Rufty, Kristopher – Ein Hund namens Jagger

Rufty, Kristopher – Ein Hund namens Jagger

Autor: Rufty, Kristopher
Titel: Ein Hund namens Jagger
Verlag: Festa
Erscheinungsdatum: 17. November 2016
Seitenanzahl Printbuch: 448 Seiten
Genre: Horror, Tierhorror
Gelesen als: Ebook
Zeitraum 18.06.17 – 23.06.17
Band einer Reihe: Nein
Challenge: Find the Cover 2017

Worum es geht: Jagger ist ein Mastiff-Mix, der etwa 90 Kg wiegt. Durch Verabreichung einer illegalen Droge und  Misshandlungen wird er aggressiv und verhaltensgestört. Er entwickelt einen unbändigen Hunger auf Blut und einen Hass auf seine ehemalige Besitzerin, weil sie ihn nicht geschützt hat.

Klappentext

Amy liebt ihren Hund über alles. Er ist ihr Beschützer und bester Freund. Jagger ist zwar riesig, aber lieb und verspielt.
Doch das wird sich ändern … denn der hoch verschuldete Loser Clayton will bei Hundekämpfen die fette Kohle machen. Und dazu braucht er dringend einen Hund – einen sehr großen Hund!
Clayton weiß, wie man aus einem harmlosen Hund eine Tötungsmaschine macht: Er pumpt den armen Jagger voll mit Drogen und Steroiden und verwandelt ihn in ein blutgieriges Monster, das keinen Schmerz empfindet.
Als die durchgedrehte Bestie flieht und durch die Stadt hetzt, zerreißt sie alles, was ihr in die Quere kommt. Jagger ist auf dem Weg nach Hause, zurück zu Amy, denn die hat ihn doch im Stich gelassen …

Die Geschichte von Jagger berührt. Es ist eines der Horrorbücher, die man liebt und nie wieder vergisst.

Reißerisch! Dieser Roman verdient diese Umschreibung wirklich.

Zum Inhalt: Achtung beinhaltet Spoiler 

Der Klappentext ist wirklich gut geschrieben. Er beinhaltet alle nötigen Fakten. Warum lese ich so ein Buch. Gute Frage – Warum habe ich Cujo gelesen und gesehen. Es sind Horrorbücher. Allerdings kann man dieses Buch bei weitem nicht mit Cujo vergleichen. Himmelweiter unterschied. Fakt ist, es gibt immer noch Hundekämpfe und Hahnenkämpfe und was der kranke Mensch noch so gegeneinander antreten lässt um seine seltsamen Gelüste zu befriedigen. Das war auch der schlimmste Part in dem Buch, die Abrichtung des Hundes. Ich habe noch nie beim Lesen angefangen die Protagonisten und Nebenfiguren zu hassen. Aber hier ist das so. Solch ein Abschaum, gibt es leider wirklich, was es noch schlimmer macht. Zum Glück hat sich der Autor nicht all zu sehr über die Abrichtung ausgelassen. Ich habe mich manchmal wirklich sehr geärgert über die Personen. Es gab eigentlich keinen, den ich mochte. Amy trauert – was ich auch erwarte. Aber in ihrer Trauer geht sie doch gleich mal mit dem ermittelnden Detektiv ins Bett. Ja, jeder tröstet sich anders. Natürlich bekommt man auch vor seinem eigenen Tier Angst, wenn man erfährt, dass er mehrere Menschen getötet hat. Und wenn er dann vor einem steht, versucht man vielleicht nicht unbedingt ihn zu beruhigen. Aber ihm noch die Schuld zu geben, das war mir echt zuviel. Da hätte ich das Buch der Kuh am liebsten auf den Kopf geschlagen. (rote Zitate am Ende)

SPOILER

Amy ist Besitzerin eines Trailerparks, den sie von ihrem Vater übernommen hat (der unter anderem auch eine Art Gründungsmitglied dieser Hundekämpfe war, aber das weiss und erfährt sie nie). Um sich sicher zu fühlen wollte sie einen grossen Hund. Jagger ist zwar eine mächtige Erscheinung, aber ein ganz lieber verschmuster Kerl. Man möchte ihn auch ständig knuddeln. Für Amy ist er alles. Sie ist einsam und der Hund hat sie noch nie enttäuscht. Nicht wie die Menschen um sie herum. Zum Beispiel ihre beste Freundin, die schon mit ihrem Ex-Freund geschlafen hat und ihrem derzeitigen Freund – Clayton – auch den Tipp gibt, wo er einen so grossen Hund bekommt. Da bricht einem das Herz. Der Hund vertraut ihr und sie lockt ihn in einen Van.

Dem Hund werden irgendwelche zusammen gepanschte Drogen verabreicht, die ihn stärker und schmerzunempfindlich machen. Dann wird er von einem ekelhaften Kerl abgerichtet. Das Herz bricht erneut. Der Hund schafft es zu entkommen und nimmt natürlich mit, was ihm im Weg ist. Er ist verletzt und verstört und sein Gehirn ist umprogrammiert. Die schönen Erinnerungen an Amy erzeugen nur noch Hass, da sie ihn alleine gelassen hat. Sein Weg führt zu ihr. Und er nimmt mit wem er über den Weg läuft. Diese Droge hat zusätzlich einen unstillbaren Hunger auf Blut freigesetzt.

Natürlich weiss man als Leser, dass der Hund niemals eine Chance haben wird, das lebend zu überstehen. Selbst wenn man am Ende noch auf ein Mini-Happy End hofft – es kommt keins. Der Hund wird am Ende getötet, ohne noch mal einen schönen Moment zu haben.

Handlung: Mir kam die Handlung manchmal etwas unausgegoren vor. Man brauch sich nichts vorzumachen. Trailerparks und Hundekämpfe suggerieren einem schon welches Klientel dort bedient wird. Das hat der Autor auch gut gezeichnet. Was mich störte war, dass er unbedingt eine Sex – oder Liebesgeschichte reindrücken musste. Das passt einfach nicht.

Schreibstil: Die Dialoge sind nicht sehr gut geworden. Die Beschreibungen waren allerdings recht flüssig zu lesen. Es kann natürlich auch an der Übersetzung gelegen haben.

Atmosphäre: Die Atmosphäre war gut getroffen. Der Abschaum, der Dealer, die Tierquäler und die Stimmung der Menschen, die betroffen waren, hat er eigentlich ganz gut hinbekommen. Man hat einige Male wirklich die Nase gerümpft, weil es eklig war, oder wurde richtig wütend wegen der Handlung.

Spannung: Auch Spannung hat er gut aufbauen können. Es war zwar eine vorausschauende Handlung, aber man hat trotzdem mitgefiebert.

Originalität: Man muss hier noch mal erläutern – es ist ein Tierhorror, der leider keine reine Fiktion ist. Über Originalität lässt sich hier streiten. Tiere werden aus Vergnügen und Geldgier gequält. Finde ich nicht originell, aber ist leider Realität.

Fazit:

Das Buch hat mir leider nicht gefallen. Unabhängig von dem Inhalt, der Tierquälerei. Ich habe mich natürlich darüber aufgeregt. Aber der Autor hat es geschafft, dass ich am Ende wirklich keinen, oder kaum einen der beteiligten Personen mochte. Selbst die Besitzerin ging mir nur auf die Nerven. Was man allerdings nicht unerwähnt lassen sollte, der Autor hat es wunderbar geschafft, den menschlichen Abschaum darzustellen.

Zitate

Und Nathan war alles, was sie jetzt noch hatte.
Und ich bin alles, was er hat.
Diese Erkenntnis trieb ihr die Tränen in die Augen. Sie war der einzige Mensch in Nathans Leben und wünschte sich, er wäre kein Teil von ihrem. Ich will ihn bei mir haben. Aber wollte sie das wirklich?

Es waren jedoch Jaggers Augen, bei deren Anblick Claytons Hoden in seinen Körper zurückzuschrumpfen schienen, als wollten sie sich verstecken. Die einst so herzlichen braunen Kulleraugen hatten sich senfgelb verfärbt und es triefte eine klumpige Flüssigkeit heraus, die wie urinfarbener Matsch auf seiner Schnauze getrocknet war.

Jagger tauchte aus der Dunkelheit auf. Seine Pfoten traten mit dumpfen Schlägen auf das Holz, als er sich auf die Tür stellte. »Oh mein Gott«, flüsterte Teresa kopfschüttelnd. »Lieber Gott, nein …«
Der Hund wirkte noch größer, aufgedunsen, und auch seine Beine waren dicker. Das einst gesunde Fell, das im Sonnenlicht geglänzt hatte, war völlig verfilzt und mit Blut und Dreck verklebt. Sein Gesicht schien mit einer dunkelroten Paste beschmiert zu sein, und Federn klebten wie flauschige Haare daran.

»Ich will, dass du mich küsst.«
Eine kalte Hand grub sich in seinen Magen. »Amy …«
Sie lehnte sich zurück, drehte sich auf der Couch und legte ein Bein auf den Polstern ab. Das T-Shirt rutschte nach oben und er konnte die zarte Haut ihres Venushügels sehen. »Küss mich«, forderte sie ihn erneut auf und begann, auf ihn zuzukrabbeln.

Sie trug eine weite graue Jogginghose und ein rotes Tanktop, das eng an ihr klebte. Die Kurven ihrer Brüste und die Punkte der Nippel waren durch den dünnen Stoff leicht zu erkennen.

»Nun, die Tatsache, dass Sie ihn noch nicht gefangen haben, ist ein wenig beunruhigend, wenn ich ehrlich bin.«
»Bitte weisen Sie mich nicht noch zusätzlich darauf hin, wie schlecht ich meinen Job mache. Das tue ich schon selbst andauernd.«
»Ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.«
»Schon gut.«

Wie konnte Jagger das nur tun? Wie hatte er irgendetwas von dem tun können, was Mark ihr erzählt hatte? Ihr wurde bewusst, dass sie dies noch mehr verletzte als die Sache mit Teresa und Nick. Es verletzte sie noch mehr als all die Gelegenheiten, bei denen ihr Vater ihr das Gefühl gegeben hatte, wertlos zu sein, ungenügend und sonderbar.

Sie wusste, dass es selbstsüchtig war, sich so zu fühlen, wenn so viele andere Menschen verletzt oder getötet worden waren, aber sie konnte nichts dagegen tun. Jagger gehörte zu ihr, und er hatte ihr mehr wehgetan als irgendjemand sonst. Er hatte ihr das Herz gebrochen und ihre Seele zerstört.
»Wie konntest du mir das antun?«, schrie sie und drückte Nathan an sich. »Hm? Was hab ich dir denn jemals getan!?!«

Sie stellte sich vor, wie Mark mehrere Kugeln auf Jagger abfeuerte, und war überrascht, dass sie nicht die geringste Trauer empfand.
Er ist nicht mehr mein Hund
Es half, dass er nicht einmal mehr annähernd so aussah wie früher. Das machte es ihr leichter, die schönen Erinnerungen an ihn beiseite zuwischen.

Charaktere

Brock Shuller – taucht hier nur namentlich auf. Er ist derjenige, der bei den Hundekämpfen viel Geld verloren hat und Clayton nur noch eine Chance gibt, das auszubügeln

Clayton – Ein Loser. Er richtet mit anderen Hundekämpfe aus.

Ralph – nur namentlich erwähnt. Er schuldete Brock Geld und es wurde nur noch sein Kopf gefunden mit Hundeexkrementen gefüllt

Freddy – ein ekelhafter Psychopat. Er zwingt Clayton ihm einen zu Blasen um Zeit bei Brock zu schinden. Ausserdem richtet er die Hunde für die Kämpfe aus. Dabei empfindet er ein perverses Vergnügen.

Teresa – Amys beste Freundin, die sie aber für Clayton, der sie schon betrogen hat, hintergeht und den Hund mitentführt.

Amy – Die Hauptperson

Janice – Eine Bewohnerin des Trailerparks. Sie ist eine Alkoholikerin, die ihr Kind vernachlässigt. Eine Nebenperson. Sie ist die Mutter von Nathan, dem sie die Schuld für ihr heruntergekommenes Leben gibt

Nathan – etwa 4 Jahre. Liebt Jagger und Jagger ihn. Sie spielen immer zusammen. Ein tapferer kleiner Bursche, der trotz der Vernachlässigung der Mutter immer brav und liebevoll ist

Deputy Mark Varner – Er mag weder Hunde noch Katzen, aber ist scharf auf Amy. Selbst wenn er sich zurückhält und ihre Verletzlichkeit nicht ausnutzen will, kommt es dann doch zum Sex.

Jim Riley  – ein Bewohner des Trailerparks. Schon älter  – in den 70er. Er hält Hühner und ist auch scharf auf Amy. Er beobachtet sie  manchmal wenn sie sonnenbadet. Um mit ihr in Kontakt zu kommen, bringt er ihr oft Eier vorbei.

Ellie Riley – Die Ehefrau von Jim. Sie gehört neben Nathan zu den wenigen, die ich mochte. Sie hilft Amy und tröstet sie.

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Ein Gedanke zu “Rufty, Kristopher – Ein Hund namens Jagger

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