[Rezension] Jonas Herlin – Krieger des Nordens

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  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Dezember 2015)
  • gelesen: 03.08.16-13.08.16
  • History Challengehistory challenge blanko
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Nichts kann diese Wikingerflotte aufhalten – außer der Kampf zweier Brüder um die Anführerschaft.
Die Langbootflotte des Wikingerfürsten Grimr Schädelspalter befindet sich auf dem Rhein mitten im Reich der Franken, als er nach einer Schlacht an seinen Wunden stirbt. Für seinen Sohn Olav ist klar, dass er nun die Führung der Flotte übernimmt. Doch sein Bruder Thorbrand greift ebenfalls nach der Macht. Plötzlich sind die Nordmänner in zwei Lager gespalten und können sich auf kein gemeinsames Vorgehen einigen, während sich ein Heer der Franken nähert. Was als gewinnbringendes Abenteur begann, endet in einem gewaltigen Kampf. Dem einen bringt er Ruhm, dem anderen den Tod.

Worum es geht:

Wikinger und ihr Einfallen in Franken, Brüder sowohl in den Reihen der Wikinger als auch in den Reihen der Franken….auf beiden Seiten Söhne der Könige/Jarl….


Wann: 842


Wo: Niederrhein – Franken DE


Die Handlung ist recht abwechslungsreich. Man wird in ein Machtgerangel zwischen Brüdern gezogen. Auf der Seite der Wikinger Thorbrand und Olav und auf der Seite der Franken die Söhne Ludwigs des Frommen…Drei Brüder die sich um ihr Erbe bekriegen…und genau in dieser Zeit fallen die Wikinger ein….sie plündern bevorzugt Kirchen und Klöster. Und Grimr Schädelspalter hat sich noch mit den Rivalitäten seiner Söhne zu beschäftigen. Er bevorzugt Thorbrand…da er ihm selbst am ähnlichsten ist…allerdings ist er sehr Aufbrausend und Jähzornig…dies bringt ihn dann leider auch in eine unmögliche Situation, die es seinem Bruder erlaubt die Herrschaft an sich zu ziehen….Olav ist der Denker (“…Ja, ein toller Anführer wirst du! Immer nach vorne, ohne nachzudenken! Genau wie unser Vater!…)….er versucht den Krieg und die verfahrenen Situationen durch Strategie und nicht durch Hitzköpfigkeit zu lösen…Allerdings wollen Wikinger kämpfen…das bringt Olav in eine schlechte Position…es scheint die Götter hätten ihn verlassen. Die Wikinger haben eine ziemliche Beute gemacht…aber wie sollen sie diese nach Hause schaffen…der Jarl, der ihnen helfen soll lässt sie im Stich..also was tun…Die Kämpfe der Wikinger gegen die Franken sind wirklich spannend beschrieben…fast könnte man sich das Blut aus dem Gesicht wischen…so nah ist man dabei…wir lernen Berserker und Schiffsbauer kennen….Und was am angenehmsten ist…keine Liebesgeschichte verwässert diese Geschichte…eine wahre brutale Geschichte, die einem zeigt wie Krieg ist…damals und heute…
Der Schreibstil war flüssig und gut zu lesen. Ich hatte überhaupt keine Probleme in die Handlung einzutauchen. Es war alles gut beschrieben. Man konnte sich vieles richtig bildlich vorstellen…Was mich natürlich dazu bringt, diesem Buch ein FSK von wenigstens 16 zu geben, da wirklich viel Köpfe und andere Körperteile rollen …es ist also alles recht blutig und grausam…ich kann es nur noch mal erwähnen…wer die Serie Vikings kennt, weiss was einen hier erwarten kann…..und ausserdem hat man ja auch schon von den legendären Angriffen der Wikinger gehört….die Drachenschiffe waren nicht umsonst überall gefürchtet…
Die Charaktere werden in all ihrer Rauheit beschrieben…fast wirkt es als würden sie vor unserem Haus stehen und auf ihre Schilde hauen vor dem Angriff. Wir haben den Berserker, der sich einen Sud aus Pilzen einverleibt…der ist so stark, dass der Urin noch genug Kraft besitzt um einen High zu  machen….er pflügt durch die Feinde, keiner ist sicher vor seiner Wut. Aber auch die anderen sind nicht weniger gefährlich…denn für sie ist es eine Ehre im Kampf zu fallen…sie kommen nach Walhalla und können Met mit den Göttern trinken….Die Namen, der Wikinger…man erinnert sich…damals haben die Berufe oder Fähigkeiten den Namen ausgemacht und unsere Nachnamen gebildet…Grimr Schädelspalter, Der irre Orm, Hromund dem Rauen


Fazit

Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die nicht zu zart besaitet sind…denn wir ihr in den folgenden Zitaten lesen könnt sind die Kämpfe wirklich sehr detailliert beschrieben…aber genau das macht das Buch aus…die Authentizität ohne ein Splatterroman zu sein…denn so ist Krieg….Dieses Buch erlaubt einen einen Blick in die Brutalen Überfälle, die damals die Bevölkerung heimsuchten….sie waren verlassen, da ihre Könige krieg gegeneinander führten, anstatt ihr Volk zu schützen. Es erlaubt einen auch die menschlichen Abgründe was Macht angeht zu sehen…und da sind die Wikinger als Barbaren nicht besser als die “zivilisierten” Franken….wenn es um Macht geht, da vergisst man einfach seine Menschlichkeit…

4 von 5


Zitate, die mein FSK bestätigen…evtl sogar auf 18 erhöhen…

Hromunds Axtklinge hackte sich in die Kniekehle eines Franken. Ein weiterer Hieb mit der Dänenaxt zertrümmerte ihm den Schädel.


….einen weiteren Pfeil auf den Weg schickte, der einen anderen Gegner hinter der Brustwehr durchs Auge ins Hirn fuhr.


Die Schneide des Beils traf den Franken ins Gesicht und spaltete ihm fast den Schädel.


Charaktere

Grimr Schädelspalter: der derzeitige Jarl und Vater von Olav und Thorbrand

Thorbrand: der Sohn von Grimr und einer christlichen fränkischen Sklavin. Durch sie hat er die Möglichkeit die Sprache und den Glauben kennen zu lernen…er ist seinem Vater sehr ähnlich und dessen Lieblingssohn…er und sein Bruder wurden zur selben Zeit geboren

Olav ist der Bruder von Throbrand und Sohn von Grimr und Solvejg aus Bragis Sippe. Er ist der Denker und nicht der Kämpfer…weswegen sein Vater ihn auch nicht als sein Nachfolger sieht. Aber durch eine Unbedachtheit Throbrands ändert sich das

Branagorn von Corvey – Ein Mönch in dessen Dienste Thorbrand eine kurze Zeit tritt um sein Leibwächter zu sein…er versucht zwischen den Fränkischen Königen/Kaisern zu vermitteln und sie zu einigen um gegen den Einfall der Wikinger/Nordmänner zu kämpfen

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3 Kommentare zu “[Rezension] Jonas Herlin – Krieger des Nordens

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