#Ideenbild im September 2016

Ich bin wirklich nicht so die Kreativste, aber ich habe die letzte Zeit einfach mal Lust sie zu wecken oder zu trainieren, die Kreativität. Bei Lilian habe ich das Projekt Ideenbild von Lexas Leben entdeckt. Hier wird monatlich ein Bild gezeigt und damit die Kreativität angekurbelt. Es gibt keine zeitliche Begrenzung. Mitmachen wenn was einfällt…Und das wichtigste…Meine Geschichte ist fast ausschliesslich fiktiv.

2016-september-ideenbild

Ich mag das Wasser. Ich schwimme gerne und Schnorchel gerne. Tauchen habe ich noch nie ausprobiert. Da hatte ich schon bisschen Hemmungen wegen der Tiefe und Abhängigkeit…Auch der Aufenthalt auf dem Wasser macht mir nichts aus…Im Gegensatz zum Autofahren, bei dem mir gerne mal übel wird, macht mir das Schaukeln auf dem Wasser nichts aus. Deswegen waren ich und mein Mann auch sofort dabei als ein Bekannter uns zu einer Segeltörn einlud. Es sollte in den Norden gehen. Die Fjorde Norwegens wollten von uns erkundet werden. Ich war noch nie  in Norwegen. Die Natur hat mich schon mal interessiert, aber nicht die Kälte. Aber wir wollten im Sommer los und das sollte aushaltbar sein, sagte unser Bekannter. Schon packte mich die Fernweh. Es war schon so lange her – Urlaub mit meinem Liebsten. Ich bin also sofort ins Inet und habe mich schlau gemacht. Die Reiseroute plante der Bekannte. Aber ich wollte noch mal schauen – Was ist ein Boot – Jaaaa. Was ist Luv, Lee, Backbord, und wie heisst die andere Seite? Anker, Segel – Knoten wollte ich lernen. Ach..wie aufregend. Und was brauche ich für Kleider. Europa. Da brauch ich doch sonst nichts wichtiges? Ich meine – Europa.

Dann war es endlich soweit. Die Hunde waren bei den Schwiegereltern. Die Katzen bei den Eltern. Das Haus. Tja, da wo es hingehört. Post – Eingelagert.

Wir fuhren zum Hafen, von dem es los gehen sollte. Ein grosses Hallo und Gelache..wir waren alle aufgeregt und gut gelaunt. Insgesamt waren wir 3 Pärchen. Ich und mein Mann, unser Bekannter mit Frau und dessen Schwester mit Mann. Dieses Boot meines Bekannten entpuppte sich als Jacht seines Chefs. Wie was und warum, blablabla, interessierte mich nicht. Ich wollte einfach die Freiheit und die Umgebung mit meinem Schatz geniessen. Und ich wollte mal dieses Prachtstück lenken. Ach ich liess mich belehren, steuern…jaja..steuern halt. Ein Machtgefühl war das. Da oben, weit und breit nichts ausser Wasser und manchmal – fern – das Ufer. Das ist Freiheit. Ich konnte verstehen warum Seemänner immer wieder aufs Wasser wollen.

Fragt mich nicht genau. Wir starteten in Kiel, an Dänemark vorbei und landeten dann in Norwegen. Da wurde dann noch mal alles festgezurrt und überprüft. Am nächsten Morgen ging es weiter.

Ich habe absolut keine Ahnung wo unser „Skipper“ uns hinlotste. Mir total egal. Es war atemberaubend. Wir hatten viel Spass. Tags bewunderten wir die Gegend und Abends spielten wir oder lasen.

Am 3. Tag war aber etwas anders. Wir fuhren in ein Gewässer, das total im Nebel lag. Man konnte die Hand vor Augen kaum sehen. Es war faszinierend und wir machten natürlich unsere dummen Sprüche aber wir waren nicht sehr locker und lachten eher nervös als erheitert. Wir wussten nicht wie weit wir rein gefahren waren und wie weit wir vom Ufer weg waren. Plötzlich wurden wir gerammt. Oder wir fuhren was an. Woher soll ich das wissen? Es war nichts zu erkennen. Der Motor stotterte und dann – aus. Langsam wurde es dunkel. Wir konnten nichts machen. Also wollten wir auf den nächsten Tag warten. Aber der sollte sich anders gestalten als wir geplant hatten. Es kam keine lockere Stimmung auf und wir verabschiedeten uns bald in unsere Kajüten.

Es dauerte nicht lange und wir trafen uns alle wieder auf dem Gang. Denn wir wurden definitiv gerammt. So massiv, dass wir fast aus dem Bett fielen. Wir trafen uns also alle auf dem Gang und rannten nach oben. Auf Deck war natürlich nichts zu entdecken. Wir liefen wie die aufgeschreckten Hühner hin und her. Als wir uns wieder unten trafen, fehlte die Schwester unseres Bekannten. Was zum Teufel sollte das denn jetzt noch…die blöde Kuh, hat mich eh schon genervt mit ihrem Getue, aber ich habe mich nicht von ihr provozieren lassen aber das brauch wirklich keiner…Scheiss drauf ob ihre Haare sitzen wenn Rettung kommt..pah…Also sind wir wieder raus und sahen eine Blutspur an der Reeling. Auch das noch. Im Dunkeln – eine Blutspur. Verdammt. Soweit ich weiss, haben diese Boote doch immer so riesen Suchscheinwerfer, oder? Zum Glück hatte diese Jacht so einen Spot. Aber es war nichts zu sehen. Nur Ruhe und Dunkel. Der Nebel flackerte noch um uns herum und die Schatten spielten  mit unserer Fantasie. Ich war kurz davor mit in die Hose zu machen….Mein Gott, das war so gruselig, und ich war so ängstlich und so erregt. Was für eine Atmosphäre.

Ein Schrei und die nächste Blutspur an der Reeling. Diesmal war es der Schwager des Bekannten. Wollte er seine Frau suchen und ist abgerutscht? Aber wieso dann die Blutspur? Nein. Irgendwas holte uns. Irgendwas wollte Essen. Wir waren wie versteinert und dann ging das Chaos los. Wir rannten unter Deck – Gibt es hier Waffen? Verdammt wie ist das auf einer Jacht? Gibt es da Speere und Gewehre oder nur Messer und Sektkelche. Ich fuhr zur Höchstleistung auf. Ach ein Segen, dass wir soviel Horrorfilme schauen. Mein Mann und ich hatten die Situation unter Kontrolle – Dachten wir. Ach wie überheblich. Wir sammelten uns in der Mitte. Was sollten wir jetzt machen. Am besten wäre es zu warten bis es hell wird.

Nun die Entscheidung wurde uns abgenommen. Etwas platschte aufs Deck. Es klang sehr schwer und nass. Und die Geräusche waren irgendwie glucksend und eklig. Was war das? Gibt es in Norwegen Seeungeheuer? Wo sind wir? Und warum geht genau jetzt – wie in einem billigen Horrorstreifen – das Licht aus? Hat dieser Kahn Notstrom. Ja. Er hatte so was in der Art. Es war ein Dämmerlicht, das die Kreaturen in ein unwirkliches Licht tauchten und sie wirkten wie aus der Hölle. Aus einer sehr feuchten Hölle. Die Augen schimmerten und die Zähne blitzen auf wie Messer. Gut so wirkte es wenigstens. Und so scharf waren sie auch. Als erstes stürzten sie sich auf die Frau unseres Bekannten. Ein Biss in ihren Arm und er war fast durchtrennt. Oh mein Gott, wie sollen wir denn hier überleben. Wir kämpften wie die Berserker. Ich bekam nichts mehr mit. Wer kämpft hier gegen wen? Wer steht in meinem Rücken? Wo ist mein Mann? Ich wusste, er kann es schaffen.

Ich weiss nicht wieviel Zeit vergangen war. Wir haben bis zur Erschöpfung gekämpft und haben es geschafft uns in eine Kajüte zurückzuziehen. Wir zerrissen die Laken und verarzteten uns notdürftig. Am schlimmsten hatte es die Skipper-Frau erwischt. Sie war keine Hilfe mehr. Unser Bekannter blutete auch aus vielen Wunden, aber sie schienen nicht schwer zu sein. Mein Mann hatte eine riesige Wunde am Arm. Aber sie behinderte ihn nicht – er war vollgepumpt mit Adrenalin. Und ich. Ich hatte Wunden am Bein, aber sie waren nur Oberflächlich. Es musste ein Plan her.

Wie plant man sein Überleben auf einer Jacht wenn man nicht MacGyver oder Bear Grylls war. Tja. Was hat man gross in einer Kajüte? Nichts. Wir können die Monster mit Büchern bewerfen, das wird sie wohl kaum beeindrucken. Aber wir waren ja in der Kajüte der Skipper-Schwester. Und diese Zuckerpuppe hatte ein wahres Waffenarsenal an Tuben und Flaschen. Aber was macht man damit. Sie werden nicht schöner werden die Monster, wenn ich sie mit Schönheitscreme einschmiere. Nun. Selbst wenn ich besser in Chemie aufgepasst hätte, hätte ich keine Bombe aus dem Zeug bauen können. Aber wir konnten versuchen, dass vielleicht das billige Parfüm unseren Geruch so tarnt, dass wir hinten raus konnten. Aber was dann?

Also gedacht getan. Wir verschütteten das Parfüm großzügig im Gang und schlichen uns hinten raus. Und dort sahen wir – Unsere Rettung. Der Chef unseres Bekannten war wohl fieser Abschaum. Eine Truhe mit Sprengstoff. Ein Hochseefischer mit Sprengstoff. Wie mies ist das. Und ich war dankbar für die schwarze Seele dieses Miststücks. Es war ein kleines Rettungsboot an der Jacht angebracht. Also lies ich alle einsteigen. Wir wasserten das Ding – nicht so leise, denn ich wollte ja, dass diese Mistviecher ankommen. Und sie kamen. Und dieses verdammte Zippo, das sich mein Mann gekauft hatte – ging an. Ich war so sprachlos dass ich fast verpasst hätte das Teil zu werfen. Es plumpste in den Gang und wir paddelten was das Zeug hielt. Und dieser Sprengstoff ging los. Du meine Güte. Das war vielleicht eine Druckwelle. Das sieht in den Filmen immer so locker aus. Wir kenterten fast. Aber dieses befriedigende Geräusch platschender Körperteile und das Blut, das auf uns landete. Ein unbeschreibliches Gefühl. Wir haben es  geschafft. Mittlerweile ging die Sonne auf und sollten noch Monster da sein, schien die Sonne sie zu vertreiben. Wir haben überlebt. Die Sonne ging auf und der See lag friedlich vor uns.

 

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10 Kommentare zu “#Ideenbild im September 2016

  1. Und dann? Mit Beiboot auf dem offenem Meer oder war Land in Sicht? ^^
    Auf jeden Fall eine interessante Geschichte, die da rausgekommen ist. Danke für deine Teilnahme. Ich freue mich richtig, dass schon zum ersten Bild Geschichten entstanden sind und nicht erst im fünften Monat oder später.
    LG Lexa

    Gefällt 1 Person

    • Danke. Ja ich bin ziemlich inspiriert von den Filmen. 😀😀 es macht Spaß in die dunkle Ecke meiner Gedanken zu wühlen. Für Oktober ist ein schöner Blumenstrauß, da schweift es schon wieder ab. Mal sehen ob ich auch was anderes kann
      😈😈😇😇

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Behind the Screens #5 | Ich lese

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