Corlys Themenwoche 57.1.: Dafür oder dagegen? Grundeinkommen

Diese Woche wird es heiss bei Corly. Die dafür oder dagegen Fragen haben es ganz schön in sich. Das ist ein breites Spektrum für Diskussionen. Und fangen wir gleich  mit einem brisanten Thema an.

Bedingungsloses Grundeinkommen – Ich bin ein Poppianer – Eine Anhängerin von Andreas Popp. In seiner Wissensmanufaktur kann man einiges erfahren und er lässt uns auch schön hinter die Kulissen blicken. Mein Mann ist da schon richtig fit. Unter anderem ist er ein Verfechter für das Grundeinkommen. Natürlich hängt da noch bisschen mehr Umstellung dran als nur jedem seine Grundvergütung zu geben.

Viele, mit denen ich darüber gesprochen habe, reagieren erstmal so: „da machen die Schmarotzer und faulen Säcke ja gar nichts mehr.“

ÄHM – die machen auch jetzt nichts. Die „liegen“ auch jetzt schon dem Staat und uns auf der Tasche. Was ändert sich denn da?

Wo würde das Geld herkommen? Wer finanziert das – das ist sehr umfangreich (Plan B). Was man aber schon mal sagen kann – es würden unmengen an Gelder frei werden, wenn der Verwaltungsapparat verkleinert werden würde und abgeschafft. Man bräuchte kein Sozialamt, kein Arbeitsamt, keine Rentenstelle. Alles würde von einer Behörde geregelt. Jeder Mensch würde das gleiche Geld bekommen. Kinder, Erwachsene, Rentner.

Irgendwo hatte ich letzt gelesen, das beim Arbeitsamt, das erwirtschaftete Geld von 4,9 Milliarden Euro in der Verwaltung verschwand. Und das für jedes Amt….

Nun was ist der Vorteil. (Das hier ist alles nur sehr oberflächlich)

Gehen wir vom Pfändfreien Beitrag aus. Sagen wir jeder Erwachsene würde 1100 € bekommen, nur dafür, dass er/sie existiert. Damit sind nur die Grundbedürfnisse gedeckt. Miete, Essen. Manche Rentner bekommen noch nicht mal so viel an Rente. Oder – Yeah – gesegnet sei der Mindestlohn – Friseurinnen. Die bringen manchmal auch nicht soviel nach Hause und stehen den ganzen Tag im Laden. Keine Zeit für Familie und Leben. Mit dem Grundeinkommen wäre da schon mal abgeholfen.

1100 € damit kann man nicht leben und nicht sterben – sag das mal den Harz IVlern…Die wissen das.

Wenn man jetzt ein sparsamer Mensch ist, der sagt ich mit Frau und Kindern (Kinder die Hälfte) können leben davon. Kein Luxus, aber ich kann Zeit mit meinen Kindern verbringen. Gibt es was besseres? Und was ist mit Urlaub, Handy, Computer – Für Luxus muss man dann arbeiten gehen.

Was ist mit der Wirtschaft? Wenn keiner mehr arbeiten geht?

Keiner geht mehr arbeiten? Viele würde liebend gerne arbeiten gehen, wenn sie nicht müssen um zu überleben. Man könnte sich seinen Job aussuchen. Arbeiten weil es einem Spass macht.

Was ist mit den Jobs die keiner machen will? JAAAA. Liebe Ausnutzer – ihr müsstet dann richtig zahlen, dass jemand kommt. Wieviel unterbezahlte Lagerarbeiter, Pflegepersonal, Krankenschwestern? Die Arbeit ist körperlich hart. Und das für ein Schmerzensgeld, mit dem man kaum über die Runden kommt.

Beschaffungskriminalität könnte wegfallen. Ich muss keinen kleinen Laden mehr überfallen, oder arme Omas die Rente aus der Tasche und Wohnung klauen.

Wie war das mit den faulen Säcken? Ach die…Vielleicht würden sie sogar wieder arbeiten gehen, wenn der Druck vom Amt wegfällt. Wenn sie freiwillig arbeiten gehen können. Hört euch mal um. Wieviele sagen: „ich könnte es mir gar nicht vorstellen nicht zu arbeiten. Was soll ich denn, den ganzen Tag zu Hause machen??“

Ein ziemlich kontroverses Thema. Da kann man schon einige Diskussionen lostreten.

Ich bin ein Befürworter des Grundeinkommens. Ich würde mich freuen, wenn ich für sozialen Kontakt und bisschen Luxus arbeiten gehen würde. Aber ich würde nicht mehr Nachts aufstehen um mir beim Pakete schleppen für wenig Geld den Rücken kaputt machen.

Wenn wir aussuchen könnten wo wir arbeiten wollten, würde wieder etwas Macht an uns zurück gehen. Die Zeitarbeiten könnten endlich dicht machen. Moderne Sklavenhändler, die kassieren und kaum was abgeben.

Aber – natürlich hängt bei der Umsetzung viel mehr dran als einfach nur jedem das Grundeinkommen zukommen zu lassen. Da muss eine generelle Reform her. Um das ganze Bild zu erfassen kann ich wirklich nur empfehlen, auf YouTube einige Videos von Andreas Popp (Plan B) zu sichten. Es ist sehr informativ.

 

Advertisements

9 Gedanken zu “Corlys Themenwoche 57.1.: Dafür oder dagegen? Grundeinkommen

  1. Huhu,

    Aber würden dann nicht auch so wie du es beschreibst wieder Arbeitsplätze verloren gehen?

    Ach so, Kinder auch? Also ich weiß nicht ob ich dafür bin Kinder da ins System mit einzubeziehen. Die werden ja eigentlich erst mal von den Eltern finanziert. Kindergeld und sowas okay, aber ich find das sollte auch so bleiben. Das wäre mit der Finanzierung sonst auch ziemlich kompliziert. Vielleicht könnte das Geld für die Kinder bis zu einem gewissen Alter von den Eltern verwaltet werden?

    Einen Job aussuchen wäre sicherlich ideal, aber ich glaub nicht, dass das funktionieren würde. Ich glaube eher das System würde zusammen brechen, weil dann keiner sich mehr verpflichtet fühlt irgendwas tun zu müssen.

    Aber ich bin mir auch nicht sicher ob das mit dem Arbeiten klappen würde. Wenn man freiwillig arbeiten geht darf man sich auch die Stunden selbst einteilen und das würde glaub ich ein ziemliches Chaos geben.

    Ich bin mir nicht sicher ob das funktionieren würde so wie du es beschreibst. Ich find es teilweise gut so wie es ist, es könnte nur etwas gerechter werden. Und etwas mehr Arbeitsplätze vielleicht, etwas die Ansprüche runterschrauben. Die sind doch sehr hoch geworden mittlerweile.

    Aber ob ich das System komplett umstellen würde? Ich weiß nicht ob das funktionieren würde. Ich denke man müsste dennoch sehen wer mehr bekommt und wer weniger um es gerecht zu machen.

    LG Corly

    1. In Finland wird es schon umgesetzt. Und dort scheint es ziemlich gut zu funktionieren. Kinder würden das Geld nicht persönlich bekommen. Sie werden nur als Halbe Person „vergütet“ Statt dem Kindergeld. Das würde schon funktionieren. Es gibt viele Leute, die Karriere machen würden, das könnten sie durch Arbeit erreichen. Du musst Dir vorstellen, dass Du arbeiten gehen würdest um die Wirtschaft anzukurbeln. Denn das was Du jetzt verdienst, geht meist für Miete, Essen drauf. Das Geld hättest Du von vorneherein. Wenn Du also arbeiten gehst, dann um das Geld richtig in Umlauf zu bringen. Es ist ein umfangreicher Prozess, aber ich denke es würde ziemlich gut funktionieren. Es würden natürlich Arbeitsplätze verloren gehen, aber da Du immer 1100€ hast, musst Du Dir da keine Gedanken machen, irgendwie Haus und Hof zu verlieren. Du suchst Dir dann einfach was anderes. Arbeitsplätze würden hauptsächlich im Verwaltungssektor verloren gehen. Aber vielleicht hat dann dort jemand Lust im Kindergarten zu arbeiten. Sie können sich aussuchen ob und wo. Wenn Du schwer körperlich arbeitest muss das besser bezahlt werden, als ein Bürojob. Es ist wirklich nicht einfach – Aber dieser Popp, hat das unter Plan B wirklich gut beschrieben. Das wichtigste ist auch von unserem alten Denken weg zu kommen. Die Zukunft gehört den Robotern. Es gibt immer mehr Firmen, die umsteigen. Immer mehr verlieren ihren Job. Irgendwann wird es nicht mehr anderes möglich sein, die Bevölkerung zu ernähren, als durch so ein Grundeinkommen. LG

      1. Ah okay, so gesehen ist es natürlich was anderes. Aber ich bin dennoch unsicher. Die Arbeit muss ja weiterhin funktionieren. Was ist also, wenn keiner unbedingt arbeiten muss. Ausserdem müsste man dann doch auch gewisse Preise anpassen. Die Dinge, die man kaufen müsste. Und man müsste halt regeln wie man krankenversichert ist. Aber stimmt. Theoretisch wäre es eine gute Sache. Aber bei sowas bin ich immer zuerst skeptisch ob das funktioniert. Jedes Land ist ja auch anders, hat andere Gesetzte, ist anders eingestellt usw. Ich glaub man müsse es dann vermutlich eher an die Länder anpassen.

      2. Es wird ein umfangreicher Prozess, aber wenn das geschafft ist, wäre es für uns wesentlich besser – es wäre sehr viel Umdenken, aber ich stelle es mir gut vor. Aber nicht einfach, am Anfang. LG

      3. ja, für mich sicher auch. Nein, einfacher nicht. Und ich denke viele würden vielleicht auch rumstressen, die jetzt zufriedne sind. Aber wer weiß … LG

      4. Am meisten die, die reich sind, da sie umdenken müssen, weil sie nicht mehr auf unserem Rücken ihren Reichtum mehren. Aber das dauert alles noch, wenn überhaupt 🙂 LG

  2. Ich bin definitiv für das bedingungslose Grundeinkommen. Wie viele Menschen gehen einer Arbeit nach, die ihnen keine Freude macht, nur damit sie überleben können? Diese Menschen könnten ihr Leben dann endlich so gestalten, wie sie es gerne hätten.

    Es gäbe keine Armen und Obdachlosen mehr, jeder könnte sich ein Dach über dem Kopf leisten und sein Leben selbstbestimmt und frei gestalten.

    Allerdings weiß ich nicht, ob dann ungeliebte Arbeiten wie Müllbeseitigung oder Reinigungsdienste noch gemacht würden. Das ist natürlich die Frage.

    Liebste Grüße
    Myna

    1. Genau – das ist das was ich meine. Man kann sich sein Leben frei gestalten. Für unbeliebte Jobs muss dann richtig gut gezahlt werden. Dann kommen die Leute um schnell mal ihr Portemonnaie aufzufüllen. Danke für Deine Antwort. Liebe Grüsse.

Ich freue mich über jeden Eurer Kommentare

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s