Kinkel, Tanja–Die Löwin von Aquitanien

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Das ist aber schön gemacht…habe ich bei Tanja Kinkel auf der Homepage gefunden


Worum es geht:

Das faszinierende Leben einer ungewöhnlichen Königin im Mittelalter.

Wer sind die Hauptfiguren?

Alienor (Eleonore) von Aquitanien – ehrgeizig, leidenschaftlich, intelligent; erst Königin von Frankreich, dann von England, Politikerin und Leitstern der Troubadoure

Louis VII – König von Frankreich, fromm und unpraktisch; Alienors erster Gatte

Henry II – König von England, klug und skrupellos, Alienor in Hassliebe verbunden; ihr zweiter Gatte

Richard und John – als Richard Löwenherz und Richard Löwenherz John Ohneland berühmt; die wichtigsten von Alienors einander bekämpfenden Kindern

Wann:

im 12. Jahrhundert

Wo:

England und Frankreich, Italien, Byzanz, Palästina

Wenn es nicht wahr ist, dann ist es eine gute Geschichte. – Heute scheint es unvorstellbar, dass eine Frau im sogenannten dunklen Mittelalter derart gelebt und gewirkt haben soll. Schon in früheren Jahren wird Eleonore, die Enkelin von Wilhelm IX. von Aquitanien, dem Troubadour, zur Muse einer Kunst und Kultur, deren Ideale im 12. Jahrhundert zu den ethischen Normen für ganz Europa wurden. Mit fünfzehn Jahren wird sie mit Ludwig VII. von Frankreich verheiratet. Nie wieder danach wird sie sich zum Spielball der Mächtigen degradieren lassen, sondern unermüdlich darum bemüht sein, die Fäden der Macht selbst in der Hand zu halten. Als erste Frau nimmt sie das Kreuz und erlebt den Zweiten Kreuzzug. Nach fünfzehn Jahren setzt sie die Annullierung ihrer Ehe mit Ludwig VII. durch, und nur zwei Monate später wird bekannt, dass sie sich mit dem zehn Jahre jüngeren, zukünftigen König von England, Heinrich Plantagenet, vermählt hat. Willensstark und klug spricht sie von nun an auf der Bühne der Macht mit, an der Seite eines Mannes, der mit denselben Mitteln kämpft wie sie. Hin- und hergerissen zwischen Liebe und Haß hält sie allen Schicksalsschlägen stand. Als Eleonore über achtzigjährig stirbt, sind ihre beiden Ehemänner schon lange tot, hat sie acht ihrer zehn Kinder zu Grabe getragen, sechzehn Jahre Gefangenschaft ausgestanden, zwei Kreuzzüge erlebt und ist den Heiligen ihres Jahrhunderts persönlich begegnet.(Quelle)

Die Handlung fand ich sehr interessant. Selbst wenn Tanja Kinkel in ihrem Nachwort erwähnt, dass sie sich bei manchen etwas freie Hand gelassen hat ist es, was ich so nach geschlagen habe, recht authentisch. Sehr gut recherchiert. Also wer hier Interesse hat, sollte zu diesem Buch greifen. Die Grundelemente der wirklich verdammt verwirrenden Geschichte Englands und Frankreichs sind hier wirklich gut angerissen…Allerdings….niemals werde ich mir die ganzen Namen und Orte der Geschichte merken oder in Erinnerung rufen können…..Wahnsinn….und die Intrigen und wer mit wem verheiratet und wieder annulliert wurde. Das ist ein Gewusel da oben an der Regierungsspitze. Dann wurden alle irgendwann mehrmals Exkommuniziert. Was für eine Unruhe damals war…

Der Schreibstil hat mir wirklich einige Schwierigkeiten bereitet. Es handelt sich hier um ein sehr frühes Werk der Autorin. In ihrer Bibliographie steht es als zweites in der Reihe. Ich war manchmal am Überlegen, ob ich es nicht beiseite legen sollte, da es mir manchmal eher wie ein Geschichtsbuch vorkam. Denn die Passagen zwischen den Dialogen kamen mir oft vor als hätte es jemand anderes geschrieben. Alienor wird über 80 und ihre Geschichte fängt richtig etwa mit ihrem 15. Lebensjahr an. Tanja Kinkel hat manchmal einen Zeitraffer gestartet und einige Leute in diesem Raffer sterben lassen…als wären sie nicht mehr wichtig…Ebenso die Belagerungen und Kämpfe…Es ist klar, das man das nicht so ausdehnen kann….Im Gegensatz zu den Dialogen – die waren immer sehr gut und spannend. Das hat immer Spass gemacht zu lesen. Mir fehlt in den Zwischenberichten einfach zu viel von Alienors Leben und Denken. Denn die Frau war einfach der Hammer….Mit ihr sollte man sich nicht anlegen.

Die Charaktere waren manchmal sehr vielschichtig. Vorallem die Ehemänner und die zwei wichtigsten Söhne. Die Frau ist – heute würde man sie wohl als hyperaktiv bezeichnen – ein sehr sehr unruhiger Geist. Sie reitet bei dem ersten Kreuzzug nur  mit um sich die Welt anzuschauen, da sie sich sicher ist, niemals wieder in den Genuss zu kommen. Auch so ist sie bis ins hohe Alter noch aktiv und überquert mit über 70 noch die Alpen um ihre Schwiegertochter in Spe abzuholen…Sie überlebt fast alle ihre Kinder. Sie wird oft als Hure beschimpft und es geht das Gerücht sie wäre eine Nachfahrin von Elfen…Was ihre unnatürliche Aktivität erklären würde…..Keine Schwangerschaft hat sie gebremst und Krank scheint sie irgendwie auch so gut wie nie gewesen zu sein….das einzige, was sie wirklich beeinträchtig hatte waren die 16 Jahre Gefangenschaft….wie in einem Goldenen Käfig. Diese Frau hat mich beeindruckt….aber sie ist auch sehr Ehrgeizig und wirkt immer Gefühlskalt….sie liebt ihre Kinder und Enkel…aber Gefühle zeigt sie sehr sehr selten.

Fazit

Dieses Buch muss ich echt mit zweierlei Mass bewerten. Die Geschichte war sehr interessant. Ich hätte mir mehr von den Passagen mit Alienor und ihrem Leben gewünscht…die persönliche Note fehlt hier oft…es wirkt leider zu sehr wie ein kurzes Geschichtsbuch, das einen Einblick in die Geschehnisse erlaubt und zu wenig wie ein historischer Roman. Trotzdem bin ich froh, dass ich es gelesen habe….

Geschichte 4 von 5

Schreibstil 3 von 5

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5 Gedanken zu “Kinkel, Tanja–Die Löwin von Aquitanien

  1. mimisleseecke

    Hi!
    Mein „Eleonore“- Buch war ganz anders. Elizabeth Chadwick braucht 3 Bücher, für das, was Tanja Kinkel in einem Buch abgehandelt hat. Dafür erfahren wir viel über das, was in Eleonore vorgeht.
    Zur Krankheit: Auf dem Kreuzzug hat sie eine Totgeburt gehabt…zumindest laut Roman…
    Liebe Grüße
    Mimi

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