Das Haus der Seelen Teil 18

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten Mal geschah

Wanda ist immer noch als Amelia unterwegs. Es kommt zu einem Treffen zwischen Manfred Jakob und Moritz. Der Plan einen Auftragskiller zu engagieren wächst. Sie wollen jetzt endlich Manfred Jakob an den Kragen. Sie begeben sich mit dem Auto in Richtung Villa – eine besondere Autorfahrt wartet auf sie. 


Moe war in Gedanken als er in eine dunkle Gasse abbog. Er merkte gar nicht, dass es ein unbekannter Weg war. Immer noch in Gedanken fuhr er weiter bis auf einmal eine Gestalt vor dem Fahrzeug auftauchte. Er erschrak und riss das Steuer rum. Er zerkratzte sich die Fahrerseite aber fing das Auto noch auf, bevor er einen Unfall baute. Er trat auf die Bremse und schaute sich um. Die Gestalt war weg. Hatte er geträumt? Er muss unbedingt aufmerksam fahren. Das war zu gefährlich seine Gedanken schweifen zu lassen. Er wollte gerade wieder starten, als er die Gestalt wieder vor dem Auto stehen sah. Er griff nach Madame Morells Hand und drückte sie. Sie wurde aufmerksam und sah, was er sah. Eine Gestalt. In einem Trenchcoat mit Hut gekleidet. Er war nur ein Schatten. Um ihn herum waberte die Luft.  Madame Morell öffnete ihre Tasche. Sie holte einen Ring heraus. Er war aus Eisen und um ihn herum waren Kräuter gebunden. Sie holt noch drei weitere davon und gab sie jedem. „Hier. Geister hassen Eisen. Und die Kräuter – der Geruch irritiert sie. Ich werde jetzt aussteigen und versuchen mit dem Geist zu reden. Ich denke es wird wohl Jakob sein oder ein Abgesandter. Starke Geister können andere dominieren und für paar kleine Drecksarbeiten heranziehen. Ich bin mir nicht sicher was wir da vor uns haben. Deswegen werde ich es mal abklären. Bleibt hier, ich werde sicherheitshalber noch Salz um das Auto streuen. Dann seid ihr hier sicher. Also steigt nicht aus, egal was ihr seht. Ich schaffe das.“

Die drei nickten ängstlich und zogen sich schnell die Amulette um.

Madame Morell stieg aus, lief mit dem Salzbeutel um das Auto herum und ging dann auf die Gestalt zu. Auf dem Weg dorthin bekreuzigte sie sich dreimal. Dann stand sie vor dem Schatten.

„Was willst du. Kann ich dir helfen. Bist du Manfred Jakob oder hat er dich geschickt? Ich kann dir helfen. Sprich mit mir. Ich kann dich befreien.“  Der Schatten blieb regungslos. Sie bekreuzigte sich erneut dreimal. Dann sprach sie weiter. „Sie her. Wenn du etwas brauchst was ich für dich erledigen soll, dann sag es mir oder zeig es mir, damit kann ich dich befreien.“ Die Gestalt hob die Hand und zeigte auf das Auto. „Du bist geschickt um ihnen etwas anzutun? Das kann ich nicht zulassen. Ich gebe dir noch einmal die Chance es zum positiven für dich enden zu lassen. Aber wenn du meine Hilfe nicht annimmst. Dann war es das.“ Die Gestalt stand immer noch  mit ausgestrecktem Arm da. Madame Morell ging auf ihn zu. Nahm einen kleinen Pfeil aus der Tasche und eine Art Blasrohr. Sie steckte den Pfeil hinein und blickte bedauernd auf den Schatten. Dann pustete sie. Der Pfeil glitt durch den Schatten durch. Ein Schrei ertönte und der Schatten zerbarst. Es sah aus, als wären überall nur noch kleine Rauchfahnen.

Sie packte das Blasrohr wieder weg, drehte sich um und ging zurück zum Wagen. „Sehr schade, Jakob ist sehr einflussreich. Ich hätte den Geist gerne befreit. So musste ich ihn zerstören. Er wird so wahrscheinlich nie ins Licht gehen können. Dafür ist er nicht stark genug. Aber er kann sich auch nicht mehr zeigen. Er ist jetzt nur noch ein Lichtspiel. Sehr schade.“

„Was war das, was du da auf ihn geschossen hast?“ Fragte Wanda

„Das war ein Eisenpfeil mit Salzeinschlüssen. Den habe ich selbst hergestellt. Ist nicht schwer und passt in jede Handtasche.“ Schmunzelte sie.

Die drei blickten sich verwirrt an. Sie wunderten sich, dass Madame Morell noch Witze machen konnte. Wobei dieser Vorfall ja schon recht harmlos war, oder?

„Was wollte diese Gestalt?“

„Ich denke, dich!“ meinte Madame Morell. „Sie wurde von Jakob geschickt. Er scheint so dominant zu sein, dass diese Gestalt nicht mal von mir gerettet werde wollte. Er flösst sogar den Geistern angst ein.“

„Was wird er von mir wollen?“

„Das kann man nicht so genau sagen. Entweder nur deinen Tod, oder schlimmer, deine Seele. Du beziehungsweise, Amelia, Moritz und wahrscheinlich auch Peter haben es geschafft Jakob zu töten. Aber sein rachsüchtiger Geist, der ist noch nicht befriedigt. Er will mehr. Er will Rache oder Gerechtigkeit. Wir werden sehen.“

„Wäre es nicht einfacher ich würde mich ihm stellen und sehen was er von mir will?“

„Auf keinen Fall. Das wird niemals gut für dich ausgehen.“

Wanda verfiel ins Grübeln. Wir werden sehen, was besser sein wird, dachte sie. Sie beschlich ein seltsames Gefühl. In ihr kamen Zweifel hoch, dass dieses Erlebnis gut ausgehen würde.

Endlich kamen sie an dem Haus an. Madame Morell stieg als erste aus und wanderte schnurstracks zum Tor, der das Grundstück vor unbefugtem Betreten sichern sollte. Natürlich hing das Tor nur noch in seinen Angeln. Es hatte nie die Chance gehabt den Naturgewalten und Vandalen trotzen zu können. Es sah fast bemitleidenswert aus, wie es da so hing.

Die anderen folgten ihr. Es schien, dass Madame Morell es auf einmal sehr eilig hatte.

„Madame – wieso rennen sie denn so?“ fragte Moe.

Sie wurde langsamer. „Ach entschuldigt, das ist eine Macke von mir.“ Lächelte sie „Schnell rein, schnell raus. Aber in diesem Fall ist das wohl nicht machbar. Also – Langsam.“

„Welche Vorbereitungen sind denn eigentlich geplant.“ Wollte Paul wissen.

„Nun – die üblichen. Wir müssen erst mal unseren Geist versuchen frei zu machen. Dann werde ich etwas Salbei verbrennen. Eure Medaillons habt ihr noch um und das hier –„ Sie gab jedem einen Satz ihrer selbst hergestellten Eisen-Salz-Pfeile mit kleinem Blasrohr.“ Für  den Fall, dass ihr gegen die kleinen Helfer ankommen müsst. Bei Jakob wird das nicht helfen. Da brauchen wir härtere Geschütze. Das wird ein ziemlicher Brocken.“ Sie seufzte.

Oh je dachte Wanda – das wird schwieriger als ich dachte. Sie standen noch vor dem Grundstück.

Die vier standen sich im Kreis gegenüber und hielten ihre Hände. In die Mitte hatte Madame Morell eine Schale gestellt in der sie Salbei entzündet hatte. Sie hielten ihre Hände drüber und erinnerten sich was sie bei Norma gelernt hatten. Sie entspannten sich und ließen ihre Gedanken fließen. Sie spürten fast wie die negativen Gefühle und Gedanken aus ihnen heraus flossen und in der Schale landeten. Es war faszinierend, das zu spüren. Etwa eine halbe Stunde später hoben sie die Meditation auf und waren bereit das Haus zu betreten.

Madame Morell ging voraus. Sie öffnete die Tür, die ihr schon bekanntes Stöhnen von sich gab. Sofort hatte Wanda wieder die Gestalt vor Augen die am Fuss der Treppe stand. Sie erschauderte.

„Zeigt mir wo der Ballsaal ist“.

Sie gingen Richtung des Ballsaals als Wanda stehen blieb. Sie drehte sich um zu Treppe. Da sah sie es. Sie sah Peter am oberen Ende der Treppe. Er wirkte müde. Gerade als er hinunter gehen wollte, sah sie, wie sich etwas hinter ihm manifestierte. Sie konnte genau beobachten, wie ein Mann hinter ihm erschien und eine Hand ausstreckte. Er stiess zu und Peter stürzte die lange Treppe hinunter. Der Sturz sah böse aus. Als er unten ankam war er stark verrenkt. Wanda rannte zu ihm und wollte nach ihm schauen. Aber als sie ihn anfassen wollte löste sich die Vision auf.

„Wanda? Was ist los“ fragte Moe.

„Ich habe es gesehen. Der Geist von Jakob hat sich hinter Peter manifestiert und ihn kräftig gestossen. Der Sturz war wirklich übel und Peter hat ihn nicht überlebt. So wie es in der Zeitung stand und wie wir uns das gedacht hatten.“ Sie schluchzte.

Madame Morell schloss sie in die Arme und streichelte ihr tröstend über den Rücken. „Ja, das war es was wir uns dachten. Der arme Peter. Er wollte nur helfen. Kommt, wir müssen weiter.“

Fortsetzung 

Advertisements

5 Gedanken zu “Das Haus der Seelen Teil 18

  1. Pingback: Wochenrückblick 08.05.17-14.05.17 – Geschichtszauberei

  2. Pingback: Wochenrückblick 08.05.17-14.05.17 – Ich lese

Ich freue mich über jeden Eurer Kommentare

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s