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Corlys Themenwoche: 39.6.: Winter/Schnee: Könnt ihr mir eine winterliche Geschichte erzählen?

corlys-themenwoche-logo1.jpgEine winterliche Geschichte. Für Corlys Themenwoche. Ja könnte mir was einfallen. Vor allem weil ich hier wie ein Michelin Männchen eingemurmelt gegen die Kälte sitze

 

Max Erbe

Da stand ich nun. Es war kalt und es schneite. Und ich hatte mich überreden lassen, von meinem nervigen kleinen Bruder, mit ihm in den verschneiten Wald zu gehen. So – und nur fror ich und Max war verschwunden. Der kleine Wildfang. Wenn ich ihn nicht fand, bräuchte ich gar nicht nach Hause zu kommen. Ich war als grosse Schwester schliesslich verantwortlich für ihn. Ich könnte dann gleich mein Konto plündern und auswandern. Am besten auf eine einsame Insel und da Körbe flechten. Denn ich würde nie mehr froh und sicher sein. Denn unsere Familie war nicht niemand. Meine Eltern glaubten wir wüssten nicht wer wir wirklich seien. Aber wir wissen es. Ich schon seit Jahren und Max auch schon seit einiger Zeit.

Wir waren Kinder eines berühmten Mafia Bosses. Und mein lieber und sanfter Bruder sollte das alles mal erben. Ganz ehrlich, ich bezweifel dass er das schafft, eher würde ich es schaffen. Aber alles zu seiner Zeit. Nun. Unser Vater versuchte auf jeden Fall alles von uns fern zu halten. Aber wenn mein Bruder weg wäre, ja – das wäre nicht so erquickend. Gut. Ich lief also durch diesen traumhaften Winter-Wunder-Wald und es schneite immer stärker. Meine Familie hatte ich schon gedanklich ausgeblendet. Es zählte nur mein Bruder. Ich spinnte mir in meinem jugendlichen Kopf schon zurecht, wenn ich meinen Bruder finden würde, würde ich auch mein Konto plündern und ihn entführen. Einfach weg und ein neues friedliches Leben. Ich könnte es doch nicht gut heissen was ihn erwarten würde. Er ist so ein lieber Junge. Ich möchte seine Seele nicht damit verunreinigen. Und während ich den kleinen Fratz suchte, verdichtete sich nicht nur der Schneefall. Ein Plan entstand und ich würde ihn umsetzen.

„Max?, Max?, Maaaax?“ Verdammt. wo hat sich der Bengel nur verkrochen? So langsam wurde mir echt bange und ich verzweifelte. Da hörte ich was. Es war wie ein flüstern. Ein leises summen das durch die Nadelbäume säusselte und den Schnee dort abräumte. Ich folgte dem Geräusch und nahm nichts mehr um mich herum wahr. Ich drang immer tiefer in den Wald und der Schnee schien mich zu verschlingen.

Als ich dann durch einen dichten Wuchs Tannenbäume durchbrach war ich sprachlos. Da stand der Kleine und es schien, als würde er mit den Schneeflocken spielen. Es sah aus, als würde er Fangen spielen. Ich beobachtete die Szene kurz und tatsächlich. Die Flocken fielen nicht einfach nach unten, es schien, als würden sie ihn foppen. Und er lachte und lachte. Mein Herz ging auf.

„Max. Warum bist du denn weg gelaufen? Ich habe mir Sorgen gemacht. Was ist das hier?“ Er drehte sich um und kam lachend auf mich zu. „Sonja, Sonja, da bist du ja endlich. Komm nur, komm nur, hier ist es einfach herrlich. Schau dir nur die ganzen Schneeflocken an und da hinten haben sich die ganzen Tiere versteckt. Sie wollten erstmal sehen wie du so bist, ich habe ihnen gesagt, dass du die beste Schwester überhaupt bist, aber sie trauen Erwachsenen nicht. Kommt heraus ihr lieben, ich habe euch doch gesagt, dass sie in Ordnung ist. Kommt und begrüsst sie.“

Ich traute meinen Augen nicht. Auf einmal fing die Lichtung an zu leben. Überall kamen verschneite Tiere heraus. Hasen, Eulen, Rehe, Mäuse sogar Füchse. Wo war ich denn hier. Was geschah hier?

Dann trat ein grosser Mann aus dem Schatten der Bäume. „Hallo Sonja. Hab bitte keine Angst. Ihr seid sicher hier. Max ist was besonderes. Er ist ein Auserwählter. Er soll mein Nachfolger werden.“

„Was? Was für ein Nachfolger? Von was? Mein Bruder erbt schon ein Imperium vor dem ich ihn gerne bewahren möchte.“

„Ich weiss“, antwortete er. „Und ich weiss auch von deinen Gedanken und Wünschen für ihn. Die Zeit ist reif. Er hat ein Erbe in sich, das sehr wichtig ist. Und er muss es annehmen.“

„Er muss? Er muss gar nichts. Ich werde ihn von hier weg bringen und er soll ein ganz normales Leben als Junge haben.“ – „Hab keine Angst.“ meinte der Mann. „Hier wird es ihm gut gehen. Und ich hätte auch gerne, dass du hier bleibst, bei ihm. Er braucht dich und du ihn. Es wird euch hier sehr gut gehen.“

„Du musst mich erstmal aufklären, bevor wir irgendwie, irgendwo bleiben. Sonst siehst du gleich nur noch unsere Rücken.“ Max spielte in der Zwischenzeit mit den Schneeflocken und den Tieren. Es bauten sich Schneewehen um ihn herum auf und zerfielen wieder. Er wedelte mit den Händen und es entstanden Schneemänner und sie liefen? Sie liefen? Ich musste träumen. Ich lag bestimmt im Bett und hatte mich aufgedeckt – deswegen war es kalt und ich träumte so schräges Zeug. Ich würde bestimmt gleich wach werden.

„Ja – du hast Recht. Ich sollte dich aufklären. Wir unhöflich von mir. Ich bin Väterchen Frost. Und meine Zeit ist gekommen. Dafür wurde uns dein Bruder geschickt und du. Er soll meinen Posten einnehmen und du wirst den Posten von Schneemädchen oder Schneeflöckchen einnehmen. Ihr werden Kinder glücklich machen und euch um die Natur hier kümmern. Ihr werdet ein tolles Leben führen. Glücklich und sicher.“

Väterchen Frost? Ich konnte nicht mehr. Aber die ganzen magischen Dinge, die hier geschahen. Wenn ich nicht träumte, musste es wahr sein. Und ich spürte in mir wie ein ängstlicher Knoten sich löste. Hier wären wir sicher und würden Gutes tun. Der Gedanke gefiel mir. Und ich beobachtete Max wie er immer noch spielte.

„Gut, Väterchen. Es klingt ziemlich eigenartig. Aber ich glaube dir tatsächlich. Wir werden es machen. Ich fühle, dass es der richtige Weg ist. Ab sofort werden wir bei dir bleiben und lernen.“

Väterchen Frost lachte und alles klirrte, wie Glas das zerbarst. Die Eiskristalle schienen zu kichern und sich zu freuen. Die Hasen hüpften und die Eulen riefen. Ich ging zu Max und fing an mit den Schneeflocken zu spielen und hatte schon mein altes Leben vergessen.

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6 thoughts on “Corlys Themenwoche: 39.6.: Winter/Schnee: Könnt ihr mir eine winterliche Geschichte erzählen?”

  1. Eine sehr schöne Geschichte, die so richtig schön ans Herz geht!
    Bei uns ist es auch ziemlich frostig, aber zumindest schien gestern herrlich die Sonne, weshalb wir den Tag super zum Schlitten fahren nutzen konnten!😀
    Liebs Grüßle🍀

    1. Danke. Bei uns ist es nur kalt. Es liegt gar kein Schnee…aber es könnte noch…ich habe noch eine Woche Urlaub…da geht es….da stört es mich nicht…hihihi…Liebe Grüsse

Ich freue mich über jeden Eurer Kommentare

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