Geschichtszauberei, Meine Geschichten

Das Haus der Seelen Teil 12

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Es wird mal wieder Zeit sich bisschen zu gruseln. 

Vielleicht erinnert ihr euch noch. Der Psyco-Doc wurde von seinen gepeinigten Seelen vernichtet. In dem letzten Kapitel merkt Moe, dass er langsam mehr als Freundschaft für Wanda fühlt. Lasst uns mal sehen wie es jetzt weiter geht. 

**

Moe und Wanda trafen fast gleichzeitig bei Paul ein.  Sie gingen schweigend nach oben. Keiner wusste mit der Situation zwischen ihnen umzugehen. Sie waren erleichtert, als sie bei Paul im Wohnzimmer standen.

„Hey. Konntet ihr euch bisschen erholen?“

„Körperlich ja, aber in meinem Kopf schwirrt alles noch so unglaubwürdig umher.“ Meinte Moe.

„Ja, so in etwa geht es mir auch. Kommt setzt euch. Ich habe Kaffee gekocht. Lasst uns das langsam angehen.“

Sie versuchten sich in Smalltalk, während sie Kaffee tranken und Kuchen aßen, den Wanda mitgebracht hat.

„Gut: Nägel mit Köpfen. Gehen wir ans Eingemachte. Ich habe das Material schon gesichtet und bearbeitet. Das war echt nicht leicht. Aber aufschlussreich. Ich werde nie wieder zweifeln. Kommt schaut es euch selbst an.“

Die drei setzten sich vor den Fernsehapparat und warteten auf die ersten Bilder. Paul hatte den Ton untergelegt, so dass man fast eine Dokumentation vor sich hatte. Reality TV. Es war gruselig und verstörend die Geschehnisse nochmal zu sehen. Sehr beeindruckend war, wie Madame Morell den Geist von Moe herunterzog und natürlich die Anrufung der gepeinigten Seelen sich selbst an dem Arzt zu rächen. Sie konnten genau erkennen, wie der Arzt in diesen Strudel der verschiedenen Seelen gezogen wurde. Das nahm kein gutes Ende mit ihm. Aber wenn es einer verdiente, dann er.

„Ok. Können wir schon den weiteren Verlauf planen?“ fragte Moe

„Nein, wir müssen das mit Madame Morell besprechen. Ich will auf keinen Fall alleine in das Haus. Das ist mir zu gefährlich. Der Jakob Geist kommt mir stärker vor.“ Sagte Wanda

„Bestimmt, weil er direkt auf uns bezogen ist. Da fokussiert er seinen Hass.“ Sagte Paul.

„Gut, dann werden wir warten bis Madame Morell sich meldet.“ Sagte Moe erleichtert.

**

Madame Morell wachte relativ erholt auf. Sie lag noch gemütlich in ihrem Bett während sie schon anfing ihren weiteren Schritt zu planen. Ihr war es schon bewusst, dass Herr Jakob eine schwierigere Erlösung werden würde. Er ist stark an Wanda gebunden, dachte sie. Ich hoffe, ich kann diese Bindung lösen. Leider hatte sie schon von Fällen gehört, bei denen das nicht möglich war. Sie betete zu allen Schutzheiligen für ein gutes Gelingen. Sie würde am Nachmittag die Kinder anrufen um einen Termin mit ihnen auszumachen. Es drängte langsam. Sie befürchtete, Jakobs Geist würde bald noch aggressiver werden.

Nachmittags rief sie Wanda an: “Hallo meine Liebe. Wie ist es euch ergangen?“

„Hallo Madame Morell. Schön dass sie anrufen. Wir warten schon wie es weiter gehen soll. So geht es uns ganz gut. Körperlich wenigstens. Der Geist hüpft noch kreuz und quer und paar Alpträume schleichen sich auch ein. Aber ich hatte keine Besuche.“

„Das klingt schon mal beruhigend. Das bedeutet, der Geist von Jakob war tatsächlich abgelenkt durch die neue Wohnsituation. Hahahaha. Okay. Dann wollen wir mal weiter machen. Wir müssen diesen Geist von ihnen lösen. Das wird nicht ungefährlich. Ich muss sie noch mal bitten zu mir zu kommen um einige Details zu besprechen. Haben sie morgen früh Zeit?

„Absolut. Wie gefährlich kann es denn werden? Tödlich?

„Ach Liebes, das will ich nicht so am Telefon besprechen, das ist zu – persönlich. Seid morgen gegen zehn Uhr da. Dann Frühstücken wir nett und besprechen weiteres. Bringt die Brötchen mit.“ Schmunzelte sie

„Gut, wir werden mit Brötchen da sein. Bis morgen“

**

Wanda hatte bei ihrem Lieblingsbäcker Brötchen und einige süsse Stückchen gekauft und war gerade auf dem Weg zu Madame Morell. Sie war in Gedanken und merkte nicht, dass sich die Szene um sie herum änderte. Auf einmal kam ihr die Gegend unbekannt vor. Sie stand in einer dunklen Gasse und wollte fliehen. Sie wurde verfolgt. Sie rannte und wollte schreien, aber kein Wort kam aus ihrem Mund, also würden die Töne sofort entrissen werden und vom Wind verweht werden bevor sie Worte bildeten. Wanda rannte und rannte aber sie kam nicht vorwärts. Es schien wie ein Förderband, bei dem sie auf der falschen Seite versuchte voran zu kommen. Sie drehte den Kopf und sah einen dunklen, gefährlich wirkenden Schatten auf sie zukommen. Sie versuchte schneller zu rennen – nichts. Sie kam nicht voran. Im Gegensatz zu dem Schatten, er war jetzt schon so nah, dass er nur noch die Hand nach ihr ausstrecken brauchte. Und das tat er. Er griff in ihre Haare und zog daran. Sie wurde schmerzhaft nach hinten gerissen und versuchte sich zu wehren. Aber sie konnte nicht. Sie war gefesselt. Aber womit? Sie konnte keine Fesseln ausmachen. Nichts was sie entfernen könnte, aber sie war bewegungslos ausgeliefert.

Der Schatten kam immer näher. Immer noch hielt er sie an den Haaren und zog kräftig daran. Wanda merkte, dass einige Strähnen herausgezogen wurden. Als der Schatten dann endlich bei ihr war löste er den Zug und es schien als wollte er sie umarmen – gar küssen. Sie drehte den Kopf weg und versuchte ihn von sich zu schieben. Aber er war gewaltig. Sie hatte keine Chance und sein Mund landete auf ihrem. Aber er küsste sie nicht nur – er saugte. Und Wanda spürte wie sie schwächer wurde. Sie sackte zusammen und alles wurde nur noch dunkel.

Plötzlich ging ein Ruck durch ihren Körper. Sie bekam wieder Luft und atmete tief ein. Es war hell und sie blinzelte. Sie schaute sich um und sass auf dem Boden. Die Passanten schauten sie sonderbar an. Die meisten gingen weiter, eine junge Frau kam zu ihr. „Hallo, brauchen sie Hilfe? Kommen sie, ich helfe ihnen auf. Brauchen sie einen Krankenwagen?“

„Nein danke, mir war nur schwindelig. Vielen Dank für ihre Hilfe, es geht schon. Ich bin gleich da wo ich hin wollte. Vielen Dank.“

Wanda stützte sich an der Wand ab. Sie schaute sich um. Sie musste sich orientieren. Da! Da vorne war der Hauseingang zu Madame Morell. Sie konnte gerade sehen wie Moe und Paul hineingingen. Sie versuchte, so schnell wie es ihr möglich war, zu folgen. Als sie vor der Tür stand, schaute sie sich noch mal um. Und im Winkel konnte sie eine Figur erkennen. Schnell ging sie hinein. Sie hatte wahnsinnige Angst.

Oben angekommen klopfte sie an die Tür. Madame Morell öffnete und es war, als würde sie sofort wissen, dass etwas vorgefallen war.

„Wanda. Meine Liebe, was ist mit ihnen. Wurden sie angegriffen. Ich kann die Aura von etwas Bösen an ihnen spüren. War es Jakob?“

Wanda fing an zu schluchzen.“ Ich weiss es nicht. Es war ein kräftiger Schatten. Ich konnte kein Gesicht erkennen.“

„Oh – kommen sie schnell ins Wohnzimmer. Sie müssen sich setzen und beruhigen.“

Wanda ließ sich ins Wohnzimmer führen, wo die beiden anderen schon gemütlich auf dem Sofa sassen. Moe stand sofort auf und blickte sie ängstlich an. „Wanda, was ist geschehen? Du siehst furchtbar aus.“

„Na danke auch.“ Sie versuchte zu lächeln. „Das hört man doch als Frau besonders gerne.“ Sie verzog das Gesicht.  Moe nahm sie in den Arm und sofort ging es ihr besser. Ihr Herz schien langsam mit seinem im Takt zu schlagen. Sie fühlte sich sicher.

„Ok, dann erzählen sie mal was geschehen ist.“ Und Wanda erzählte.

Als sie fertig war, hatte Madame Morell ihre Stirn in Falten gelegt. „Das klingt schon sehr ernst. Er entzieht ihre Energie. Starke Geister können sich dadurch eine gewisse Zeit materialisieren. Das könnte dann wirklich gefährlich werden. Er ist so schon nicht ungefährlich. Ich muss mich schlau machen wie man diesen Angriff abwehren kann. Bleibt noch bisschen und trinkt noch einen Kaffee. Draussen in der Küche ist auch noch Kuchen oder Plätzchen. Ich bin gleich wieder da.“

Damit verschwand sie und liess die drei mit ihren Gedanken zurück.

Fortsetzung 

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5 thoughts on “Das Haus der Seelen Teil 12”

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