“Mach was!” – Mit Geistern


Diese Aktion habe ich bei Marcel entdeckt. Und seine Interpretation der Weihnachtsgeschichte ist echt mal was anderes. Lest es und schmunzelt – so wie ich..;)

Es ist ein Gemeinschaftsblogprojekt von Herba. Ihr könnt hier Eure Kreativität absoluten Lauf lassen, ob schriftlich, was basteln, backen – für jeden was dabei…

 

In einer düsteren nebelverhangenen Nacht in einer Seitenstrasse findet man den Eingang zu einer zwielichtigen Bar. Durch die verschlossene Tür dringt Nachtclubmusik aus den 20ern. Man könnte meinen, der Barbesitzer wüsste was die Leute mögen und er hätte einen Trend entdeckt. Retro nennt man ihn heute. Aber ist es auch so? Komm und trete ein. Höre die Musik und betrachte die hübsche Sängerin  mit den ausladenden Hüften und dem eng anliegendem Kleid wie sie mit rauchgeschwängerter Stimme die Lieder singt. Und sie erweckt damit die Geister der Vergangenheit.

Es ist die Weihnachtszeit und gerade diese Zeit fördert die düstere Stimmung. Während andere mit ihren Familien in ihren warmen Wohnungen sitzen und sich unter dem Weihnachtsbaum schöne Geschichten erzählen, öffnet sich immer öfter die Tür des Nachtclubs. Er wirkt so unreal. Wenn man hinschaut flimmert der Eingang und manch einer vergisst sofort wieder, dass er da etwas gesehen hat. Nur wirklich verlorene Seelen können den Eingang genau sehen. Und auch einzig diese haben Zutritt zu dem Club.

Begeben wir uns nach drinnen. Der Barmann Pat steht an der Bar und putzt die Gläser. Die Bardame Alicia läuft in ihrem kleinen Kostüm durch die Reihen und bringt den traurigen Gestalten ihre Drinks. Auf der Bühne steht sie. Die Königin des Abends. Keiner kann den Blick von ihr abwenden. Und ihre Stimme ist einfach tief und berührend. Sie fängt einen ein und man ist für immer verloren. Diese Stimme reicht weit – weiter als man sich erahnen lässt. Und trifft auf Ohren, die an besonderen Zeiten besonders Einsam sind. Und diese einsamen Seelen werden angelockt. Sie können sich dem Klang Helenes Stimme einfach nicht entwinden. Sie sind gefangen. Und wenn man genau hinschaut sieht man eine Reihe unwirklicher Gestalten, die in einer Reihe der Musik folgen. Sie sind durchscheinend. Es sind Geister. Geister unglücklich verstorbener, die gerade an Weihnachten besonders einsam sind.

Es ist 22 Uhr und der Raum ist gefüllt. Und schon erhebt sich Helene wieder. Sie fängt an zu singen. Und alle Geister sind gebannt. Sie stehen da und wiegen sich in der Musik, die sie einhüllt wie ein wärmender Mantel. Die Stimme, die Musik, sie vertreibt die Traurigkeit und die Einsamkeit aus ihren Seelen. Für eine kurze Zeit fühlen sich die Geister voll Liebe und Hoffnung.

Es ist 24 Uhr. Helene beendet ihr letztes Lied. Es ist der 25.12. Weihnachten. Die Nacht der Geister ist vorbei. Die Musik geht aus. Der Lichtkegel wird kleiner und man sieht in die Traurigen Gesichter der Geister, die nun wieder ein Jahr warten müssen, bis Helene ihre einsamen Seelen mit ihrem Gesang füllen kann und sie einen Tag mit Liebe und Hoffnung füllt.

8 Kommentare zu ““Mach was!” – Mit Geistern

  1. Pingback: Wochenrückblick 05.12.16-11.12.16 | Ich lese

Mit Absenden eines Kommentars erklärst Du Dich einverstanden, dass evtl. personenbezogene Daten (z.B. die IP-Adresse etc.) abgespeichert und für Statistiken von Wordpress weiterverarbeitet werden.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.