White, Gillian – Das Familiengrab

Autor: White, Gillian
Titel: Das Familiengrab
Verlag: dotbooks Verlag
Übersetzung: Isabella Bruckmaier
Erscheinungsdatum: 29. November 2016
Seitenanzahl Printbuch: 351 Seiten
Genre: Thriller, Drama
Zeitraum 10.02.20-17.02.20
Band einer Reihe: Nein
ASIN: B01NAD0PXR
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Klappentext

Wer tief gesunken ist, kann noch weiter fallen… Die junge Shelley ist mit der Erziehung ihrer sechs Kinder völlig überfordert – und dann geschieht das Unfassbare: Ihr 11-jähriger Sohn Joey wird beschuldigt, ein Baby getötet zu haben. Die Medien wittern die Story des Jahres. Ein Aufschrei nach Vergeltung geht durch die englische Bevölkerung. Und eine öffentliche Hetzjagd auf die alleinerziehende Shelley und ihre Kinder beginnt, die gnadenlos ihre Opfer fordert…

Eiskalt, brutal – und very, very British!

Meine Zusammenfassung

Shelley gehört zur unteren Gesellschaftsschicht. Das sieht sie auch nicht so schlimm. Sie hat ja eigentlich alles unter Kontrolle. Denkt sie. Bis ihr Sohn verdächtigt wird ein Baby verbrannt zu haben. Da bekommt sie den gesamten Hass der Gesellschaft zu spüren. Sie kann nicht mehr in ihr Haus. Menschen den sie Vertraut hat, verraten sie und ihre eigenen Zweifel ihrem Sohn gegenüber belasten sie ebenfalls. Ihre fünf Kinder kommen zu einer Pflegefamilie, damit sie regelmässig Joey besuchen kann. Ihr selbst bleibt später nichts anderes übrig auch dort einzuziehen. Dort trifft sie auf ein komplett anderes Umfeld. Kein Fernsehn, kein Telefon und die Kinder halten trotzdem Ruhe. Sie sind brav und essen was auf den Tisch kommt. Shelley ist mehr und mehr verunsichert. Irgendwas scheint hier nicht zu stimmen. Und dann findet sie ein schwerwiegendes Geheimnis.

Meine Meinung

Ein Thriller würde ich das Buch nicht nennen. Ein Psychodrama, das ist es eher. Man erlebt hier die gesamte aufgewühlte Gefühlswelt von Shelley kennen. Sie hinterfragt alles und nichts. Sie und ihr Sohn sind die einzigen guten, und dann wieder doch nicht. Ein Achterbahn der Gefühle. Ziemlich oft wollte ich Shelley einfach mal nur eine reinhauen. Sie war manchmal wirklich so nervig und weltfremd. Irgendwann muss der Autorin dann eingefallen sein, dass sie ja eigentlich einen Thriller und kein Familiendrama schreibt. Die letzten Kapitel hat sie dann so rumgerissen, dass es total unreal wirkte. Nicht dass dieser Part nicht spannend war, er war nur irgendwie nicht passend. Es ging die ganze Zeit nur um die Gefühlswelt der Charaktere und wie die Umwelt auf sie und den Mord reagiert und dann auf einmal noch ein Thrill.

Schreibstil:

Der Stil war gut und flüssig. Was allerdings nervig war und mich irritierte. Viele Dialoge wurden in Kursiv dargestellt. Aber nicht alle.

Figuren:

Die Charaktere waren recht gut geschildert. Der eine Sohn der Pflegemutter hatte einen nicht unwichtigen Part in der Geschichte, ist aber nicht so richtig zur Geltung gekommen. Dieser Part mit ihm und Shelley war eigentlich unwichtig.
Atmosphäre und Spannung: Es war ein wirklich dichter Roman. Die Stimmung kippte ständig und konnte einen auch ständig mitreisen. Ich erwähnte ja schon, dass man Shelley gerne mehr als einmal richtig durchgeschüttelt hätte – das zeigt schon, dass die Atmosphäre einen mit reissen konnte

Fazit

Einen richtigen Thriller bekommt man hier nicht. Es ist eher ein Psychodrama. Ich denke, dass irgendwann der Verleger gesagt hat, dass sie doch einen Thriller schreibt, weswegen sie dann am Ende ein eher unpassenden Thriller-Part einbaute. Trotzdem ist es ein gutes Buch, das mich fesseln konnte.

Charaktere

Shelley – sie entspricht dem absoluten Klischee einer „asozialen“ Frau. Sechs Kinder, raucht, viele wechselnde Sexualpartner, schläft lange. Aber sie ist Mutter und hat einen starken Mutterinstinkt.

Joey – er hat schon früh seine Geschwister versorgen müssen. Es waren wohl schon Anzeichen eines Soziopathen zu erkennen. Er ist sehr verunsichert. Als Teenager im Alter zwischen Kind, der seine Mutter braucht und dem jungen Mann, dem alles egal ist.

Eunice Bolton – sie ist die Pflegemutter bei dem die Familie unterkommt. Ihre Erziehungsmethoden entsprechen der alten Schule. Und Shelley sieht, dass ihre Kinder gut erzogen sind, wenn sie Grenzen gezeigt bekommen. Aber Eunice hat ein dunkles Geheimnis.

John Bolton – der Familienvater mit antiquierten Frauenbild.

Edward Bolton – der Adoptivsohn. Er ist die Konstante in diesem Szenario in dem sich Shelley befindet.

2 Kommentare zu “White, Gillian – Das Familiengrab

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