Gortner, Christopher W. – Der Schwur der Königin

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  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (16. September 2013)
  • gelesen 05.07.16-17.07.16
  • History Challenge – Ein Roman aus Spanienhistory challenge blanko

Als Prinzessin lernte sie ihre große Liebe kennen. Muss sie sich als Königin zwischen ihrem Herzen und der Krone Spaniens entscheiden?
Spanien, Mitte des 15. Jahrhunderts: Alte Fehden spalten die Königreiche Kastilien und Aragon. Prinzessin Isabella lebt am Hofe ihres Halbbruders Enrique, dem König von Kastilien. Nach einer Tragödie wird sie mit nur siebzehn Jahren zur Erbin des Throns. Nun muss sie über Nacht lernen, als souveräne Herrscherin zu agieren und sich gegen ihre politischen Feinde durchzusetzen. Denn nicht nur der Kampf um die Krone droht ein blutiger zu werden, sondern auch der um ihre große Liebe – den charismatischen Prinzen des verfeindeten Königreiches Aragon.


Worum es geht:

Isabella und ihr Weg zur Königin von Kastillien…das Portrait einer Frau und einer Königin.

Wann: 1451++

Wo: Spanien


Meinung

Ich druckse schon die ganze Zeit um die Rezi herum…ich habe irgendwie keine richtig Lust…aber bevor alles vergessen geht…versuche ich mal was zu PC zu bringen…

Eine trockene und langweilige Geschichte in einen Roman zu verpacken…das stelle ich mir sehr schwer vor. Der Autor gibt zu, dass er einige zeitliche Fakten etwas verbogen hat…aber das ist für mich ok. Er hat hier ein sehr lebendiges Bild der Geschichte um Isabella von Kastilien geschaffen. Das Buch ist in Ich-Form aus der Sicht von Isabella geschrieben. Die Entwicklung von einer Infanta (Prinzessin) zu Majestad (Herrscherin) ist sehr geschickt in kleinen Schritten bei ihren Entscheidungen zu erkennen. Auch hier gibt der Autor an, dass er nicht bei allem historische Fakten vorliegen hat, und sich bei manchen Szenen die künstlerische Freiheit rausgenommen hat und dies menschlich verpackt hat. Und ich muss sagen, das ist ihm verdammt gut gelungen….Selbst der Konflikt der Judenverfolgung den Isabella auszufechten hat, ist sehr menschlich formuliert und nicht so grausam wie es in den Geschichtsbüchern vermittelt wird. Denn Isabella hat vieles bewirkt, was durch diesen Makel der Judenverfolgung verdeckt wird. Sie hat es geschafft, als erste weibliche Herrscherin zu bestehen. Sie hat Spanien geeint und sie hat es Frauen ermöglicht die Hochschulen zu besuchen…Aber auch sie hat Fehler gemacht…unter dem Druck der Kirche und dem Umfeld…vieles hätte sie vielleicht wirklich nicht so entschieden..wir werden es nie erfahren…Aber der Autor hat ihr ein Leben gegeben…mit Ängsten, Schmerzen, Gefühlen und Unsicherheit….


Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er war flüssig und durch diese sympatische Art, die er Isabella gegeben hat auch sehr angenehm zu lesen. Ich habe mich zwar etwas schwer getan fertig zu werden, was aber nicht an dem Buch lag, sondern irgendwie an der Zeit…wenn man länger an einem Buch hängt, fängt es einen dann doch irgendwann an zu nerven….man will dann einfach nur fertig werden…Der Autor hat einen lebhaften Schreibstil. Ich bin immer wieder richtig tief eingetaucht in die Geschichte und konnte mir Szenen fast wie einen Film vorstellen…was aber auch wieder das Problem ausmachte…man kann dieses Buch nicht im Vorbeigehen lesen…denn es will voll aufgenommen werden…es ist kein Buch für zwischendurch…aber nicht schwer zu verfolgen…

Die Charaktere wurde sehr plastisch dargestellt…man hat mit ihnen gelitten und geflucht. Man konnte Abneigungen spüren und auch die Machtverhältnisse und stillen Machtkämpfe empfinden. Die Charaktere die hier dargestellt wurden beleben dieses Buch…manchmal hatte man das Gefühl die Musik zu hören oder die Verhandlungen zu verfolgen, so deutlich waren sie dargestellt.

Das Cover….historische Bücher haben meist nicht so tolle Cover….aber hier…das Kleid ist einfach ein Traum in Blau…

Fazit

Ein Buch, dass volle Aufmerksamkeit benötigt. Aber es hält einen auch gefangen in der Geschichte um Spanien, den Kreuzzug, das Leben der Frau und Königin….Für Historienfans ein absolutes Highlight.

 

4,5 von 5

Wer sind die Hauptfiguren?

Bei historischen Romanen, vor allem wenn es um Königshäuser und Regierung geht fliegen einem die Namen nur so um die Ohren…

Isabella – Ein Mädchen, sie ist glücklich als Tochter und mit dem Gedanken irgendwann verheiratet zu werden. Sie ist sehr gläubig und tugendhaft. Es war nie geplant, dass sie Königin werden soll….aber der Tod ihres Bruder lässt sie in der Reihenfolge nach oben rutschen und sie kämpft um ihr Recht…hier habe ich noch mal einen Steckbrief von ihr erstellt.

Juan II – Isabellas Vater von ihm erfährt man nicht viel

Isabella von Portugal ihre Mutter ist sehr verbittert, darüber, dass sie nach dem Tod ihres Mannes ins Exil flüchten musste um ihre Kinder zu schützen. Sie war schon immer sehr anstrengend uns wird zunehmend verwirrter und paranoider

Prinz Enrique – der ältere Halbbruder aus erster Ehe und König. Er holt Isabella und Alfonso an den Hof…um sie in seiner Nähe zu haben….Er hat homosexuelle Neigungen…was die Erbfolge in Frage stellt. Er lässt sich von seinen Beratern sehr beeinflussen und führt einen langen Erbfolgekrieg mit Isabella

Alfonso ist Isabellas kleinerer Bruder, der in der Erbfolge als nächstes – nach Enrique – den Thron besteigen soll….aber leider stirbt er vorher

Beatriz Bobadilla ist Isabellas Freundin und Zofe aus Kindheitstagen und ihr immer eine Hilfe und Stütze….ausserdem ist sie nicht auf den Mund gefallen

Erzbischof Carillo de Toledo ein grosser Gegner Enriques und Unterstützer Isabellas nach dem Tod ihres Bruders…aber sehr spät in der Herrscherzeit überwerfen sich Isabella und Carillo…was richtige Probleme heraufbeschwört…

Dona Mencia de Mendoza die Kammerfrau der Königin Juana. Ein Biest und furchtbare Person. Sie ist nur auf ihr persönliches Wohl aus und ist von Anfang an gegen Isabella eingestellt

Königin Juana – Die Frau von Enrique. Sie ist eine sehr herrische Königin und versucht mit allen Mitteln ihre Macht zu festigen…nur treu ist sie dem König nicht. Sie bekommt eine Tochter deren Legitimation angezweifelt wird….dies wird auch der Grund des Erbfolgekrieges.

Fernando – Der König von Aragon und gewählte Gemahl von Isabella. Er ist einige Jahre jünger als sie aber schon mit 12 Jahren macht er ihr schon den Hof und bittet sie während seiner vielen Jahre im Krieg auf ihn zu warten….Sie erwählt ihn als ihren Gemahl…Aber eigentlich ist er mehr in irgendeinem Krieg unterwegs.

Torquemada – Der Geistliche, der Isabella zwar Seelenfrieden gibt, ihr aber später das Leben schwer macht, da er unbedingt das Edikt gegen die Conversos (Konvertierte Juden) haben möchte. Er will Spanien reinigen von den falschen Conversos.

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