Fforde, Jasper – Dragonslayer 01 – Die letzte Drachentöterin

Fforde, Jasper – Dragonslayer 01 – Die letzte Drachentöterin

Autor: Fforde, Jasper
Titel: Die letzte Drachentöterin
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2015
Seitenanzahl Printbuch: 253 Seiten
Genre: Fantasy
Gelesen als: Ebook
Zeitraum 11.08.17-27.08.17
Band einer Reihe: Ja – Drachentöter Reihe
Challenge: High Fantasy Challenge (5. Lies ein Buch, in dem eine Armee ihr Lager aufschlägt.)

Klappentext:Auftakt der Drachen-Trilogie von Kultautor Jasper Fjorde.
Jennifer Strange ist fünfzehn Jahre alt, Findelkind und aktuell die Leiterin von Kazam, einer Agentur, die Zauberer vermittelt. Die Zeiten, als die Zauberer noch vor Magie strotzten, sind längst vorbei. Wer einst ganze Berge versetzte, liefert heute auf seinem fliegenden Teppich Pizza aus. Die Geschäfte von Kazam laufen dementsprechend schlecht, und die Magier müssen um ihre Jobs fürchten.
Als wäre das nicht genug, macht auch noch die Vorhersage die Runde, dass der letzte Drache sterben wird – und zwar durch die Hand von niemand Geringerem als Jennifer. Schnell wird ihr klar, dass nicht nur ihr Leben, sondern die Geschicke aller Bürger in den Ununited Kingdoms auf den Kopf gestellt werden …

Wann – Gegenwart
Wo – Ununited Kingdom – England

Zum Inhalt: (Spoiler) Jennifer leitet eine Agentur für Zauberer. Allerdings ist die glamouröse Zeit der Zauberer vorbei. Sie werden nur noch für banale Dinge bestellt. Wie z. B. ein Haus mit neuer Elektrik zu versehen. Früher haben Drachen in ganz Ununited Kingdom ihr Unwesen getrieben. Sie haben Dörfer überfallen, Menschen und Vieh getötet. Dann hat der grosse Shandar – der mächtigste Zauberer – ein Abkommen mit den Drachen ausgehandelt. Jeder Drache bekam ein Stück Land und Vieh. Sie durften die Menschen nicht mehr überfallen – ansonsten müssten sie sterben. Dafür wurden Drachentöter ausgebildet. Diese waren auch die einzigen, die in das Land der Drachen konnten. Jetzt gab es eine Vision mancher mental begabter Zauberer, die den Tod des letzten Drachen vorher sagten. Und Jennifer wurde zum neuen Drachentöter ernannt. Nicht nur, dass sie die Verantwortung jetzt trägt, wird sie auch massiv von Merchandising genötigt. Sie könnte tatsächlich unfassbar reich werden. Jeder will sie buchen, bewerben, bestechen. Denn – wenn ein Drache stirbt – wird das Land, dass er bewohnte frei – und jeder, der schnell genug ist, kann es besetzen. Sich ein Stück abstecken. Aber Jennifer ist sich nicht sicher ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Denn sie lernt den Drachen kennen. Und sie bezweifelt die angeblichen Angriffe. Was also soll sie tun? Soll sie tatsächlich den letzten Drachen töten nur weil Indizien für Drachenangriffe bestehen? Kann sie sich aus ihrem Dilemma befreien?

Handlung: Eine Bewertung fällt mir hier wirklich nicht leicht. Es ist eine wirklich schräge Fantasystory in der Zauberer einen schlechten Stand haben und Zauberei nur gestattet wird wenn ein massiver Bürokratieapparat instand gehalten wird. Für jeden Zauber muss unbedingt eine Genehmigung eingeholt werden, ansonsten wird der Zauberer getötet. Da die Zauberer alle etwas zerstreut sind ist es Jennifers Aufgabe sich darum zu kümmern. Ebenso muss sie Aufträge an Land ziehen um überhaupt die Agentur am Leben halten zu können. Aber wo ist der grosse Zambini? Er ist der Eigentümer der Agentur. Er ist verschwunden. Ich habe bisher noch nie Pratchet gelesen oder ähnliche Autoren. Aber ich könnte mir vorstellen, dass dies hier ähnlich gestrickt ist. Also der Humor ist interessant und war für mich neu. Während des Lesens kam es mir oft sehr schräg vor. Aber nach einigen Tagen Abstand fand ich es dann doch ganz witzig.
Der Schreibstil war angenehm und flüssig zu lesen. Spannung gab es tatsächlich auch, da man ja nicht wusste, ob sie tatsächlich den Drachen töten würde, wie sie mit dem ganzen Druck umgeht. Dann musste sie neben dem Presserummel noch die Obrigkeiten beruhigen und noch die Zauberer beschäftigen. Sie traf sich mehrere Male mit dem Drachen und dann war ja noch die Frage ob es tatsächlich der Drache war, der das Abkommen gebrochen hatte und Angriffe gestartet hatte. Originalität fand ich absolut gegeben. Es waren so viel schräge Situationen und Bemerkungen dabei, das alleine ist schon originell genug. Das Ende kam mir etwas zu schnell. Da hätte man sich noch paar Seiten Zeit nehmen können. Da fühlte ich mich dann auf einmal vor vollendete Tatsachen gestellt und habe es gar nicht richtig mitbekommen.

Fazit: Das Buch hat mich oft etwas wirr zurückgelassen. Aber nach einigem Abstand muss ich dann doch sagen, dass es mir ganz gut gefallen hat. Es ist so ganz anders, als die Fantasyromane, die ich bisher gelesen habe. Es ist mit viel Humor gespickt. Ich habe zwar noch keine vergleichbaren Romane dieses Genre gelesen, könnte mir aber vorstellen, dass Liebhaber von Pratchett und Douglas hier auch ihren Spass haben könnten. So als Zwischendurchlektüre.

Zitate

Ich war bei der Schwesternschaft groß geworden, die mich vier Jahre zuvor an Kazam verkauft hatte. Ich hatte noch zwei Jahre unbezahlte Arbeit vor mir, bis ich auch nur daran denken konnte, das erste Formular zu beantragen, das mich nach weiteren vierzehn Stapeln Papierkram und Bürokratie irgendwann in die Freiheit entlassen würde.

Mutter Zenobia war die Oberin – eine zerfurchte alte Ex-Zauberin, runzlig wie eine Walnuss und ebenso unverwüstlich.

Die Macht der Magie schwand schon seit Jahrhunderten und damit auch der Einfluss der Zauberer. Früher waren Zauberer Berater des Königs gewesen; heute verkabelten wir Häuser neu und machten Abflüsse frei.

Ich sah zu den drei Zauberern hinüber, die sich fest darauf konzentrierten, nichts zu tun.

»Das ist das Quarktier«, sagte ich. »Es sieht vielleicht aus wie eine offene Messerschublade auf Beinen und als wollte es dich gleich in Stücke reißen, aber in Wahrheit ist er ein ganz Süßer und frisst höchstens mal eine Katze, wenn überhaupt.

Von den Zeiten, als die Magie noch mächtig war, nicht von der Regierung überwacht wurde und man nicht mal für den größten Zauber das Fluchformular B1–7G ausfüllen musste.

Du wohnst in Zimmer 1038, da gibt es zwar ein Echo, aber dafür ist es selbstreinigend.«

Dumme Männer und Frauen können die Zauberei für Böses einsetzen, aber dann sind die Menschen böse, nicht die Zauberei. Die Magie denkt nicht. Wir haben die Wahl, sie für Gutes oder Böses einzusetzen.

Jeder ungenehmigte Akt der Zauberei außerhalb der Zaubereihäuser wird mit … öffentlicher Verbrennung betraft.«

»Übrigens«, sagte Tiger, »darf das Quarktier schon vor dem Frühstück auf Wellblech herumkauen?«
»Nur auf verzinktem«, sagte ich, ohne aufzusehen. »Er braucht das Zink, damit seine Schuppen schimmern.«

Der Herzog von Brecon, dessen Säbelrasseln nach einer Kürzung des Verteidigungshaushalts zu einem Taschenmesserklappern verkommen war, ließ seine Soldaten als Gegenfeuer alle gleichzeitig »Peng« rufen und bewahrte scharfe Granaten für besondere Gelegenheiten auf, zum Beispiel für Geburtstage.

Ein Buch unter einem verzauberten Kopfkissen, das den Inhalt nachts in den Kopf träufelte, konnte Wunder wirken. Dummerweise sah die Schulbehörde das nicht so.

»Wenn es klingelt, bedeutet das, irgendwo hat ein Drache angegriffen. Daher kommt der Name ›hot line‹, heiße Leitung, weil Drachen Dinge anzünden.«

Charaktere

Jennifer Stange – Sie ist ein Findling von 16 und muss noch zwei Jahre im Zaubererhaus von Zambini ihren Dienst tätigen um dann frei zu sein. Geschäftsführende Managerin. Sie ist als letzter Drachentöter auserkoren. Sie wirkt manchmal etwas abwesend, hat aber alles im Griff und entscheidet sehr wohlbedacht und nicht nur aus dem Profit.

Tiger (Horton) Prawns – der neue Findling (7.) im Zambini Haus. Er soll von Jennifer angelernt werden. Er unterstützt jetzt schon Jennifer ungemein

Lady Mawgon ehemals Zaubermeisterin jetzt nur noch im Zambini Haus beschäftigt

Moobin ebenfalls ein ehemaliger guter Zauberer – allerdings erfährt er in den letzten Tagen eine Zunahme seiner magischen Fähigkeiten – das hat etwas mit dem Drachen zu tun

Mutter Zenobia eine Ex-Hexe und die heutige Leiterin des Heimes für Findlinge

Brian Spalding – ehemaliger Drachentöter, der Jennifer einweist.

Maltcassion der letzte Drachen

Gordon van Gordon Jennifers Assistent – nicht gerade vertrauenswürdig

Quarktier – das Beste – Das ist durch und durch magisch – eine der Kreaturen, die der Mächtige Shandar im sechzehnten Jahrhundert erschaffen hat. Sie sind zu neun Zehnteln eine Mischung aus Velociraptor und Küchenmaschine, und zu einem Zehntel Labrador.

der Mächtige Shandar Oberzaubermeister – er hat das Abkommen mit den Drachen ausgehandelt und Drachentöter ausgebildet

King Snodds der König, der unbedingt das Drachenland haben möchte und Jennifer dazu bringen möchte es schon vorab für ihn abzustecken.

Herzog Brecon – der Gegner auf der anderen Seite des Drachenlandes. Er will sein Land nur bestmöglich gegen Snodds Armee verteidigen.

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2 Kommentare zu “Fforde, Jasper – Dragonslayer 01 – Die letzte Drachentöterin

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