Phillips, Dana – Aber bitte mit Sake! – Auf Kreuzfahrt mit 1000 Japanern

Autor: Phillips, Dana
Titel: Aber bitte mit Sake! – Auf Kreuzfahrt mit 1000 Japanern
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 16. November 2012
Seitenanzahl Printbuch: 272 Seiten
Genre: Humor, Reisebericht
Zeitraum 24.06.19-02.07.19
Band einer Reihe: Ja – Avanti Amore: Mein Sommer unter Italienern lässt sich aber gut unabhängig voneinander lesen
ISBN 3404607341
Bereits gelesene Bücher der Autoren

Klappentext

Vergorene Bohnen zum Frühstück, Hula-Dance in der Starlight-Lounge und Tai Chi auf dem Sonnendeck. Die Weltreise auf einem japanischen Kreuzfahrtschiff wird für Dana Phillips zum kulturellen Experiment. Denn allein unter tausend Japanern kann sie als Deutsche eigentlich nur alles falsch machen: Begrüßen, Naseputzen, Baden, Schlürfen – für alles gelten hier ganz eigene Regeln. Kein Wunder, dass Dana von einem Fettnäpfchen ins Nächste tritt. Und weil sie zwei Köpfe größer ist als alle anderen, fällt sie dabei ziemlich auf! Aber schließlich lernt Dana sich fachgerecht vor einer Teetasse zu verbeugen, so dass ihr die Japaner am Ende doch noch die Hand reichen.

Meine Zusammenfassung

Dana kommt eher unfreiwillig zu dieser Reise. Ihre Kollegin, die sich bestens vorbereitet hat fällt aus und ihre Chefin schickt statt dessen Dana auf die Reise. Sie hat also nur wenige Tage Zeit. Das kann nur in die Hose gehen. Die ersten Tage verbringt sie in Japan. Dort besucht sie einen Schrein, Hachikos Statue, ein Kapselhotel und einen Onsen – traditionelles Gemeinschaftsbad. Und sie tritt von einem Fettnäpfchen in das nächste. Sei es den Kimono/Yukatan falsch zu schliessen, die Schuhe ausziehen, eine rituelle Waschung im Schrein. Also alles was wir Westler falsch machen können, schafft sie. Dann gibt es noch massive Probleme mit der Sprache. Englisch ist nicht so verbreitet, wie man sich denkt. Die meisten können es nämlich nicht. Noch nicht mal ihr Navi. Es ist also höchst amüsant. Weiter geht es natürlich auf dem Kreuzschiff. Obwohl sie viele verschiedene Stationen anfahren, wie Peru bleiben es trotzdem Japaner. Sie können nicht verstehen warum jemand denn lange schlafen möchte. Oder morgens keinen Sport machen möchte. Es wird ein Kurs angeboten – da gebietet es die Höflichkeit daran teilzunehmen, damit der Kursleiter nicht alleine da steht. Es gibt soviel Regeln und Traditionen, die Japaner befolgen. Dann hat Dana noch das Problem mit Raffaele ihr Freund, der in Italien lebt. Eine Fernbeziehung, wohin soll das führen? Und was ist mit dem japanischen Pop-Dance-Star Yuuku, der so charmant ist? Wird Dana mit den Japanern noch warm werden, oder sie mit ihrer plumpen Art?

Meine Meinung

Äusserst Amüsant. Japaner, man kann sie nicht verstehen. Sie sind wirklich ein seltsames, aber auch liebevolles Volk. Sie haben soviel Traditionen und Pflichten. Sie haben wenig Urlaub und nehmen diesen eher selten in Anspruch, da sie ihren Kollegen nicht zumuten wollen, ihre Arbeit mitzumachen. Wir erfahren hier in diesem Büchlein wirklich viel von den Ansichten und Einsichten in das Leben der Japaner. Dana veröffentlicht immer eine Kolumne für die Zeitung, bei der sie Schreibt. Dort erklärt sie dann immer Eigenarten und Traditionen der Japaner. Ist man am Anfang noch genervt von ihrer Art, findet man es am Ende nur noch Liebenswürdig. Trotz den vielen Regeln und dem unter dem Radar fliegen sind sie glücklich. Sie wissen wo sie hinwollen. Ihr Weg wird ihnen gezeigt.

Ich mochte das Buch wirklich gerne. Die Japaner sind einem schon sehr suspekt und Dana Phillips hat hier bisschen Licht in die Kultur bringen können, ohne langweilig zu werden. Es ist ein amüsanter Reisebericht, der einen wirklich mitleiden lässt. Ich denke nicht nur Japan reisende werden hier ihren Spass haben. Es ist nicht mal so, dass man es nur als Strandlektüre nehmen kann. Für einen ersten Eindruck, wenn man auf den Weg dorthin ist – absolut Empfehlenswert – aber man hat auch als Daheimgebliebene/r ziemlichen Spass an der Reise.

Der Schreibstil ist flüssig und locker zu lesen. Durch die eingestreuten Kolumnen wird die Erzählung auch immer noch etwas intensiviert.

Die Charaktere sind wirklich witzig. Die jungen Japaner sind so locker und witzig – ständig machen sie das Victory-Zeichen und kichern. Die Älteren sind sehr traditionsbewusst aber durch ihre Erfahrungen auch sehr interessant.

Originalität: Ich finde diese Art von Reisebericht wirklich sehr originell. Man findet einen besonderen Bezug zu dieser Kultur und so manches Rätsel wird für uns gelüftet.

Fazit

Ich hab mich sehr amüsiert beim Lesen. Nicht nur als Urlaubslektüre geeignet sondern auch so für Zwischendurch um einfach mal was anderes in seine Leseliste zu packen. Hier kann man einfach nichts verkehrt machen. Ein liebevoller und witziger Einblick in die Welt der Japaner und wie schwer es uns fällt sie zu ergründen. Absolute Leseempfehlung.

Zitate

»Jetzt dürfen wir gehen«, sagt Kyoko.
»Das würde ich gerne selbst entscheiden«, erwidere ich störrisch.
»Weshalb?«
»Es kann doch nicht sein, dass hier die Gruppe immer die Entscheidung für den Einzelnen trifft!«
»Weshalb nicht?« Kyoko wirkt erstaunt.


Als Nächstes drehen Sie die Schale drei Mal und bewundern die Malereien auf dem Porzellan. Dann trinken Sie den Tee in drei Schlucken. Wenn es Ihnen nicht gelingt, müssen Sie sich nicht schämen, dann sind nicht Sie unhöflich, sondern ich, weil ich Ihnen zu viel Tee eingefüllt habe.


Charaktere

Dana – Dana Phillips ist auch die Autorin dieses Buches – das ist ein Autoren Duo, die unter Pseudonym schreiben. Sie ist Journalistin und wird von ihrer Zeitung – Komplizinnen – nach Japan geschickt um auf dem Peaceboat mit ihnen zu reisen. Dabei lernt sie sehr viel von dieser Kultur.

Raffaele – er tritt nur ganz kurz auf, ist aber ständig präsent, da er Dana´s Freund ist, der in Italien lebt und nicht nach Deutschland ziehen möchte. Das beschäftigt Dana die gesamte Reise

Kyoko Kikuchi – eine ältere Dame mit der Dana die Kabine teilt. Eine sehr imposante Persönlichkeit, die sich Dana zur Brust nimmt und ihr viel zeigt. Sehr sympathisch und so ruhig

Henry – ein Tahitianer der auch schon an die 60 ist – er war schon öfter dabei und liebt es die Regeln der Japaner so zu biegen, dass sie sich ärgern.

Gaki – eine Studentin, die ebenfalls in dem Zimmer mit Dana ist – eine verrückte, die auf Manga steht. Aber viel erfährt man nicht über sie.

Riku – er ist der Dolmetscher und freundet sich mit Dana an.

Yuuku – zwischen ihm und Dana knistert es. Eine berühmtheit. Er ist in einer Boyband als Tänzer unterwegs. Ein Zusammentreffen der besonderen Art.

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Ein Kommentar zu “Phillips, Dana – Aber bitte mit Sake! – Auf Kreuzfahrt mit 1000 Japanern

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