Langstrup, Steen – Finale

Autor: Langstrup, Steen
Titel: Finale
Verlag: Heyne Verlag
Übersetzung: Wolfgang Thon
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2018
Seitenanzahl Printbuch: 241 Seiten
Genre: Thriller, Horror
Zeitraum 20.03.20-22.03.20
Band einer Reihe: Nein
ASIN: B077C25PNR
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Noch keins – aber ich werde wohl auch nichts mehr lesen, denn das weitere Buch von ihm scheint ähnlich gestaltet zu sein. Dafür sind die Bücher einfach zu teuer.

Klappentext

Dänemark. Dunkle Nacht, verlassene Straßen. Fast jeder sieht das Fußball-WM-Finale. Auch an einer neonerleuchteten Autobahntankstelle ist nicht viel los. Die zwei attraktiven Frauen Agnes und Belinda, die dort arbeiten, schlagen die Zeit tot. Plötzlich streicht Scheinwerferlichter durch die Dunkelheit. Zwei Männer betreten die Tankstelle. Sie sind freundlich und zuvorkommend. Aber auch irgendwie seltsam. Beängstigend seltsam. Und sie fangen mit den zwei Frauen ein Spiel an, wie es grausamer nicht sein könnte. Es beginnt eine Nacht des Entsetzens … gnadenlos … bis zum bitteren Finale!

Meine Zusammenfassung:

Ich frage mich manchmal, ob diejenigen, die die Klappentexte verfassen, die Bücher auch lesen?

Kann SPOILER enthalten

Agnes und Belinda arbeiten beide in der Spätschicht an der Tankstelle. Während ganz Dänemark sich das Finale anschaut. Agnes will die ruhige Zeit nutzen um ihre Masterarbeit für ihr Anthropologiestudium zu schreiben. Belinda ist eher einfach gestrickt und hat Probleme mit ihrem kriminellen Freund. Agnes und Belinda könnten nicht unterschiedlicher von der Art und ihrer Meinungen sein. Es kommen wenige Kunden. Ein Mann, der einen Wunderbaum will. Einer mit einem Wohnmobil und zwei Junge Männer, die schon sehr seltsam sind. Einer der beiden filmt Agnes während des Kaufs. Sie vermitteln eine ungute Situation, verschwinden dann aber wieder. Belinda ist der Meinung auf dem Rücksitz eine gefesselte Frau gesehen zu haben, die Agnes aber nicht bemerkte.

Eine Luftdruckflasche beunruhigt Belinda – sie steht einfach da. Wer hat sie dort hingestellt? Und warum steht sie immer wieder da, auch nach dem sie sie weg geräumt hat? Und warum kommen die beiden jungen Männer denn schon wieder? Dann taucht in der Waschstrasse eine beunruhigende Schrift an der Wand auf. Was hat Belindas Freund denn damit zu tun.

Was ist das für ein Ort an dem Agnes später erwacht? Ihr tut alles weh und ihr Freund Benjamin ist schwer verletzt. Was ist das für ein Spiel?

Meine Meinung

Ich war etwas überrascht über die schlechten Bewertungen, die ich erst nach meiner Wahl, dieses Buch zu lesen, gesehen hatte. Da ist man erstmal skeptisch. Es wird über den platten Plot und die schwachen Charaktere gemeckert. Und dass es so dünn ist….

Ein Thriller ist vielleicht bisschen untertrieben. Es wird nämlich ziemlich brutal. Es entwickelt sich zu einer Snuff-Geschichte. Sie hätte bisschen mehr Tiefe vertragen können. Allerdings kann man auch sehen, dass sich der Roman stur auf die Geschichte beschränkt. Am Anfang wird es ein bisschen gezogen um Spannung aufzubauen um dann beim eigentlichen Geschehen richtig zuzuschlagen. Da wird nichts verlängert, oder künstlich verzögert. Harte Action mit viel Blut. Finde ich eigentlich nicht schlecht. Mich nervt es bei den Romanen eh, dass soviel Füllstoff verwendet wird, der die Story oft nicht weiter bringt. Ich fand es wirklich sehr spannend. Interessant war, dass die Foltermethoden gar nicht so krass beschrieben wurde – Kopfkino wurde trotzdem extrem aktiviert. Da wurde getackert und mit Nadeln gestochen. Das sind Schmerzen, die man selbst kennt und deswegen intensiver mitfühlt. Ich weiss nicht wie sich zertrümmerte Knie oder anderes anfühlt – aber das stechen – das weiss ich.

Und dann: Sie entkommen, oder auch nicht? Der Autor lässt mich dann auf einmal stehen. Ich blättere und dann kommen Leseproben zu anderen Büchern. Ich dachte das Buch wäre kaputt. Habe ich was falsches geladen. Fehlt ein Teil??? Ich stand mit runter gelassener Hose da und fühlte mich total verlassen. Was war das denn? Ein offenes Ende kennt man ja – ist keine neue Erfindung – aber das hier ist einfach abgeschnitten. Schwupps – Ende. Ich sass mit offenem Mund da und blätterte hilflos weiter….wo ist denn der Rest?? Wo ist das bittere Finale?

Nervig war auch, dass der Autor am Anfang ständig dieses, nicht genauer benannte, Finale erwähnte. Das war einfach zu oft.

Schreibstil: Der Schreibstil, oder wohl die Übersetzung ist sehr holprig. Am Anfang denkt man, es sei ein Aufsatz, der übersetzt wurde. So holprig und nicht flüssig, das war echt nicht schön. Es bessert sich – oder man gewöhnt sich dran – aber ich denke es bessert sich. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, das könnte bisschen die Spannung trüben – aber ich fand es meist nicht so schlimm – aber es fällt auf.

Figuren: Es wurde bemängelt, dass die Charaktere platt und leblos blieben. Fand ich jetzt nicht so extrem. Richtiger Tiefgang fehlt. Aber für diese Story hat es eigentlich ausgereicht.

Atmosphäre und Spannung: Ich fand es sehr spannend und die Atmosphäre wurde geschickt düster aufgebaut. Auch die Szene in der Folterkammer war für mich ausreichend spannend.

Originalität: Originell ist die Geschichte definitiv nicht. Solche gibt es als Filme ohne Ende.

Fazit

Ein wirklich sehr spannender Kurzroman, der meiner Meinung nach, alles auf den Punkt bringt ohne zu sehr abzuschweifen. Was ihm vielleicht bisschen die Tiefe nimmt – aber nicht schlecht macht. Was ihn schlecht macht, ist das abrupte Ende, das den Leser einfach so im Raum stehen lässt und man nicht weiss, was denn jetzt geschehen ist. Man weiss im ersten Moment nicht, was man denn jetzt machen soll. Das ist ein ziemlicher Punktabzug. Und im Endeffekt auch meine Empfehlung es nicht zu lesen. Was ich Schade finde, denn bis dahin fand ich es richtig gut.

Charaktere

Agnes: Sie hasst den Job an der Tankstelle. An diesem Abend will sie die Ruhe durch das Finale nutzen um ihre Magisterarbeit weiterzuschreiben. Sie ist Anthropologie Studentin. Am Anfang nimmt sie die Befürchtungen ihrer Kollegin nicht so ernst. Aber das ändert sich. Später, in Gefangenschaft, erkennt sie ihr Potential.

Belinda: Sie arbeitet schon länger an Tankstellen. Sie ist eher unbelassen und findet Agnes langweilig. Ihr grösstes Problem ist ihr Unverständnis ihrer Mutter ihrem Freund gegenüber und auch ihr Freund. Aber in der Not lässt sie Agnes nicht hängen.

Benjamin: Ist Agnes Freund und Arzt. Er gelangt mit Agnes in die Gefangenschaft und muss einiges ertragen.

Christoffer: Ist Belindas Freund. Er ist kriminell und auch nicht wirklich nett und sympathisch. Er will eigentlich nur Geld von Agnes. So ganz ohne ist er einfach nicht.

Frederik: Der junge Mann mit der Kamera. Er und sein Freund kommen an die Tankstelle und ihre seltsame Art verunsichern Belinda. Während Agnes in ihnen keine Bedrohung sieht.

Oscar: Der ruhigere und ältere Freund von Frederik – aber nicht weniger seltsam in seiner Art.

Arni: Er ist der Besitzer der Tankstelle. Er wird eigentlich nur erwähnt, bis auf einen kleinen Auftritt.

Der Mann mit dem Wunderbaum: Auch ein sehr seltsamer Kunde, der eher Beklemmung vermittelt.

Der Mann mit der Clownsmaske: Er ist der Folterer, dem Agnes bekannt vorkommt.

Inhalt aus dem Buch:

Die Waschanlage ist menschenleer. Man sieht das offene Tor, durch das man die Halle wieder verlässt, und drei riesige Bürsten, die herumwirbeln und die Wagen waschen, wenn alles in Betrieb ist. Zu erkennen ist auch die Außenwand gegenüber der Überwachungskamera. Die Außenwand ist aus Gasbeton. Für Agnes und Belinda ist es unmöglich, die Farbe der Wörter, die jemand an die Wand geschrieben hat, einzuschätzen. Trotzdem besteht für Agnes kein Zweifel. Es ist rote Farbe. Belindas Stimme ist dünn und brüchig, als sie die Wörter laut vorliest. »Heute Nacht werdet ihr sterben!«

12 Kommentare zu “Langstrup, Steen – Finale

  1. Liebe Rina,
    auch ich habe oft den Eindruck, die Bücher werden für den Klappentext nicht wirklich gelesen!
    Das ist manchmal schon echt traurig…und vor allem sehr enttäuschend!
    Komm gut und gesund durch den Dienstag
    herzlichst moni

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  2. Oh ha, solche Bücher hasse ich auch – ein absolut offenes Ende, bei dem man denkt das Buch wäre nicht komplett gedruckt worden. Das macht mich auch recht wütend, denn für so etwas bezahlt man Geld und steht dann da – wie Du so schön schreibst – mit heruntergelassener Hose da und das Finale fehlt.

    LG Babsi

    Gefällt 1 Person

    • Ja – und dieses ist auch noch richtig teuer mit 9,99€ das ist schon echt eine Frechheit.
      Wenn es zwar kurz, dafür aber gut beendet ist – okay – aber das….deswegen würde ich auch von einer Kaufempfehlung abraten.
      Ich war echt platt. Ich hatte es nämlich weggelegt um dann Abends den Rest zu lesen. 3 Seiten weiter war es fertig…👀👀

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  5. Moin liebe Rina,

    ich lese mich gerade durch Deine Rezis von der Quartalsübersicht.

    Dieses Buch hier klingt total super ich war richtig angefixt, brutal darf es bei mir als bekennende Festa Extrem Leserin gern mal sein aber womit ich nicht umgehen kann und was ein absolute Ausschlusskriterium ist (wenn ichs vorher weiss) ist ein offenes Ende. Ich finde es gibt kaum etwas schlimmeres in einem Buch, weil dann kann man sich die Story ganz sparen.

    Mit dem Preis kann ich noch umgehen, habe da die Festas vor Augen die teilweise für 150 Seiten 13,99 kosten.

    Aber ohne Ende werd ichs mir nicht antun. Sehr schade :-(

    Liebe Grüße Tanja

    Gefällt 1 Person

    • Ja wirklich, das ist richtig schade – es gab zwar bisschen nerviges in dem Buch mit dem Augenmerk auf dieses Sportfinale – aber das ist okay – wenn der Thrill gut ist – aber dann einfach so im Regen stehen und nicht wissen, was passiert – das hat mich richtig geärgert, deswegen war der Preis auch überzogen – wenn es spannend und rund ist – kein Thema – aber mit so einer Geschichte, die eher wie ein Prolog wirkt – da fand ich es Abzocke…sehr schade, es hat wirklich gute Szenen gehabt.

      Liebe Grüsse

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