#Ideenbild im Dezember 2016 – Tulok und die Polarlichter. Teil 2 von 2

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Hier kommt ihr zu Teil 1

Am nächsten Morgen wachte Tulok auf. Er war ziemlich durch gefroren. Er machte sich schnell noch mal Schnee warm und löste einige Teeblätter auf. Das wärmte ihn ein bisschen. Er spannte die Hunde an und legte das Rentier an eine Leine, die er am Schlitten befestigte. Aber er war nicht ganz unachtsam. Er wusste, dass seine Eltern ihn suchen würden. Aber er konnte nicht zurück. Also machte er ein Zeichen für sie, dass sie wussten, dass es ihm gut ginge und er weiter gezogen war.

Dann zogen sie los. Richtung der Polarlichter, die er Abends beobachtet hatte. So zogen sie einige Stunden weiter. Irgendwann wurde das Rentier unruhig. Tulok aber konnte nichts erkennen. Was war los mit ihm. Das Rentier fing an zu tänzeln und wurde immer nervöser. Tulok hielt an und schaute sich um. Aber er konnte immer noch nicht sehen. Er überlies dem Rentier die Führung und er traute seinen Augen nicht. Vor ihm lag nur die weisse Landschaft, aber irgendwie schimmerte es. Es sah bei genauerem Hinsehen wie eine Barriere aus. Eine durchsichtige Wand, oder ein Spiegel, denn er konnte nur die weisse Landschaft sehen. Als er seine Hand ausstreckte traf er auf Widerstand. War er denn da? Wie sollte er da durch kommen. Aber da kam das Rentier und es konnte ohne Probleme durch gehen. Die Wand wurde für das Tier durchlässig. Schnell schnappte Tulok seinen Schlitten und fuhr hinter her.

Er konnte seine Augen nicht trauen. Er sah ein Dorf vor sich mit vielen kleinen Häuschen die alle bunt beleuchtet waren. Aus den Schornsteinen stieg überall Rauch und es wirkte so malerisch.In der Mitte stand ein riesiger Weihnachtsbaum. So was hatte Tulok nur auf Bildern gesehen. Es war so faszinierend. Er merkte gar nicht, dass jemand zu ihm kam. Ein alter Mann trat zu ihm.

„Hallo Tulok. Ich sehe du hast unseren Ausreißer gefunden. Anik, was hast du dir dabei gedacht einfach abzuhauen? Wir haben uns Sorgen gemacht. Deine Familie war ganz nervös. Ich konnte sie gar nicht beruhigen. Aber Tulok hat dich gesund wieder gebracht. Jetzt können wir entspannen. Wie sieht es aus, Tulok, möchtest du eine warme Schokolade und paar Kekse? Ich höre deinen Magen bis hier her knurren. Lass uns Anik in den Stall zu seiner Familie bringen und dann gehen wir zu mir. Ich zeig dir die Werkstatt.“

Tulok war noch sprachlos und nickte nur. Sie gingen zum Stall. Dort konnte er auch seine Hunde lassen. Alle wurden gefüttert und gepflegt. Währenddessen ging er mit dem Weihnachtsmann in die Werkstatt. Dort bekam er eine warme Schokolade und Kekse und konnte die Elfen beim Arbeiten bewundern. Sie waren so fröhlich und sangen  Weihnachtslieder. Lachten und manchmal stand ein Elf auf und erzählte eine kleine Weihnachtsgeschichte. Es war einfach nur herrlich.

„Möchtest du dir was aussuchen als Dankeschön für Anik?“

„Nein danke, Weihnachtsmann. Hier zu sein und dein Dorf zu sehen das ist schon Geschenk genug. Das einzige was ich mir noch mehr wünschen würde wäre einmal mit den Rentieren zu fliegen..“

„Mal sehen was sich da machen lässt. Aber heute schaffe ich das nicht mehr. Ich werde dafür sorgen, dass du schnell nach hause kommst. Deine Eltern machen sich ziemliche Sorgen. Aber warte auf mich. Ich werde zu dir kommen. Jetzt ruh dich erstmal bisschen aus.“

Sie gingen in ein Zimmer und Tulok legte sich auf ein Sofa. Als er erwachte lag er in seinem Bett zu hause. Er sprang auf und lief hinunter zu seinen Eltern. „Tulok,“ sagte sein Vater. „Wir müssen reden. Du hast uns ganz schön Angst eingejagt. Zum Glück haben die Hunde dich zurück gebracht. Du bist wohl im Schlitten eingeschlafen. Aber du wirst schon eine Strafe bekommen.  Du darfst diese Woche nicht weiter weg als bis zu Bank. Hast du verstanden?“

Tulok war betrübt. „Ja Vater. Das ist gerecht. Ich war unaufmerksam und habe euch Sorgen gemacht.“ Wenigstens durfte er überhaupt noch vor die Tür. Seine Eltern wussten, dass er es nicht überstanden hätte, wenn sie ihn zu hause eingesperrt hätten. Jeden Tag ging er zur Bank, kletterte drauf und schaute in den Horizont. Aber er konnte nichts sehen. Langsam bezweifelte er, dass erlebtes echt war. Vielleicht hatte er doch alles geträumt? Wie sollt er es wissen. So eine einsame Nacht in er eisigen weissen Hölle konnte schon mal Halluzinationen hervorrufen. Er kletterte wieder hinunter und die Spuren die er hinterließ wirkten freudlos. Er wurde immer ruhiger und trauriger. Seine Eltern dachten es wäre, weil er nicht weg durfte. Aber sie wollten die Strafe nicht aufheben. Er musste es verstehen.

Es war der 24.12 und Tulok hatte die Hoffnung aufgegeben. Er tat es als Traum ab. Aber ganz tief hatte sich eine dunkle Traurigkeit breit gemacht. Als er sich schlafen legte und gerade am einschlafen war hörte er kleine feine Glöckchen. Schnell stand er auf und schaute aus dem Fenster. Da sah er einen Schatten vor dem Mond. Er schaute genauer und konnte tatsächlich einen Schlitten erkennen und davor waren die Rentiere gespannt. Schnell zog er sich was warmes an und rannte nach draussen. Schon landete der Schlitten und der alte Mann stieg aus.

„Hallo Tulok, ich hatte dir doch gesagt, dass ich kommen würde. Heute ist der Weihnachtsabend und ich möchte dir deinen Wunsch erfüllen. Du sollst mich begleiten. Mir mir im Schlitten und den fliegenden Rentieren. Wir reisen diese Nacht durch die Welt und besuchen die Kinder um ihnen Geschenke zu bringen. Bist du dabei?

„Oh. Weihnachtsmann ich dachte ich hätte alles nur geträumt. Ich war schon so traurig. Aber du bist tatsächlich gekommen. Ich will auf jeden Fall mit dir mitfliegen. Das einzige das ich mir je gewünscht habe. Ich bin bereit.“

Und die beiden erhoben sich in die Luft. Tulok konnte nicht fassen was für ein einmaliges Gefühl das war. Er flog mit den Rentieren durch die Welt. Diese Freiheit war ein Gefühl das er nie vergessen würde. Und immer wenn er auf die Bank klettert erinnert er sich an diesen einen Abend. Und immer wenn er wieder hinab stieg hinterließ er Abdrücke im Schnee die voller Freude und Erinnerungen war.

 

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5 Kommentare zu “#Ideenbild im Dezember 2016 – Tulok und die Polarlichter. Teil 2 von 2

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