MOMENTAUFNAHMEN #2

Aequitas hat aus ihrem  Tagebuch 26 Fragen für uns ausgesucht, die wir in einem zweiwöchigen Rhythmus beantworten können.

Momentaufnahme #2
Wie gehst du mit Scheitern um – deinem eigenen und dem von anderen?

Hmhmhm – nicht so gut – mit beiden. Ich kann noch nicht mal behaupten, dass es im Alter besser geworden ist – ich glaube ich bin einen Tick ungeduldiger geworden. Allerdings kommt es auch echt auf die Aktion, die gescheitert ist an. Das kann man eigentlich gar nicht so pauschalisieren.

Dass ich mein Studium abgebrochen habe – mit dem Scheitern bin ich eigentlich recht gut zurecht gekommen. Ich war nie die Superstudentin und es ist mir auch schwer gefallen. Ich hatte schon den Job im Dunkeln und danach noch bis Nachmittag studieren und zu Hause noch lernen – das hat mich schon gefordert. Irgendwann habe ich dann genau beobachtet. Ich beobachtete die Hiwis. Und was haben die gemacht? Dem Prof Kaffee gekocht, die Papiere gerichtet und die Vorlesung bereitet. Und da dachte ich – will ich das? Dann flog ich aus einem Kurs, da ich 3 Tage durch Krankenhausaufenthalt gefehlt habe – und das war dann das Ende…und ich kam sehr gut damit zurecht. Für mich war das Abendgymnasium und das Studium nur ein Mittel: Ich wollte mir niemals sagen, was wäre wenn – hätte ich doch nur…ich habe und es war nicht meins.

Eigentlich kann ich kleinere Dinge an denen ich scheitere eher schlecht wegstecken. Ist doch alles so einfach – warum klappt das nicht? Auch wenn andere scheitern…je grösser der Versuch und das Scheitern war – um so eher kann ich auch tröstende Worte finden…aber wenn einer bei kleinen Dingen scheitert…da kann ich ungeduldig werden. Gerade wenn ich etwas erkläre und erkläre und dann klappt es nicht.

Wie ist das bei euch? Kommt ihr mit Scheitern zurecht?

18 Kommentare zu “MOMENTAUFNAHMEN #2

  1. Im Gegensatz zu Dir bin ich mit dem Alter (*hüstel*) etwas nachsichtiger geworden – mit mir uns mit anderen. Ich habe gerade in meinem Arbeitsumfeld gemerkt, dass selbst KollegInnen, die mal „leistungsstark“ waren, teilweise monatelang ausgefallen sind, weil sie sich zum einen totgearbeitet haben und zum anderen auch private Herausforderungen nicht (mehr) so gut wegstecken konnten. Mir geht es da ganz ehrlich. Und deshalb sage ich mir: Wir alle scheitern mal. Manchmal tragen wir selbst die Schuld daran und manchmal haben wir es einfach nicht in der Hand.

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    • Da hast du Recht – ich bin froh, dass ich im Moment keinen leitenden Posten mehr habe – da bin ich echt an meine Grenzen gekommen – ich hatte viele Leute, die privat nix mit PC zu tun hatten und auch so manchmal lernresistent waren….da war ich oft am platzen….habe es aber immer in mich reingefressen, weil ich eine nette bin….erst als ich das nicht mehr hatte, hab ich gemerkt wie sehr mich das belastet hat.

      Aber ich habe letztes Jahr bei einer neuen gemerkt, dass ich leicht wieder reinrutschen kann – zum Glück hatte ich Urlaub um mich zu sammeln. Jeder soll leben und arbeiten wie er/sie es kann.

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  2. ohje eine schwere Frage. Ich bin notorischer Perfektionist und scheitere in meinen Augen mit allem was ich mache weil ich nichts gut genug finde. (finde überall etwas wo ich meine das müsste aber besser sein) Mit richtigem Scheitern kann ich GAR nicht umgehen. Bei anderen kommt es drauf an. Aber meist habe ich d auch wenig Verständnis – sage das aber natürlich nicht sondern finde aufbauende Worte und rede dem anderen gut zu. (insgeheim denk ich aber genauso darüber wie über mein eigenes Scheitern)

    Ich habe zb den Führerschein abgebrochen. vor 5 Jahren. Durch einige miese Medikamente die ich nehme war ich nicht in der Lage richtig rechtzeitig zu reagieren und mir ging das ganze geschalte auf den Sack. Ich ärgere mich noch heute darüber – klar die Medis nehm ich immer noch aber wir bräuchten so dringend einen der fahren kann :-(

    LG Tanja

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      • Ich glaube, das wäre auch eine gute Frage: Ängste….
        Ich denke man wird tatsächlich ängstlicher wenn man älter wird. Auch was das Versagen angeht. Ich weiss nicht ob ich jetzt noch den Führerschein machen könnte? Vielleicht – ich bin selbstbewusster als mit 18. Aber ich kenne auch viele Frauen im Alter meiner Mutter, die aufgehört haben zu fahren und jetzt Angst haben wieder einzusteigen.

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      • Ja, das stimmt. Es gab Zeiten, in denen ich weit nach Mitternacht irgendwo im Nirgendwo ohne Telefon mit dem Auto unterwegs war. Allein. Oder 600 km durch die Republik gefahren bin, um eine Freundin zu besuchen, die an der polnischen Grenze lebt. Und keine Angst hatte. Das ist jetzt anders.

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      • Genau – ich bin früher auch ständig mitten in der Nacht alleine unterwegs gewesen – in der Grossstadt – mir konnte nix passieren….hatte auch immer Glück – aber heute – auf dem Dorf – ja kein Problem – aber in der Stadt – never again.

        Auch so war man einfach mutiger. Ich wäre mit 20 sofort irgendwo ausgewandert – heute wäge ich alles ab…

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    • Das kenne ich – ich ärgere mich auch oft über mein oder anderer Scheitern – aber ich würde es nie sagen – vorallem anderen….aber das hat mich auch ziemlich an die Grenzen meiner Belastbarkeit gebracht – wenn ich den Posten, den ich damals inne hatte nicht verloren hätte – befürchte ich, ich hätte irgendwann einen Schlaganfall bekommen, da ich immer nett sein will und verständnisvoll – wo ich doch lieber mal jemanden sein Versagen ins Gesicht schleudern wollte.

      Aber ich kann auch zu meinem Scheitern stehen. Aber manchmal nicht sofort.

      Ein wirklich schweres Thema.

      LG

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  3. Wenn ich scheiter, dann ist das eben so. Werde sicherlich nicht tagelang darüber nachdenken, wieso, weshalb, warum.
    Wenn man nur herumjammert und nur Andere verantwortlich macht, braucht man mich damit nicht behelligen. Ich höre dann nicht zu.

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