John Boyne – Haus der Geister

Haus der Geister - John Boyne

England 1867. Die junge Eliza Caine reist in die Grafschaft Norfolk, um eine Stellung als Gouvernante anzutreten. Als sie an einem nebeligen Novemberabend müde und durchgefroren die Empfangshalle von Gaudlin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace begrüßt. Überrascht stellt Eliza fest, dass die beiden offenbar allein in dem viktorianischen Anwesen leben. Von den Eltern und anderen Angestellten fehlt jede Spur. Da sie die Kinder unmöglich ihrem Schicksal überlassen kann, bleibt sie – und stellt schon bald fest, dass sie doch nicht allein sind …

SPOILER 1

Eine Inhaltsangabe:

Eliza lebt mit ihrem Vater in London. Ihr Vater ist ein absoluter Dickens Fan und will unbedingt eine Lesung besuchen. Leider erkrankt er danach und verstirbt. Elizas Welt bricht zusammen, da sie als junges Mädchen schon ihre Mutter verloren hat, ist sie jetzt alleine auf der Welt. Sie ist Lehrerin in einer Mädchenschule und liebt ihren Beruf. Aber leider kann sie die Miete der alten Wohnung davon nicht zahlen. In der Zeitung findet sie eine Annonce, in der eine Gouvernante in Gaudlin Hall gesucht wird. Kurz entschlossen bewirbt sie sich und wird auch angenommen. Also löst sie den Haushalt auf und fährt mit dem Zug nach Gaudlin. Dort soll ein Kutscher sie abholen. Schon auf dem Ziehlbahngleis verunglückt sie fast. Sie hat das Gefühl sie würde auf die Gleise gestossen werden. Das Ehepaar Toxley rettet sie und begrüssen sie dann auch ganz nett…selbst wenn sie genaueres erfahren, erstmal zurück haltend werden. Auf dem Bahnsteig wird sie von einer Frau angerempelt mit den Initialen H. B. auf dem Koffer. Kommt ihr bekannt vor aber sie kann es nicht einordnen. Mit dem mürrischen Kutscher fährt sie ungemütlich nach Gaudlin Hall durch den dichten Nebel. Sie kommen erst spät an. Begrüsst wird sie nur von den Geschwistern Westerly. Isabella und Eustace. Isabella ist sehr kühl und herablassend – heute sagt man altklug – Eustace ist ein lieber Junge. Eliza schliesst ihn sofort in ihr Herz. Sie wundert sich allerdings, dass kein Erwachsener sie begrüsst. Isabella zeigt ihr ihr Zimmer. Sie lernt den Notar kennen, der sich um die Verwaltung des Anwesen kümmert Mr. Raising – sie hegt schüchterne Gefühle für ihn – aber er ist verheiratet….Im Dorf schlägt ihr manchmal eine Zurückhaltung entgegen wenn sie sich vorstellt, die sie sich nicht erklären kann. Von dem Notar erfährt sie dann, dass sie in diesem Jahr schon die 6. Gouvernante ist. Und ausser ihr nur eine Überlebt hat Henriett Bennet – H. B. Diese hat übrigens die Annonce für die Stelle aufgegeben um von dort weg zu kommen. Sie erfährt um das schlimme Schicksal der 1. Gouvernante und um des Hausherren. Und das sehr eng verschlungene Verhältnis der Hausherrin zu ihren Kindern und zu ihrem schwer verletztem Gatten. Eliza wird immer öfter und auch härter attackiert – von wem? Einem Geist? Sie glaubt fest daran. Aber es gibt einen neuen Geist – er beschützt sie…man brauch nicht lange um sich zu denken, wer dies sein kann. Eustace ist der einzige, der ihn schon gesehen hat, der ältere Mann. Aber Eliza lässt sich nicht unterkriegen. Sie will die Kinder auf keinen Fall im Stich lassen und hat sich mit ihrem Ableben in diesem Haus schon abgefunden. Dementsprechend versucht sie die Erscheinung auch ohne Angst zu bekämpfen. Keiner glaubt ihre Geschichte und es kommt zum Äussersten. Als sie ankündigt die Kinder mit zu nehmen und sie von hier zu retten rastet der Geist aus. Sie versucht massiv Eliza zu töten. Aber der gute Geist beschützt sie und kämpft ebenfalls massiv gegen den bösen Geist. Sie kämpfen so vehement, dass das Haus in sich zusammen stürzt. Es kommt zu Todesfällen. Diese befreien den Geist und auch der alte Mann kann endlich gehen. Seine Aufgabe ist erfüllt. Eliza nimmt sich des Kindes als Vormund an und zieht zurück nach London….Sie denkt alles ist in Ordnung, bis sie eines Abends das Flüstern zweier Stimmen aus dem Kinderzimmer hört.

fazit stern

Hmhm….Also Eliza ist eine sehr sympatische Frau. Sie selbst hält sich für hässlich und hat sich mit einem Leben als Jungfer im Kreise ihrer Schülerinnen abgefunden. Die romantischen Gefühle für den Anwalt unterdrückt sie. Sie geht voll und ganz in der Rolle der Lehrerin/Gouvernante auf. Aber sie kann sich ja durch die böse Erscheinung nicht richtig auf ihre Rolle einlassen. HmHm….es ist nicht so leicht hier eine Beurteilung zu schreiben. Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut. Die Geschichte wird im Ich-Stil wieder gegeben. Was sehr typisch für Romane aus dieser Zeit ist, ist, dass die Protagonisten immer sooo viel Smalltalken. Höflichkeit ist hier alles. Aber in einem Gruselroman eher abträglich. Es kommt nicht viel Spannung auf, da die Spannen zwischen den Vorfällen sehr gezogen werden. Geschuldet durch Elizas Nachforschungen, die ja wichtig für die Handlung sind. Manche Passagen waren nicht wichtig für die Handlung, da hätte man vielleicht einen Vorfall einarbeiten können. Das Buch lässt sich gut lesen, aber es kommt leider kaum bis keine Spannung auf. Das hat mir wirklich gefehlt. Die Kulisse hat gepasst, aber irgendwie nicht gefunkt….trotzdem fand ich das Buch lesenswert. Eher vielleicht als Familiendrama mit Extras….

3 Kommentare zu “John Boyne – Haus der Geister

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