[Story-Samstag] Sabotage und der Geist der Weihnacht

Was ist der Story-Samstag? storysamstagDer Story-Samstag hat nur zwei einfache Regeln: Tante Tex gibt alle 2 Wochen ein kleines Thema vor. Und du hast die Möglichkeit ganz kreativ darauf mit einem geschriebenen Beitrag – egal ob als Gedicht, Abhandlung, Erzählung, Witz oder sonstiger literarischer Art – zu reagieren. 

geister

Halloween war vorbei und die Menschen dachten schon an die Weihnachtszeit. Aber die Halloween Geister waren damit irgendwie
nicht einverstanden. Sie bekamen nur einen Tag im Jahr und die Geister der  Weihnacht bekamen vier Sonntage und noch die
gesamten Weihnachtsfeiertage. Da musst sich was ändern. Aber wie?

Es wurde Zeit ein Treffen zu organisieren. Und eingeladen wurden alle Fabelwesen die zu Halloween auf die Strassen gehen um die Menschen zu erschrecken.

Der Geister-Meister klopfte mit dem Hammer auf den Tisch.

„Ruhe, bitte. Ruhe. Seid willkommen ihr unruhigen Gesellen. Ich hoffe es war nicht zu schwierig hier anzukommen. Nicht alle können die versteckten Tore nehmen. Aber ich kann sehen, es ist auf jeden Fall von jeden Wesen ein Vertreter da. Das ist sehr schön. Dann legen wir mal los. Ich bin dafür, dass wir uns was einfallen lassen.
Die Geister der Weihnacht – dieses arrogante Pack – “ zustimmendes gemurmel erhob sich. „Wie immer – schon seit hunderten
von Jahren – verdrängen sie uns. Wir bekommen einen Tag im Jahr und sie. Vier Sonntage, den heiligen Abend und sie
schwirren die gesamte Vorweihnachtszeit um die Menschen herum um auch unter der Woche nicht in Vergessenheit zu geraten.
Was können wir dagegen tun? Hat jemand eine Idee?“

Wie das aber so ist – und auch nicht anders in der Welt der Geister. Alle meckern aber keiner traut sich dann was zu sagen. Der Geister-Meister seufzte. Wie typisch. Da unterschieden sich die wenigstens von ihren damaligen Erscheinungen als Lebende. Das könnte doch wenigstens mit sterben. Okay – er musste also wieder mal alles alleine machen.

Wie manipulierte man das beliebteste Fest? Nun – da hier keiner eine Idee zu haben schien musst der Geister-Meister das für dieses Jahr noch gelten lassen. Notgedrungen löste sich die Versammlung auf. Wir mussten also für dieses Jahr die Weihnachtsgeister ihre Zeit lassen. Aber für nächstes Jahr war eine Änderung geplant. Aber so eine Sabotage muss gut geplant werden.

Und der Geister-Meister fing sofort mit der Recherche an. Wie sollte man das am besten starten. Also setzte er sich in seine Höhle und fing an.

Als erstes ging er dazu über Weihnachtsfilme zu schauen. Denn er musste irgendwie den Schwachpunkt dieses Festes herausfinden. Und das fand er schnell. Die Kinder – die kleinen – die noch an Weihnachten glaubten. Sie mussten sabotiert werden. Aber wie sollte man das anstellen. Er recherchierte und fand heraus, dass die Briefe in Weihnachtspostämtern gesammelt wurden um an den Nordpol befördert zu werden.

Punkt 1. Die Briefe abfangen und umleiten.

Dann stellte er fest, das viele Kinder ihre Wunschzettel auf die Fensterbänke legten und die vom Santa oder seiner Gehilfen eingesammelt werden.

Punkt 2. Die Fensterbänke müssten von seinen Geistern geplündert werden.

Dann erfuhr er noch, dass Santa die Möglichkeit hatte die Wünsche der Kinder zu sehen. Dafür hatte er eine Kugel die ihm auch zeigten wie die Kinder sich verhielten.

Punkt 3 Die Übertragung musste gestört werden.

Das Geheimnis das Weihnachtsfest zu sabotieren war also die Kommunikation. Das müsste doch zu schaffen sein. Im nächsten Jahr rief er seine Geister-Gehilfen nach Halloween zu sich und verteilte die Aufgaben. Einige waren damit beauftragt die Briefkästen zu manipulieren, die anderen sollten die Wunschzettel auf den Fensterbänken einsammeln und die letzten sollten irgendwie die Verbindung zur Kugel stören.

Als dies alle Organisiert war musste er nur noch irgendwie den Stresspegel der Leute anregen, damit alle anfangen Weihnachten zu hassen. Das war nicht schwer. Dafür nutzte er die Nächte, als die Menschen schliefen. Seine Geister-Gehilfen sollten den Menschen im Schlaf in die Ohren flüstern. Den Kindern, dass sie die Eltern so richtig nerven sollten und den Eltern, dass sie es niemals schaffen würden ein entspanntes Weihnachtsfest zu organisieren.

Die Rache auf das Abstellgleis geschoben zu werden war im Gange und eine Kette der Ereignisse wurde gestartet. Am Nordpol fingen die Elfen und Santa an mehr als nervös zu werden. Da half auch keine Weihnachtsmusik, Kakao und Plätzchen. Es kamen einfach keine Wünsche an und die Elfen waren nicht gefordert. Und auch hier wurden die Elfen dann aggressiv. Denn die Uhr tickte aber sie hatten keine Aufträge. Santa verzweifelte und trank mehr Eierpunsch als gut für ihn war. So würde er niemals den Schlitten lenken können.

Weihnachten stand vor dem Aus. Die Halloweengeister fingen schon an zu feiern und wussten, sie würden in Zukunft  mehr Beachtung bekommen, da keiner mehr an den Geist der Weihnacht glaubte.

Nur hatte der Geister-Meister nicht mit einem kleinen Menschenmädchen gerechnet. Dieses kleine Mädchen war rein und fein sie konnte nicht verstehen was denn mit Weihnachten passiert war. Es war die Zeit, die sie am meisten liebte, da alle Menschen freundlicher und glücklicher waren. Aber was war denn dieses Jahr passiert. Sie war am Boden zerstört. Ihre Eltern stritten wegen des Stresses der Geschenke und der vielen Leute und auch die Eltern ihrer Freunde.

Irgendwann rief sie ihre Freunde zusammen. Und da beobachtete sie ähnliches. Ihre Freunde waren nur am meckern und fordern. Sie fingen an sich zu übertrumpfen und Drohungen ihren Eltern gegenüber und Santa gegenüber auszusprechen. Da fing sie an zu weinen. Sie rannte in den Wald und setzte sich auf einen umgestürzten Baum. Dort fing sie an zu beten. Sie bete nicht für Geschenke. Sie betete für ihre Eltern, ihre Freunde, deren Eltern und allen Menschen, denen der Geist der Weihnacht vergiftet schien. Und es erschien ein kleiner Engel. Er setzte sich zu ihr und sagte ihr.

„Hör zu Mädchen“ und er erzählte ihr was geschehen war. „Wenn Du es schaffst diesen Bann der Halloweengeister zu brechen  – nur bei einem Menschen wird er komplett aufgelöst. Aber du musst es schaffen bis zum Heiligen Abend. Sonst wird Weihnachten für immer verloren sein.“

„Aber ich bin nur ein kleines Mädchen, wie soll ich das denn schaffen?“ fragte sie verzweifelt.

Der Engel antwortete „Es steckt alles in dir. Deine Güte und dein Glaube wird es schaffen. Du musst es versuchen. Einer wird hören, aber du musst den richtigen finden. “ und damit erhob sich der Engel und lies sie alleine.

Also ging das kleine Mädchen los und versuchte mit ihren Freunden zu reden. Sie versuchte ihnen Geschichten zu erzählen. Aber keiner hörte auf sie. Sie versuchte es bei den Erwachsenen. Kein einziger schien den Funken des Weihnachtsfest in sich zu tragen. Sie war verzweifelt. Als sie durch die Strassen lief. Sah sie einen Obdachlosen mit seinem Hund sitzen. Sie sahen sehr verfroren aus. Da rannte sie schnell nachhause und machte Kakao warm. Nahm eine Dose mit Plätzchen und Knochen für den Hund mit. In der Truhe waren noch alte Decken, die keiner mehr nutzte. Und schnell rannte sie wieder raus. Sie hoffte er wäre noch da. Dann ging sie zu ihm.

„Hallo, es ist so kalt heute. Und ich sehe ihr friert. Ich habe euch was mitgebracht. Darf ich mich zu euch setzen. Und du erzählst mir was du schon alles gesehen hast?“

Der Obdachlose stutze und fragte die Kleine:“Hast du keine Angst vor mir?“ „Nein – es ist fast Weihnachten und ich hoffe immer auf das Gute im Menschen und du hast einen Hund. Menschen mit Tieren können nicht böse sein.“ lächelte sie und dieses Lächeln wärmte sein Herz mehr als es die heisse Schokolade konnte. Sie setzen sich und er erzählte ihr Geschichten seiner Reisen. Sie hörte gebannt zu und fragte ihm Löcher in den Bauch. Irgendwann musste sie dann gehen. Sie stand auf und streichelte den Hund und gab dem Mann einen Kuss auf die Wange. „Ich wünsche euch frohe Weihnachten. Pass gut auf den Hund auf und ich werde Santa einen Wunsch schicken. Er soll dir und dem Hund ein Zuhause finden.“

Der Mann drehte sich weg um seine Tränen zu verbergen. Dieses Liebe Mädchen sähte einen Funken der Hoffnung in sein Herz. Und dieser Samen ging auf. Er fing an in der Gegend nach Arbeit zu fragen und ein Bauer konnte ihn wirklich brauchen.Er  sollte mit seinem Hund die Schafe hüten. Dafür bekam er Obdach und Essen.

Währenddessen verteilten die Halloweengeister weiter Missgunst und Habgier unter den Leuten. Dieses Gift verbreitete sich schnell und es schien die Welt würde immer dunkler werden. Die Lichter wurden von dieser Dunkelheit verschluckt. Aber in einem Zimmer brannte immer ein helles Licht. Nicht von einer Kerze sondern von einem Menschenkind, das die Hoffnung nicht aufgegeben hat. Sie erfuhr von dem Obdachlosen und besuchte ihn und den Hund.

Wieder mit Kakao und Keksen eingedeckt sassen sie da und beobachteten die Schafe. Dabei erzählte sie ihm von Weihnachten von dem Zauber, dem Glanz, den Gerüchen und der Freude mit ihrer Familie um den Weihnachtsbaum zu sitzen. Und der Mann merkte wie in seinem Herzen etwas knackte. Die harte Schale, die er vor langer Zeit um sein Herz aufgebaut hatte zerbrach und er konnte sich an diese Zeit erinnern und freute sich so darüber, dass er anfing Weihnachtslieder zu singen. Die beiden konnten gar nicht mehr aufhören und hatten soviel Spass zusammen. Es war wie ein Leuchtfeuer. Dieses Leuchtfeuer verbreitete sich über die Wiese und wanderte Richtung Stadt. In der Stadt drang es durch sämtliche Ritze und die Menschen erwachten aus ihrer Finsternis. Sie schüttelten diese Hülle der Verzweiflung, Missgunst und Neid von sich. Fingen an zu singen und zu schmücken.

Dieses Leuchtfeuer erreichte auch die Halloweengeister und sie wurden vertrieben. Sie hatten verloren. Sie wurden wieder zurück auf einen Tag im Jahr verbannt.

Die Menschen atmeten auf und die Welt war von einem zauberhaften Strahlen bedeckt. Die Geister der Weihnacht konnten wieder ihr Werk vollbringen – Glück und Hoffnung verteilen. Das Weihnachtsfest war gerettet und das kleine Mädchen hatte einen Freund für´s Leben gefunden.

7 Kommentare zu “[Story-Samstag] Sabotage und der Geist der Weihnacht

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