Lee Goldberg The Walk: Durch eine zerstörte Stadt

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Eine Minute nach der großen Katastrophe. Marty Slack, ein hochrangiger TV-Manager, kriecht unter seinem Mercedes hervor. Der Himmel ist mit schwarzem Qualm bedeckt. Sein Handy ist tot. Die Freeways sind voll Schutt. Der Flughafen ist zerstört. Gebäude liegen, wie umgestürzte Bäume, über den Straßen. Es wird Tage dauern, bevor Hilfe kommt. In Martys Auto befinden sich ein Paar robuster Wanderschuhe und ein Rucksack mit Nahrung, Wasser und Ausrüstung. Er weiß, er kann jetzt nur eines tun: zu seiner Frau Beth gelangen. Alles, was er tun muss, ist laufen. Seine gefährliche und unvorhersehbare Reise nach Hause führt ihn durch das, was einst Los Angeles war. Brände geraten außer Kontrolle. Wassermassen drücken durch zerborstene Dämme. Gasexplosionen vernichten Straßenzüge vollständig. In riesigen Löchern im Boden verschwinden ganze Gebäude. Nachbeben reißen klaffende Löcher in die Erde. Plünderer randalieren in der Stadt. Eine Wanderung von dem Mann, der er war, zu dem Mann, der er sein kann … wenn er diesen Gang überlebt.

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Spoiler WeihnachtenMarty ist ein Serien Programm Produzent, er liesst und passt die Drehbücher an. Er organisiert dann einfach alles um eine gute Kulisse zu schaffen. Er sagt selbst – wenn er nicht wäre, würde es auch laufen – Sein Posten ist echt nicht wichtig….Eigentlich ist er auch Schriftsteller – aber mit Schreibblockade ab Seite 138 – bei jedem Skript. Seine Frau ist eine erfolglose Schauspielerin. Die Ehe scheint vor dem Aus zu stehen. Dann passiert das Erdbeben. Marty packt was er findet zusammen und macht sich zu Fuss auf den Weg zu seiner Frau….Er liebt sie und will die Ehe retten. Allerdings ist es ein ziemlich langer Fussmarsch durch, mittlerweile, unwegsames Gelände mit vielen Gefahrenquellen durch herabstürzende Gegenstände, Explodierende Gasleitungen, Flutwellen und mehreren Nachbeben. Sein erster erzwungener Halt ist Molly. Sie ist unter ihrem Auto eingeklemmt. Marty ist hin und her gerissen zwischen bleiben und weiter gehen. Er weiss, dass sie es nicht schafft. Die Verletzungen sind zu stark….Sie steckt Marty noch ein Foto ihrer kleinen Tochter Clara zu und ruft ihm „Engel“ hinter her….dann kommt ein Nachbeben und besiegelt ihr Schicksal. Er geht weiter und trifft Buck…ein Kopfgeldjäger – ein echter Mann, der nicht zögert seine Waffe zu benutzen. Marty kann gar nicht mit ihm….Aber er sieht das positive, wenn er gezwungen ist durch üble Gegenden zu laufen. Also legen sie ihren Weg zusammen weiter fort. Sie trennen sich paar mal aber Buck findet ihn immer wieder und die beiden gehen wieder zusammen. Buck zwingt Marty einen Jungen aus einem abstürzenden Auto zu retten. Erschiesst dafür paar Bankräuber. Der Weg ist nicht einfach für Marty….nach kurzer Zeit stinkt er, ist verdreckt und seine Schuhe fallen von den Füssen. Er ist ein einziger Schmerz. Aber er läuft weiter. Als er in Tarzana ankommt zögert er….er ist irritiert.. bis ihm Molly und ihre Tochter einfällt. Bei dem Versuch zu der Vorschule zu kommen, kommt er noch mal in ein Nachbeben und wird schwer verletzt. Auch da findet ihn Buck und hilft ihm. Gemeinsam gehen sie zur Schule….danach kann Marty dann endlich nach Hause zu seiner Frau…..

Fazit Weihnachten

Marty und Buck konnten mich nicht überzeugen….Sie blieben irgenwie unplastisch. Ich konnte nicht warm werden mit ihnen. Dazu kommt, dass Marty zwar super organisiert war und sehr rational alles bedacht hat. Er hat genau geschaut, was er brauch und wie er am besten wo lang geht und welchen Gefahren er ausweicht. Er möchte von seinem Ziel nicht abweichen. Buck stellt so etwas wie sein Gewissen – sein härteres Ich dar, in dem er ihn zwingt zu helfen auch nicht ständig zu jammern. Aber er unterstützt ihn auch. Sie werden dann auch zu so etwas wie Freunden. Bei seinem Gang durch L. A. hat er zwar ständig angst vor Gangs, trifft aber keine einzige. Der Spannungsbogen ist recht flach. Es passiert zwar was, mit der Flutwelle und dem Nachbeben und den Explosionen – aber es funkt nicht beim lesen…es wird berichtet, mehr nicht. Dann kam ich mir teilweise vor wie in einem Reiseplaner mit Stadtplan. Lee Goldberg hat Marty an Gegenden, Strassen, Sehenswürdigkeiten vorbei gehen lassen, und diese inklusiver ihrer Schäden sehr detailliert beschrieben – das war für mich als unkundiger unwichtig. Am Ende in der Vorschule kommt so ein kleiner Funken rüber und das Ende ist in dem Chaos von Erdbeben nett geworden.

Mir fehlte hier auf jeden Fall die Spannung und der Funken, die seine Angst und Planung überspringen lassen. Ich kann hier eine eher schwache Leseempfehlung aussprechen.

bewertung 2,5

Ein Kommentar zu “Lee Goldberg The Walk: Durch eine zerstörte Stadt

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