Veröffentlicht in Geschichtszauberei, Meine Geschichten

Das Haus der Seelen Teil 8

Teil 1 findet ihr HIER,

Die restlichen Teile könnt ihr HIER finden

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Nach den gemütlichen Stunden, die Wanda mit Madame Morell verbrachte, sah die Welt gar nicht mehr so grausig aus. Wanda und Madame Morell verabredeten sich für den selbigen Abend an dem Haus. In der Zwischenzeit würde sie die beiden Freunde aufklären. Sie hoffte innig, dass die beiden noch mitkommen würden.

Etwa eine Stunde später trafen sich Moe, Paul und Wanda in ihrem Online-Kaffee. Sie waren alle sehr nervös. Wanda hatte das Gefühl, dass nicht nur sie außerhalb des Hauses eigenartige Schwingungen spürte.

„Hi, ihr zwei. Wie geht es euch?“

„Übel. Ich bin total alle.“ Meinte Paul. Moe nickte nur.

„Okay. Euch geht es so wie mir. Ich war bei dem Medium.“

„Was! Ich dachte wir wollten aufhören?“ sagte Paul wütend. Und auch hier nickte Moe nur heftig.

„Ich kann nicht aufhören, der Geist verfolgt mich. Sogar bis zur Wohnung des Mediums. Das war so gruselig.“

„Und was sagt sie?“ Fragte Moe.

„Es sieht nicht so gut aus. Wegen des zweiten Geistes macht sie sich noch keine Sorgen, der scheint noch nicht auf uns aufmerksam geworden zu sein, oder ist harmlos uns gegenüber. Aber der erste. Manfred Jakob – der hat eine persönliche Beziehung zu uns. Und vorallem zu mir. Aber auch zu euch, ihr wart im Ballsaal mit bei der Vision. Wir treffen sie heute Abend am Haus“

Paul stöhnte gequält. „Ich will da nicht mehr hin, Wanda. Ich hab echt Schiss.“

„Ich weiss, glaubst du mir geht es besser? Ich spüre ständig seine Anwesenheit.“

Die drei diskutierten noch einige Zeit über dieses Thema und machten sich dann auf um sich mit Madame Morell zu treffen. Wohl fühlten sie sich alle nicht dabei.

Als sie ankamen war Madame Morell schon auf dem Grundstück. Sie stand dort und lauschte.

Wanda räusperte sich, da sie bedenken hatte, sie einfach so zu stören.

„Ach da seid ihr ja. Moe und Paul. Schön euch kennen zu lernen. Ich bin Madame Morell, aber das dürfte euch ja klar sein.“ Schmunzelte sie.

Sie strahlte eine Ruhe aus, die sich sofort auf die drei projizierte. Wanda fühlte sich schon wieder sicherer. Ja. Es musste erledigt werden.

„Ok. Ich denke wir sollten dann rein gehen. Am besten nehmen wir uns erst mal den Keller vor. Ich will wissen, wie gefährlich der andere Geist ist. Bei Jakob weiss ich es ja schon, der wird eine harte Nuss, aber ich hoffe wir schaffen das. Aber es wird nicht leicht und könnte auch gefährlich werden. So seid ihr bereit.“

„Auf keinen Fall“, meinte Paul und schaute wirklich sehr unglücklich.

Sie packten ihre Taschen und gingen erneut durch die grosse, quietschende Eingangstür. Laut dem Grundriss sollte die Treppe zum Keller links liegen. Hinter dem Salon ging ein kleiner Gang nach rechts, der führte dann nach unten. Sie gingen los und Wanda behielt Madame Morell im Auge. Sie wollte ihre Reaktionen sehen. Aber Madame Morell bewegte sich absolut sicher vorwärts. Sie gingen in den Salon und bogen dann leicht rechts ab. Zum Glück waren Moe und Paul besser organisiert, als sie selbst. Sie hatte keine Taschenlampe eingepackt.  Aber die beiden hatten sogar diese praktischen Stirnlampen dabei. Sie waren wirklich eine Hilfe. Wanda war froh, dass sie doch mitkamen.

Mit den Stirnlampen ausgerüstet, Diktiergerät und Kamera, begaben sich die vier nach unten. Es wurde immer kälter, aber das war auch zu erwarten bei diesem Gemäuer. Es roch muffig und feucht. Das gesamte Gebäude schien unterkellert. Von dem Keller gab es kein Grundriss, deswegen konnten sie nicht wissen, wie viel Räume es geben würde.

Sie liefen hintereinander und Wanda hätte am liebsten Moe und Paul an die Hand genommen, wie im Kindergarten bei den Ausflügen. Sie fühlte sich ziemlich unwohl. Sie war gespannt, ob sich der zweite Geist zeigen würde. Und kaum hatte sie es ausgesprochen, flackerten die Stirnlampen.

Oh je, schon wieder ein Horrorfilm-Klischee. Wirklich? Die ausgehende Taschenlampe?  Das war wirklich sehr gruselig.  Und in dem Moment als die Lampen sich stabilisierten, sahen sie einen Schatten durch die Gänge huschen. Wanda griff schnell nach Moe´s Hand. Ob sie jemals wieder die Gänsehaut loswerden würde? Es schien, diese hätte sich eingebrannt. Wieder ging das Licht aus. Aber die Kamera verfügte über Nachtsicht und Paul schaute gerade durch den Sucher als er fast zu Tode erschrak. Die Gruppe war im Dunkeln stehen geblieben. Aber vor ihnen, von der Decke, hing etwas. Erst konnte Paul es nicht erkennen. Aber dann drehte es den Kopf und er schaute in glühende Augen. Sofort nahm er die Kamera vom Auge und schaute gleich wieder hinein. Diese Figur war weg. Nein! Sie war näher gekommen. Sie stand neben Moe. Fast drückte sie ihre Nase an seinen Kopf. Als wollte sie an ihm riechen.

„Moe, duck dich, da steht ein Geist neben dir.“

Moe duckte sich heftig. Dabei verlor er Wanda´s Hand. Und auf einmal hatte er das Gefühl alleine zu sein. Da ging das Licht wieder an. Und er war tatsächlich alleine. Er war alleine! Und gerat in Panik. Er drehte sich und rannte den Weg wieder zurück. Dann rannte er wieder vor. Eine Tür stand offen, da ging er hinein. Es war natürlich dunkel. Die Lampe beleuchtete nur schwach den Raum. Er konnte ein Bett sehen, einen Tisch, ein Regal, eine Toilette. Wie in einem Gefängnis. Es war furchtbar beengend und er hatte das Gefühl etwas drückte auf seinen Nacken. Dann hörte er die anderen wieder. Wo waren sie nur gewesen.

„Paul, Wanda, Madame. Ich bin hier in dem Raum. Wo wart ihr verdammt nochmal?“

Sie traten ein und Paul schaute durch die Kamera. Ihm stockte der Atem. Auf Moes Rücken sass diese Figur. Jetzt konnte er es erkennen. Es war eine dürre Frau in einem Nachthemd. Sie klammerte sich auf seinen Rücken fest, als wollte sie sich anschmiegen. Dabei schaute sie Paul grinsend an. In dem Moment trat Madame Morell vor. Legte Moe die Hand auf den Rücken und zog, als könnte sie die Figur sehen. Sie zog diese Frau von Paul hinunter. Sofort verschwand der Druck auf Moes Nacken. Er drehte sich um und schaute Fragend in die Runde.

„Verschwinde von diesem Mann, er gehört nicht dir. Verlasse uns nun und suche deinen Raum.“

Madame Morell fuchtelte mit einem Wedel vor sich her. „Ein Salbeibündel.“ Meinte sie nur kurz. „Das vertreibt die schwachen Geister. Dieser wollte nur etwas von deiner Lebensenergie. Sie scheint ihr gefallen zu haben. Aber sie war nicht gefährlich. Nur ein armes Wesen. Ein armes verirrtes Wesen.“

Moe stolperte und musste sich an der Wand abstützen.  Ungefährlich oder nicht, ein Geist hatte auf seinem Rücken gesessen. Er unterdrückte den Drang sofort aus diesem Haus zu rennen.

„Kommt, lasst uns weiter gehen. Das war noch nicht das was ich suche. Irgendwo muss der Psychiater gewirkt haben. Ich spüre die gequälten Seelen überall. Manche sind wie diese eben. Harmlos nur auf etwas Energie aus. Aber es gibt auch wütende, die schmerzen erleiden mussten. Wir sollten uns sputen. Es könnte vielleicht eine recht gute Lösung für dieses Problem geben. Also auf, auf.“

Die drei schauten sich an und schüttelten sich. Aber sie gingen weiter. Paul übergab Moe die Kamera, denn er war nicht unbedingt noch mal scharf darauf in solch ein Gesicht zu sehen und Moe wollte lieber sehen was so vor ihm sein könnte, sollte das Licht wieder ausgehen.

Sie erreichten den Operationssaal. Im Nebenzimmer stand eine Wanne. Sie war furchtbar verdreckt. Es sah aus wie Blut. Sie gingen in dieses Nebenzimmer und fanden noch eine Art Grube  im Boden. Ein Loch  mit einem Deckel. Sofort erschienen Flashbacks. Es war, als würde eine Übertragung stattfinden, aber der Empfang war sehr schlecht, deswegen gab es immer nur kurze Bilder. Und diese hatten es in sich. Ein Bett stand noch in der Ecke. In der Wann lag eine Frau. Aber sie war mit Eiswürfeln bedeckt. Sie zitterte und hatte schon blaue Lippen. Auf dem Bett war einer angekettet. Sein Kopf war fixiert und in seinen Augen steckten die Lobotomie Nadeln. Weiter hinten konnten sie ein mobiles Element mit vielen Drähten erkennen. Anscheinend waren diese für die Stromtherapien verwendet. Moe schaute sich die Grube im Boden an. Und in dem Moment in dem er davor stand konnte er den Glaseinsatz im Deckel erkennen. Da bewegte sich etwas.  Er drehte sich weg um Paul nach seinem Licht zu fragen und als sie zu zweit dort standen, erschien ein Gesicht. Ein kleines Mädchen. Es klopfte gegen die Scheibe. Es schrie und klopfte, die Finger waren schon blutig. Moe und Paul schraken zurück und wollten sofort diese Luke öffnen. Aber da war nichts mehr. Kein Mädchen mehr, kein Blut. Sie öffneten sie und nichts. Ein fauliger Geruch kam ihnen entgegen. Paul kletterte rein. Er leuchtete die Kammer aus und fand ein kleines Skelett. Er ging in die  Hocke, das war zu viel. Er konnte nur erahnen was passiert war.

Moe hatte sich zu Wanda umgedreht. „Wo ist Madame Morell?“

„Ich weiss nicht, sie war eben noch da.“

Und in dem Moment gab es einen Schlag. Der Deckel der Grube war zugefallen. Moe rannte zurück und sah die vor Angst aufgerissenen Augen seines besten Freundes. Er schrie und klopfte an die Scheibe. Moe versuchte den Deckel aufzuheben.

„Wanda, hilf mir, Paul sitzt in der Falle. Ich bekomme den Deckel nicht auf. Komm doch schnell. Hilf mir!“

Wanda kam angerannt und versuchte ihm zu helfen. Nichts! Der Deckel liess sich nicht öffnen. „Ich suche nach etwas zum Aufhebeln. Paul bleib ruhig. Wanda bleibt hier.“

„Madame Morell, wo zum Teufel sind sie? Wir brauchen ihre Hilfe. Paul ist gefangen. Wo sind sie!?“

Paul rannte durch den Raum und versuchte etwas zu finden, mit dem er den Decken aufstemmen konnte. Er riss die Schränke auf und wühlte in den Schubladen. Da erschien Madame Morell in der Tür.

„Lass mich machen.“ Und sie ging zu der Grube. Sie legte die Hand darauf und murmelte unverständliche Worte. Als sie fertig war, sprang der Deckel auf und entliess Paul in die Freiheit. Paul rannte hinaus, stolperte und fing an zu weinen. Wanda ging zu ihm und nahm ihn in den Arm um ihn zu beruhigen. So saßen sie paar Minuten, bevor Madame Morell was sagte.

„Ihr lieben. Hier gibt es eine böse Präsenz und einige sehr wütende Geister. Das habe ich mir in etwa so gedacht, das können wir für uns nutzen. Ich  muss nur den Raum finden in dem der Psychiater die Menschen gequält und getötet hat, dann sind wir dieses Problem ganz leicht los.

„Muss das heute noch sein?“ Fragte Wanda. „Paul hat furchtbares erlebt. Er ist nervlich am Ende.“

„Ich würde es gerne verschieben. Aber dann müssen wir noch mal kommen. Ich will ihn aber auch  nicht alleine hier lassen. Paul? Paul? Was meinst du. Wirst du es schaffen, oder sollen wir dich raus bringen?“

Paul schluchzte. Schniefte und stand auf. “Nein, ich schaff das. Lasst uns dem Wichser in den Arsch treten. Dem ersten Wichser. Wir werden hier als Sieger hinausgehen.“ Er straffte seine Schultern und ging los.

 

FORTSETZUNG 

 

Autor:

Lesen ist meine Passion. Ich lese langsam, aber immer. Meine Beziehung und meine Familie sind mir wichtig. Ich liebe meine Tiere über alles. Sie sind es, die mir zeigen, wie einfach doch das Leben sein könnte. Ich warte. Warte auf ein Zeichen.

6 Kommentare zu „Das Haus der Seelen Teil 8

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