Kissen um ja nicht noch zu stürzen.

Etwas hatte Jacob geweckt. Er konnte sich nicht orientieren, da es ja stockdunkel in seinem Schlafzimmer war. Irgendwas war anders. Still lag er da und versuchte zu ergründen, was ihn geweckt, und was sich verändert hatte. Sein Atem ging ganz leise und vorsichtig. Dann setzte er sich auf. Seine Uhr zeigte 08:00 am Morgen an. Schnell checkte er das Datum. Er rieb sich die Augen. Auf seinem Nachttisch stand eine digitale Uhr. Und das Datum wäre der 29.03.2819.

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Mach was…mit einem Award/Preis

Es ist wieder Zeit für das kreative Blogprojekt von Herba und die Pö

Zu diesem Thema hab ich mich bisschen schwer getan, da ich nicht so mit den Awards am Hut habe….aber ich habe dann doch etwas schreiben können.

Mach was…mit einem Award/Preis

„Wieder ist es mal soweit. Es wird der Preis für den hübschesten, besten, effektivsten und kreativsten vergeben. Wer wird es dieses Mal sein. Kommt heute Nacht zur Präsentation. Pünktlichkeit ist ein Muss. Und bitte, geht vorher austreten, das war im letzten Jahr doch wirklich eklig. Esst zu Hause, da wir nicht auf alle Allergien, und Essgewohnheiten Rücksicht nehmen können. Ihr und eure Betreuer wissen das am besten. Und für so manch einen langhaarigen Zottel würde ich mir noch eine Wäsche wünschen. Es roch übel nach nassem Hund letztes Mal. Wenn ihr die kleinen feinen Regeln befolgt, dürfte da eigentlich nichts schief gehen. Ach – und bitte, lasst die Schuhe zu Hause. Das ist nicht schön anzusehen.“

Immer wieder dasselbe dachte Max. Da macht man mal Urlaub und will relaxen. Dann nerven einen die ständigen Durchsagen der Animateure. Max erhob sich und stellte sich vor den Spiegel. Seine Haare standen in alle Richtungen ab. Ob ich mich mal zum Friseur begebe? Er drehte sich und drehte sich, dann roch er an sich. Eigentlich rieche ich doch normal. Ob ich bei Wendy mal vorbei schaue und sie probeschnüffeln lasse. Ich lasse mir ja nicht gerne hinter her sagen, dass ich stinke. Schließlich würde das auch ein schlechtes Bild auf meine Nominierung werfen, oder? Ja, das mache ich.

Max schüttelte sein Haar und ging durch die Tür nach draußen. Wendy war die mit Abstand schönste hier. Warum machte man eigentlich keine Schönheitswettbewerbe, da könnte man doch auch einen Preis verleihen. In anderen Resorts wurde so was gemacht, das hatte er schon im Fernsehen gesehen. Vielleicht sollte er das für das nächste Jahr mal vorschlagen. Wendy würde natürlich gewinnen, aber so könnte man mal den Markt erkundschaften. Alle konnte man ja in der kurzen Zeit, die man hier verbrachte nicht kennen lernen.

„Wendy, hallo. Hast du die Durchsage gehört? Für den Award heute?“ „Natürlich hab ich den gehört, ich bin doch auch als Preisrichterin dabei. Also wirklich Max. Was willst du?“ Je abweisender, desto reizvoller, dachte er. „Genau, deswegen bin ich da, meinst du ich bräuchte einen Friseurbesuch mit Wäsche.“ „Na wenn du schon fragst, weißt du es doch. Hast doch gehört, dass wir keinen Nassen-Hund-Geruch wollen. Und wenn du schon dabei bist, dein Atem riecht auch nicht gerade nach Veilchen. Einen Besuch beim Dentisten, würde ich dir auch empfehlen.“ Das war ja klar. „Okay, dann sehen wir uns heute Abend?“ „Das wird sich kaum vermeiden lassen, wir haben ja alle jemanden vorgeschlagen und wollen dass unsere Auswahl gewinnt, oder? Cheerio, Max.“

Meine  Güte, was war sie arrogant, dass konnte sie sich auch nur erlauben, weil sie so eine tolle Rassefrau war. Max begab sich zum Friseur.

„Oh schaut doch mal wer da kommt. Max-Müffel.“ „Ja, ja ist ja schon gut. Dann mal das Komplettpaket.“  Angel klapperte mit ihren roten Krallen auf einer Tastatur und schon kam meine Wellness Beraterin. „Na wen haben wir denn da?“ Ja, wen haben wir denn da? Dachte Max: deinen Kunde. Er brummte und sie verwuschelte sein Haar. „Da hat es aber einer nötig, junger Mann. Puh, das ist schon bisschen her, oder? Na dann komm mal mit, erst mal ein schönes Bad, dann bisschen Trimmen und eine tolle Massage mit feinen duftenden Ölen.“ Klang alles furchtbar in Max Ohren, aber dann sah er Wendy vor sich und ließ sich in den nächsten freien Raum führen.

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Writing Friday – Wir schaffen das….Zweiteiler

Ich hatte vor einiger Zeit auf meinem Buchblog immer mal einen Auszug meiner Texte veröffentlichen, für Interessenten, die noch Schreibprojekte suchen…hab ich ganz vergessen, da ich eine Zeitlang ein Schreibtief hatte. Das will ich eigentlich wieder aufnehmen…Also hier kommt ein Beitrag vom Writing Friday

Es war eine Nacht wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte, zum ersten Mal sah man die Ausmaße des Geschehenen. Martin hatte Samantha an der Hand und blickte zum anderen Ufer, auf ihre Stadt herüber.

Sam schaute zu ihrem Vater: „Paps?“ „Hm?“ Meinst du wir finden sie?“ „Natürlich, mein Schatz, wenn sie noch lebt finden wir sie.“ Mit großen Augen in denen die Tränen schimmerten fragte sie: „Könnte sie tot sein?“ Martin überlegte kurz. Nach diesem Tag war sie kein Kind mehr. Sie konnte die Wahrheit ertragen. „Ja mein Schatz, das könnte sie.“

Martin seufzte und dachte einige Stunden zurück.

Er war mit Sam und Miriam im Auto unterwegs. Sie wollten in die Innenstadt. Ihr Haus lag ziemlich abseits. Sie liebten die Ruhe. Vor Jahren waren sie aus der Stadt aufs Land gezogen. Martin hatte eine gutgehende Web-Design Firma von der er meist zu Hause arbeiten konnte und Miriam war Grundschullehrern. Samantha war sieben. Sie liebte das Landleben. Überall Tiere, Pflanzen, Pfützen. Sie konnte ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

In der Stadt hatten sie Miriam beim Friseur raus gelassen. „Ich muss unbedingt zum Friseur. Meine Haare sehen aus wie ein Rabennest. Sie müssen mal wieder verwöhnt werden. Da gönn ich mir gleich  mal das Komplettverwöhnpaket. Maniküre, Pediküre, Kopfmassage. Oh, das werde ich genießen. Ihr zwei könnt also mindestens eine Stunde machen worauf ihr Lust habt.“ Sam und Martin schauten sich an. „Kino?“ „Kino!“ Sie eilten zum Auto. Ein kurzer Blick zurück zu Miriam. Ein Handkuss und schon drängelte Sam ihn zur Eile.

Der Himmel war grau in grau. Es sah nach Regen aus. Martin hatte es gerade zu Ende gedacht, da platschten die ersten großen Regentropfen auf die Autoscheibe. Sam blickte fasziniert dem Verlauf des Tropfens hinterher, als sich der nächste Tropfen einfand und der Spur des Vorgängers folgte. Sam ließ ihren Finger die Scheibe entlang, dem Weg des Tropfens folgen. Danach öffneten sich die Himmelsschleußen. Ein Platzregen ergoss sich über das Auto. Sam schrie erschrocken auf. Die Scheibenwischer schafften es nicht mehr, die Massen von Wasser zu verdrängen. Es lief wie ein Sturzbach an dem Auto herab.

Sam blickte zu Martin: „Papa, ich hab Angst. Das ist so viel Wasser und es ist so dunkel.“

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