Das Haus der Seelen Teil 15

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Was beim letzten mal geschah:

Wanda hat sich in die Vergangenheit zurück führen lassen. Es ging darum zu klären, ob sie eine Nachfahrin oder dir Reinkarnation von Amelia ist. Bei Recherchen haben sie auch endlich ein wenig über den mysteriösen Amerikaner in Erfahrung bringen können. 

Amelia stand in der Küche – Ihr Vater sah es nicht gerne, wenn sie sich mit dem Personal „abgab“. Aber sie war gerne dort. Die Köchin hatte immer leckere Sachen zum Naschen und tolle Geschichten. Auf einmal hörte sie ihre Mutter schreien. Schnell rannte sie in das Obergeschoss. In das Zimmer von Rosemarie. Es war leer.

„Mama, was ist denn los?“

„Sie ist weg. Ich habe schon das ganze Haus abgesucht, aber sie ist weg. Mein Baby ist weg. Wo ist sie hin. Was hat er mit ihr gemacht. Wo hat er sie hingebracht?“

„Von wem redest du?“

„Von deinem verfluchten Vater. Er hat sie mir weggenommen. Er hat, er hat, er hat ihr bestimmt etwas angetan. Er ist ein Dämon.“  Sie schluchzte und zitterte. Schnell rief sie nach der Zofe ihrer Mutter. „Bringen sie sie bitte in ihr Zimmer und geben sie ihre etwas zur Beruhigung. Haben sie meinen Vater gesehen? „ Die Zofe schüttelte den Kopf. „Nein Fräulein Jakob“.

Amelia lief durch das Haus auf der Suche nach ihrer Schwester und ihrem Vater. Sie fragte jeden der Angestellten die ihr entgegenkamen, aber keiner hatte sie gesehen. Sie wurde immer unruhiger. Es war nicht Rosemaries Art einfach zu verschwinden, dafür war sie zu ängstlich. Sie blieb immer in ihrem Zimmer oder in Mutters Nähe. Sie fürchtete sich sehr vor Vater.

Als Amelia ins Gartenzimmer kam, stockte sie. Dort lag Rosemaries Puppe. Ohne sie war sie eigentlich nie anzutreffen. Es wirkte immer, als dächte sie, diese Puppe würde die Schläge und Schimpfe für sie annehmen. Das gab es nicht, dass die Puppe ohne Rosemarie wäre und auch nicht so lieblos hingeworfen.

„Rosemarie? Rosemarie? Kleines wo bist du? Ich habe deine Puppe hier. Sie ist alleine und hat Angst. Komm doch um sie zu holen.“ Aber Rosemarie blieb weg. Keine Spur von ihr. Das einzige was sie fand, war ein Glas Whiskey auf dem Tisch und eine qualmende Zigarre im Aschenbescher – ihr Vater war hier gewesen. Mit Rosemarie – Alleine.  Rosemarie ist nie wieder aufgetaucht.

Wanda kam aus der Trance zurück. Ihre Wangen waren nass von den Tränen, die sie wegen Rosemaries verschwinden vergossen hatte. Sie ahnte, dass Manfred Jakob etwas mit dem Verschwinden zu tun hatte. Aber wenigstens schien Rose ihren Frieden gefunden zu haben, da ihr Geist nirgends aufgetaucht war.

„Madame Morell, Moe, Paul – ich weiss nicht genau was mit Rose passiert ist. Allerdings bin ich mir mehr als sicher, dass Jakob etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hatte.“

„Hast du was über Peters und Moritz Tod gesehen? Und diesem Walt – hast du über ihn noch was entdecken können?“ Fragte Moe etwas zu impulsiv.

„Nein, dafür müsste ich noch mal gehen. Aber ich weiss nicht ob das noch klappt. Aber warum sollte es nicht klappen?“

„Wir können es noch mal versuchen, aber es gibt bei den beiden kein Geheimnis. Sie sind beide ums Leben gekommen. Wir können ziemlich sicher sein, dass auch da Jakob seine Finger im Spiel hatte. Allerdings schon als Geist. Da er ja zu dem Zeitpunkt selbst schon verschwunden war. Das wäre eher eine Reise die wir nochmal machen sollten. Was ist mit Manfred Jakob geschehen? Wenn ich seine Gebeine finden würde, könnte ich den Geist austreiben. Vielleicht würde es klappen. Wie sieht es aus Wanda? Willst du schauen, was mit Jakob geschah?“

„Wäre wahrscheinlich das Beste. Lass mich noch mal rein. Ich schaue ob ich was über sein Verschwinden erfahren kann. Vielleicht sehe ich auch euer Schicksal.“

„Gut. Dann entspanne dich.“ Madame Morell führte Wanda erneut in ihre Vergangenheit. Speziell zu dem Datum an dem Manfred Jakob verschwand. 25. Januar 1789 wurde er das letzte Mal gesehen. Wanda öffnete die Tür. Sie stand im Arbeitszimmer ihres Vaters. Sie schaute an sich hinunter – Sie war wieder Amelia. „Vater – hast du etwas über Rosemarie herausfinden können?“

„Mein Gott, Amelia. Du nervst mich jetzt schon seit Tagen deswegen. Sie ist bestimmt weg gelaufen. Sie ist in der Pubertät und da sind alle irgendwie komisch. Die Polizei weiss Bescheid und mehr mach ich auch nicht. Ihr zwei seid viel zu verwöhnt. Paar Tage unter einer Brücke wird sie schon wieder zur Vernunft bringen. Dann kommt sie wieder nach Hause gekrochen. Ich werde sie schon gebührend empfangen.“

„Bist du sicher, nicht zu wissen, was aus ihr geworden ist. Du bist der letzte der sie gesehen hat. Hast du was mit ihrem Verschwinden zu tun. Ich traue dir nicht. So oft wie du uns schon geschlagen und beschimpft hast. Was hast du mit ihr gemacht? Wo hast du sie hingebracht? Sei einmal im Leben ehrlich und sag mir wo du meine kleine Schwester vergraben hast.“

„So – du glaubst mich durchschaut zu haben. Besser wäre es, du wärst nicht so neugierig. Denn da wo Rose ist, ist noch genügend Platz für dich. Keiner wird sich wundern, wenn ich ihnen sage, dass wir Rose gefunden haben und du mit ihr zur Genesung das Land verlassen hast. Nach Übersee. Ich schicke euch einfach mit den Harpers nach Amerika. Nie wird jemand nach euch suchen. „

„Du Monster. Was hast du  mit ihr gemacht. Sie war doch noch ein kleines Kind, das du mich misshandelst und unterdrückst ist schon schlimm genug, aber ich bin alt genug damit fertig zu werden, aber die kleine Rose. Was hast du ihr angetan.“ Sie war an ihn heran getreten und schlug auf seine Brust ein. Jakob wurde immer wütender. Er holte aus und schlug zu. Er traf sie so fest im Gesicht, dass sie Nasenbluten bekam und auf dem Boden landete. Sie schaute ihn entsetzt an. „ Da ist er ja wieder, der Schläger. Du hast sie getötet. Sag! Du hast sie getötet.“ Amelia fing an zu schluchzen. Dann rappelte sie sich auf und verliess schnell das Zimmer, bevor er wieder Hand anlegen konnte.

Sie rannte in die Halle und wollte gerade das Haus verlassen, als Moritz an der Eingangstür erschien. Sie lief geradewegs in ihn hinein. Er wäre fast rückwärts die Stufen hinunter gefallen und fing sie noch auf bevor sie über ihn stolperte.“

„Fräulein Jakob. Was ist los, was ist mit ihrem Gesicht. War das ihr Herr Vater?“

Amelia schaute ihn verwundert an. Woher wusste er das?

„Jeder weiss es. Die Angestellten reden. Solch ein Familiengeheimnis bleibt kein Geheimnis, wenn man Angestellte hat.“

„Ja natürlich. Ich bin mir sowieso sicher, dass er auch an manchem sonderbaren Verschwinden der Angestellten schuld ist. Wenn wir nur die Stelle finden würden wo er sich ihrer entledigt.“

„Lassen sie uns in die Bibliothek gehen. Da finden wir doch bestimmt ein Grundriss des Grundstücks.  Vielleicht finden wir einen etwas abgelegenen Ort, wo er sie vergraben hat.“

Sie gingen beide wieder rein und schlossen die Tür der Bibliothek hinter sich.

„Sehen sie. Hier hinten, in der Ecke, da steht ein Pavillon. Ich wusste gar nicht, dass dort so etwas steht.“

„Oh – der ist schon verfallen. Ich habe als kleines Mädchen da immer gespielt. Aber er hat es mir verboten, da es zu gefährlich wäre. Seit dem bin ich nie wieder dort gewesen. Das wäre ein ziemlich idealer Platz. Lassen sie uns dorthin gehen“

Schnell nahmen die beiden ihre Warmen Umhänge und Moritz war noch so besonnen eine Laterne mit zu nehmen, denn es würde nicht mehr lange bis zur Dämmerung brauchen.

Fortsetzung

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6 Gedanken zu “Das Haus der Seelen Teil 15

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