Das Haus der Seelen Teil 9

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

Ich habe diese Geschichte hier angefangen und werde sie deswegen auch hier noch weiter veröffentlichen, für diejenigen, die ihr vielleicht folgen.

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Was bisher geschah: Wanda, Moe, Paul und das Medium Madame Morell machen sich auf den Weg um den ersten Geist aus diesem Haus zu vertreiben. Es wird der Psychiater sein. Er hat eine Bindung an das Haus, im Gegensatz zu der des Jakob-Geistes, der an Wanda gebunden ist. Paul und Moe machen eine dramatische Erfahrung in den Kellerräumen. Dieses Erlebnis bring Paul an seine Grenzen. Werden sie es schaffen diesen Psychodoc. zu vertreiben? Lest hier weiter.

Neu motiviert machten sich die vier auf den Weg die Gruselkammer des Dr. Psycho zu finden. Die Lampen funktionierten, die Aufnahmegeräte zeichneten auf. Paul hätte noch am liebsten laut gepfiffen. Wenn das vorüber wäre, bräuchte er eine gute Therapie. Jemanden, der ihm erzählt, dass alles nur in seiner Einbildung geschehen war. Ihm paar Pillchen verschreibt und die Zeit, die das Tuch des Vergessens darüber breitet. Ja. Er würde das hier durchstehen.

Als sie um die nächste Ecke bogen, tauchten auf einmal unzählbar viele Schatten auf. „Ah – so viel Präsenz, wir müssen in der Nähe sein. Jetzt wird es bald spannend. Ich habe mal darüber gelesen, es aber noch nie angewandt. Mal sehen ob ich das hin bekomme. Dann sind wir hier ganz schnell weg.“ Meinte Madame Morell.

„Schnell weg klingt für mich ziemlich gut.“ Meinte Paul.

Ein kleiner Gang führte sie in einen der Anbauten. Sie befanden sich jetzt unter dem Turm. Und hier waren sie richtig. Hier standen mehrere Betten  mit Riemen und teilweise Ketten. Die obligatorischen Wannen und eigenartige Metallgehäuse, die wie Kammern aussahen.  Moe hatte so was schon einmal in einem Film gesehen. Da wurden die Menschen hineingesperrt und eine Art Laterna Magica projiziert bewegte Bilder. Ganz grausam.

„Meine Herren, meine Dame – hier sind wir richtig. Spürt ihr hier die Spannung. Es fühlt sich schon böse an. Gut, ich muss auspacken. Stellt mir den Tisch dahinten hier hin und Wanda? Bring mir bitte diesen Stuhl. Gut. Was ihr jetzt sehen werdet wird wirklich sehr herausfordernd für euren Geist. Also wappnet euch. Es wirkt gefährlich, aber es kann euch nicht verletzten. Physisch – deswegen achtet auf eure Psyche. Bleibt zusammen. Lasst euch auf keinen Fall hier raus drängen und voneinander trennen. Alles klar?“

Alle drei nickten ängstlich.  In dem Moment, als Madame Morell mit ihrer Ansprache fertig war, ging es los. Die Geister schrien.  Die Schatten flackerten unruhig hin und her. Die drei nahmen sich bei der Hand. Das tröstete sie. Und dann – als hätte die Hölle ihre Tore geöffnet – sprangen sie die Bilder an. Sie sahen ein Team um den Arzt stehen. Er hatte die Paddles des Elektroschockers in der Hand und legte sie dem armen Jungen an die Schläfen. Die Bilder kamen wie aus einem alten Filmprojektor. Unscharf, abgehackt, aber trotzdem Detailtreu. Der Arzt nahm sich die Säge, die auf dem Tray lag und fing an den Kopf des Jungen zu öffnen. Der Junge war benebelt, aber nicht betäubt. Sie konnten die Schreie hören.

In der Mitte des Raumes stand Madame Morell und murmelte wieder unverständliche Sätze. Zündete die Kerzen an und in einer Schale verbrannte sie irgendwelche Kräuter. Um sich hatte sie einen Kreis Salz gezogen. Danach hatte sie den dreien das Salz Päckchen hingeworfen und ihnen aufgetragen das ebenso zu machen. Und dann sang sie auch noch. Die Luft lud sich elektrisch auf und fast konnte man die Haare knistern hören. Es war sehr imposant. Allerdings kamen sich die drei vor, als würden sie einem Voodoo-Ritual folgen. Fehlten nur noch die Blutopfer, die hoffentlich nicht sie sein würden.

Kurz danach hörten sie Madam Morell sagen. „Ich lasse euch herein. Kommt herein, seid willkommen. Das ist eure Rache. Ihr könnt endlich frei sein. Kommt herein. Ich öffne die Tür für euch. Befreit euch von eurem Dasein und eurer Pein. Kommt herein. Kommt herein. „

Es war unbeschreiblich. Die Geisterwesen schienen sich fast zu materialisieren. Der Arzt war verblüfft. Als er bemerkte, was denn da geschah wollte er fliehen, aber der Fluchtweg war abgeschnitten. Die gepeinigten  Seelen forderten ihre Rache. Sie umringten den Arzt und dann fing die Umgebung an zu wabern. Es schien als würde sich ein Wirbel bilden. Und in diesen Wirbel wurde der Arzt gezogen. Man konnte noch seine Hände sehen, die versuchten sich heraus zu kämpfen aus diesem Strudel, der ihn verschlang. Sein Angst- und schmerzverzerrtes Gesicht wurde immer undeutlicher und löste sich dann mit dem Wirbel auf.

Als sich alles wieder beruhigte, sahen die drei die Geister in Ruhe stehen. Sie betrachteten Madame Morell und es schien als würden sie lächeln. Ein warmes Strahlen ging von ihnen aus. Sie wirkten glücklich.

„Ihr seid nun frei. Ihr könnt endlich die Erlösung erfahren. Fahrt auf in den Himmel und findet endlich eure Ruhe. Ihr seid frei.“

Ihr Gesicht war ganz grau. Die Anstrengung dieser Seance war ihr deutlich anzusehen. „So, ihr drei, es ist geschafft. Lasst uns endlich dieses Haus verlassen. Einen zweiten, noch stärkeren Geist schaffe ich heute nicht. Ich werde erst wieder etwas Energie tanken müssen. Aber das bereden wir noch. Lasst und schnell raus hier.“

„Ich sagte schon, schnell weg klingt gut.“ Meinte Paul, schnappte sich die Tasche von Madame Morell und führte die Gruppe an. Er hatte es verdammt eilig aus diesem Keller zu entkommen. Frische Luft und Mondlicht, oder war es schon hell und die Sonne schien. Sie hatten jegliches Zeitgefühl verloren. Allerdings fühlten sie etwas anderes. Frieden. Dieser Teil des Hauses strahlte in all seinem Verfall und Dreck Frieden aus.

FORTSETZUNG 

8 Kommentare zu “Das Haus der Seelen Teil 9

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