Das Haus der Seelen Teil 10

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

 

Was davor geschah

Madame Morell hat es geschafft den Psycho Dok zu verbannen. Dazu hatte sie Hilfe der gequälten Geister, die von ihm gefoltert wurden. Aber der schlimmere Geist liegt noch vor ihnen. Die nächsten Tage werden sie Gestalten und Erinnerungen erleben, die ihnen helfen mehr zu verstehen und ihn hoffentlich auch zu bannen.


Madame Morell schloss die Tür auf und liess alles gerade so in den Flur plumpsen. Sie wurde alt. Es würde vielleicht langsam mal Zeit über den Ruhestand nach zu denken. Vielleicht sollte sie endlich mal eine Schülerin oder einen Schüler aufnehmen, der ihren Weg weiter gehen würde. Früher hatte sie nach so einer Sitzung wenige Stunden zur Erholung gebraucht. Aber es wurde immer schwieriger für sie. Sie bräuchte nach dem heutigen Tag schon wenigstens mal zwei bis drei Tage bevor sie dem nächsten Geist die Stirn bieten könnte. Es wird sich zeigen, ob sie solange Erholung bekommen würde. Vielleicht verhielt sich Herr Jakob erst mal paar Tage ruhig, da sich seine Umgebung verändert hat. Er wird vielleicht den neuen Raum erkunden, der frei geworden ist. Sie hoffte darauf. Die drei jungen Leute könnten auch einige Tage benötigen um die Batterie wieder auf zu laden und mit dem Erlebten fertig zu werden. Vor allem der arme Paul. Welch ein Schock so eingeschlossen zu sein. Sie legte sich in ihr Bett und es dauerte nicht lange da schlief sie selig, aber unruhig. Sie hatte ihre Wohnung natürlich gesichert gegen Geister. Egal ob gut oder böse. Hier war ihr reich, kein Geist willkommen. Aber vor dem Fenster manifestierte sich ein dunkler Schatten, der sie lange beobachtete, bevor er sich auflöste. Danach verfiel Madame Morell in einen erholsamen und ruhigen Schlaf.

In der Zwischenzeit hatten sich die anderen Drei wieder bei Wanda eingefunden und dieses Mal stellte Wanda gleich die Flasche Whiskey auf den Tisch. Welch ein Erlebnis. Und das war noch das leichtere. Paul war noch immer ganz blas im Gesicht und sein Glas zitterte in seiner Hand.

„Wollt ihr heute Nacht hier bleiben. Ich hätte nichts dagegen nicht alleine zu schlafen. Ich habe zwei Reisebetten, die gar nicht so unbequem sind.“

„Ich will auf keinen Fall heute alleine sein. Ich bleibe gerne. Wie sieht es mit dir aus Moe?“

„Ja, ja. Ich bleibe auf jeden Fall auch. Ich will noch nicht mal die Wohnung hier verlassen. Hat Madame Morell etwas zur Absicherung gesagt?“

„Nein. Das hat sie wohl vergessen. Aber was wir auf jeden Fall machen überall mal Salz verstreuen. Türen und Fenster. Das mache ich bevor ich nicht mehr laufen kann.“ Meinte Wanda.

Moe war sehr zurückhaltend. Sehr ruhig. Etwas beschäftigte ihn. „Wanda?“

„Ja?“ Sie hatte im Wohnzimmer die Betten vorbereitet.

„Meinst du wir schaffen den anderen Geist? Dieser hier war schon echt heftig. Ich glaube ich werde das Gefühl des Geistes auf dem Rücken nie vergessen. Und schau dir Paul an.“

„Ich weiss.“ Wanda hätte sich gerne an Moe geschmiegt. Etwas Wärme täte ihr gut. Aber es schien nicht passend. Oder? Sie nahm seine Hand. „Moe. Ich will gerne, dass ihr dabei seid. Aber ich kann verstehen, wenn ihr euch zurückzieht. Madame Morell wird das schon schaffen.“

Er erwiderte den Druck ihrer Hand und streichelte ihren Handrücken. „Ich glaube nicht, dass wir da raus kommen. Du hast selbst gesagt, die Vision hat uns alle drei betroffen. Also werden wir wohl alle involviert sein.“

„Das stimmt, aber vielleicht reiche ich um den Bann zu brechen.“

„Ich habe wirklich Angst. Aber ich lasse dich hier auf keinen Fall alleine.“ Er zog sie an sich und nahm sie in seine Arme. Sie schmiegte sich an ihn und es fühlte sich beruhigend an.

Paul kam in das Zimmer und der Zauber war vorbei. Die beiden lösten sich und Wanda wurde kalt. Sie gingen zurück in die Küche und redeten noch einige Zeit über den Tag und so langsam viel die Spannung ab. Dann zogen sich die drei zum Schlafen zurück.

Moe schüttelte seine Decke auf und legte sich hin. „Paul?“

„Was?“ Paul schien etwas genervt.

„Ist alles klar bei dir?“

„Wie soll alles klar sein? Ich werde noch lange Alpträume von diesem Tag haben.“

„Es ist wichtig, dass wir miteinander reden um das besser verarbeiten zu können. Zieh dich bitte nicht von uns zurück. Bitte.“

Paul zögerte:“ Nein, das werde ich nicht, aber lasst mich nicht fallen. Lasst mich nicht alleine damit. Dieses Erlebnis wird unsere Freundschaft verändern. Vielleicht zerbricht sie sogar.“

„Das liegt an uns, das zu verhindern. Wir sind Freunde. Für immer. Daran müssen wir uns klammern. Ich werde das nicht aufgeben. Ist das klar!“ Moe stand auf und zog Paul in die Arme. Er war steif und abwehrend, aber dann liess er es zu und fing an zu weinen. Diese Freundschaft würde nicht zerbrechen. Und vielleicht würde sich zwischen Moe und Wanda etwas mehr als Freundschaft entwickeln. Moe hoffte es. Er hoffte es schon so lange. Während er Paul tröstete, dachte er an die langen Jahre ihrer Dreier-Gemeinschaft nach.

Endlich war Paul eingeschlafen. Moe überlegte, ob er in die Küche gehen sollte um auf Wanda zu hoffen. Aber es war nicht der richtige Moment für romantische Gefühle. Er drehte sich um und auch ihn übermannte endlich der Schlaf.

 

Fortsetzung 

6 Kommentare zu “Das Haus der Seelen Teil 10

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