Plauderecke – Myrina – Die geheimen Schwestern

Hallo ihr Lieben – durch die Grippe ist meine kleine Plauderecke etwas ins Hintertreffen geraten – aber ich möchte natürlich weiter machen. Diese Aktion dient mir einfach dazu mich noch mal intensiver mit dem gelesenen zu beschäftigen. Aber ich muss euch natürlich warnen – da ich Protagonisten erzählen lasse, kann es zu Spoilern kommen.

Heute habe ich ein Buch – das wenigstens noch zwei weitere Plauderecken liefern kann – mal sehen wie sehr mich es noch beschäftigt.

Fortier, Anne – Die geheimen Schwestern


Plauderecke – Myrina – Die geheimen Schwestern

Ich hatte ein sehr aufregendes Leben. Man schrieb das Jahr 1100 vor Christi – wobei Christi ja noch keine Bedeutung für uns hatte. Wir glaubten noch an die alten Götter. Mein Dorf wurde von einer Seuche heimgesucht. Die Bewohner gaben meiner Mutter die Schuld – sie sei eine Hexe. Nur weil sie eine unabhängige Frau ohne Mann war und bewandert in Kräutern war. Sie brannten unser Haus nieder und meine Mutter starb. Das einzige, das ich retten konnte war ein Armband mit Schakalköpfen. Ich floh mit meiner kleinen Schwester Lilli. Leider erkrankten wir auch an dieser Seuche – ich hatte Glück uns wurde vollständig gesund – meine kleine Schwester erblindete aber.

Ich hatte von der Mondgöttin gehört – sie soll heilen können – hieß es. Also begaben wir uns auf den Weg zu ihrem Tempel. Der war sehr beschwerlich – aber wir schafften es. Ich kletterte über die Mauer und wurde, statt angehört zu werden, in ein Verlies mit einer riesigen Schlange gesteckt. Ich war – bin – eine Kämpferin und tötete dieses Monster. Daraufhin wurde ich von der Hohen Priesterin erhört. Wir durften bleiben, wenn ich die Priesterinnen im Kampf unterrichtete. Das gestaltete sich schwierig, da einige einfach nicht wollten. Sie hetzten und lachten.

Dann kam der schwärzeste Tag der Priesterinnen. Wir wurden überfallen. Von Barbaren mit schwarzen Schiffen. Die Hohe Priesterin wurde getötet – enthauptet. Viele meiner Schwestern ließen ihr Leben. Und einige der Priesterinnen wurden entführt. Darunter meine kleine Schwester. Ich musste sie retten. Sie alle retten. Wir überlebenden machten uns auf die Reise. Wir folgten den Hinweisen – wieder war es eine beschwerliche Reise. Aber wir trafen auf einen Mann, der uns half. Ich hatte einen Eid abgelegt nie bei einem Mann zu liegen – aber dieser Mann – der machte es mir wirklich schwer. Paris aus Troja. Er half uns mit einer List in Agamemnons Palast zu kommen und die Schwestern zu befreien. Uns schlossen sich auch noch andere Sklavinnen an – auch eine seltsam grimmige junge Frau – Helena.

Was sollten wir jetzt machen? Wir mussten fliehen. Paris brachte uns zu seiner Tante. Bei ihr lebten auch nur Frauen. Es war ähnlich streng wie im Tempel der Mondgöttin. Aber hier gab es Kämpferinnen. Diese Frauen konnten sich selbst versorgen. Hier waren wir sicher. Ich lernte reiten. Ich entwickelte einen Bogen, mit dem man auch auf dem Pferd Pfeile schießen konnten. Ich lebte. Aber – Paris hatte sich in meinen Kopf eingenistet.

Es kam wie es kommen musste – als er wieder zurück kam, verließ ich die Schwesternschaft – übergab Helena meinen Armreif und ging mit Paris nach Troja. Ich war meistens glücklich. Aber hier durfte ich nichts machen – außer eine Frau zu sein. Das belastete mich sehr. Aber Paris liebte ich innig. Agamemnon kam nach Troja – auf der Suche nach seiner Tochter. Sie sollte verheiratet werden und war davor geflohen. Meine Schwestern waren auch da. Sie würden helfen, wenn es zum Äußersten kommen würde. Aber Paris stellte sich einem Zweikampf mit Menelaos. Trotz Sieg verliert mein Geliebter. Er wurde beim Kampf vergiftet. Ich hatte meine große Liebe verloren und es kam zu einem Krieg. König Minos gab uns den wertvollsten Gegenstand aus Troja mit. Wir sollten ihn retten und verstecken. Aber noch viel wertvoller war, das kleine Geheimnis unter meinem Herzen.

Troja wurde dem Erdboden gleich gemacht und wir flohen. Die Schwesternschaft teilte sich. Einige gingen mit der Tante von Paris, die anderen gingen mit mir in den Norden. Wir waren stark und brauchten keine Männer. Aber wenn wir Männer wollten – sollten wir sie uns nehmen – nur nie bis zum Tageslicht bleiben. Das waren unsere Bedingungen.

Ein schwerer Weg hatte uns dorthin geführt wo wir endlich glücklich leben  konnten.

 

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