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Das zwölfte Wort. • *.txt – mittlerweile

Eine Aktion von Dominik. Es wird ein Wort vorgegeben und wir lassen unserer Kreativität freien Lauf. Es dient dazu einfach mal aus sich heraus zu kommen und zu schreiben. Egal was.

Mittlerweile war Weihnachten vorbei. Die Weihnachtsstimmung war leider nicht so ausgeprägt, aber wir haben uns trotzdem auf Weihnachten gefreut. Die tolle Musik, die Weihnachtsfilme und die schön geschmückten Häuser und Weihnachtsbäume. Wir hatten schöne Stunden mit der Familie und können da unsere aufgewärmten Herzen noch bisschen wirken lassen. Im Januar wird alles abgeschmückt und es sieht wieder so nackt und trostlos aus. Was wird uns im neuen Jahr erwarten? Geplant haben wir nichts. Wir planen nicht mehr grossartig. „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen“ Ich weiss nicht mehr wo ich das gehört habe, aber es passt einfach.

Auf der Arbeit haben wir schon gehört, es soll weiter gespart werden. Ein Milliardenunternehmen. Die Leute sollen also noch weniger verdienen. Aber ein kleines Highligt erwartet uns. Der Chef, der uns so zu gesetzt hatte und uns das Leben erschweren, sogar unsere Existenz zerstören wollte, der geht endlich. Er erwähnte, dass er gehen muss. Ja – das muss er. Denn – nicht nur uns hatte er zu gesetzt. Die Beschwerden müssen massenweise eingegangen sein. Schade, ich war nicht dabei, als er sich in dem ersten Arbeitsbereich verabschiedet hat. Mittlerweile ist er so unbeliebt, dass die Mannschaft dort tatsächlich die Siegerfaust und Laola gemacht haben. Das hätte ich gerne gesehen. Stellt euch dass mal vor. Ihr denkt ihr seid beliebt und der beste und dann bekommt ihr so eine gewatscht. Es hat nicht laut genug geklatscht.

Nur noch einer, der dabei war. Der muss noch weg. Aber ihn wird das Karma auch noch erwischen. Dann endlich können wir wirklich abschliessen. Wir sind leider nicht gut genug um zu verzeihen, aber wir werden unseren Frieden finden. Jedenfalls grösstenteils. Es wird nie ganz verheilen, aber wir können die Narben verdecken.

Mittlerweile habe ich mich arrangiert mit meiner neuen Position. Ich fühle mich wohl. Körperlich ist es anstrengender, aber im Kopf habe ich auf einmal keinen Nebel mehr. Ich bin entspannt und es ist sogar wieder Kreativität in mir. Ich vermisse die Verantwortung nicht. Ich bin immer wieder froh, doch dort weg zu sein. Da merkt man erst wie sehr einen solch Posten doch belasten. Ich hätte nie gedacht, dass es so ist. Ich dachte immer ich brauche diese Verantwortung. Manchmal kam ich mir so Unersetzlich vor. Wie lächerlich. Es war nicht leicht. Meine Schuhe passen der Kollegin nicht. Das soll nicht angeberisch sein. Es läuft ja auch ohne mich. Aber ich habe grosse Abdrücke hinterlassen. Zu grosse. Die würde ich gerne verwischen. Wenn ich noch mal zurück reisen könnte, würde ich meine Spuren tilgen.

Viel zu viel von mir ist dort geblieben. Aber mittlerweile kann ich sagen. Nie wieder. Mein Intellekt gehört jetzt mir. Meine Ideen gehören mir. Mein Wissen – das bleibt bei mir. Erkämpft euch eure Position doch selbst. Ich kämpfe für euch nicht mehr. Mittlerweile nur noch für mich und meinen Mann. Für die, die mir wichtig sind. Kollegen sind Kollegen. Mehr nicht. Mittlerweile weiss ich das, war eine schmerzhafte Erkenntnis. Die Täuschung war perfekt. Ich habe nicht gemerkt was in den Menschen um mich steckt. Ich bin zu gutgläubig. Nicht mehr. Ich weiss jetzt was wichtig ist. Ich habe es fühlen können. Ich kann es immer noch fühlen und es fühlt sich gut an. Hinter dem gestressten Menschen steckt eine entspannte Frau mit Fantasy. Und mittlerweile möchte ich das nie wieder eintauschen.

Ich wünsche Euch einen guten und ruhigen Start ins neue Jahr.

 

 

 

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4 thoughts on “Das zwölfte Wort. • *.txt – mittlerweile”

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