Veröffentlicht in Fragenchallenge

MOMENTAUFNAHMEN #8 – Meine beste Freundin

Aequitas hat aus ihrem  Tagebuch 26 Fragen für uns ausgesucht, die wir in einem zweiwöchigen Rhythmus beantworten können.

Wärst du gern mit dir selbst befreundet?

Bevor ich eure Antworten lese, will ich erst mal selbst in mich gehen:

Keine leichte Frage, oder? Aber ganz ehrlich, wenn eure Antwort hier NEIN lautet, solltet ihr an eurer Einstellung arbeiten.

Ich musste auch erstmal überlegen, ob ich wirklich eine so gute Freundin bin, wie ich denn von mir annehme. Ich beantworte das mal ganz selbstbewusst mit JA! Warum habe ich dann keine Freunde? Das ist eine verdammt gute Frage. Vieles ist aus der Entfernung kaputt gegangen, aber vieles auch, weil ich keine Lust mehr hatte, als Mülleimer zu fungieren. Hatte ich den falschen Freundeskreis? Vielleicht. Es ist einfach so, wenn man älter wird, ändern sich die Prioritäten. Ich bin eigentlich ganz gut damit zurecht gekommen, dass meine Freundinnen Familie und Kinder haben. Denke ich jedenfalls. Wer ist nicht gerne die coole Tante, bei der man alles darf?? Aber ich komme vom Thema ab. Wenn ich mich zurück erinnere war das immer so: Ich kann gut zuhören – also komm doch und lade deinen Müll bei mir ab. Dann hol dir paar Ratschläge und verurteile mich später dafür, dass ich dir helfen wollte. So war das. Ich mag mich täuschen – aber ich hab immer viel in die Freundschaften gesteckt und als dann mal ich Hilfe brauchte war keine da. Dann kommt immer noch die Erwartungshaltung….gibst du mir, geb ich dir…Seid ehrlich zu euch selbst: Habt ihr nicht auch manchmal das Gefühl, dass ihr viel mehr in eine Freundschaft investiert, als ihr am Ende zurückbekommt? Und seid auch ehrlich: Ihr habt alle schon mal drüber nachgedacht was ihr investiert. Ich hatte da nie ein Problem mit, hätte ich auch heute nicht, wenn nicht dieser kleine Funke käme und man am Ende dann als Buh-Mann/Frau dasteht.

Mittlerweile bevorzuge ich Bekanntschaften. Man trifft sich locker mit Arbeitskollegen, oder sonst irgendwelchen lockeren Bekannten. Verbringt einen netten Abend und tauscht auch mal Kuchen und Plätzchen und sonstiges aus. Aber man weiss auch: Keiner erwartet was und ich erwarte nichts…

So um jetzt eigentlich die Frage zu beantworten. Entschuldigt meine Ausschweifungen: Ja – eigentlich wäre ich gerne mit mir befreundet. Denn ich bin nett, kann gut zuhören und bin, sofern er mir möglich auch immer da.

Wie ist es bei euch? Währt ihr gerne eure*r Freund*in

 

Autor:

Lesen ist meine Passion. Ich lese langsam, aber immer. Meine Beziehung und meine Familie sind mir wichtig. Ich liebe meine Tiere über alles. Sie sind es, die mir zeigen, wie einfach doch das Leben sein könnte. Ich warte. Warte auf ein Zeichen.

25 Kommentare zu „MOMENTAUFNAHMEN #8 – Meine beste Freundin

  1. Das geht mir irgendwie oft so, mit dem „seelischen Mülleimer“. Ich hatte mal eine Freundin, wo ich das Gefühl hatte, ob nun ich da sitze und ihr das Ohr leihe oder ob es eine intelligente KI an meiner Stelle täte, es wäre der Freundin gleich. Wenn es ausgeglichen ist, dann erzählen beide optimalerweise genauso viel. Sonst fühlt man sich schnell emotional ausgenutzt. Sich Probleme anderer Menschen anzuhören zieht einen selbst runter. Deshalb, wenn jemand „gut zuhören kann“, dann ist es eine nicht zu unterschätzende Leistung, die auch entsprechend gewürdigt werden sollte. Ich bin kein Freund von quid pro quo, doch es sollte irgendwo ein Gleichgewicht geben.

    Mit Ratschlägen halte ich mich sehr zurück, außer meine Freundin möchte ausdrücklich einen Rat. Grundsätzlich ist es mir lieber, wenn sie selbst zu einer Lösung kommt, denn dann weiß sie, es ist die richtige für sie.
    Und je älter man selbst wird, umso klarer wird es, was man in einer Freundschaft haben- und vor allem, was man nicht haben möchte. Man ist gefestigter, hat keine Angst mehr sich von Menschen zu trennen. Und das ist manchmal auch gut so.

    Liebe Grüße
    Kasia

    Übrigens gefällt mir dein Kommentarfeld sehr gut, da habe ich geradezu Lust, das Rückporto dazu zu legen ;-)

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    1. Danke….
      Ja – man sieht wirklich klarer, je älter man wird. Man weiss einfach was einem gut tut und was nicht. Deswegen. Die Zeit ist echt zu kostbar um sie mit Müll der anderen zu füllen. Bei mir gibt es viele, die meinen sich bei mir auskotzen zu können. Und wie du schon sagst – ob ich das bin, oder die Parkuhr – ist egal. Deswegen nicke ich nur und stimme oft einfach mit einem „Ach nein“ zu….mehr wird eh nicht erwartet..

      Liebe Grüsse

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      1. Du musst schauen, wie viel Energie du dafür aufzubringen bereit bist. Für richtig gute Freunde – sehr gerne, aber nicht ständig und nicht für alle Welt… ;-) dafür sind wir uns zu kostbar…

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      2. Absolut. Als ich weiter, aber nicht unerreichbar, gezogen bin, habe ich dann genau gemerkt, wer bereit ist auch mal den Weg zu mir auf sich zu nehmen und nicht immer zu erwarten, dass ich komme. Das sind auch so Erkenntnisse, die einem zeigen, wieviel man jemanden Wert ist.
        Wir sind wirklich zu kostbar.

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  2. Ich habe während meiner letzten Beziehung die meisten Freunde verloren. Es war keine schädliche Beziehung oder ähnliches, ich habe bloß alle Freundschaften so stark vernachlässigt, dass sie allesamt zerbrochen sind. Leider erkennt man so etwas erst, wenn es zu spät ist.

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    1. Es ist auch schwierig Freundschaften so zu pflegen wie sie es verdienen, wenn man in einer Beziehung ist. Ich hab auch schon mehrfach vieles alleine erledigen müssen, als meine Freundin dann einen neuen Partner hatte. Aber ich war dann wieder da, als sie mich brauchte…nur ist es nicht umgekehrt gewesen. Irgendwann wurde ich wohl lästig.

      Aber ich stehe dazu – Bekanntschaften sind mir mittlerweile lieber. Da weiss ich, wenn es nicht mehr passt ist es vorbei und macht Spass so lange es sie gibt. Man erwartet nichts und das macht das ganze schon wirklich entspannter.

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      1. Ehrlich gesagt, nein. Ich hab mit Bekannten echt oft interessantere Diskussionen als mit alten Freunden. Denn alte Freunde nehmen vieles als Selbstverständlich und das beinhaltet oft deine Aufmerksamkeit. Bei lockeren Bekannten ist das oft ausgeglichener und man kann auch mal der jenige sein, der sich auskotzt…

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      2. Sehr Schade – eigentlich sollte eine Freundschaft, so wie ich sie sehe, sowas verzeihen können.
        Bei mir sind die Freunde abgerückt, als ich mit dem Studium anfing…ich hatte dann den neuen Job in der Frühschicht, dann Studium – aber da war irgendwie kein Verständnis da und irgendwann auch keine Zeit mehr für mich. Das ich aber vorher immer alles eingesteckt und mitgemacht habe…tja – das ist irgendwie vergessen worden. 😣

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      3. Ich hätte mir mehr Offenheit gewünscht – dass man es anspricht, wenn man dich vernachlässigt fühlt oder sauer ist. Den Grund für ihre Distanz habe ich erst viele ja Jahre später erfahren, und als ich dann versucht habe, mich zu entschuldigen und einen Neuanfang vorzuschlagen, hatten sie kein Interesse mehr.

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      4. Genau das merke ich auch. Das ist einer der Fehler, die mir schon lange nachgehen – dass ich wegen eines Mannes/einer Beziehung meinen eigenen Freundeskreis vernachlässigt habe. Das war das Dümmste, was ich bislang in meinem Leben getan habe.

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      5. Schwere Wahl. Ich bin jetzt 21 Jahre mit meinem zusammen…uh….
        Da ändert sich dass – denn dann wird er irgendwann dein bester Freund.
        Schlimm ist aber und da habe ich auch schon erlebt – wenn du geächtet wirst, weil du deine Beziehung gefördert hast, dann aber selbst aufs Abstellgleis geschoben wirst, wenn es bei den anderen so ist – denn da ist es dann nämlich ok, wenn der Partner vor geht….grrrrr.

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  3. Ich kann Deine Ausführungen so gut wie eins zu eins unterschreiben.
    Spätestens wenn ich mal wirklich Hilfe oder auch nur ein offenes Ohr (und ehrliches Herz) bräuchte, endete die geglaubte Freundschaft.
    Ich war und bin eh Jemand, der seinen Mist, egal was, gewohnt ist, selbst zu beseitigen und bewältigen.
    Meine Oma hatte mir schon immer gesagt: Wenn Du wirklich eine helfende Hand brauchst, auf die Du Dich verlassen kannst nimm Deine linke Hand mit der rechten Hand.
    Und sie hatte recht, wenn ich mein Leben bisher so anschaue.
    Nicht mal in der nahen Verwandtschaft funktioniert das wirklich, auch gefühlt nur Energievampire.
    Und zusätzliche Energievampire brauche ich keine mehr.

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    1. Absolut richtig. Deine Oma hat den richtigen Rat gegeben.
      In der Verwandtschaft habe ich das auch schon beobachtet. Sogar schon bei meiner Mutter. Aber da nehme ich es nicht immer ganz so eng.

      Ich fahre seit Jahren echt am besten mit Bekannten. Sie kommen und gehen ohne Erwartungen. Das macht alles wesentlich entspannter. Sie helfen sogar eher noch als sogenannte Freunde.

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  4. Huhu,

    das kenne ich. Das Gefühl hatte ich auch immer. Gerade, wenn man weiter weg wohnt ist es schwierig Freundschaften zu halten. Aber auch wenn man sehr abgelegen wohnt ist es schwierig. Zumindest, wenn andere nicht mit dran arbeiten. Ich weiß echt nicht wie manche Freundschaften so lange halten können. Ich hab das selbst bei den besten Freundschaften nie geschafft … Und das lag nicht an mir. Echt schade.

    LG Corly

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    1. Find ich auch Schade, man hatte mal soviel gemeinsam und dann ist das alles weg.
      Und wenn man dann das Gefühl hat, man versucht alleine das aufrecht zu halten – irgendwann gibt man auf und dann sieht man, was es wirklich war….heisse Luft.

      LG

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