Jacq, Christian – Der schwarze Pharao

Autor: Jacq, Christian
Titel: Der schwarze Pharao
Verlag: Rowohlt
Übersetzung: Dorothee Asendorf
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2000
Seitenanzahl Printbuch: 400 Seiten
Genre: Historisch
Gelesen als: Taschenbuch
Zeitraum: 26.07.18-06.08.18

ISBN-13: 978-3499227608

Klappentext

Fünf Jahrhunderte nach der Herrschaft Ramses‘ II. steht Ägypten vor dem Zusammenbruch. Der friedliebende Herrscher Pianchi ist angetreten, das Land zu altem Glanz zurückzuführen. Kann es dem „schwarzen Pharao“ gegen alle Widerstände gelingen, die jahrtausendealte Zivilisation vor dem Untergang zu bewahren?

Meine Zusammenfassung

Pianchi ist seit zehn Jahren Pharao von Ober- und Unterägypten. Seit dem lebt er in Napata, in Nubien. Er ist ein beliebter und gefürchteter Herrscher. Er selbst ist friedliebend und achtet die Maat, die Gesetze der Götter. Er achtet sehr streng die Traditionen. Aber Ägypten ist kurz vor dem Zusammenbrechen. Dem Süden geht es gut, dem Norden nicht. Die Fürsten des Nordens greifen nach der Macht. Vor allen anderen Tefnacht. Er will Ägypten zu altem Glanz bringen, aber achtet nicht auf Traditionen oder den alten Glauben. Er ist einfach nur Machthungrig und will selbst Pharao werden. Mit seinen lybischen Soldaten erobert er wichtige Städte und meuchtelt die Bewohner. Steuern werden erhöht, das Volk ausgepresst. Alles für seine Ziele – Pianchi zu stürzen. Bei einem seiner Überfälle lernt er Aurora kennen, die von seinen skrupellosen Beratern geschändet wurde. Ihre Rachegelüste zerfallen mit der Aussicht die Frau und zukünftige Königin von Tefnacht zu werden. Wird sie es schaffen ihren Hass zu unterdrücken, ihren Einfluss auszubaue und den Angriffen stand zu halten?

Niemand glaubt, dass Pianchi sein sicheres Leben in Napata aufgibt und in den Krieg zieht. Aber er ist von Amun berührt. Er zieht los. Mit seinen Nubiern und seiner treuen, hellsichtigen Frau, erobern sie eine Stadt unblutig, nach der anderen. Seine kolossale Gestalt und die seiner nubischen Soldaten und die Tatsache, dass er von Amun berührt ist, das überzeugt die meisten Stadthalter. Aber auch alle? Er muss in Gebiete eindringen, die noch kein Nubier vorher betreten hat. In Tefnachts Heimat. Wird er dort siegreich sein? Kann er sein Land von Tefnacht zurück erobern und befreien?

Meine Meinung

Für ein historisches Buch ist es recht dünn. Manchmal merkt man es auch, da es vielleicht etwas zu oberflächlich gehalten wurde. Anderseits ist es angenehm und flüssig lesbar. Es hält sich nicht an Unwichtigkeiten auf. Das Hauptthema ist der Kriegszug. Trotzdem es um Krieg und Eroberungen geht, macht es ziemlichen Spass zu lesen. Denn Pianchi ist sehr gläubig und traditionsbewusst, dadurch schildert Jacq sehr verständlich die Rituale, auch die Städte und deren Erbauer werden mit deren Bedeutung sehr angenehm und nicht erdrückend beschrieben. Er schafft es den schmalen Grat zwischen spannender Information und langweiligen Details ab zupassen. Mir ist ein dünnes historisches Buch, mit den wichtigsten Elementen lieber als die vielen, die bei 700 Seiten anfangen. Allerdings denke ich, dass vielleicht leichte Vorkenntnisse nicht ganz von Nachteil sind. Nicht notwendig, aber erleichtert manches. Ich finde es äusserst informativ ohne zu erdrücken.

Schreibstil:

Wie so oft, braucht man einige Seiten um sich an den Schreibstil eines Autoren zu gewöhnen. Aber das geht schnell, da er nicht gerade sehr schwierig mit Fachausdrücken umgeht. Es ist wirklich alles leicht verständlich und bildlich vorstellbar.

Figuren:

Die Charaktere finde ich äusserst gelungen. Jacq hat genau das wichtigste der Personen herausgearbeitet. Es wird nicht zuviel platt getreten und trotzdem bekommt man einen ziemlich guten Einblick in die jeweiligen Charakterzüge der Menschen

Atmosphäre und Spannung.

Ich finde die Atmosphäre wirklich gelungen. Man wird zu geheimen Ritualen eingeladen und auch die Magie und Strategie des Pharaos wird beleuchtet. Man ist immer wieder gespannt, ob er die Eroberung der kommenden Stadt schafft. Er bekommt auf jeden Fall immer wieder interessante Hilfe. Es ist oft auch spannend.

Fazit

Für manche mag das Buch zu dünn und oberflächlich sein. Ich persönlich fand es sehr angenehm, dass es nicht zu dick war und einen mit unnötigen Daten und Fakten erschlagen hat. Ich habe schon Jacqs Ramses Reihe verschlungen, die ich echt empfehlen kann. Dieses Buch hier empfand ich als angenehme und leichte Lektüre um Einblicke in die Rituale und Gepflogenheiten der Ägypter zu bekommen. Für Ägypten-Fans, die mal eine kleine Auffrischung wollen, oder auch mal einen unkomplizierten Einstieg brauchen, absolut empfehlenswert.

Charaktere

Pianchi – der schwarze Pharao – er ist Nubier und hat sich lange in Napata eingeigelt – jetzt muss er reagieren, sein Land ist gefährdet

Abile – die Königliche Gemahlin. Sie ist Pianchi treu ergeben und hellsichtig. Durch ihre Hilfe schafft er es einige Hindernisse zu bewältigen.

Tefnacht – Führer des libyschen Bundes im Norden – Oberhaupt der Lybier –  er will Ägypten zu altem Glanz bringen – aber nicht nach der Maat leben.

Akanosch – einer der Fürsten, der Tefnacht untersteht. Er ist nicht ganz so einverstanden mit den Machenschaften und schickt Pianchi die ein oder andere Warnung und Strategie.

Yegeb und Nartreb – Handlanger Tefnachts, die über Leichen gehen. Ein Menschenleben bedeutet ihnen nichts – Aurora ist ihnen ein ziemlicher Dorn im Auge. Ihnen ist nur ihr Reichtum wichtig.

Puarma – gehört zu Pianchis Soldaten. Er ist der Führer der Bogenschützen und beteiligt am Erfolg so mancher Rückeroberung.

Lamerskeni – er ist der Führer der Fusssoldaten und muss mit seinem Gegner – Puarma- zusammen arbeiten. Die beiden mögen sich Anfangs nicht so und werden Freunde. Er hat einen Arm verloren, den er aus Akazienholz ersetzt hat – er dient ihn auch wunderbar als Waffe. Er ist ein Lebemann – Frauen und Alkohol .

Kühler-Kopf – obersten Schreiber und Berater Pianchis. Eine wichtige Figur in Pianchis Kabinett

Otoku – Als er bestochen wird Pianchi zu verraten zeigt er seine wahre Loyalität seinem König gegenüber. Dafür wird er zum Bürgermeister von Napata ernannt, als Pianchi in den Krieg zieht.

Aurora – sie wird beim Überfall Tefnachts von Nartreb geschändet. Sie will Tefnacht töten, da er ihren Vater ermordete. Mit der Zeit sieht sie aber, dass es besser wäre zu verzeihen und als Königin neben Tefnacht gekrönt zu werden. Ihr Hass wandelt sich in Machtgier.

 

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5 Gedanken zu “Jacq, Christian – Der schwarze Pharao

  1. Pingback: Wochenrückblick 06.08.18-12.08.18 – Ich lese

  2. Hallo,
    von Christan Jacq habe ich vor vielen, vielen Jahren zuletzt etwas gelesen! Dabei mochte ich seine Bücher sehr, ich weiß gar nicht, warum ich schon lange keine mehr gelesen habe.
    Für mich waren die Bücher aber auch eher unterhaltsam als „ernsthaft“ historisch – schön zwischendurch zu lesen!
    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.
    LG,
    Mikka

    1. Vielen Dank :-)
      Du triffst es genau auf den Punkt – unterhaltsam – es ist flüssig zu lesen und man kann auch bisschen was erfahren, über diese Zeit.

      Das ich was von ihm gelesen habe ist locker auch 20 Jahre her. Das war die Ramses-Reihe – die war auch toll zu lesen.
      LG

    2. Vielen Dank :-)
      Du triffst es genau auf den Punkt – unterhaltsam – es ist flüssig zu lesen und man kann auch bisschen was erfahren, über diese Zeit.

      Das ich was von ihm gelesen habe ist locker auch 20 Jahre her. Das war die Ramses-Reihe – die war auch toll zu lesen.
      LG

  3. Pingback: Zurückgeschaut auf den August |2018| – Ich lese

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